NextPit

Casa Casi 70: Der digitale Bruce Willis – brauchen wir noch echte Schauspieler?

Hero Casa Casi
© NextPit

Echt? Ein Tech-Podcast, in dem es um Bruce Willis geht? Ja, richtig gelesen! Es geht um Bruce, um sein digitales Konterfei und die Frage, ob künstliche Intelligenz vielleicht den Beruf des Schauspielers beseitigen könnte. Fabi und Casi nähern sich dem Thema sowohl von technologischer als auch philosophischer Seite.

Deepfakes werden uns noch lange beschäftigen, also künstlich erzeugte Abbilder von tatsächlich existierenden Personen. Wir haben uns mit dem Thema in unserer kuscheligen "Casa Casi" bereits beschäftigt, mussten es heute aber erneut aufgreifen. Die News, dass Bruce Willis sein digitales Ich verhökert haben könnte, machte in den letzten Tagen medial die Runde und ließ uns einfach keine Ruhe. 

Ist Bruce Willis einer der ersten von vielen KI-Schauspielern?

Zunächst mal: Es stimmt einfach nicht, dass Willis sein digitales Ich verkauft hat, damit seine KI-Version künftig in weiteren Hollywoodfilmen herumspringen kann. Was allerdings stimmt: Er hat eine die Sprache beeinträchtigende Krankheit namens Aphasie, die ihn dazu brachte, seine Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen. Ebenso stimmt es, dass für eine Werbung ein digitaler Zwilling seiner Person erstellt wurde. Links zu allen Punkten gibt es unten in den Show Notes. 

An diesem Punkt fingen wir also in unserer heutigen Folge an zu überlegen. Der digitale Bruce sieht dem Original nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern ist auch eine weitaus jüngere Version des echten Bruce Willis. Es ist also längst möglich, dass sich vor der Kamera ein namenloser Schauspieler abrackert, auf den dann nur das digitale Gesicht eines Topstars montiert wird. 

Wie so oft kommen wir auch in der heutigen Episode irgendwann zu der Erkenntnis, dass alles, was technisch machbar ist, früher oder später auch von jemandem umgesetzt wird – Ethik hin oder her. Also sprechen wir heute darüber, ob allein schon aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen irgendwann nur noch digitale Schauspieler:innen in Hollywoodfilmen zu sehen sein werden, oder ob sich die Schauspielerei auch trotz technischer Alternativen ewig halten wird. 

Was glaubt Ihr? Diskutiert das gerne mit uns in den Kommentaren! Viel Spaß mit der neuen Folge – und kommt gut durchs Wochenende!

Casa Casi 70: Show Notes

Wir wollen Euer Feedback! Ihr könnt Euch auf WhatsApp, Signal und Threema mit Sprachnachrichten (und natürlich auch Textkommentaren) beteiligen. Wir freuen uns auf Eure Reaktionen, auf Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge und natürlich auch auf spannende Themenvorschläge. Hier ist unsere Telefonnummer und unsere Threema-ID für Euer Feedback:

  • Telefonnummer: +49 160 98090008
  • Threema-ID: EB6YBNSE

 

  • Telegraph – der Artikel, der das Bruce-Willis-Gerücht aufbrachte.
  • Casa Casi 13 – unsere erste Deepfakes-Folge.
  • Deepcake – das Unternehmen, mit dem Bruce Willis zusammenarbeitete.
  • YouTube – dieses Video vermittelt Euch einen Eindruck des digitalen Bruce Willis.
  • goldenekamera.de – Artikel über Willis' Erkrankung Aphasie.
  • t3n – Deepfake: Bruce Willis bestreitet Partnerschaft oder Vereinbarung mit Deepcake
Carsten Drees

Carsten Drees

Fing 2008 an zu bloggen und ist irgendwie im Tech-Zirkus hängengeblieben. Schrieb schon für Mobilegeeks, Stadt Bremerhaven, Basic Thinking und Dr. Windows. Liebt Depeche Mode und leidet mit Schalke 04.

Zeige alle Artikel

Empfohlene Artikel

Hat Dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!
Jetzt mitdiskutieren

Neueste Artikel

10 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Tenten vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Für kurze Szenen wie zum Beispiel in Rogue One finde ich das durchaus brauchbar, für längere Szenen oder ganze Filme wird es nicht funktionieren. Die Popularität eines Schauspielers und auch dessen Wiedererkennungswert beruhen ja nicht nur auf dem Aussehen, auch Gestik, Mimik, Haltung, Bewegung und nicht zuletzt Stimme/Synchronstimme sind entscheidend. Man kann nicht einfach Kinskis Kopf auf Connerys Körper setzen und hat dann einen neuen Bond. Und selbst wenn eine KI all das imitiert, wird es künstlich wirken.


    • Conjo Man vor 1 Monat Link zum Kommentar

      @Tenten
      Deine Meinung in allen Ehren- jedoch hat uns der Fortschritt im digitalen Bereich schon so manche unglaublichen und erstaunlichen Möglichkeiten - was alles geht - aufgezeigt. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass wir das Smartphone so vielseitig einsetzen werden. Als Bezahlmittel, als "Autoschlüssel" etc. Das sind nur kleine Fortschritte.

      Und ich bin mir sicher, dass es in den nächsten Jahren immer "realistischer" wird mit digitalen Filmen resp Schauspielerin:innen


  • Matthias "MaTT" Zellmer
    • Staff
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Meiner Meinung nach bleiben uns menschliche Schauspieler erhalten, weil wir den Drang nach neuen Gesichtern verspüren. Die könnte man auch von einer KI generieren lassen, wir Zuschauer werden aber von diesen virtuellen Schauspielern keine Fans werden, oder diese anhimmeln können. Sie sind halt nicht echt.
    Insofern sehe ich keine Gefahr in dieser Technologie.


  • Conjo Man vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Diese "Hollywood"- Schauspieler:innen mit ihren Multimillionen Gagen für einen Film durch digitale Konterfei's ersetzen?

    Ja gerne. Klappt ja auch bei Pixar Filmen. Ist meine persönliche Meinung dazu.


    • Tenten vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Die hohen Gagen fallen aber trotzdem an, denn auch wenn ein Schauspieler nur sein Konterfei zur Verfügung stellt, kassiert er oder die Verwalter seiner Hinterlassenschaften diese Gagen. Und unbekannte Schauspieler braucht man nicht digital einsetzen, da fallen ja analog schon keine hohen Gagen an. Nur sind die kein Zugpferd für einen Film, weil die niemand sehen will.


    • Martin vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Wo is denn das Problem mit den hohen Gagen ? Sie arbeiten dafuer und einige Schauspieler sogar richtig am Limit. Sie Sorgen dafuer, dass ein Produkt entsteht, dass viele Millionen einspielt ( im Erfolgsfall jedenfalls ) und dafuer sollten sie dann mit dem Mindestlohn entlohnt werden ?


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ein Problem ist, dass die Filme dadurch immer teurer werden, und ihr Konsum entsprechend auch. Na ja, und zwischen dem Mindestlohn und 20 Millionen Dollar Gage pro Film ist verdammt viel Luft für eine vernünftige Entlohnung. Bis zum Limit arbeiten auch viele Fabrikarbeiter, Verkäufer oder Krankenschwestern, mit viel weniger Abstand zum Mindestlohn.
        Viele Eigenproduktionen und Zukäufe von Netflix und Amazon kommen übrigens ohne die großen Namen aus, und häufig auch aus kleineren Ländern mit weitaus niedrigeren Gagen.
        Spannung, Dramaturgie und der Qualität der Streifen merkt man das oft gar nicht an.


      • Martin vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Tja, Du hast sicher Recht mit dem, was Du ueber Fabrikarbeiter etc, sagst, dass es fleissige Menschen sind .... dummerweise will niemand diesen bei der Arbeit zusehen - schon gar nicht Geld dafuer bezahlen.
        Ausserdem ist das nicht das, was ich mit 'am Limit' meinte.
        Die Filme werden teurer - ja, alles wird teurer. Sie werden auch immer aufwaendiger.
        Der Konsum wird immer teurer ?`Netflix und Amazon kosten also nix ? Du vergleichst zwei voellig unterschiedliche Plattformen, wenn Du Kino mit Fernsehen vergleichst.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Was meintest Du mit "am Limit", wenn nicht "bis an die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit", was ich darunter verstanden habe?

        "Tja, Du hast sicher Recht mit dem, was Du ueber Fabrikarbeiter etc, sagst, dass es fleissige Menschen sind .... dummerweise will niemand diesen bei der Arbeit zusehen - schon gar nicht Geld dafuer bezahlen."

        Der Ausfall von deren Leistung würde aber das Alltagsleben kollabieren lassen, was nicht der Fall wäre, wenn keine neuen Filme mehr produziert würden. Ihre Arbeitsleistung ist also wichtiger, und wird trotzdem extrem viel schlechter bezahlt.

        Die Bezahlung vieler Schauspieler, aber auch anderer Schaffender im Unterhaltungssektor ist marktgerecht, aber nicht leistungsgerecht, und daran kann man sich durchaus stören, und das auch kritikwürdig finden, denn es widerspricht dem Leistungsprinzip.
        Netflix und Amazon werden auch teurer, Kosten je nach Abomodell trotzdem im Monat weniger als eine Kinokarte.
        Bei allen Unterschieden der beiden Streaming-Dienste haben sie eines gemeinsam, und darauf wollte ich eigentlich hinweisen:
        Sie haben hervorragende Filme und Serien im Fundus, die mit völlig unbekannten Schauspielern und entsprechend niedrigen Gagen hergestellt wurden. Das ist Hollywood auch schon verschiedentlich gelungen. Qualität ist also keine Frage der Gagenhöhe. Und auch ohne Schauspieler mit klingenden Namen (das sind sie oft dann danach) erreichen diese Filme ein Millionenpublikum. Zumindest die Filme wären fürs Kino genauso geeignet, und Kinofilme lassen sich auch mit kostengünstigen Schauspielern und Regisseuren in guter Qualität herstellen. Ein Vergleich ist trotz der unterschiedlichen Plattformen also sehr wohl zulässig.


  • Martin vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Schauspieler wird es immer geben. Auf der Leinwand mag ja alles schoen digitalisiert sein .... aber es gibt noch mehr als Kino.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!