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Debüt im Galaxy S22: Samsung verwendet alte Fischernetze für Plastik

Repurpose OBP
© Samsung

Samsung wird bei den neuen Geräten der S22-Serie offenbar wieder Rückseiten aus Plastik verwenden. Während wir uns daran bereits irgendwie gewöhnt haben, verriet Samsung in einem Blog-Eintrag ein kurioses Detail über die neuen Smartphones. Denn das verwendete Plastik soll aus alten Fischernetzen bestehen und somit ein wenig nachhaltiger sein.


  • Samsung will Plastikmüll in den Meeren reduzieren.
  • Altplastik wird in den neuen Galaxy-Geräten zum Einsatz kommen.
  • Samsung verfolgt seine "Galaxy for the Planet" Agenda noch bis 2025.

Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Müll landen jedes Jahr im Meer. Circa zehn Prozent davon nehmen Fischernetze ein, die ins Meer geworfen werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Die sogenannten Geisternetze zersetzen sich allerdings nicht wirklich und so zerstören sie ganze Ökosystem. Samsung startete im letzten Jahr das Projekt "Galaxy for the Planet" und kündigte nun einen großen Schritt darin an.

So wollen die Südkoreaner den Plastikmüll im Meer dadurch reduzieren, indem sie die Geisternetze für das Plastik in ihren Produkten verwenden. Bereits am Mittwoch erwartet uns auf dem Unpacked-Event der erste große Einsatz des recycelten Plastiks. Das recycelte Material wird im gesamten zukünftigen Lineup von Samsung Platz finden und die Rückseiten einiger Modelle der neuen Galaxy-Reihe dürften bereits aus den Fischernetzen bestehen. Damit möchte das Unternehmen nicht nur direkt der Umwelt helfen, sondern gleichzeitig dazu anhalten, weniger auf den Einsatz des schädlichen Plastiks zu setzen und sich mehr Gedanken über umweltbewusste Materialien zu machen. 

"Galaxy for the Planet" soll bis 2025 durchgeführt werden

Mit dem Umweltprojekt "Galaxy for the Planet" möchte Samsung nachhaltigere Produkte auf dem Markt etablieren und gleichzeitig für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sorgen. Um das zu erreichen veröffentlichte das Unternehmen eine Agenda, die bis 2025 durchgesetzt werden soll und auch darüber hinaus noch andauern wird.

We believe that everyone has a role to play in providing innovative solutions that protect the planet for generations to come. Samsung understands our efforts need to match our scale, our influence and the magnitude of the entire Galaxy ecosystem around the world - TM Roh, Präsident Mobile Communications Business, Samsung

Seinen Anfang findet das Ganze nun mit dem Einsatz der Geisternetze in der neuen Galaxy-Serie. Zusätzlich soll das Plastik aus den Verpackungen von Mobilgeräten verschwinden und die Energienutzung von Ladegeräten im Standby-Modus auf unter 0,005 Watt sinken. Darüber hinaus möchte Samsung den Müll, der bei der Produktion entsteht, reduzieren und auch den elektronischen Müll verringern. 

Samsung Galaxy for the Planet 1
Galaxy for the Planet soll für weniger Umweltverschmutzung bis 2025 sorgen! / © Samsung

Wie weit man bei Nachhaltigkeit in der Elektronikbranche gehen kann und welche Folgen das für die Produkte hat, zeigte im letzten Jahr der Hersteller Fairphone. Das Fairphone 4 ist ein modulares Smartphone, das zu großen Teilen aus Recycling-Materialien und unter Kompensation von Elektroschrott hergestellt wird. Als Kompromiss müsst Ihr beim Kauf eine eher schwache Hardware und einen höheren Preis hinnehmen.

Was haltet Ihr von der Nachhaltigkeit von Samsung?
Ergebnisse anzeigen

In der Umfrage möchte ich abschließend von Euch wissen, wie Ihr Samsungs neuestem Umweltschutz-Streich steht. Seht Ihr darin Greenwashing, also einen Versuch, das eigene Marken-Image aufzubessern, oder haltet Ihr die Verwendung von alten Fischernetzen für sinnvoll?

Was denkt Ihr über "Galaxy for the Planet"? Denkt Ihr, weitere Unternehmen sollten dem Beispiel folgen und aktiv gegen die Verschmutzung vorgehen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Quelle: Samsung, Samsung

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8 Kommentare

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  • Gianluca Di Maggio vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Ganz nett, die Frage ist wieviel Netz im Endeffekt im Gerät steckt. Die "Microsoft Ocean Plastic Mouse" besteht immerhin zu 20% aus gerettetem Plastik, hier hat man bisher gar keine Zahlen, wie nachhaltig es ist lässt sich so schwer sagen, das Plastik muss ja auch erstmal gesammelt und verarbeitet werden, ich denke bei sehr kleinen Mengen macht das kaum etwas aus falls es nicht sogar schädlicher ist als "reines" Plastik ohne Recycling.


  • Michael K. vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Grundsätzlich halte ich die Idee für gut, wenn auch unklar ist, welche Auswirkungen sie wirklich hat.
    Wirklich übel finde ich, dass im 21. Jh. eine solche "Entsorgung" solcher Netze nicht international bei hoher Strafe verboten ist. Müll hat grundsätzlich nichts im Meer verloren. In solchen Netzen können sich zudem Meeressäuger wie Delphine verfangen, die dann elendig ersticken und auch für Meerestiere wie Schildkröten können die Netze zur tödlichen Falle werden.

    Die Verwendung von Kunstoffrückseiten bei Smartphones sehe ich seit jeher positiv. Nicht nur die Herstellung dürfte energetisch viel günstiger sein, als die von Metall- oder Glasrückseiten (eine Untersuchung bei Getränkeflaschen mit diesen Materialien hat das jedenfalls mal ergeben).
    Kunststoff kann sich elastisch sehr gut verformen, dabei Verzögerungskräfte verringern und so die Rückseite selber, aber auch den Rest des Gerätes u.U. vor Zerstörung bei einem Sturz bewahren. Auch Metall und Glas können zwar Sturzenergie absorbieren, Metall kann sich aber dabei auch unelastisch verformen, also verbeult bleiben, und Glas zerspringen.
    Ein Gerät ohne oder mit nur geringsten bleibenden Schäden (wie kleinen Kratzern) nach einem Sturz ist aber allemal nachhaltiger als eines, bei dem zumindest die Rückseite ausgetauscht werden muss.
    Auch wenn in Artikeln hier Kunststoff im High-End-Bereich gerne als "unedel" angesehen wird, eine verbeulte und erst recht eine gesprungene Rückseite werden i.d.R. noch viel weniger edel wirken, als eine intakte Kunststoffrückseite.
    Kunststoffe müssen auch keine toxischen Beststandteile enthalten und können sogar langfristig instabil konstruiert werden.
    Eine solche Kunststoffrückseite, die irgendwo in der Natur verloren gegangen ist, würde durch den UV-Anteil des Sonnenlichts einfach in ihre Bestandteile zerfallen, Kohlenstoff und Wasserstoff, die dann ihrerseits keine Umweltbelastung mehr darstellen würden.


    • Olaf Gutrun vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Die Lüge vom Plastikmüll hat Samsung wenigstens erkannt.

      Ganze Anti Plastik organisationen werden von der Fischerei industrie sogar ins Leben gerufen.

      Uns wird weiss gemacht, der Kunstoff bei uns kommt vom Land ins Meer.


      Die Wahrheit ist, das nahezu alle Plastikabfälle im Meer von der Fischerrei kommt!
      Auch viele wissen nicht das die schlimmste Klima Kriese im meer statt findet und das auch wegen überfischung.

      Um dies zu verbergen zahlt diese Industrie viel Geld.


  • Tenten vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    "... sondern gleichzeitig dazu anhalten, weniger auf den Einsatz des schädlichen Plastiks zu setzen und sich mehr Gedanken über umweltbewusste Materialien zu machen."

    Und dann verwendet man selbst wieder Plastik? Wo ist da die Logik? Nachhaltigkeit erreicht man nicht dadurch, dass man ein Material einmal wiederverwendet, sondern nur durch einen durchgängigen Rohstoffkreislauf. Wenn dann die ganzen Rückseiten und Gehäuse am Ende doch bloß wieder im Meer landen, ist außer dem Werbebudget Samsungs niemandem geholfen.

    Tim


    • Olaf Gutrun vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Warum sollten sie wieder im Meer landen und wer sagt das Material nicht noch mal verwendet wird?

      Mach dich mal schlau über die Lüge mit unserem Plastik im Meer.

      Gibt es auch eine aufschlussreiche Netflix Doku drüber.

      Samsung macht das schon länger, so bekommt man auch Schutzhüllen aus Abfall.


      • Tenten vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        "... und wer sagt das Material nicht noch mal verwendet wird?"

        Zumindest steht fest, wer das nicht sagt, nämlich Samsung. Denn wäre da tatsächlich ein Kreislauf geplant, hätte man das sicher mitgeteilt und werbewirksam genutzt.

        "Warum sollten sie wieder im Meer landen..."

        Weil dies meist der Weg allen Plastiks ist, in Form von Mikroplastik. Um es mit deinen Worten zu sagen "Informier dich mal."

        Was jetzt diese Netflixdoku mit meiner Aussage zu tun hat erschließt sich mir nicht.

        Tim


      • Michael K. vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Na ja, längst nicht aller Kunstoff gerät in Form von Mikroplastik in die Meere, und genau genommen müsste gar kein Mikroplastik dorthin geraten.
        Mikroplastik wird entweder speziell für bestimmte Produkte wie Kosmetik oder Zahnpasta hergestellt, und gerät über das Abwasser letztlich ins Meer. Dieser Weg ist nur schwer kontrollierbar, aber Verbote und freiwillige Verzichte der Industrie haben solches Mikroplastik schon stark reduziert, und es ist in dieser Form komplett verzichtbar.
        Anderes Mikroplastik gerät durch größere Plastikteile, die sich durch mechanische, chemische und Strahlungseinwirkung in kleinere Teile zerlegen in die Umwelt, und ist dort grundsätzlich problematisch für die gesamte Fauna, und kann auf diesem Weg auch in den menschl. Nahrungskreislauf zurückgelangen.
        Allerdings ist dieser Weg ja auch nicht "gottgegeben". Es ist menschliche Ignoranz, Dummheit und Kriminalität, die für diese Form der Umweltverschmutzung sorgen, und dem ist entgegen zu wirken, durch Aufklärung einerseits, aber auch durch Bestrafung für Umweltfrevel.
        Es gibt geordnete Recycling- und Entsorgungswege für Kunstoffabfälle, und deren Einhaltung ist unbedingt durchzusetzen, soweit das möglich ist.
        Ein Verzicht auf Kunststoffe in der Technik ist nicht nur undenkbar, sondern auch gar nicht wünschenswert.
        Kunststoffe sind nicht nur mit weniger Energieeinsatz herstellbar, als viele Alternativwerkstoffe, sie sind auch häufig viel leichter. So können Fahrzeuge, aber auch Getränkekisten mit viel weniger Energieeinsatz bewegt werden.
        Auch wenn Samsung nicht ausdrücklich auf eine Wiederverwertung der ausgedienten Kunststoffrückseiten hinweist, halte ich die doch für zumindest wahrscheinlich. Eine mit viel Aufwand betriebene Kampagne zur Verbesserung des Umweltimages der Firma könnte ein einzelner Journalist zunichte machen, wenn er nachweisen würde, dass die Kunststoffe am Ende doch wieder im Meer landen.


  • Tim vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Finde ich gut. Aber Samsung sollte sowas gerade auch auf die Mittelklasse-Geräte ausweiten. Schließlich verkauft Samsung davon weit mehr, als von den Flaggschiffen.
    Aber hey, hoffentlich kommt das auch noch und ist nicht nur eine Momentaufnahme, weil Apple ja beim iPhone 13 auch angekündigt hat, das man für das dort verwendete Plastik alte PET-Flaschen verwendet.

    Und wenn sie schon dabei sind, könnten sie endlich mal an der Effizienz ihrer Geräte (nicht nur am Standbyverbrauch der Netzteile) schrauben. Auf die Masse betrachtet ist das nämlich alles andere als wenig Energie, die einfach verpufft, wenn man 5000 mAh braucht, um eine akzeptable Akkulaufzeit zu kriegen.

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