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Parler mit neuem Hoster: Ist die rechte Twitter-Alternative zurück?

Parler mit neuem Hoster: Ist die rechte Twitter-Alternative zurück?

Das soziale Netzwerk Parler, oft als Zuhause für rechtsextreme Nutzer bezeichnet, hat es zurück ins Internet geschafft. Mit einem neuen Hoster plant man nun offenbar die Rückkehr.

Die Webseite von Parler.com ist seit einigen Stunden wieder am Netz, wenn auch aktuell nur in eingeschränkter Form mit einem einfachen Platzhalter. Zu lesen ist dort aktuell nur eine Begrüßung des CEOs John Matze vom 16. Januar, unter der Hinweise auf die "technischen Probleme" zu finden sind.

In der Nachricht verspricht man den Nutzern, dass man "jede vor uns liegende Herausforderung lösen" wird und plant, dass man alle Nutzer "schon bald wieder willkommen heißen kann". In der vergangenen Woche entfernten Apple und Google die Apps von Parler aus ihren Stores, während Amazon das Hosting deaktivierte. Dies geschah als Reaktion auf den Angriff auf das US-Capitol, bei dem Parler eine zentrale Rolle gespielt haben soll.

Parler.com: Kontroverses Netzwerk bei neuem Registrar

Die Domain des Dienstes lag schon seit mehreren Tagen bei Epik, einem Registrar, der bereits diverse andere rechtsextreme Seiten beheimatet. Wer für das eigentliche Hosting der Plattform in Zukunft verantwortlich sein wird, sobald der Platzhalter verschwindet, ist bislang noch nicht klar.

Unsicher ist auch die Zukunft der Parler-Apps. Apple-CEO Tim Cook sagte jedoch in einem Interview mit Fox News, dass man die App wieder listen werde, wenn Parler eine strengere Moderation der Inhalte vornimmt. "Wir haben uns die Anstiftung zur Gewalt [auf Parler] angesehen. Und wir glauben nicht, dass Redefreiheit und Anstiftung zur Gewalt einen Schnittpunkt haben", so Cook.

Parler: "Privatsphäre ist von größter Bedeutung"

Nachdem die Seite und Apps in der vergangenen Woche deaktiviert wurden, tauchten wenig später die Daten der Anwender im Web auf. Mit einfachsten Mitteln war es möglich, die Nachrichten der Nutzer automatisiert herunterzuladen. Des Weiteren wurden Metadaten aus Bildern oder Videos nicht automatisch entfernt. Diese Informationen gaben damit unter anderem Aufschluss darüber, wo sich die Anwender zur Zeit des Angriffs auf das Capitol befunden haben.

Dass die Privatsphäre von größter Bedeutung sei – ein Versprechen, mit dem Parler schon damals für die eigene Plattform geworben hat – ist damit bestenfalls zweifelhaft. So waren als privat markierte oder auch gelöschte Mitteilungen Bestandteil der nun verfügbaren Daten. Letztere wurden vom System nur als gelöscht markiert, aber nicht wirklich aus der Datenbank von Parler entfernt.

Anwender, die sich zukünftig dazu entscheiden sollten, auf der Plattform zu posten, sollten sich also darüber im Klaren sein, dass die Entwickler der Seite in der Vergangenheit mehrfach Probleme mit dem Datenschutz hatten. Genau dieser Schutz der Daten spielt in den letzten Tagen bei vielen Internetnutzern eine immer wichtigere Rolle, wie insbesondere die Diskussion um WhatsApp und die Nutzungsbedingungen zeigt.

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10 Kommentare

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  • Ben vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Die Rechte Plattform..

    Hass und Hetze, schon wieder. Ist das nicht etwas Primitiv, oder ist da nichts billig genug?

    Man muss halt nur auf dem richtigen Standpunkt stehen...


    • Thomas Oppenheim vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Ist schon ein schönes Gefühl, wenn man auf der richtigen Seite steht.


  • Thomas Oppenheim vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    @Benjamin
    Keine Ahnung. Ich finde jede alternative Plattform zu den üblichen gut.


  • Jack Black vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Und immer schön Werbung machen. Vorher kannte das nämlich hier niemand.


    • Aries vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Genau das dachte ich auch in anderen Worten: Warum muss man für das System auch noch kostenlose Werbung machen?


      • Tenten vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Dann dürfte man allerdings den Artikel über Signal, der eben erschienen ist, auch nicht bringen.


      • Martin vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Da sogar in den Nachrichten von GMX ueber Parler geschrieben wurde, kann man davon ausegehen, dass die Leute es auch kennen.


      • Aries vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        SIgnal ist nicht als Tummelplatz für rechtsextreme Gruppen bekannt und hat auch kein so massives Sicherheitsloch wie Parler und somit wurden SIgnal weder aus den App Stores entfernt, noch hat Amazon denen die Server deswegen abgeschaltet.

        Abgesehen davon behandelt der Artikel zu mindestens der Hälfte WhatsApp als Signal.


  • Thomas Oppenheim vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Hoffentlich wird es Parler wieder geben.

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