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TP-Link Tapo C210 im Test: DIE Preis-Leistungs-Spürnase

TP Link Tapo C210 NextPit Review 1
© NextPit

Die TP-Link Tapo C210 kostet nur so viel wie ein gutes Abendessen – und sorgt in Eurem Smart-Home für mehr Sicherheit. Dabei erkennt sie Bewegungen und Personen, lässt sich über Euer Smartphone drehen, schwenken und neigen und speichert Videomaterial auf microSD-Karten. Im Testbericht habe ich für NextPit herausgefunden, ob sich der Kauf lohnt!

Bewertung

Pro

  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Solide Bildqualität
  • Dreh- und Schwenkfunktion
  • Ohne Cloud-Anbindung nutzbar

Contra

  • KI-Objekterkennung zu leistungsschwach
  • Neigungswinkel nach unten zu gering
  • Kein Akkubetrieb möglich

Kurzfazit & Kaufen

Unterm Stricht macht es TP-Link anderen Herstellern schwer, günstige Sicherheitskameras mit hohem Funktionsumfang ins Rennen zu schicken. Denn bis auf Kleinigkeiten wie den fehlenden Akkubetrieb, die leistungsschwache KI-Objekterkennung und ein Gehäuse aus Kunststoff gibt's kaum etwas an der Tapo C210 auszusetzen. Sucht Ihr nach einer günstigen Indoor-Überwachungslösung, könnt Ihr getrost zuschlagen!

Für die Tapo C210 zahlt Ihr im Netz Preise weit unter 50 Euro. Zur Veröffentlichung dieses Testberichts bot Amazon die Kamera für gerade einmal 34,90 Euro an. Lest Ihr diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt, findet Ihr die tagesaktuellen Preise im nachfolgenden Preisvergleichselement:

 

Design & Einrichtung

TP-Link setzt bei der Tapo C210 auf Plug-and-Play – und auf viel Plastik! Bei einem Preis von unter 50 Euro ist das aber keineswegs zu bemängeln. Mit einem schlichten Aussehen und einem kompakten Format taucht die C210 gut in ihrer Umgebung unter. Dank Motoren für Dreh- und Schwenkbewegungen sowie der Möglichkeit, die Kamera an der Wand zu montieren, bringt TP-Link auch die nötige Flexibilität.

Gefällt:

  • Dreh- und Schwenkfunktion
  • Kinderleichte Einrichtung
  • Schlichtes, unauffälliges Design

Gefällt nicht:

  • 100 % Plastik
  • Proprietäres Ladekabel

Die Tapo C210 ist eine günstige Überwachungskamera, die sich in Euer WLAN-Netzwerk einwählt. Die Einrichtung funktioniert per Smartphone, hier müsst Ihr Euch lediglich die kostenlose Tapo-App herunterladen. Diese scannt nach dem Einstecken der Sicherheitskamera Euer Netzwerk, und schon beginnt die Einrichtung. Wie bei vielen Smart-Home-Geräten wählt Ihr Euch dafür kurz in das WLAN des Devices ein und verbindet anschließend Euer eigenes.

TP-Link Tapo C210 Kameramodul
Die Kamera der TP-Link Tapo C210 lässt sich drehen und neigen. / © NextPit

Für meinen Test habe ich die Kamera einfach auf ein Regal gestellt. Alternativ könnt Ihr sie aber auch über eine mitgelieferte Platte an der Wand oder sogar unter der Decke festschrauben. In der Kamera müsst Ihr dabei lediglich einstellen, dass das Kamerabild falsch herum angezeigt wird. Auch hier zeigt sich TP-Link simpel und einfach in der Einrichtung.

Die Tapo C210 ist eine Indoor-Sicherheitskamera, die ohne Wasserschutz und mit Betriebstemperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius auch nicht in trockenen Außenbereichen betrieben werden kann.

App und smarte Funktionen

Steuerzentrale der Tapo C210 ist die Tapo-App. Nutzt Ihr bereits weitere Smart-Home-Geräte von TP-Link, findet Ihr Saugroboter oder Heizungsthermostate hier ebenfalls versammelt. Über eine simple Eingabemaske steuert Ihr dann Funktionen wie die Ausrichtung der Kamera, setzt Sprachanrufe ab, aktiviert den Privatsphären-Modus oder löst den Alarm aus. Einen Cloud-Speicher gibt's jedoch nur optional im Abo.

Gefällt:

  • Aufgeräumte Oberfläche zur Steuerung der Kamera
  • Sehr solider Funktionsumfang
  • Privatsphären-Modus

Gefällt nicht:

  • Keine Zeitsteuerung möglich

Für eine derart günstige Überwachungskamera bietet die Tapo C210 einen wirklich guten Funktionsumfang. Einige der Funktionen sind allerdings hinter dem "Tapo Care" genannten Abonnement versteckt. Dabei wählt Ihr zwischen dem Basic-Paket mit sieben Tagen unbegrenzter Cloud-Speicherung und einem Premium-Abo mit 30-tägiger Cloud-Speicherung ohne Datenlimit. Die Kosten habe ich Euch in folgender Tabelle aufgeführt:

Tapo Care: Preisübersicht

 Anzahl Geräte Monatlich (Basic / Premium) Jährlich (Basic / Premium)
Bis zu 1 Gerät 2,99 € / 3,49 € 29,99 € / 32,99 €
Bis zu 2 Geräte - / 5,99 € - / 59,99 €
Bis zu 3 Geräte - / 8,99 € - / 89,99 €
Bis zu 5 Geräte 10,99 € / - 107,99 € / -
Bis zu 10 Geräte - / 10,99 € - / 110,99 €

Eine kurze Erläuterung, da "unbegrenzt" und "Zeitlimit" zusammen ein wenig verwirrend sind. Ihr könnt unbegrenzt viele Videos von unbegrenzter Länge aufzeichnen – diese werden aber jeweils nur sieben oder dreißig Tage lang gespeichert.

Neben der Cloud-Speicherung erweitert Tapo Care auch den Funktionsumfang der C210. Von Vorteil sind dabei vor allem die detaillierten Benachrichtigungen, die ein Bild enthalten. Dadurch könnt Ihr schneller entscheiden, ob ein bestimmtes Ereignis aufgezeichnet werden soll. Bei Kameras, die Bilder und Videos nicht mit zwei oder drei Megapixeln aufzeichnen, fügt Tapo Care zudem eine KI-Objekterkennung hinzu.

Die Objekterkennung ist bei der C210 auch ohne Abonnement verfügbar. So umfangreich wie bei der Google Nest Cam (Test) ist sie allerdings nicht. Zwar gibt es zusätzlich zur Bewegungserkennung die Möglichkeit, Tiere, Autos oder Manipulationen an der Kamera zu erkennen, eine Personenerkennung fehlt jedoch.

TP-Link Tapo C210 Lautsprecher
Der Lautsprecher sitzt auf der Rückseite. / © NextPit

Unabhängig vom Abonnement ist positiv hervorzuheben, dass Tapo einen Privatsphären-Modus integriert, bei dem Aufzeichnungen – egal ob Cloud oder microSD – deaktiviert werden. Wieder fehlt hier eine Möglichkeit, den Modus zeitgesteuert zu aktivieren. Wie bei der Google-Kamera sorgt zudem Zwei-Wege-Audio dafür, dass Ihr die Kamera als digitale Türklingel einsetzen könnt. Hinzu kommt bei TP-Link die Möglichkeit, bei Bewegungen einen Alarm auszulösen, der über die Lautsprecher der Kamera abgespielt wird.

Kompatibel zu Google Assistant, Siri, Alexa und ITTT

TP-Link leistet sich auch keine Patzer bei der Kompatibilität zu anderen Smart-Home-Ökosystemen. Bei der Einrichtung könnt Ihr direkt auch eine Verknüpfung an den Google Assistant, Amazon Alexa, Siri und IFTTT herstellen. Hierdurch lässt sich das Videobild beispielsweise auf kompatiblen Smart-Displays anzeigen – oder Ihr lasst bei der Erkennung von Bewegungen bestimmte Routinen auslösen.

Die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Zur Abschreckung von Einbrechern lässt sich beispielsweise direkt die Außenbeleuchtung aktivieren, wenn die Kamera eine Person erkennt. Mehr über Routinen bei Smart-Home-Assistenten lest Ihr im verlinkten Artikel.

Bildqualität & Audio

Die Tapo C210 bietet eine maximale Bildauflösung von 3 Megapixeln. Bei der Aufnahme von Videos könnt Ihr zwischen 2K, 1.080p und 720p wählen, um etwa mehr Videos auf eine Speicherkarte zu bekommen. Die Reichweite der Infrarotlampen im Nachtbetrieb gibt TP-Link mit 30 Fuß an, umgerechnet also knapp neun Meter. Eine Besonderheit der Tapo C210 sind Motoren für Dreh- und Schwenkbewegungen.

Gefällt:

  • Preis / Bildqualität wirklich überzeugend
  • Dreh- und Schwenkmöglichkeit
  • Nachtsichtmodus

Gefällt nicht:

  • Neigungswinkel nach unten zu stark eingeschränkt

Die Qualität der Bilder und Videos hat mich im Testzeitraum zufriedengestellt. Der Dynamikumfang ist dabei tagsüber hoch genug, um auch bei direkten Lichtquellen dunklere Bildbereiche zu erkennen. Gleichzeitig bietet das Kamerabild dank einer Auflösung von 2.304 x 1.296 Pixeln genügend Spielraum, um an Gesichter oder Bildbereiche heranzuzoomen. Ein deutlicher Vorteil der Tapo C210 ist allerdings das abgedeckte Sichtfeld.

TP Link Tapo C210 Wandhalterung.
Auf Wunsch könnt Ihr die Kamera auch an die Decke schrauben. / © NextPit

Denn hier steht uns nicht nur das starre Sichtfeld der Ultraweitwinkel-Linse zur Verfügung. Zwar deckt dieses bereits einen großen Bereich ab, die Tapo C210 kann sich jedoch um fast 360 Grad drehen und um 114 Grad vertikal neigen. Beim Neigen konzentriert sich das Sichtfeld allerdings eher nach oben – bei der Installation auf einem Regal könnt Ihr also kaum nach unten schauen.

TP-Link denkt bei seiner Funktion zudem an praktische Software-Funktionen. So könnt Ihr Bildausschnitte speichern und diese anschließend per Fingertipp direkt ansteuern. Als weitere Möglichkeit kann die Tapo C210 auf Patrouille gehen und fortwährend von links nach rechts oder von oben nach unten steuern. Sogar an eine Anpassung der Geschwindigkeit hat der Hersteller gedacht.

Wie die meisten Überwachungskameras unterstützt die TP-Link Tapo C210 einen Nachtmodus, der über integrierte Infrarot-Lampen realisiert wird. Die Reichweite ist mit neun Metern solide, Googles zuvor erwähnte Nest Cam bietet zu einem Preis von 199 Euro beispielsweise nur neun Meter.

Zu guter Letzt zwei Worte zur Audioqualität. Diese ist sowohl beim Belauschen der Umgebung als auch bei Durchsagen über die Kamera in Ordnung. Mehr muss eine Sicherheitskamera hier meiner Meinung nach aber auch nicht leisten.

Stromversorgung

Über einen Akku verfügt die Tapo C210 von TP-Link nicht. Somit müsst Ihr auf einen kabelgebundenen Betrieb über das mitgelieferte, proprietäre Netzteil vertrauen. Das mitgelieferte Kabel ist mit drei Metern erfreulich lang.

Gefällt:

  • Mitgeliefertes Netzteil mit langem Kabel

Gefällt nicht:

  • Kein Akkubetrieb möglich

Während bei anderen Sicherheitskameras hier lange über die Akkulaufzeit berichtet wird, halte ich mich kurz: Die Tapo C210 muss kabelgebunden betrieben werden. Bei einer Sicherheitslösung für den Innenraum ist das zwar kein Dealbreaker, allerdings würde ein Akku die Kamera flexibler machen. Gerade weil TP-Link auf seiner Homepage auch den Betrieb als smarten Babymonitor vorschlägt.

TP-Link Tapo C210 Ladeanschluss
Der Ladeanschluss ist leider proprietär. / © NextPit

Abschließendes Urteil

Mit seiner Tapo C210 hat TP-Link im Test eine wirkliche Glanzleistung hingelegt. Denn die Überwachungskamera bietet einen tollen Funktionsumfang, ist kinderleicht zu bedienen und kostet nicht einmal 50 Euro. Besonders überzeugen dabei die Schwenk- und Neigefunktion sowie die Möglichkeit, Videos offline statt in der Cloud zu speichern. Die Videoqualität sowie die Verarbeitung gehen zu diesem Preis voll in Ordnung.

MicroSD-Anschluss der TP-Link Tapo C210.
Der microSD-Slot wird nur dann sichtbar, wenn die Kamera nach oben schaut. / © NextPIt

Negativ festzuhalten gibt es nach einigen Tagen im Einsatz lediglich die eher leistungsschwache KI-Erkennung. Bewegungen, Tiere, Personen und Autos kann die Kamera erkennen, eine Differenzierung einzelner Personen steht Euch nicht zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Modellen fehlt zudem ein Akku, was bei einer Indoor-Sicherheitskamera aber nicht weiter schlimm ist.

Unterm Strich gibt's kaum was auszusetzen an der TP-Link Tado C210 – das gibt 4,5 von 5 möglichen Sternen!

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Benjamin Lucks

Benjamin Lucks

Ben arbeitet seit 2018 im Tech-Journalismus, war mitten in der Corona-Krise Freiberufler und ist seit November '20 in Vollzeit bei NextPit. Seitdem versucht er in Reviews und Texten stets die Mitte zwischen fachlicher Kompetenz, Humor und frischen Perspektiven zu finden.

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1 Kommentar

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  • Mex21 vor 1 Woche Link zum Kommentar

    die sieht verdächtig nach der Xiaomi Cam aus.