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Fitbit Luxe: modischer Fitness-Tracker mit Wellness & Preisfalle

Fitbit Luxe: modischer Fitness-Tracker mit Wellness & Preisfalle

Fitbit Luxe heißt der neue Tracker, mit dem Fitbit die Handgelenke der Welt erobern und deren Besitzer gesunder machen möchte. Das von Google gekaufte Unternehmen zielt vor allem auf Wellness und einen gewissen Glamour-Factor – nicht, ohne dabei aggressiv sein Premium-Abo anzupreisen.

Im ernst: Hätte ich für jede Erwähnung von „Fitbit Premium“ während der etwa 40-Minütigen Präsentation einen Kurzen getrunken – Ihr würdet hier keinen zusammenhängenden Satz mehr lesen. Zwar gibt es beim Kauf des knapp 150 Euro teuren Trackers ein sechsmonatiges Premium-Abo dazu. Doch nach dessen Ablauf reduziert sich der Funktionsumfang schmerzlich.

Genau dieser Punkt war es auch maßgeblich, der dem Fitbit Charge 4 in Bens Test gerade einmal 6/10 Punkten einbrachte – und den treffenden Titel „Schönheit versinkt in Habgier“. Fitbit Premium kostet nämlich monatlich 8,99 Euro, was bestens zu den Premium-Preisen für Fitbits Hardware passt.

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Schmuck oder Fitness-Tracker? Mit dem Gorjana-Armband sieht die Luxe wenig aus wie ein Tracker – zumindest von der Seite. / © Fitbit

Fitbit Luxe: Luxus & Gorjana-Coop

Auf jeden Fall sieht Fitbits neuester Tracker auf den Pressefotos selbst mit den Standard-Silikon-Armbändern schick aus. Das wohlgeformte Gehäuse besteht aus Edelstahl und ist in den Farben Gold, Silber und Schwarz erhältlich. Zum Material über dem Touchscreen gab es leider keine Aussage. 

Im Zubehör gibt es schließlich noch unzählige Armbänder. No-Name-Alternativen von Amazon wechseln üblicherweise für einstellige Eurobeträge den Besitzer. Fitbit hat aber auch eine Kooperation mit Gorjana angekündigt und bietet hier ein grobgliedriges Kettenarmband. Die bislang für die von offizieller Seite angebotenen Armbänder veröffentlichten Dollar-Preise variieren von 30 Dollar (Stoff-Armband von Fitbit) bis 100 Dollar (Gorjana-Kettenarmband).

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Im Zubehör gibt es diverse Armbänder für die Fitbit Luxe. Günstiger geht's erfahrungsgemäß bei Third-Party-Herstellern. / © Fitbit

Kein Stress: die Psyche im Visier

Die Fitbit Luxe bietet das für aktuelle Fitness-Tracker übliche Sensor-Sammelsurium, darunter einen Pulssensor für 24/7-Herzfrequenzmessung sowie diverse Bewegungs- und Beschleunigungssensoren. Neben dem Schlaftracking sind außerdem auch Hauttemperatur- und SpO2-Messung möglich.

Außerdem erbt die Luxe ein Feature seiner größeren Schwester Sense: Sie quantifiziert den Stresslevel des Trägers, primär anhand der Daten aus dem Pulssensor. Erfreulicherweise kommt diese Metrik per Update nun zu allen Fitbit-Usern, die eine Smartwatch oder einen Tracker mit Pulssensor haben. 

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit fünf Tagen an. Einen integrierten GPS-Sensor gibt es leider nicht. Wer also beim Joggen seine Strecke verfolgen möchte, muss sein Smartphone einpacken.

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Fitbit gegen den Stress. Ich bekomme leider auch Sorgenfalten, wenn ich mir überlege, welche Dashboards und Features nach Ablauf der sechs Monate Inklusiv-Premium-Mitgliedschaft wegfallen. / © Fitbit

Fitbit Premium: Content plus Auswertungen

Wie bereits eingangs erwähnt, vermarktet Fitbit aggressiv seine Premium-Mitgliedschaft. Wer nach sechs Monaten Fitbit Luxe sich gegen den monatlichen Obulus von 9 Euro entscheidet, muss dann auf den neuen Wellness-Report sowie langfristigere Ansichten seiner Gesundheitsmetriken verzichten (nur noch 7 statt 30 Tage sichtbar). 

Außerdem enthalten im Premium-Paket ist zahlreicher Content rund um die Themen Ernährung, Fitness und Mindfulness. Hier arbeitet Fitbit unter anderem mit dem Meditations-Guru Deepak Chopra zusammen, der beispielsweise geführte Meditationen beisteuert.

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Fitbit Luxe – wie der Name schon ankündigt, hat der Spaß seinen Preis. / © Fitbit

Mich persönlich spricht diese Art der „Paketierung“ überhaupt nicht an. Ich finde es total undurchschaubar, für welche Features ich sechs Monate nach dem Erwerb auf einmal bezahlen muss – und welche inklusive sind. Während ich mir den Content lieber aus meinen eigenen Quellen hole, würde ich dagegen auf die ausführlichen Dashboards nicht verzichten wollen. Aber dafür dann 9 Euro im Monat? Puh.

Ich lasse mich aber gerne belehren und bekehren, sobald wir in den kommenden Wochen bis Monaten ein Testgerät vorliegen haben. Fitbit gibt für die Markteinführung „Frühjahr 2021“ an.

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6 Kommentare

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  • rec vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Hauttemperatur ? Gibts dazu eine Quelle ? Bisher hab ich nur von Spo², HF und Bewegungssensor gelesen.


    • Stefan Möllenhoff
      • Staff
      vor 5 Monaten Link zum Kommentar

      Aus der Pressemitteilung:
      „Luxe gibt Konsumenten Zugang zu den zahlreichen Fitbit-Angeboten für Gesundheit und Wohlbefinden, um einen ganzheitlichen Ansatz für eine gesunde Lebensweise zu unterstützen. Mit dem Health Metrics-Dashboard können Nutzer in der Fitbit-App Veränderungen in ihrem Wohlbefinden verfolgen und so die Trends bei ihren Ausgangswerten besser verstehen und potenzielle Warnzeichen für Erkrankungen erkennen. Dies wird ermöglicht durch Daten zu Atemfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Ruheherzfrequenz, Hauttemperaturschwankungen sowie in Kürze auch Sauerstoffsättigung (SpO2).“

      rec


  • Jörg W. vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Hatte die Charge 2 und 3 . Die 2er war (in meinen Augen ) die letzte die man kaufen konnte . Die 3er hatte Display Probleme (Streifen ) habe mir dann die 4er gespart , weil mehrere Leute im Bekanntenkreis damit überhaupt nicht zufrieden waren und sind (ungenaue Werte ) . War auch mit ein Grund warum ich zu Apple gewechselt bin da funktioniert alles wie es sein soll .


    • Stefan Möllenhoff
      • Staff
      vor 5 Monaten Link zum Kommentar

      Ich fürchte auch, dass sich Fitbit damit nicht gerade einen Gefallen tut, zumal die Konkurrenzprodukte von Honor, Xiaomi & Co. in den vergangenen 2-3 Jahren echt einen großen Schritt nach vorne gemacht haben und nur einen Bruchteil kosten.


  • paganini vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Mit dem Premium Service hat sich Fitbit echt keinen Gefallen getan. Ich habe die Sense und nutze sie ab und zu aber auch nur weil ich sie gewonnen bekommen habe. Das Teil würde ich mir nie kaufen. Man zahlt 250€ und dazu noch monatlich? Ne Danke. Bedienung ist da auch alles andere als gut (ruckeln etc). Da war die AW 5 mehrere Ligen weiter oben


    • Stefan Möllenhoff
      • Staff
      vor 5 Monaten Link zum Kommentar

      Bin ich ganz bei Dir. Wenn man die sechs Monate Premium haben möchte, muss man bei der Bestellung gleich anklicken „Ich will Premium kostenlos haben“ – und dann ein Zahlungsmittel hinterlegen, damit sich das dann schön verlängern kann, wenn man nicht aufpasst. Ich mag Fitbit, aber die Strategie finde ich einfach nicht cool, gerade bei so hochpreisigen Produkten.

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