FaceApp: Wie steht es mit dem Datenschutz?

FaceApp: Wie steht es mit dem Datenschutz?

FaceApp ist auf einmal wieder viral. Der von der russischen Firma Wireless Lab entwickelte Fotoeditor, den es seit 2017 gibt, erfreute sich aufgrund der unglaublich realistischen Gesichtsalterung immer einer großen Beliebtheit. Jetzt bekommt er auf einmal wieder viel Aufmerksamkeit - aber wie steht es um die Sicherheit Eurer Daten?

FaceApp steht mit einer neuen Funktion wieder im Rampenlicht. Damit könnt Ihr eine ältere oder jüngere Version von Euch selbst oder jemand anderem erzeugen und sofort eine #AgeChallenge (oder #FaceAppChallenge) in sozialen Netzwerken starten.

Viele wollen mitmachen. Doch wenige haben sich zuvor gefragt, wie die App mit den eigenen Daten umgeht - und ob das alles gut genug ist.

Wie funktioniert FaceApp?

Vielleicht habt Ihr schon bemerkt, dass FaceApp einige Sekunden benötigt, um Euer Gesicht zu transformieren. Das hat nichts mit der Leistungsfähigkeit des genutzten Smartphones zu tun. Vielmehr lädt die App das Foto auf einen Server, wo es dann verarbeitet wird. Dieser Prozess ist in der Datenschutzerklärung der App völlig unklar. Außerdem wird nicht einmal erwähnt, wie lange und zu welchem Zweck Eure Fotos auf den Servern gespeichert werden.

Der bekannte App-Entwickler Joshua Nozzi war einer der ersten, der die Benutzer warnte und dazu rät, FaceApp nicht zu nutzen.

Die Datenschutzerklärung von FaceApp besagt lediglich, dass Eure Fotos einschließlich Metadaten und sonstiger persönlicher Daten gespeichert werden. Außerdem, dass die gesammelten Informationen an eine Tochtergesellschaften in anderen Ländern oder Gerichtsbarkeiten auf der ganzen Welt übertragen werden können. Mit anderen Worten, die Datenschutzerklärung von FaceApp, gibt dem Unternehmen die Erlaubnis, mit Euren Daten zu tun, was das Unternehmen möchte.

FaceApp greift ohne Berechtigung auf Fotos zu

Andere Bedenken wurden darüber geäußert, wie es die App schafft, ein Foto wählen zu lassen, selbst wenn der Zugriff auf die Galerie verweigert wurde. In diesem Fall kann FaceApp nur das ausgewählte Foto sehen. Dies betrifft nur iOS, dort hat Apple mit der Version 11 eine API eingeführt, die es ermöglicht, nur ein Foto aus der Galerie zu wählen. Dennoch stellt sich die Frage, wieso diese Funktion vorhanden ist, wenn Nutzer den Galeriezugriff auf "niemals" gesetzt haben.

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, sich mit den Datenschutzrichtlinien von Apps und Online-Angeboten auseinanderzusetzen, bevor man seine Daten dort hochlädt. Auch wenn es langweilig ist.

Habt Ihr auch (wieder) angefangen, FaceApp zu nutzen?

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14 Kommentare

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  • Was interessiert mich, wohin mein Foto geladen wird, das ich mit der App bearbeite?
    Wenn jemand ein Foto meines Gesichts haben will, dann nimmt er mein öffentliches Foto von Whatsapp, aus Facebook oder aus Xing. Sogar inklusive Realnamen.

    Auch wenn in den Datenschutzbestimmungen steht, dass die mit den Fotos quasi machen dürfen, was sie wollen, dann dürfen die trotzdem nicht alles.

    ZB dürfen die mein Gesichtsfoto nicht an Dritte verkaufen, damit die damit Webung an Hauswänden und Littfasssäulen machen. AGBs hin oder her, das Persönlichkeitsrecht kann man nicht im Kleingedruckten aushebeln.

    Deshalb gibt es kein WhatsPorn mit den gesendeten Nacktfotos der Whatsapp-Nutzer und Google fordert im Kreißsaal nicht das Erstgeborene Kind ein. Selbst dann, wenn das in den AGB ganz ausdrücklich irgendwo stehen würde. ;)

    Diese Datenschutz-Panik ist doch wieder mal kompletter Unsinn.


  • hab sie mir mal runtergelassen. Das meiste funktioniert eh nur in der Pro Version. Ausprobiert und wieder gelöscht


  • Ich frage mich, wozu in solchen Fällen Bestimmungen, wie DSGVO, überhaupt gut sind?
    Datenschutzgesetze, die an den Bedarfen der Menschen vorbei gehen, diese offenbar nicht schützen, nur Kopfschütteln verursachen, braucht niemand.
    Und da sollte der Mai 2018 der große
    Wurf sein. Super.


  • Wer braucht eine solche App? Doch nur die Spaßnation. Zum professionellen Arbeiten braucht das die Allgemeinheit nicht, und zum professionellen Arbeiten (z.B. beim Film) gibt es bessere Programme (da wird aber meist eher Mac-OS eingesetzt).


    • Die Frage klingt für mich persönlich komisch - sie wirkt auf mich etwa wie "wer braucht schon Spaß?". Ein wenig wie eine Frage, wozu denn rein der Unterhaltung dienliche Freizeitaktivitäten gut sein sollten, die Leute könnten stattdessen doch auch noch etwas mehr arbeiten, Sachbücher lesen oder Fortbildungen besuchen?


      • Freizeitaktivitäten bleiben in Erinnerung. Ein bisschen Spielerei aber kaum.


      • Musst ein echt stressiges Leben haben.


      • @René Dir bleiben Deine Freizeitbetätigungen tatsächlich allesamt in Erinnerung? Du machst nie mal was zum Ausspannen zwischendurch, das dann halt entspannend oder nett war, aber keinen bleibenden Erinnerungswert hat (da zählt schon abends ne Stunde Fernsehen dazu, ist ähnlich wie irgendwas Rumspielen, aber auch beispielsweise Radfahren oder Wandern am Wochenende)? Oder hast Du das Megagedächtnis (dann dürften Dir aber auch Rumspielereien in Erinnerung bleiben, also vermutlich das eher nicht)?


  • Da können noch so große Datenschutz Bedenken sein, die Leute die so etwas verwenden wollen bekommen das entweder nicht mit, oder es interessiert sie nicht im geringsten. 🤷🏼‍♀️


    • tendenziell letzteres. Kaum hat es irgendjemand bekannteres gemacht, entsteht der Trend und schon machen es zehntausende, ohne drüber nachzudenken.


      • Ich glaube eine Kombination aus beidem - sie bekommen es nicht mit, und denjenigen, die es mitbekommen, ist es wurscht ;)


  •   77
    Gelöschter Account 17.07.2019 Link zum Kommentar

    Kenne ich nicht... 🤷‍♂️


  • Oh nein, neben WhatsApp, Facebook, Insta und und und NOCH eine App, die so was tut 😉

    Gelöschter Account

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