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Apple verpflichtet sich, bis 2030 vollständige Klimaneutralität zu erreichen

Apple verpflichtet sich, bis 2030 vollständige Klimaneutralität zu erreichen

Apple verspricht in einem neuen Nachhaltigkeitsbericht, seine Produkte bis 2030 ohne Netto-CO2-Emission zu produzieren. Damit setzt das Unternehmen ein wichtiges Zeichen in Sachen Klimaneutralität und setzt sich eine Deadline.

Apple hat seinen Plan vorgestellt, bis 2030 im gesamten Unternehmen klimaneutral zu werden. Das Unternehmen erklärt, dass bis 2030 "jedes verkaufte Apple-Gerät null Klimaauswirkungen haben wird". Dazu zählen eine klimaneutrale Lieferkette sowie die gesamte Fertigung und Entsorgung von Apple-Produkten.

"Unternehmen haben die einmalige Chance, an einer nachhaltigeren Zukunft mitzuwirken, die aus unserer Sorge um unseren gemeinsamen Planeten entsteht", sagt Tim Cook, CEO von Apple. "Mit unserer Verpflichtung zur Klimaneutralität hoffen wir, damit eine viel größere Veränderung herbeizuführen".

In seinem veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht erläutert Apple nun seine Pläne, die Emissionen bis 2030 um 75 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig innovative Lösungen zur Kohlenstoffreduzierung für die verbleibenden 25 Prozent seines Gesamtfußabdrucks zu entwickeln.

Eine 10-Jahres-Roadmap

Apple hatte im Jahr 2019 bereits eine bessere Klimabilanz ohne CO2-Emissionen angekündigt, aber nicht angegeben, bis wann diese Verpflichtungen umgesetzt werden. Von nun an setzt Cupertino eine Frist, das Jahr 2030, und legt den Fahrplan zur Erreichung seiner Ziele fest.

Der erste Punkt ist der Einsatz eines Roboters namens "Dave", der die Taptic Engine des iPhones zerlegt, um wichtige Werkstoffe wie Stahl, Wolfram und Metalle der Seltenen Erden zurückzugewinnen. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des iPhone-Demontageroboters mit dem Namen "Daisy".

Apple plant außerdem sein Materialrückgewinnungslabor in Texas auszubauen, das sich auf innovative Technologien für das Elektronikrecycling konzentriert. Außerdem geht aus dem Bericht hervor, dass Apple mit der Carnegie Mellon University eine Partnerschaft zur Entwicklung nachhaltiger technischer Lösungen eingegangen ist.

Der Konzern weist darauf hin, dass "jedes iPhone, iPad, Mac und jede Apple Watch, die im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht wurden, aus recycelten Materialien hergestellt werden, darunter Seltene-Erden-Elemente, die in der Taptic Engine des iPhones zu 100 Prozent recycelt werden". In den vergangenen elf Jahren hat Apple nach eigenen Angaben den durchschnittlichen Energiebedarf für den Betrieb seiner Produkte um 73 Prozent gesenkt.

Ein Versprechen statt Greenwashing?

Apple ist nicht das erste und einzige Technologieunternehmen, das solche Zusagen gemacht hat. Google und Microsoft haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten ähnliche Versprechen gegeben, wie etwa der Einsatz von erneuerbaren Energien, und diese Versprechen wurden auch eingehalten.

Laut der britischen Tageszeitung The Guardian haben die Technologie-Giganten dank ihrer Investitionen den Umsatz im Bereich der erneuerbaren Energien in den letzten zwei Jahren verdreifacht. Google gibt hier am meisten Geld aus, um seine Rechenzentren nachhaltiger zu gestalten.

Aber der Fall Apple ist anders. Das Engagement betrifft hier vor allem die Produktion von Technologieprodukten, die sehr energieintensiv ist und erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat. Apple unternimmt jedoch echte Anstrengungen, das lässt sich nicht leugnen. Beispielsweise kündigte das Unternehmen 2018 an, dass seine gesamte Infrastruktur – angefangen bei seinen Büros, Rechenzentren und Geschäften – zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben wird.

Daher kann dieses Engagement nicht als eine reine Marketing- oder Greenwashing-Strategie angesehen werden. Apple hat bereits mehrere seiner Verpflichtungen in die Tat umgesetzt.

Wie kann man klimaneutral sein, wenn man immer mehr Abfall produziert?

Aber da viel über die Demontage von Produkten und der Einsparung von Netto-CO2-Emissionen während des gesamten Lebenszyklus gesprochen wurde: Wie steht es um den Industriemüll?

In einem Artikel von Apple-Insider aus 2019 erfahren wir, dass Apple immer noch mehr Abfall produziert, auch wenn immer mehr recycelt wird.

apple dechets recyclage
Apples Recycle-Statistik bis 2018. / © Apple Insider

"Tatsächlich hat Apple im Jahr 2012 etwas mehr als 4,8 Millionen Pfund (218 Tonnen) Abfall auf Deponien entsorgt. Bis 2015 war diese Zahl auf mehr als 13 Millionen Pfund (5896 Tonnen) gestiegen. Bis 2018 hatte Apple 36,5 Millionen Pfund - oder 18.250 Tonnen - Abfall auf die Deponie geschickt", schrieb Apple Insider.

Dabei handle es sich nur um den "Abfall, den sie auf Deponien entsorgen können, nicht eingerechnet die gefährlichen Abfälle, die sich zwischen 2017 und 2018 fast verdoppelt haben".

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Die Menge des nicht recycelten Abfalls von Apple von 2012 bis 2018. / © Apple Insider

Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Apple heutzutage mehr Geräte produziert. Wenn mehr Geräte produziert werden, wird die Marke Apple am Ende mehr Abfall produzieren. Und dies ist ein Thema, das alle Hersteller auf dem Smartphone-Markt betrifft.

Wir sehen also, dass die Entwicklung von Recycling- und nachhaltigen Produktionslösungen keine Wunderlösung sein kann. Dieses Spektrum von Verpflichtungen muss unbedingt mit einem Überdenken der kommerziellen Strategie der Unternehmen kombiniert werden. Etwa das Vorstellen von vier Produktlinien pro Jahr.

Die Initiative von Apple ist daher durchaus lobenswert, und der Technikgigant scheint sein Versprechen wirklich einlösen zu wollen. 

Quelle: Apple

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 3 Wochen

    Der Mensch glaubt immer, in der Natur ginge es um ihn als Individuum. Das Individuum ist völlig egal. Es geht um den Erhalt der Spezies. Dabei wollen wir ja nicht zurück auf die Bäume, sondern einen gewissen Komfort erhalten.

    Die heutigen Klimaprobleme haben die lebenden Individuen auch nicht vollumfänglich verschuldet. Das geht zurück bis in die Zeit der Industrialisierung.

    Alles was wir heute machen, ist nicht für uns, sondern für unsere Kinder, Enkel und Urenkel! Dabei können wir nicht bis 2030 warten, sondern müssen jetzt etwas machen. Jede Aktion heute ist besser als keine Aktion, auch wenn man später erkennt, wie es besser gewesen wäre.

52 Kommentare

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  • Hier wurde schon ausreichend über greenwashing und Klima Neutralität geschrieben.

    Ich glaube Sachen erst wenn ich sie sehe. Aber 2030 werden wir vor so großen Problemen stehen dass es dann auch nicht mehr auf Apples guten Willen ankommt. Wir, also die Menschheit hat durch die ganzen Klimasünden und zuletzt Greenwashing sowie aufgrund der Verarschungsindustrie dahinter völlig versagt. In 10 Jahren wird Apple gezwungen sein dieses Vorhaben zurüzunehmen. In 10 Jahren können wir ja genau hier weiterreden.


  • Die können es sich halt leisten.


  • - Klimaneutrales Atmen
    - Klimaneutrales Urwaldabholzen - von genau denen, die uns was von Klimaschutz erzählen
    - Klimaneutrale Abwrackprämien für Autos
    .
    das klimaneutrale atmungsfreie Denken gibt es augenscheinlich schon, sonst würde viele diese Lügen nicht glauben, denn das Denken muss ausgeschaltet werden, damit die Leute glauben, was von den neuen religiösen Ablasshändlern verbreitet wird.

    Am deutlichsten wurde der Klimaschutz bei den Deutschen Altersrenten umgesetzt.
    Da sind wir in Europa führend, die Armen ärmer zu machen und Pleitebankern 500.000 Euro Jahresgehalt zu geben. Die müssen schließlich auch ihre Wohnkosten stemmen.


  • "Klimaneutral" ist eine Erfindung der Industrie. Nur weil man ein paar Bäume pflanzt produziert man nicht Klimaneutral.


  • Wieso ist das bei Apple anders als bei Google?
    Zufallig weiß ich das, da ich solche Server Farmen besuche.
    Der Stromverbrauch des Internets steigt ungebremst, alleine schon die Kühlung...
    Weltweit mehr wärme als sie 100 Atomkraftwerkstürme kühlen könnten...

    Sorry, aber Apples Produktion ist sicherlich nicht so energie Intensiv wie die Serveranlagen der Welt... nicht ansatzweise.


    • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Das sagt Apple so auch auf ihrer Webseite. Die Server für die ganzen Apple Dienste verbrauchen am meisten Strom.


      • Das ist auch so Tim.
        Der Strombedarf des Internets steigt immer weiter und ist ein echtes Problem.

        Allgemein nicht nur durchs Internet steigt der Kühklbedarf.

        Ein Drittel des deutschen Energie verbrauchs geht in Kühlung.

        Jeder Supermarkt ist schon eine heftige Nummer.

        Jedes große Gebäude, chemy, abfallverbrennung, und auch die forschung gegen Corona erfordert Kühlung.

        Und der Bedarf, steigt ungebremst.


      • "Ein Drittel des deutschen Energieverbrauchs geht in Kühlung."

        Rund 16 % des Stroms werden in Deutschland für Kälteprozesse aufgewendet - so sagt es der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien.

        In privaten Haushalten liegt das bei 23% - gemäß Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

        Insgesamt ist der Stromverbrauch seit 2010 rückläufig - um ca. 7%.

        Ganz so schlimm ist es also (noch) nicht. Allerdings wird das kommende Internet of Things den Stromverbrauch um ca. 10% wieder in die Höhe treiben, was mehr ausmacht, als Deutschland gerade mit Wind- und Solarkraft erzeugt.

        Corona bewirkt unterm Strich eine deutliche Absenkung des Stromverbrauchs: www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/corona-folgen-der-stromverbrauch-sinkt-in-deutschland-16710344.html


  • Was Apple 2030 erreichen will, ändert auch nichts mehr. Gibt es 2030 noch den Kapitalismus ist ohnehin alles verloren.


    • Steile These!

      Welche Alternative zum Kapitalismus wäre denn sinnvoll(er)? Den Sozialismus habe ich persönlich kennen gelernt - dem Himmel sei Dank, nur als mehrfacher Besucher. Umweltschutz: nein - Umweltschmutz: JA! So sah es dort aus! Das kann man sich heute gar nicht vorstellen, wie es war...

      Mit Sozialismus wäre die Welt nicht erst in 2100 dort, wie es befürchtet wird. Dieses "Ziel" hätten wir jetzt schon erreicht.

      Wie sieht Deine Alternative aus? Kommunismus? Anarchie? Nationalsozialismus? Diktatur?

      Ok - hab mal gegooglet....

      Dieser Zeitgenosse findet anscheinend sowas prima:
      "Vor allem Frauen sind im Zivilschutz aktiv. Nichts gibt der Seele einer traumatisierten, vom Krieg zerrissenen Gemeinschaft mehr Kraft und Stärke, als zu sehen, wie die Matriarchen eines Viertels selbstbewusst an Straßenecken stehen und zum Schutz der Menschen mit AK-47-Gewehren bewaffnet sind. Diese Bilder erwecken keine Angst und Schrecken; sie erwecken Vertrauen in die Gemeinschaft, Stolz, Würde, Selbstachtung und Zugehörigkeit."

      Ich finde das - auch das dazu abgebildete Foto - allerdings sehr beängstigend.

      Die Alternative ist also wahrscheinlich: Matriarchat

      Bei CO2-Ausstoß gibt´s einen von Mama auf die Rübe...


    • Der Kapitalismus ist daran nicht alleine schuld. Würden die Menschen ihre Geräte nutzen bis sie auseinanderfallen, und wären die Menschen bereit für Updates zu zahlen, und würden die Menschen nicht das Bedürfnis haben immer und überall zu jederzeit erreichbar zu sein oder TV schauen zu müssen, und wären die Menschen bereit für Nachhaltigkeit den höheren Preis zu zahlen, bliebe den Firmen nichts anders übrig als umzudenken.


      • Hohe Preise bedeuten hohen Ressourceneinsatz, also gerade keine Ressourcenschonung. Wenn du weniger Mitarbeiter hast, muss auch weniger zum Bau und Beheizung von deren Wohnungen ausgegeben werden.
        .
        Menschen sind es, die alle menschlischen Aktivitäten erzeugen, die das Klima angeblich bedrohen. Atmung ist nach der Logik der Klimapropagandisten etwas, was das Klima gefährdet. Scheint aber den Gläubigen der Klimakirche nicht bewußt.

        Das Schlechte dient schließlich dem Guten.
        Nein - das Schlechte hat immer dem Schlechten gedient.
        Die Behauptung, das Schlechte diene einer Guten Sache hat sich stets als Lüge erwiesen.


    • Dir fehlt die Lebenserfahrung des Sozialismus. Da hat man schon wegen Bananen angestanden. Zwar nur einmal im Monat - das aber weil es sie _NUR_ an diesem Tag gab ...


      • Karsten, wenn Du es mir nicht gesagt hättest - ich hatte das fast verdrängt. ;)

        Man muss nicht Lebenserfahrung im Sozialismus haben, um das zu wissen. Ich war mehrmals "drüben" und habe sehr freundschaftliche und vertrauensvolle Menschen dort kennen gelernt, die mir ihre Lebenserfahrung geschildert haben. Die haben kein Blatt vor den Mund genommen (meist allerdings nur unter 4 Augen und 4 Ohren). Das Anstehen wegen Bananen war da schon völlig unbedeutend - da gab es wichtiger Dinge, die schlicht fehlten. Andere Begebenheiten haben mich dort (im schlechten Sinne) deutlich mehr beeindruckt als Bananen, die es nicht gab - u.a. eben auch die Umwelt(verschmutzung).

        Ebenso wenig muss ich in Ägypten gewesen sein, um zu wissen, dass dort Pyramiden stehen. ;)


      • Du warst drüben? In Rojava? In den zapatistischen Gebieten in Chiapas? Oder etwa in Cherán? Oder war es schon lange her im revolutionären Spanien?

        PS: Kein Sozialist.


    • Ich verstehe was Du meinst. Ich möchte ganz bestimmt nicht behaupten, dass es uns mit Sozialismus besser ginge. Ich glaube mit dem Kapitalismus wurde es möglich, dass uns Firmen immer wieder schlechtes als gutes verkaufen konnten und dank Lobbyarbeit auch Regierungen verarscht wurden. Ich denke dass wir schon beim Kapitalismus bleiben sollten aber bitte mit viel mehr Kontrollmechanismen. Nur so kann man sich vor Betrug (genau das ist es was passiert ist) einigermaßen schützen.
      Ich weiß auf der anderen Seite, dass man nicht naiv sein darf. Uns im tollen Deutschland geht es auf Kosten anderer sehr gut. Aber ist man in einem nicht so tollen Land und kämpft gegen seinen Hunger und muss seine Kinder ernähren, dann ist ganz schnell Schluss mit Umweltschutz.

      Wir als Weltengemeinschaft müssen uns unbedingt darum kümmern, dass ALLE Menschen bedingungslos den gleichen Zugang zu Wasser, Nahrung, Medikamenten und Bildung haben. Nur so kann eine Bereitschaft entstehen den Planeten zu stabilisieren.

      Deswegen sind solche Versprechen zwar immer toll zu hören. Aber letztendlich nur wieder Marketing. Es geht auch anders und vor allem sofort.

      Solange die wirklich Reichen unter uns nicht wirklich teilnehmen wird es immer so bleiben.


  • "Klimaneutral" - kann jeder: für ein paar Euro kompensiere ich den Flug ins Urlaubsparadies und fliege somit "klimaneutral" - für ein reines (doppeldeutig) Gewissen. Durch entsprechende CO2-Kompensation (nettes Wort für Ablasshandel) kann man alles "klimaneutral" gestalten. Die CO2-Kompensation ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass immer noch deutlich zu viele Treibhausgase in die Luft gelangen. "Klimaneutral" ist an sich eine Mogelpackung.


    • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Nur so funktioniert das nicht. Nur weil du da ein paar Euro hinlegst, bist du eben NICHT klimaneutral. Das kannst du dir höchstens selbst einreden, ändert aber nichts. Mit dem, was Apple vorhat, ist das nicht wirklich vergleichbar. Apple kauft sich nicht einfach irgendeine Pseudo-Klimaneutralität ein, wie du in deinem Beispiel.

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