Gegenangriff im Fortnite-Streit: Apple fordert Schadenersatz von Epic

Gegenangriff im Fortnite-Streit: Apple fordert Schadenersatz von Epic

Der Streit zwischen Apple und Epic Games zieht weitere Kreise. In einer Gegenklage fordert Apple nun Schadenersatz von den Fortnite-Entwicklern.

In einem am Dienstag veröffentlichten Dokument beschreibt Apple die Gründe für die eigene Klage gegen Epic Games. Darin fordert der iPhone-Hersteller Schadenersatz aufgrund des Vertragsbruchs durch Epic.

Apple sagt, dass Epics Klage „nichts anderes ist, als eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit über Geld“. Weiter schreibt man, dass Epic sich als ein „modernes Robin-Hood-Unternehmen darstelle“. In Wirklichkeit handele es sich aber „um ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, das einfach nichts für den enormen Wert bezahlen möchte, den es aus dem App Store zieht“.

Über viele Jahre hinweg habe Epic alle Vorteile des App Stores ausgenutzt. Gleiches gelte auch für die Verwendung von Apples Werkzeugen, Technologien, Software, Marketing-Möglichkeiten und der Kundenreichweite.

Gleich mehrfach bezeichnet man Epics Vorgehen als „offensichtlichen Vertragsbruch“, unter dem Apples Reputation gelitten habe. Durch das vorgestellte Fortnite-Update, welches Apples Mechanismus für In-App-Käufe umgangen hat, habe Epic mehrere Millionen Dollar eingenommen. Apple hätte normalerweise, unter Beachtung der App-Store-Richtlinien, einen Anteil davon erhalten.

Epic vs. Apple: Streit um Fortnite und die App-Store-Regeln

In dem Dokument beschreibt Apple auch die Geschehnisse rund um den 13. August, an dem Epic das oben erwähnte Fortnite-Update freigeschaltet hatte. Dieses von Apple als „Hotfix“ bezeichnete Update brachte den Stein der aktuellen Klagen ins Rollen. Neben Apple ist auch Google und der Play Store im Visier von Epics Anwälten. Sowohl Google als auch Apple hatten Fortnite aus ihren Stores verbannt, nachdem die Umgehung der In-App-Käufe bekannt geworden war.

Epic hatte jüngst gefordert, dass Apple das Spiel wieder im App Store listen soll. Gleichzeitig weigert man sich jedoch dagegen, die Zahlungsmöglichkeiten wieder an die geltenden App-Store-Regeln anzupassen. Nach einer ersten Anhörung vor Gericht sprach sich Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gegen diesen Wunsch aus. Gleichzeitig wurde Apple jedoch verboten, alle Entwicklerkonten von Epic zu sperren. Apple sperrte jedoch das Konto, welches für die Bereitstellung von Fortnite genutzt wurde. Die Konten, die zur Entwicklung der Unreal Engine genutzt werden, welche ebenfalls von Epic stammt, betrifft dies aber derzeit nicht.

Die nächste Anhörung im aktuellen Fall soll aktuell am Montag, den 28. September 2020 stattfinden.

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7 Kommentare

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  • Oft ist es meines Erachtens so, dass Apple mit Praktiken hantiert, die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
    Hier hat Apple aber völlig recht.
    Wenn der Appstore genutzt wird, muss sich auch an die Regeln gehalten werden. Niemand zwingt Epic Fortnite im Appstore anzubieten.
    Bei Veröffentlichung hat man einem Vertrag zugestimmt, der offensichtlich nicht eingehalten wurde.
    Ende.


  •   9
    Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Das wäre doch ein tolles Geschäftsmodell für die kränkelnde, deutsche Autoindustrie. Zubehör darf nur noch über den konzerneigenen Zubehörstore verkauft werden. Die Shopgebühr auf neue Reifen, Sitzbezüge oder Motoröl beträgt dann 30 %, die sicher alle gerne zusätzlich zahlen werden. Schließlich nutzt man die Vorteile der vom Konzern installierten Infrastruktur.

    Sarah


    • Noch so jemand der es nicht verstanden hat und mit absurden Vergleichen kommt🤦🏻‍♂️


      • Apple greift da Geld ab, wo man sich nicht wehren kann.
        Beispiel gefällig: Für die Nutzung von Netflix, kann ich das Abo außerhalb des Apple Öko Kosmos abschließen, sodaß Apple von mir bzw. Netflix keinen einzigen Cent erhält.
        Die Netflix App im App Store kann ich aber trotzdem nutzen.
        Auch hier bietet Apple mir dann deren sogenannten "Service", weiss aber genau, daß ich Netflix alternativ auch über den Browser auf Apple Geräten streamen kann.

        Verständnisfrage: Könnte Epic Games "Fortnite" auch via Stream realisieren?


      • "Beispiel gefällig:..."

        Dein Beispiel zeigt ja schön, dass Apple eben nicht jede App in Sippenhaft nimmt und an allen Einnahmen mitverdienen will. Kein Anbieter muss sein Zeug In-App anbieten, sondern kann auch über seine Webseite verkaufen und man lädt es dann in der App runter. Macht Audible meines Wissens nach zum Beispiel so. Du musst dich dann als Anbieter halt selbst um ein Bezahlsystem kümmern. Das hätte Epic auch so machen können. Aber wenn du das Bezahlsystem von Apple mitnutzen willst und kein eigenes einrichten, dann muss du eben auch dafür bezahlen. Apple greift also nicht "da Geld ab, wo man sich nicht wehren kann", sondern da, wo man aus welchen Gründen auch immer lieber Apples System nutzt als ein eigenes einzurichten.

        Zum Thema Stream, ich bin sicher, auch Fortnite hätte man als Browsergame umsetzen können.


      • Hier geht es vor allem um die Reichweite Apples und um die Devices von Apple.
        Apple bietet eine Plattform mit einer ungeheuren Reichweite, sodass also viel mehr potenzielle Spieler das Spiel spielen können.
        Für das bereitstellen eben dieser Plattform verlangt Apple ein Stück vom Kuchen.

        Epic müsste das Spiel ja nicht im Appstore anbieten, sondern könnte sich auf den hauseigenen Store beschränken.


      • Wie soll Epic das bei Apple anbieten ohne Store?
        Das ist nur bei Android möglich.

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