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nextpit-Lesertest: Xiaomi 13T Pro im Test von Korbinian

Xiaomi 13T Pro Lesertest
© nextpit

Gemeinsam mit Xiaomi haben wir einen Lesertest organisiert, bei dem drei Mitglieder der nextpit-Community das Xiaomi 13T Pro ausgiebig testen dürfen. In diesem Artikel lest Ihr das Testergebnis des nextpit-Users Korbinian.

Ein Hinweis noch, bevor es losgeht: Weder Xiaomi noch nextpit hatten einen Einfluss auf den Inhalt dieses Testberichts. Wir haben lediglich eine grundsätzliche Struktur zur Orientierung vorgegeben. Den von Korbinian eingereichten Testbericht haben wir inhaltlich nicht verändert.


nextpit hatte im November einen Lesertest für das Xiaomi 13T Pro ausgerufen. Ich habe mich beworben, obwohl bzw. weil das Handy nicht meine erste Wahl beim Smartphone-Kauf gewesen wäre. Meine letzten Geräte waren allesamt Pixel; ich hatte auch zwei Nexus-Smartphones in der Vergangenheit. Also, blankes Android ohne Schnickschnack. Da ist Xiaomi mit MIUI natürlich weit weg.

Aber hat sich Xiaomi seit meinem Mi 9 SE weiterentwickelt? Und komme ich mit einem 6,7 Zoll großen Gerät klar? Ich bin ja Fan von kleineren Geräten. Meine letzten Geräte waren das Google Pixel 1, 3, 5 und das Xiaomi Mi 9 SE, allesamt 5,x- oder 6-Zoll-Geräte. Wie steht es um die Einhandbedienung? Passt das Gerät in die Hosentasche? Hände und Hosentaschen wachsen für gewöhnlich ja nicht mit, bei mir zumindest. Die Antworten gibt es im Fazit.

Und dann die absolute Überraschung: Ich wurde ausgewählt! Wie geil ist das denn? Etwas Wertvolles habe ich noch nie gewonnen… Vielen Dank noch mal ans nextpit-Team für das Vertrauen in mich! Ich hoffe, dieser Lesertest wird so, wie ihr ihn euch vorstellt. Ich habe sechs Challenges bekommen, und unten sind die Ergebnisse eingebaut.

TL;DR – das Fazit zuerst

Pro:

  • Tolles AMOLED-Display
  • Immer genug Leistung
  • Richtig gute Kameras, auch bei Dunkelheit
  • Blitzschnelles Laden bei Bedarf
  • Akzeptabler Preis

Neutral:

  • Displaygröße 6,7 Zoll (Geschmacksfrage)
  • MIUI (Geschmacksfrage)
  • Reparierbarkeit und Ersatzteilversorgung

Negativ:

  • Kein Wireless Charging
  • Nur USB 2.0
  • Langsame Security Updates

Varianten

Das Xiaomi 13T Pro gibt es in drei Speichervarianten: 12GB + 256GB, 12GB + 512GB, 16GB + 1TB, und in drei Farbvarianten: Schwarz, Pastell-Hellgrün und Pastell-Hellblau. Xiaomi nennt es Black, Meadow Green, Alpine Blue. Nur die blaue Variante hat die vegane Lederrückseite, die anderen haben klassische Glas-Rückseiten. Ich habe die blaue Variante mit 12GB RAM + 512GB ROM zum Testen erhalten. Eine Speichererweiterung via MicroSD-Karte ist nicht möglich; daher kauft euch gleich ein ausreichend großes Gerät.

Lieferumfang

Mit dabei sind neben dem Smartphone-Anleitungen noch das 120-W-Netzteil mit USB-A-auf-USB-C Kabel, Silikonhülle und SIM-Tray-Piekser. nextpit hat mir noch einen nextpit-Block, Stift, Sticker und Keylane, eine Xiaomi-13T-Pro-Ledertasche und einen Xiaomi Mitu Kung-Fu Handyhalter beigelegt – plus eine liebe Grußkarte. Vielen Dank noch mal, dass ihr mich als Lesertester ausgewählt habt und vielen Dank für die Goodies!

Ich finde es sehr positiv, dass Xiaomi hier das 120-W-Netzteil beilegt. Dies separat zu kaufen wäre alles andere als günstig. Und das schnelle Laden ist – Spoiler – einer der Highlights des Telefons. Auch die Silikonhülle ist sehr willkommen.

Der Lieferumfang ist fast komplett: Mir fehlt noch ein USB-C-auf-3,5mm-Klinke Stecker, dann wäre ich vollends happy. 4,5 von 5 Sterne!

Einrichten

Das Einrichten geht simpel: WLAN-Passwort eingeben und ein paar Fragen beantworten. Dann kann man die Daten des alten Geräts übernehmen. Das habe ich zuerst mit dem Google-Tool gemacht. Zuerst muss man auf dem alten und neuen Gerät einige Formen und Farben abstimmen und bestätigen; schon ist man am neuen Smartphone im Google Account eingeloggt. Nice! Dann wurde ich gewarnt, die Datenübernahme nicht Wireless zu machen, da es sonst lange dauern würde. Ja ja, bla bla, weiter geklickt. Und dann hat es mich fast umgehauen, es wurden über 6 Stunden als Restdauer angezeigt. Na ja, was habe ich erwartet, ich wurde gewarnt.

Danach habe ich das Xiaomi Tool getestet. Dieses will auf meinem alten Gerät erst mal unendlich viele Berechtigungen. Sobald man sich da endlich durchgeklickt hat, geht die Datenübernahme angeblich in 45 Minuten. Nice! Am Ende waren es dann doch etwas länger. In der Zeit sind beide Geräte leider offline; man muss die Mobilen Daten abschalten. Google hat dann, wieder online, alle Apps installiert, so gingen am Ende fast zwei Stunden vorbei.

Dann fällt auf, wie viele Apps installiert sind: Aliexpress, Amazon, Audible, … Es ist eine Unsitte, das Telefon vollgemüllt auszuliefern. Weniger wäre hier mehr.

Design und Verarbeitung

Mein Xiaomi 13T Pro ist in der Farbvariante Alpine Blue. Es ist ein Babyblau bzw. hellblau. Mein altes Xiaomi Mi 9 SE hatte eine deutlich auffälligere blaue Rückseite, die sich in unterschiedlichen Tönen verfärbt hat. Optisch ein größeres Highlight als das Hellblau. Dafür ist die Rückseite des 13T Pro in einer äußerst eleganten Lederoptik gehalten. Nicht weich wie (Kunst-) Leder, aber super angenehm in der Hand. Und das Lederimitat ist das absolute Gegenteil eines Fingermagneten! Genial! Die Rückseite war nie schmuddelig wie es beim 9 SE bei jeder Berührung der Fall war.

So etwas wie Spaltmaße gibt es beim 13T Pro quasi nicht, alles ist super penibel und präzise verarbeitet. Damit ich den Übergang zwischen Display und Rahmen spüre, muss ich schon sehr genau mit dem Fingernagel hin kratzen. Mit der Fingerspitze ist nichts zu spüren. Der Rahmen ist angeblich aus Aluminium. Dies kann ich nicht überprüfen, er fühlt sich aber sehr hochwertig an. Ein Übergang zur Lederoptik-Rückseite ist zu spüren, aber sanft und unauffällig.

Die Kameraeinheit ist das Gegenteil von sanft und unauffällig. Glänzend Schwarz, Fingerabdrücke sind hier Dauergast. Sie steht 2,5 mm aus dem 8,9 mm dünnen Gerät heraus und lässt das Telefon am Tisch wackeln. Auch eine Hülle kann dies nicht ausgleichen. Das macht Google mit dem Design der aktuellen Pixel-Geräte deutlich besser; sie wackeln nicht, wenn man sie abgelegt am Tisch bedient. Und die Objektive stehen noch mal 1 mm weiter raus; an dieser Stelle ist das Smartphone 12,4 mm stark. Wenn man das Smartphone auf einem Stein- oder Glastisch ablegt, gibt es ein unangenehmes Geräusch durch die Kameraeinheit. Mein erster Gedanke war hier „Hoffentlich ist das nicht nur Show“. Spoiler: Nein, die Kamera kann auch was. Dazu später mehr.

Das Gerät ist nach IP68 staub- und spritzwassergeschützt. Den Staubschutz konnte ich nicht testen, die Wasserfestigkeit hingegen schon. Ein Ausflug in die Therme mit 36 Grad warmem Chlorwasser kam da gerade recht. Ich habe Fotos und Videos unter Wasser gemacht, und das Gerät lebt gut drei Wochen später immer noch. Dafür musste ich lernen, dass Touchscreens unter Wasser komplett unbrauchbar werden. Leider ist die Touchfunktion nicht einfach inaktiv, sondern es kommt zu unendlich vielen fehlerhaften Touchevents. Die Kamera wurde verstellt, gezoomt, die Videoaufnahme beendet oder gestartet. Komplett unberechenbar, fast unbenutzbar. Hier ein gutes Foto zu machen wird zum Glücksfall. Da Xiaomi jedoch nie behauptet hat, dass das Telefon unter Wasser nutzbar wäre, gibt es dafür aber keinen Punktabzug. Ihr könnt euch aber sicher sein, dass ein Wasserkontakt das Smartphone nicht gleich zerstört.

Ich vergebe hier 4,5 von 5 Sternen! Der Abzug von 0,5 Sternen kommt durch die gigantische Kameraeinheit, die das Handy am Tisch wackeln lässt.

Performance

Zur Performance kann ich nur sagen: WOW. Absolut ausreichend in jeder Lebenslage. Zum ersten Mal habe ich The Simpsons – Tapped Out so gut wie flüssig gesehen. Es ruckelt minimal bei 80 fps; ich denke, das Game ist mit meinen vielen Häusern, Gegenständen und Charakteren einfach überlastet. Aber es bleibt stets flüssig bedienbar, das war bei meinem Pixel 5 deutlich anders. Mario Kart Tour ist auch stets butterweich. Browsen, scrollen, alles flüssig. Ich wüsste nicht wo ich in meinem täglichen Arbeiten eine Mehrleistung bemerken würde. Das Gerät wurde auch nie extrem warm Abseits des Schnellladens.

Der Prozessor ist ein MediaTek Dimensity 9200+, der in einer modernen 4-nm-Prozesstechnologie produziert wird. Die acht Kerne sind nicht alle gleich stark; es gibt einen 3,35 GHz schnellen Cortex-X3-Kern für maximale Performance, drei 3,0 GHz schnelle Cortex-A715-Kerne, um auch bei Multicore-Apps genug Dampf zu haben, und vier 2,0 GHz schnelle Cortex-A510-Kerne, wenn ein geringer Stromverbrauch gefragt ist. Das Setup ist ähnlich zu anderen High-End-Chips von anderen Herstellern. Benchmarks habe ich nicht gemacht, da diese meiner Meinung nach nur wenig Aussagekraft haben.

Der interne Speicher ist mit UFS 4.0 angebunden; das bedeutet, die Verbindung zum Speicher ist auch auf dem neuesten technischen Stand und blitzschnell. Top!

Für Spiele gibt es einen Boost-Modus. Wenn man diesen aktiviert, bekommt man angeblich mehr Frames per Second – nice! Ich habe aber zwischen 80 fps ohne und 100 fps mit aktivierten Boost keinen Unterschied mehr erkennen können, daher werde ich das Feature nicht bewerten.

5 von 5 Sternen für die Performance! Alles andere wäre dreist.

Akku und Schnellladen

Xiaomi nennt das 120 W schnelle Laden Xiaomi HyperCharge-Technologie. Ich brauche wieder nur ein Wort: WOW. Ich war schon beeindruckt bei den Default-Einstellungen. In unter 40 Minuten von 0 % nach 100 %? Nice! Und dann habe ich festgestellt, dass der 120-W-Modus gar nicht aktiviert war! Wenn man 1) den 120W Modus einschaltet, 2) das Gerät eingeschaltet und 3) das Display aus ist, werden es 20 Minuten! Komplett verrückt… Aber das Gerät wird merklich erwärmt, 42°C sind kurz vor unangenehm warm. Von 10 % auf 90 % dauert es sogar nur 16 Minuten 30 Sekunden; das reicht mir für die nächsten 24 Stunden 😎

Nachgemessen habe ich mit einem Innr Zigbee Stecker. Beim 12-W-Boost-Laden steigt ab 4 % die Ladeleistung auf 115 W an; 120 W habe ich nie gemessen. In den nächsten drei Minuten geht es langsam runter auf 105 W. Jetzt fällt die Leistung deutlich ab auf 45 bis 80 W, im Schnitt liegt sie bei 57 W. Im Normal-Lademodus sind es kurz 110 W, dann aber sehr, sehr schnell 27 bis 56 W, im Schnitt 34 W. Dieser Modus ist für mich mehr als ausreichend. Zusammenfassung der Zahlen: Ist der Akku sehr leer, aber über 4 %, werden die nächsten 10 bis 20 Prozent sehr, sehr schnell geladen. Im Boost-Modus wird dann schneller weiter geladen als ohne Boost, aber auf Kosten von starker Erwärmung. Ich denke, das geht auf Dauer auf die Akku-Lebensdauer. Aber wieder ein Fall von „Besser haben und nicht brauchen“!

Mein Pixel 5 habe ich drei Jahre lang hauptsächlich im Akkufenster von 10 bis 90 % gehalten. Und der Akku ist immer noch richtig gut! Beim 13T Pro würde ich es genauso handhaben. Leider können beide Geräte nicht automatisch bei 90 % stoppen; da hilft nur aufpassen.

Ich habe auch zwei andere Netzteile getestet. Ein Lenovo-Netzteil mit 30 W und ein Ugreen CD224 mit 65 W. Bei beiden kommt das 13T Pro nur auf knapp 30 W. Das Original 120-W-Netzteil kann 20 V und 6 A, das Ugreen kann 20 V und 3,25 A. Die Spannung passt, trotzdem gehen maximal nur 30 W. Hier stimmt wohl der Ladestandard nicht, denn USB-C ist nicht gleich USB-C. Das 13T Pro unterstützt hier PD3.0 und QC4. Theoretisch kann das Ugreen auch, aber praktisch klappt's nicht. Nun ja, halb so wild. Scheinbar kann das Xiaomi 13T Pro jenseits der 30 W nur das proprietäre HyperCharge, oder ich habe nicht das passende Netzteil.

Die Akkulaufzeit hat sich bei mir nach der Anfangszeit auf ca. 1,5 Tage eingependelt. Und das trotz täglichem Mario Kart und Always On Display. Für mich mehr als ausreichend!

Einen Kritikpunkt gibt es dann doch: Warum hat ein Handy der 800-Euro-Klasse bitte kein Wireless Charging? Jetzt habe ich in meinen Autos Android Auto Wireless nachgerüstet. Und muss das 13T Pro nun doch anstecken fürs Laden. Und wenn in ein paar Jahren der USB-Anschluss durchgenudelt ist wie bei meinem Pixel, dann habe ich keine alternative Lademöglichkeit. Schade.

Der 5000 mAh starke Akku und die Ladeleistung bekommen 4 von 5 Sterne, einen Punkt Abzug ausschließlich fürs fehlende Wireless Charging.

AMOLED-Display

Auch beim Display braucht es nur ein Wort: WOW! 6,7 Zoll groß mit 2.712 x 1.220 Pixeln Auflösung bzw. scharfen 446 Pixel pro Zoll. Und extrem flüssige Wiedergabe dank einer Wiederholungsrate von bis zu 144 Hz. Durch die OLED-Technologie hat das Display extreme Kontraste. Xiaomi bewirbt die maximale Displayhelligkeit mit 2.600 Nits, damit sollte man auch im Sommer bei Sonne noch etwas erkennen können. Im Winter bei Schlechtwetter hatte ich jedenfalls immer alles am Display erkennen können.

Das Display soll auch eine erhöhte Farbtiefe nach dem DCI-P3-Profil haben, das entspricht 68 Milliarden Farben! Xiaomi ist auch stolz darauf, dass das Display mit einer PWM-Frequenz von 2.880 Hz gedimmt wird und die Displayhelligkeit in 16.000 Stufen geregelt wird. Klingt beides extrem und ist beides nicht vergleichbar oder nachvollziehbar. Das Display flackert auf alle Fälle nicht ein bisschen; das Display-Dimmen ist mir bei diesem Gerät im Gegensatz zu anderen Smartphones auch nicht aufgefallen.

Zusammengefasst in drei Worten ist das Display: hell, farbenfroh, flüssig. Mein Pixel 5 sieht plötzlich so farblos und alt aus, ich kann nicht mehr zurück 🙈.

Geschützt wird das Display durch Gorilla Glass 5. In der Zeit meines Lesertests habe ich keine Folie oder Glas aufs Display geklebt. Und nach drei Wochen gibt es einige Mikrokratzer, die man nur bei ausgeschaltetem Display und im richtigen Winkel sieht. Mit eingeschaltetem Display sind diese komplett verschwunden. Hier hilft nur ein Langzeittest. Das Handy wird von mir in der Hosentasche transportiert; diese ist bis auf das Handy leer. Schlüssel & Co. sind immer in einer anderen Tasche. Ich glaube, ich bleibe meiner Linie treu und packe wieder ein Displayglas oben drauf.

Das Always-On-Display ist unglaublich vielfältig einstellbar. Designs stehen viele zur Auswahl, die dann noch angepasst werden können. Richtig gut! Und dann ein Showstopper: „Um den Akku zu schonen, werden Elemente nicht angezeigt, wenn dein Gerät längere Zeit im Dunkeln liegt“. 🤦‍WTF? Warum? Ich habe mein Pixel 5 drei Jahre lang am Nachttisch als Uhr verwendet. Kurz die Augen aufgemacht, Uhrzeit gelesen, Augen zu und weiter schlafen. Geht beim Xiaomi nicht und lässt sich nicht ausschalten, bzw. einschalten. So schade. Bitte liebes Xiaomi, bevormundet mich nicht und lasst mich das Always-On-Display auch bei Dunkelheit einschalten! Jetzt muss ich mir einen Wecker kaufen? 😢

Der Fingerabdrucksensor ist im Display sehr weit unten eingebaut. Er ist unauffällig; ich kann keinen Schatten oder ähnliches im Display erkennen. Und er reagiert richtig schnell und zuverlässig; ich hatte nur mit nassen Fingern Probleme bei der Erkennung. Ein praktisches Zusatzfeature hat der Sensor: Er kann den Puls durch Auflegen des Fingers messen – nice!

Für das Display vergebe ich 5 von 5 Sternen; für das Always-On-Display-Feature nur 3 von 5. Und 5 von 5 wären machbar mit einem winzigen SW-Update.

Kamera: Allgemein

Es gibt drei Kameras, auch wenn man nur zwei direkt sieht. Die Ultraweitwinkelkamera ist flach in den Kamerahügel eingelassen. Die 1x- und 2x-Kamera stehen aus dem Kamerahügel noch etwas weiter heraus. Mein erster Gedanke: Hoffentlich ist das alles so klobig wegen der Leica-Linsen und liefert ab. Hoffentlich muss es nichts vorzutäuschen. Meine Tests haben gezeigt: Beide Hauptkameras sind ausgezeichnet! Tagsüber knackscharfe Fotos, nachts scharfe und helle Fotos. Spitze! Die Ultraweitwinkel-Kamera ist nur so na ja. Die Fotos wirken verzerrt und nicht so knackscharf wie die der beiden anderen Kameras. Leider kann man nicht immer einen Schritt zurück gehen; dann muss man doch auf die Ultraweitwinkel-Kamera zurückgreifen und ist froh, dass man sie hat.

Die harten Fakten der Kameras: Die 1x-Zoom-Kamera hat eine Brennweite von 24 mm, 50 MP Auflösung, eine Blendenzahl von f/1.9 und der Sensor ist 1/1.28 Zoll groß. Die Pixel sind somit ausgezeichnete 1.22 µm groß, PDAF (Phasenvergleichsautofokus) und OIS (Optische Bildstabilisierung) gibt es auch. Hier klingt es schon fast wie bei einer ausgewachsenen Kamera, beeindruckend!

Die 2x-Zoom-Kamera hat ebenfalls eine Auflösung von 50 MP, eine Blendenzahl von f/1.9 bei 50 mm Brennweite. Aber der Sensor ist nur 1/2.88 Zoll klein, die Pixel nur 0.61 µm winzig. PDAF ist wieder vorhanden, aber kein OIS. Dieser ist gerade bei Dunkelheit enorm wichtig! Also nutzt die 1x-Zoom-Kamera bei Dunkelheit; Ihr bekommt die besseren Ergebnisse.

Die Weitwinkelkamera hat „nur“ 12 MP Auflösung, eine Blendenzahl von f/2.2, Brennweite von 15 mm und einen winzigen 1/3.06 Zoll Sensor. Aufgrund der geringeren Auflösung sind die Pixel doch gute 1.12 µm groß.

Die beiden Hauptkameras haben aber einen Trick auf Lager: Sie schalten normalerweise immer vier Pixel zusammen. Das verringert zwar die Auflösung auf 12,5 MP, dafür bekommt man mehr Licht und weniger Rauschen! Ich persönlich fotografiere daher nie mit dem speziellen 50-MP-Modus, sondern nur mit den 12 MP und bekomme die in meinen Augen besseren Bilder, vor allem bei weniger guten Lichtverhältnissen.

Die beiden Leica-Farbprofile Leica Authentic Look und Leica Vibrant Look sind sehr nützlich. Authentic erinnert mich an mein Pixel 5: die Farben sind „normal“ bzw. authentisch, der Name passt. Der Vibrant Look bringt die Farben zum Knallen; hier fühle ich mich an das Samsung meiner Frau erinnert. Schön, dass man die Wahl hat und auch jederzeit einfach umschalten kann. Auch bei Videoaufnahmen hat man die Wahl des Filters wie Leica Vibrant und Authentic, Leica BW und Sepia, Geheimnisvoll, Limette und viele weitere.

Die Kamera-App ist sehr umfangreich und einfach zu bedienen. Wenn das Display aus ist, kann man zwei Mal schnell die Lautstärketaste drücken; die Kamera-App ist offen, und man kann sofort los fotografieren. Top! Bei Dunkelheit ganz kurz nicht wackeln, und ein Top-Foto ist gemacht. Die App erkennt Gesichter und fokussiert automatisch, verfolgt auch Objekte mit dem Fokus. Es gibt gefühlt unendlich viele Möglichkeiten; ich habe bei Weitem noch nicht alle probiert.

Als Modi gibt es:

  • Dokumente: Die Ränder von Briefen, Kassenzetteln und ähnlichem werden automatisch erkannt, und das Bild passend zugeschnitten. Praktisch!
  • Video: 720p (30fps), 1080p (30/60fps), 4K (24/30/60fps) und wahnwitzige 8K (24p) sind möglich. Verwendet wird immer die 2x-Zoom-Kamera bzw. die Frontkamera. Wie ihr an den Klammern erkennen könnt, ist aber nicht immer alles möglich. Die unglaublich beeindruckende extreme Videostabilisierung geht nur bei 1080p 30fps. HDR nur bei 4K 30fps. Bewegungsfokus nur bei max. 4K und nur bei 30fps. Schade, hier könnte Xiaomi noch mehr herausholen. Gerade die exzellente Videostabilisierung wäre toll auch bei 4K. Für die TikToker, Youtuber und Influencer unter euch, die sich den Text gerne vorbereiten, gibt es einen Teleprompter-Modus.
  • Foto: der Default-Modus. Universell, ich hatte selten das Bedürfnis, einen anderen Modus zu verwenden. Bei Dunkelheit wird der Nachtmodus aktiviert.
  • Portrait: Hierfür gibt es ein eigenes Kapitel etwas weiter unten
  • Nacht: Hier kann man explizit den Nachtmodus aktivieren. Wobei im normalen Fotomodus auch ausgezeichnete Fotos bei Dunkelheit entstehen.
  • Mehr: Hier verstecken sich 50 MP, Panorama, Zeitlupe, Zeitraffer, Kurzfilm, Lange Belichtungszeit. Die ersten Optionen sind selbsterklärend, die letzten beiden verstecken noch mal viele viele Optionen. Dieser Test ist einfach zu kurz, um sie alle zu beschreiben. Mein Favorit der langen Belichtungsmodi ist „Helles Gemälde“. Das superlahme (Klein-) Kinderkarussell wirkt so gleich superschnell (siehe Bildergalerie)! Ich hätte gerne auch den Sternenhimmel mit dem entsprechenden Modus fotografieren wollen, aber drei Wochen Winterwetter haben dies nicht erlaubt. Genauso wenig den Sternenspuren-Modus. Ich hoffe, dass ich die Geminiden doch noch fotografieren kann; alles, was ich brauche, ist eine wolkenlose Nacht.

Die Selfie-Kamera hat 20 MP, eine Blendenzahl von f/2.2, 0.8 µm kleine Pixel. Die Frontkamera macht, was sie soll. Die Brennweite ist gut ausgelegt; man muss keinen extra langen Arm machen, um aufs Bild zu kommen. Selfies wirken gut, keine starken Verzerrungen fallen auf. Da ich quasi nie Selfies mache, bin ich hier aber nicht der Maßstab. Ich mache häufiger Video-Telefonate; hier wirkt das Bild ausgezeichnet.

Einen winzigen Kritikpunkt an der Kamera-App habe ich dann doch: Man kann die Lautstärketasten für verschiedene Funktionen nutzen: Blende, 2s Timer, Zoom oder Lautstärke. Aber nicht für die wichtigste: sofort ein Foto machen ohne einen Touchscreen-Button suchen und treffen zu müssen. Man versucht mit Leica, ein Profi-Kamera-Gefühl aufzubauen, aber dann kann man keine Taste zum Auslösen verwenden? Bitte Xiaomi baut neben dem 2s Timer auch einen sofortigen Auslöser ein! Google kann das schon lange…

Foto- und Video-Fazit: 5 von 5 Sternen!

Kamera: Portrait

Xiaomi hat einen zusätzlichen Bokeh-Sensor zwischen Hauptkamera und Blitz gepackt. Damit schießt das 13T Pro angeblich Portrait-Fotos mit sanft verschwommenen Hintergründen – ganz wie bei professionellen Fotos mit einer Spiegelreflexkamera. Das musste ich testen. Nicht nur mit Menschen, auch mit Gegenständen. Es gibt vier Modi: Standard (50mm), Dokumentation (35mm), Verwirbelter Bokeh (50mm) und Weichzeichner (90mm). Bei allen vier Modi kann man die Hintergrundunschärfe durch eine virtuelle Blendzahl einstellen, kleinere Zahlen sind hier unschärfer. In der Vorschau sieht es manchmal unsauber aus, das tatsächliche Foto ist dann besser.

Bei Standard bekommt man einen schön verschwommenen Hintergrund. Nur hier geht dann auch ein Verschönerungsfilter, der ein virtuelles Makeup auflegt. Der Dokumentations-Modus macht den Hintergrund nicht so sehr unscharf wie die anderen Modi. Der Verwirbeltes-Bokeh-Modus ist sehr ähnlich zu Standard, die kleinste Blendzahl ist noch etwas kleiner. Und Weichzeichner ist der extremste Modus: Der Hintergrund wird schön unscharf, das Motiv selbst wird aber auch weichgezeichnet. Dies erinnert mich an alte Analogfotografie. Ein schöner Effekt für das richtige Motiv!

Fazit: Schön, dass man hier die Auswahl hat. Mit Standard bekommt man das, was man erwartet – scharfes Motiv und unscharfer Hintergrund. Der Extra-Sensor scheint zu funktionieren.

Portrait Fazit: 5 von 5 Sterne

Konnektivität

Leider habe ich zwei Tage vor dem Erhalt des 13T Pro meinen 5G-Tarif gekündigt, mein aktueller Tarif hat nur 4G. Die nutze ich via e-SIM. Alles unauffällig, ich habe Empfang wie zuvor auch. Wenn man e-SIM und nano-SIM verwendet hat man ein Dual-SIM Gerät. Praktisch!

Wi-Fi geht mit Wi-Fi 7/Wi-Fi 6E/Wi-Fi 6 und älteren Wi-Fi-Standards. Wi-Fi 7 und 6E kann ich mangels Equipment nicht testen, auch das 6-GHz-Band bleibt bei mir ungenutzt. Aber toll, dass man hier am aktuellsten Stand ist!

Wi-Fi 6 habe ich im 5-GHz-Band getestet mit meinem Unifi U6 Lite Hotspot. Mit einem lokal gestarteten OpenSpeedTest Docker container habe ich bis zu 750 MBit im Senden und Empfangen gemessen – bei unter 1m Abstand zum Unifi. Laut Netzwerkdetails-Anzeige sollten bis zu 1201 MBit brutto drin sein. Der Unifi ist nur mit 1 GBit angeschlossen, das wäre also das theoretische Maximum. Ich denke, mit besserem WLAN-Equipment könnte man hier noch mehr aus dem Xiaomi 13T Pro herausholen! Ich würde mich hier opfern für einen weiteren Lesertest von nextpit. Ganz uneigennützig natürlich. Mit einer Ziegelmauer und Möbeln dazwischen und grob vier Metern Abstand sind es immer noch 600 MBit. Da kann man nicht meckern! Generell ist das Wi-Fi des 13T Pro High-End und am allerneuesten Stand!

Bluetooth habe ich mit zwei Headsets und zwei Autos getestet. Meine Garmin Vivoactive 3 hat auch keine Verbindungsprobleme. Unauffällig im positiven Sinne.

Der NFC-Chip geht auch, wie er soll. Bezahlen mit Google Pay? Kein Problem. Authentifizieren mit der Ausweis App? Problemlos. Wieder unauffällig im positiven Sinne.

Enttäuscht hat mich der USB-C-Port. Laden geht blitzschnell, aber Daten übertragen sich nur seeeeehr laaaaangsaaaaam. Warum Xiaomi nur USB 2.0 verbaut, bleibt bei einem 800-Euro-Smartphone ein Rätsel. Das ist nicht der Oberklasse würdig. Bilder und Videos synchronisieren sollte man daher unbedingt via WLAN, das ist schneller. Da ich die Geschwindigkeit via USB nur selten brauche, gibt es nur einen kleinen Punktabzug.

Auch schade ist, dass es keine Möglichkeit gibt, ein Display via USB-C anzuschließen. Wireless geht, hat aber immer eine gewisse, merkbare Verzögerung. Aber einen Display Out kenne ich so nur von Samsung-Geräten, dort heißt es Dex. Antoine Engels hat hier auf nextpit einen Artikel dazu geschrieben, was Dex so alles kann. Da hat Xiaomi die Chance, sich von der Masse abzuheben, vertan. Schade, aber kein Punktabzug.

Überrascht hat mich der Infrarot-Sender. Dass Xiaomi den immer noch einbaut, finde ich richtig klasse! Warum macht das nicht jeder Hersteller? So viel Platz kann die Diode nicht brauchen, teuer ist sie mit Sicherheit auch nicht. Getestet habe ich meinen Philips TV. Der lässt sich komplett bedienen, wenn auch kompliziert. Und ich muss genau zielen, mit der normalen Fernbedienung geht das besser. Aber: besser eine mittelmäßige IR-Funktion am Smartphone als keine. Nicht jedes Gerät mit Fernbedienung hat Wi-Fi oder Bluetooth. Und neue Geräte kaufen, nur, damit es Smart wird und per App steuerbar? Nein, Danke. Hier könnten andere Hersteller gerne nachziehen!

Das Xiaomi 13T Pro hat zwei Lautsprecher. Einerseits den Lautsprecher über dem Display, andererseits einen unten rechts. Beim Telefonieren hatte ich keinerlei Probleme, mein Gegenüber habe ich immer gut verstanden mit dem oberen Lautsprecher. Beim Musikhören und YouTube-Schauen ohne Kopfhörer wird dann auch der untere dazugeschaltet, man erhält einen Stereo-Ton. Beim genauen Hinhören fällt mir ein Unterschied zwischen den beiden Lautsprechern in der Charakteristik auf. Der Klang ist flach, Bass ist keiner vorhanden. Dafür verzerrt auch bei hoher Lautstärke der Klang nicht übermäßig. Der Gesamteindruck der Lautsprecher des 13T Pro ist oberer Durchschnitt, kein Ausreißer nach oben oder unten. Passt schon.

Die Konnektivität lässt quasi keinerlei Wünsche offen – 4,5 von 5 Sterne!

Software

In kurz: Licht und Schatten. Zum Thema Software könnte ich unendlich schreiben. Hier meine High- und Lowlights. Etwas chaotisch, aber ich möchte es euch nicht verheimlichen.

Ich bin hier großer Fan der cleanen Google-Pixel-Geräte, die ohne überladenen Schnickschnack daherkommen. Das Xiaomi ist mit seiner MIUI das genaue Gegenteil. Unendlich viele Features überall. Benachrichtigungen. Hier etwas optimieren, da etwas beachten, dort Speicher freimachen. Ich habe 512 GB Speicher, da kann ich den Cache doch dafür nutzen, wofür er da ist: das System schneller machen. Ich verstehe auch nicht, warum ich Krampfhaft Hintergrundprozesse beenden muss. Bei allen Chat / E-Mail / Warnapps muss man in die Einstellungen und den MIUI-Energiesparmodus deaktivieren, sonst kommen keine Benachrichtigungen. Beim Google Phone ist das automatisch passend. Es gibt zwei Wege, Apps zu aktualisieren – einen für Play Store Apps und einen für Systemapps – verwirrend. Auch verstehe ich nicht, warum alle möglichen Apps vorinstalliert sind und sich teilweise nicht deinstallieren lassen. Google Fotos & Galerie, zwei Taschenrechner, zwei Browser, Youtube und Mi-Video, Musik und Youtube Music, zwei Notizapps und so weiter.

Und da spreche ich noch gar nicht von den vorinstallierten Bloatware-Apps wie Spiele, Facebook & Co. Eine Krankheit. Vieles kann man deinstallieren, manches via Apt-Shell deaktivieren. Unterm Strich bin ich so über 20 Apps losgeworden. Einige Mi-Apps waren aber hartnäckig und sind geblieben. Wenn ihr euer Xiaomi via Apt-Shell debloaten wollt, dann empfehle ich euch, die Apps nur zu deaktivieren und nicht zu löschen. Wenn etwas schiefgeht, kann man es wieder aktivieren. Ein mal deinstalliert sind die Apps meist nicht mehr wiederzubekommen. Hier spreche ich aus Erfahrung, das Mi 9 SE musste ich zurücksetzen, weil ich eine App zu viel deinstalliert hatte und andauernd Fehlermeldungen erschienen. Nachinstallieren ging nicht, da die fehlende App nicht im Play Store erhältlich war.

Software-Updates dauern auch etwas länger, als es mir lieb ist. Mein drei Jahre altes Pixel 5 läuft mit Android 14 und den Patch-Level November, Dezember ist für neuere Pixel-Geräte auch schon verfügbar. Das 13T Pro hat das Sicherheitsupdate von Oktober und Android 13. Schade. Ein Android-Update auf 14 oder ein schnellerer Sicherheitsupdate-Rollout wären mit Sicherheit einfacher, wenn Xiaomi nicht so extrem viel und extrem tief ins Android OS eingreifen würde.

Screenshots kann man erstellen durch eine Drei-Finger-Geste. Drei Finger gleichzeitig über den Bildschirm wischen, Screenshot erledigt. Drei Finger auf den Bildschirm legen und halten: Man kann einen Screenshot von einem Bildschirmausschnitt machen. Super einfach und super praktisch! Tolles Feature!

Die Galerie-App ist auch richtig gut. Google macht massiv Werbung für den Magischen Radierer. Das kann die Xiaomi-App auch, welch positive Überraschung! Der Radierer funktioniert auch halbwegs brauchbar! Auf manchen Bildern richtig gut, auf anderen weniger. Es gibt auch Beauty Filter: Augen vergrößern? Makeup? Nase verkleinern? Machbar! Die Beauty-Filter finde ich zumeist creepy. Da man sie in der Kamera abschalten und in der Galerie ignorieren kann, gibt es hier aber keinerlei Punktabzug. Besser haben...

Der Home Screen / Launcher ist gut konfigurierbar. Besser als beim Pixel! Hier musste ich einen alternativen Launcher installieren, da ich die Suchleiste nicht losgeworden bin. Egal, ob man gerne alle Apps am Homescreen ablegen will oder doch nur wenige plus App Drawer, beides ist machbar. Den Drawer sortiert nach Namen oder automatisch gruppiert? Machbar. Die acht meist genutzten Apps anzeigen? Machbar! Toll! Nur leider kann man in Apps keine Widgets am Homescreen anlegen, da passiert einfach nichts. Schade, aber verkraftbar.

Android Auto Wireless ist leider instabil, es kommt regelmäßig selbst bei kürzeren Fahrten zu Verbindungsabbrüchen. Schade, Xiaomi, hier müsst Ihr noch nacharbeiten!

Für die Software gebe ich nur 3 von 5 Sternen. Weniger wäre hier oft mehr. Ich will nicht dauernd mit Notifications bombardiert werden, Dutzende Apps deinstallieren und andere Apps über den Entwicklermodus deaktivieren. Vielleicht macht HyperOS das ja bald besser, schließlich spricht selbst Xiaomi von Debloat.

Nachhaltigkeit

Zur Nachhaltigkeit bei der Produktion sagt Xiaomi nichts; es ist also nicht bekannt, welche Materialien aus welchen Quellen verwendet wurden. Die Kunstleder-Rückseite nennt die PR-Abteilung „Das erste vegane Xiaomi BioComfort Leder“. Was daran Bio sein soll, wird aber nicht gesagt. Es ist nicht eine Schraube zu sehen, daher ist vermutlich alles geklebt. Die Reparierbarkeit ist unklar. Ersatzteile konnte ich mit Google finden, immerhin. Da der Akku nicht kabellos ladbar ist, kann man nichts mehr machen, wenn der USB-Port mal defekt sein sollte. Die Software-Updates lassen auf sich warten, kommen aber immerhin, wenn auch verzögert. Eine langjährige Update-Garantie erhält man nicht. Andere Hersteller sind bei all diesen Punkten weiter – schade.

Xiaomi gewährt beim 13T Pro eine eingeschränkte Garantie auf defekte Bildschirme und auch eine Reparatur außerhalb der Garantie mit kostenlosen Arbeitskosten innerhalb von 12 Monaten. Ich hoffe, ich muss diesen Service nicht testen. Ein gekürzter Auszug aus den Bedingungen:

„Begünstigte, die das Produkt zwischen dem 26. September 2023 und dem 26. September 2024 erwerben, haben Anspruch auf einen einmaligen kostenlosen Austausch oder Reparatur des Bildschirms innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Datum des Erstkaufs des Produkts durch den Begünstigten, wenn der Bildschirm der oben genannten Produkte durch eine nicht vorsätzliche Handlung des Endnutzers (z. B. ein nicht vorsätzliches Herunterfallen des Produkts) beschädigt oder fehlerhaft ist.“

„Für die Durchführung der Reparatur außerhalb der Gewährleistung werden den Begünstigten die Arbeitskosten kostenlos zur Verfügung gestellt (ausgenommen sind die Kosten für Ersatzteile und/oder Logistikkosten).“

Aufgrund der langsamen Updates und unbekannten Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit wollte ich 3 von 5 Sternen geben. Da Xiaomi aber eine vergünstigte Reparatur anbietet, vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Fazit

Das Xiaomi 13T Pro hat alles, was ein High-End-Gerät braucht – fast. Großartiges Display, großer Speicher und RAM, schneller Prozessor. Unglaublich schnelles Laden. Großartige Kameras, die tolle Fotos machen. Konnektivität auf dem aktuellen Stand. Aber: Kein kabelloses Laden? Nur USB 2.0? Da geht mehr bei dem Preis. Mein Pixel 5 kann beides besser, ist drei Jahre alt und war beim Erscheinen günstiger.

Um meine initialen Fragen zu beantworten: Ich finde 6-Zoll-Geräte immer noch besser, um sie mit einer Hand zu bedienen. 6,7 Zoll sind aber auch machbar. In die Hosentasche passt das Gerät auch, bei manchen Hosen steht das Gerät aber oben raus. Und die Xiaomi-Software ist immer noch überladen und nervig. Werde ich das Gerät behalten? Ja! Als Daily Driver. Zumindest, bis Xiaomi ihr HyperOS Update ausgeliefert hat; mal sehen, wie „hyper“ das OS sein wird. Oder ob es doch „BloatOS“ genannt werden sollte wie MIUI. Da man viele Apps deinstallieren kann und die Benachrichtigungen Stück für Stück deaktivieren, hält sich der Bloat nach einigen Anpassungen dann aber in Grenzen.

Über mich

Da dies ein Lesertest des 13T Pro ist, kommt das „Über mich“ am Ende. Ich bin 37 Jahre jung und arbeite bei einem großen deutschen orangenen Automobilzulieferer in der Softwareentwicklung. Mein aktuelles Projekt wird Anfang Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt! Wenn ich nicht arbeite, kümmere ich mich vor allem um meine zwei Töchter, drei und sechs Jahre. Zusammen mit meiner Frau wohne ich in Bayern auf dem Land, Berliner würden vermutlich „JWD“ sagen.

Noch eine kleine Historie meiner Handys, garantiert nicht komplett: Mein erstes Handy war ein Siemens M35, das war aber schon beim Erhalt kaputt. Daher wurde es sehr schnell gegen ein Nokia 3310 ausgetauscht – bis heute eines meiner besten Handys überhaupt! Mein erstes Smartphone, bzw. ein Vorgänger davon, war ein Siemens SX1. Auf dem Symbian-S60-OS habe ich Apps installiert, war im Web unterwegs und habe mit Bluetooth-GPS-Maus navigieren können. Die seitlich vom Display gelegenen Tasten empfand ich als genial; ich habe sehr getrauert, als es einem Wasserschaden zum Opfer gefallen ist. Vermutlich habe ich zu viel geschwitzt auf einem Farin Urlaub Racing Team Konzert. Die Halle war so schlecht belüftet, dass es zum Schluss ungelogen von der Decke getropft hat 🤢. Seitdem habe ich nie wieder ein Handy freiwillig mit Wasser in Kontakt gebracht, bis zu diesem Lesertest. Ein Trauma überwunden 😄.

So richtig Smartphone wurde es mit dem T-Mobile MDA Vario IV, einem HTC Diamond mit Slider-Tastatur. Mit dem Windows Mobile OS konnte man einfach alles. Seit dem HTC Desire bin ich auf Android unterwegs, ohne Unterbrechung. Mit dem Desire war ich viel auf XDA unterwegs: rooten, Custom ROMs, das volle Programm. Eigene Apps im Play Store hatte ich auch mal, die sind aber mittlerweile wegen nicht gemachter Updates wieder rausgeflogen. Das mit dem Rooten hat dann meine Banking-App beendet, die sich weigerte, auf Root-Smartphones zu starten. Und ein eigenes Smartphone nur fürs Banking? Nein danke. Samsung Galaxy Nexus, LG Nexus 4, Google Pixel 1, 3, 5, merkt man das ich auf der Stock-Android-Seite des Smartphones stehe 😅? Das Xiaomi 9 SE hat sich dazwischen reingeschmuggelt aufgrund seines Hammerpreises und der glänzenden blauen Rückseite. Leider ist diese nach nur einem halben Jahr kaputtgegangen. Aber ein Sturz vom Garagendach war dann einfach zu viel, da hat das Display einfach nicht mitgemacht. Und das Ersatzdisplay war einfach so mies, dass es seitdem mein Ersatz-Zweitsmartphone ist. Abseits von Smartphones und Familie gibt es viel im Garten und Smart Home zu tun. Und Freunde wollen auch nicht vernachlässigt werden.

Dies war mein erster Lesertest. Ich hoffe, ich konnte euch helfen, das Xiaomi 13T Pro für euch so transparent wie möglich zu machen. Jetzt müsst ihr entscheiden, ob die vielen Vorteile für euch die wenigen Nachteile überwiegen.


Das war der Lesertest von Korbinian zum Xiaomi 13T Pro. Wir von nextpit sagen: Ganz herzlichen Dank für den tollen Test-Artikel und fürs Mitmachen! 

Die besten Smartphones 2024 im Vergleich

  Das beste Android-Handy Das beste iPhone Beste Android-Alternative Bestes Kamera-Handy Beste Mittelklasse 2024 Bestes Preisleistungsverhältnis Bestes Foldable Bestes kompaktes Foldable
Produkt
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3 Kommentare
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  • 9
    Nancy
    • Blogger
    vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Noch ein super Testbericht 😁 Dein Beitrag liest sich echt super und wieder einige Aspekte dabei, die ich selbst gar nicht auf dem Schirm hatte. Und Hut ab für den Mut, dass du das Handy sogar in der Therme getestet hast! 🙌

    Stefan Möllenhoff


    • ★★★Pierce✅★★★ 6
      ★★★Pierce✅★★★
      • Blogger
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Kann mich hier anschließen! Eben den Test gesehen - sehr ausführlich und detailliert erklärt. 😄Ich finde es sehr spannend, wie jeder eine andere Sichtweise auf das Handy hat und immer wieder unterschiedliche Dinge, sowohl positiv wie auch negativ, zum Vorschein kommen!

      NancyStefan Möllenhoff


  • 6
    AndroidUser23
    • Blogger
    vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Habt ihr noch Fragen? Nur her damit!

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