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Soundcore Space Q45: So gut wie Sony oder Bose, aber zum halben Preis

soundcore space q45 ifa hands on hero
© NextPit

Während der IFA 2022 konnte ich für NextPit den Bluetooth-Kopfhörer Soundcore Space Q45 von Anker testen. Dieser kabellose Kopfhörer mit ANC für 150 Euro bietet alles, was auch die teureren Modelle von Bose, Sony oder Sennheiser können. Ich gebe Euch hier meine ersten Eindrücke in diesem Hands-on.

Der Soundcore Space Q45 in Kürze

Der Soundcore Space Q45 ist der neue Flaggschiff-Bluetooth-Kopfhörer von Anker. Die Space-Reihe, früher Life genannt, bietet Kopfhörer mit ANC, deren Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus sehr wettbewerbsfähig ist. Das Vorgängermodell, der Soundcore Life Q35, den mein Kollege Ben im letzten Jahr getestet hat, konnte unsere Redaktion wirklich überzeugen.

Der Soundcore Space Q45 ist in Deutschland seit dem 25. August 2022 für 149,99 Euro im offiziellen Shop des Herstellers und bei Amazon erhältlich.

Design und Ergonomie

Der Soundcore Space Q45 hat einige bemerkenswerte optische Veränderungen im Vergleich zum Vorgängermodell. Obwohl es sich um ein Vollplastik-Design handelt, sieht der Kopfhörer immer noch ziemlich hochwertig und elegant aus.

Die Ohrmuscheln sind etwas größer, so dass sie die Ohren gut umschließen. In der linken Ohrmuschel befinden sich die Tasten für Ein/Aus, Pairing und ANC/Transparenz, während die rechte Ohrmuschel die Tasten für die Wiedergabesteuerung und Anrufe beherbergt. Im Gegensatz zum Vorjahresmodell hat der Soundcore Space Q45 keine berührungsempfindliche Oberfläche.

Der Kopfhörer in Antoines Hand am Messestand von Anker
Der Soundcore Space Q45 hat ein rundes, geschwungenes Design mit mattem Kunststoff. / © NextPit.

Der Kopfhörer ist fast vollständig aus Plastik gefertigt. Aber die mattschwarze Beschichtung ist sehr sauber mit einem schönen Finish und Ton-in-Ton-Details. Die Arme des Kopfbügels sind versteckt, so dass der mechanische Look, den ich sehr mag, ein wenig verloren geht. Allerdings gehen wir hier zu einem diskreteren oder "seamless" Stil über, bei dem nichts die Kurven des Designs unterbricht.

Die Polster des Kopfbügels und der Ohrmuscheln sind sehr bequem und gut gepolstert. Jedoch ist Kunstledert kein wirklich atmungsaktives Material und es kann sich Schweiß ansammeln. Das Headset wiegt 295 g, wodurch es nicht gerade als Leichtgewicht zählt, aber ich habe es bei meiner kurzen Hörsitzung nicht als unangenehm empfunden.

Die Kopfhörer mit Blick auf die Hörmuscheln
Die Ohrpolster des Soundcore Space Q45 sind sehr bequem. / © NextPit.

Insgesamt habe ich ein paar Vorbehalte gegen die übermäßige Verwendung von Plastik. Aber bei 150 Euro muss man eben mit ein paar Zugeständnissen rechnen. Und ich persönlich ziehe es vor, dass sie eher bei visuellen als bei technischen Elementen gemacht werden. Der Kopfhörer scheint solide zu sein, vor allem im Bereich der Dreh- und Klappscharniere. Der letzte negative Punkt ist das Fehlen eines praktischen Tragesensors.

Soundcore Space Q45 prise en main
Der Soundcore Space Q45 hat 40 mm Lautsprecher / © NextPit

Audio-Qualität

Der Soundcore Space Q45 besitzt 40-mm-Lautsprecher mit einem Frequenzbereich zwischen 20 bis 40.000 Hz, Bluetooth 5.3 und unterstützt die Codecs AAC, SBS LDAC, aber seltsamerweise nicht aptX.

Allein durch die Unterstützung des Sony LDAC-Codecs hebt sich der Soundcore Space Q45 von seinen Konkurrenten der Marken Bose und Sennheiser ab. Es ist schade, dass aptX nicht unterstützt wird, da dieser Codec auf Android-Smartphones am weitesten verbreitet ist. Aber Anker wollte wohl Geld sparen, indem sie keine Lizenzgebühren an Qualcomm zahlen.

Blick auf die Soundcore-Kopfhörer
Die matte Beschichtung ist optisch nett, aber wir bleiben bei einer Plastikoberfläche. / © NextPit

Was die Audioqualität angeht, kann ich angesichts meiner sehr kurzen Nutzungssession, unter nicht gerade optimalen Bedingungen, natürlich keine endgültige Meinung abgeben.

Auf jeden Fall ist der Kopfhörer ziemlich basslastig. Sein Frequenzbereich ist auch sehr hoch (40 kHz im Vergleich zu 20 kHz bei anderen Kopfhörern), so dass man in den oberen Mitten und Höhen eine Menge Amplituden bemerkt. Der Kopfhörer bietet eine BassUp-Funktion, um die Bässe zu verstärken. Auf die könnt Ihr allerdings getrost verzichten, da die Audioausgabe dadurch an Klarheit verliert. Die Stimmen sind auch sehr klar und sauber.

In jedem Fall lässt Euch der Frequenzbereich, den die Kopfhörer abdecken, genug Freiheit, um mit dem Equalizer in der App herumzuspielen und das Klangprofil an Euren persönlichen Geschmack anzupassen. Die Companion-App bietet übrigens eine sehr schöne Oberfläche und scheint zudem mit genügend Funktionen gespickt zu sein.

Aktive Geräuschunterdrückung

Der Soundcore Space Q45 bietet eine adaptive aktive Geräuschunterdrückung (ANC) sowie einen Transparenzmodus, die beide auf der Verwendung von vier eingebauten Mikrofonen basieren.

Natürlich kann ich die Effektivität von Ankers ANC nicht mit der von Sony, Bose oder Sennheiser nur aus dem Gedächtnis vergleichen. Aber ich war wirklich überrascht, wie gut die Geräuschunterdrückung ist. Ich hatte nicht das Gefühl, einen Kopfhörer für 150 Euro auf den Ohren zu haben.

Konkret war ich am Stand von Anker in einer großen Halle auf der IFA. Horden von Nerds und Vertriebsmitarbeitern liefen um mich herum. Musik schrie aus den Lautsprechern in der Halle. Mit aktiviertem adaptivem ANC wurden fast alle Körperschallgeräusche (die durch den Kontakt mit einer Oberfläche entstehen) und tieffrequenten Geräusche korrekt unterdrückt.

Seitlicher Blick auf einen Kopfhörer mit Fokus auf die Bedienelemente
Der Soundcore Space Q45 verfügt über vier Mikrofone für die Geräuschunterdrückung (ANC). / © NextPit.

Sogar die Stimmen der Pressevertreter, die um mich herum sprachen, wurden gut gedämpft, obwohl sie normalerweise schwieriger zu handhaben sind. Nur gelegentlich fielen ein paar Schreie und anderes Gelächter durch die Maschen des Netzes. Der einzige Haken war, dass ich beim Jonglieren zwischen den Modi ANC, Normal und Transparenz deutliche Veränderungen in der Audiosignatur feststellen konnte, vor allem im Bassbereich.

Ich schließe diesen Abschnitt mit einer besonderen Erwähnung der Soundcore-App ab. Ich finde die Benutzeroberfläche sehr schön und ergonomisch. Auch der Funktionsumfang ist sehr umfangreich. Man kann z. B. die Lautstärke des Hörens auf eine bestimmte Dezibelzahl begrenzen, um sein Trommelfell zu schonen. Die App zeigt Euch sogar an, ob Ihr Eure Musik zu laut oder zu leise hört.

Ihr könnt natürlich auch die Tasten neu belegen, zwischen fünf verschiedenen ANC-/Transparenzstufen wählen oder Euch für adaptives ANC entscheiden und Equalizer-Voreinstellungen erstellen. Der Equalizer ist sehr umfangreich und verfügt über acht Rasten, die über den gesamten Frequenzbereich verteilt sind.

Screenshot der Soundcore-Companion-App
Die Soundcore-Anwendung ist ziemlich vollständig und hat eine sehr schöne Oberfläche. / © NextPit

Akkulaufzeit

Der Soundcore Space Q45 soll mit aktiviertem ANC fast 50 Stunden durchhalten und bis zu 65 Stunden ohne. Auf dem Papier sind das sehr gute Zahlen, die ich während meines Hands-on natürlich nicht überprüfen konnte.

Laut Hersteller kann man mit 5 Minuten Aufladen (über USB-C) bis zu 4 Stunden Musik hören. Für eine vollständige Aufladung des Kopfhörers werden durchschnittlich 2 Stunden benötigt.

Anker weist darauf hin, dass sich die Akkulaufzeit bei Verwendung des LDAC-Codecs deutlich verkürzt. Sie sinkt auf 37 Stunden mit aktiviertem ANC und 45 Stunden ohne. Aber in jedem Fall sollte der Kopfhörer bei normaler Nutzung problemlos zwei Tage durchhalten.

Fazit: Meine ersten Eindrücke

Der Soundcore Space Q45 bietet zumindest auf dem Papier ein exellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das kurze Hands-on reicht natürlich noch nicht für eine umfassende Bewertung. Aber die paar Minuten, die ich mit dem Kopfhörer auf dem Kopf verbracht habe, haben zumindest ausgereicht, um mich von der Effektivität der aktiven Geräuschunterdrückung zu überzeugen.

Ich brauche mehr Zeit mit den Kopfhörern, um mir eine tatsächliche Meinung über die Audioqualität bilden zu können. Und ich bin immer noch ein wenig skeptisch, was die Haltbarkeit des Designs und die Abnutzung des Kunststoffs im Laufe der Zeit betrifft. Aber eines ist sicher: Anker bietet Euch eine wirklich ordentliche Leistung fürs Geld.

So ein Headset könnte bei jedem anderen Hersteller sehr leicht über 300 Euro kosten. Ich möchte mich übrigens aufrichtig bei der Person entschuldigen, die die 15 Liter Schweiß abwischen musste, mit denen ich die Kopfhörer während der Benutzung flutete. Journalismus ist eben auch ein körperlicher Beruf (also, nicht wirklich).

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1 Kommentar

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  • JuSchi vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Kamera? 😅