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Casa Casi 49: Medienkompetenz – zwischen Neuland und Digitalistan

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In der Casa Casi, unserem schnuckeligen NextPit-Podcast, ging es heute ums Thema Medienkompetenz. Palle, Fabi und Casi finden, dass wir da alle gefragt sind und wir nicht lediglich mit dem Finger auf Plattformen wie Facebook, die Schulen oder die Politik zeigen dürfen. 

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Ein kleines Geständnis zu Beginn: Wir haben schon einmal über Medienkompetenz gesprochen (in Folge 6, die älteren erinnern sich) und ich glaube mich zu erinnern, dass ich dort die Verantwortung zu einem großen Teil den Schulen aufs Auge drückte. Zu einem Teil glaube ich das auch nach wie vor. Also, dass in der Schule bereits vermittelt werden muss, wie die Kids mit Medien umzugehen haben. Wie verifiziere ich Quellen, wie kommuniziere ich, wie finde ich mich auf den Plattformen zurecht usw. 

Aber unser großes Problem sind nicht die Kinder, ehrlich gesagt. Auch, wenn in den Schulen Einiges reformiert gehört, glaube ich, dass die nachwachsende Generation sich deutlich medienkompetenter entwickelt, als es die Ü40-Generation tut. Die ältere Generation ist es, die dafür verantwortlich ist, dass auf Social Media ein rauer Ton herrscht, Fake-News die Runde machen und niemand mehr das Gefühl hat, dass tatsächlich konstruktiv kommuniziert werden kann. 

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ...

Je nach Tagesform sind wir 80 Millionen Bundestrainer, Virologen, Terrorismusexperten oder gerade aktuell eben 80 Millionen Militärstrategen. Da prasseln Meinungen aufeinander und auch ganz viel Schrott, den man auch mit wirklich viel gutem Willen nicht mehr als Meinung durchgehen lassen kann. 

Wie wir auf diesen Plattformen miteinander umgehen, wollten wir in unserer heutigen Folge ein wenig aufdröseln. Dabei haben wir festgestellt, dass da verschiedene Instanzen gefragt sind. Klar, natürlich auch die Schulen, aber wie gesagt: Da bewegt sich Vieles! Noch dringender gefragt ist aber die Politik, die einen regelnden Rahmen stellen muss, die Plattformen selbst und – Überraschung – wir alle als Gesellschaft. 

Ich glaube, Facebook und Co haben versagt und das kommt in der Folge ja auch deutlich raus – Palle und Fabi haben sich zumindest von Facebook komplett verabschiedet. Teil der Wahrheit ist, dass sie (also die Plattformen, nicht Pale und Fabi ^^) davon profitieren, dass wir uns alle öffentlich angehen. Diskurs, Empörung, Echauffieren – alles, was zu mehr Interaktion mit der Plattform beiträgt, spült mächtig Geld in die Kassen. Fast schon zu nachvollziehbar, dass Mark Zuckerberg da nur sehr halbherzig was dagegen unternimmt. 

Also brauchen wir Regulierungen. Vielleicht müssen solche Plattformen zerschlagen werden. Vielleicht müssen aber auch einfach nur die entsprechenden Gesetze her, die dann auch konsequent umgesetzt und kontrolliert werden müssen. 

Aber – und auch darüber sprachen wir – am Ende kommt es immer wieder auf uns selbst an. Sind wir selbst mit der Faust in der Tasche unterwegs, ständig auf der Pirsch nach jemandem, dem wir unsere, die einzig wahre, Meinung aufs Auge drücken? Ja, ich glaube, viel zu oft sind wir das. Lasst uns also bei uns selbst anfangen.

Wir dürfen (und müssen) die Plattformen, auch die Medien und die Regierenden dafür kritisieren, dass sie die Situation erst herbeigeführt haben und das jetzt gefälligst besser zu machen haben. Aber vor allem müssen wir uns angewöhnen, uns selbst nicht wie Vollasoziale zu benehmen. Lasst uns bitte aufhören, das Gegenüber nicht mehr ausreden zu lassen. Lasst uns die anderen Gedanken zumindest überdenken, lasst uns Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachten.

Damit wäre schon mal viel gewonnen. Und vor allem gilt es wirklich immer: Wir müssen rhetorisch wieder abrüsten! Keine Witze mehr über die Rechtschreibung des anderen. Kein Lookism, keine Beleidigungen. Ihr könnt noch 100-mal im Recht sein: Sobald Ihr Euer gegenüber beleidigt und diskreditiert, verliert Ihr an Niveau und verliert Ihr auch die Hoheit über die Diskussion. Lasst uns doch einfach an die Regel halten, die wir im Offline-Leben auch im Normalfall beachten sollten: Lasst uns nicht wie Arschlöcher benehmen! 

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß mit der Folge und teilt, bewertet und kommentiert sie überall dort, wo Euch der Sinn danach steht. Und denkt beim Kommentieren bitte daran, dass der Ton die Musik macht. Euer Gegenüber wird viel eher über Eure Argumente nachdenken, solange Ihr einen vernünftigen Ton anschlagt! 

Casa Casi 49: Show Notes

Wir wollen Euer Feedback! Ihr könnt Euch auf WhatsApp, Signal und Threema mit Sprachnachrichten (und natürlich auch Textkommentaren) beteiligen. Wir freuen uns auf Eure Reaktionen, auf Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge und natürlich auch auf Meinungen zu unseren kommenden Themen. Hier ist unsere Telefonnummer und unsere Threema-ID für Euer Feedback:

  • Telefonnummer: +49 160 98090008
  • Threema-ID: EB6YBNSE

 

  • MeTacheles #2 – Palles neuster wöchentlicher Newsletter, der sich ebenfalls intensiv mit Facebook und Konsorten beschäftigt
  • Facebook zerschlagen – Unser Artikel zur Casa Casi 26
  • einfach.Medien – Medienkompetenz-Portal für Lehrer:innen
  • mobile.schule – Plattform für zeitgemäße Weiterbildung und Bildung
  • Digitalistan – das sehr lesenswerte WDR-Format, das mich zum Namen der Folge inspirierte

 

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2 Kommentare

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  • Martin Kay vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "Nur der Palle war mir am Anfang unsympathisch ..." Gnihihihi ...

    Nee, macht weiter so. Bin erst seit kurzem eingestiegen, weil der "bekloppte" Palle erst in seinem MeTacheles Newsletter davon erzählte, statt mal vorher was auf seinem Youtubekanal verlauten zu lassen. :-)