Hoffnung für Huawei: Sind vielleicht schon beim P50 wieder Google-Dienste an Bord?

Hoffnung für Huawei: Sind vielleicht schon beim P50 wieder Google-Dienste an Bord?

Unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden besteht plötzlich wieder die Hoffnung, dass Huawei von der schwarzen Liste der US-Administration verschwinden könnte. Bedeutet das, dass wir noch auf ein Huawei P50 mit Google-Diensten hoffen dürfen?

Zwei Dinge standen fest, lange bevor Joe Beiden als neuer US-Präsident vereidigt wurde: Auch ein Regierungswechsel bedeutet keine grundlegend andere China-Politik der USA – und ja, der Bann hat Huawei bereits empfindlich getroffen.

Da spielst du als Hersteller in der allerersten Smartphone-Liga und machst den Platzhirschen Apple und Samsung richtig Dampf unterm Hintern und wirst dann durch so einen kruden Bann der US-Regierung komplett aus dem Rennen genommen. Das ist ein Unding, aber einem Reuters-Bericht zufolge besteht die Hoffnung, dass diese Ungerechtigkeit bald wieder korrigiert werden könnte. 

Huawei-Bann wird überprüft

Nach wie vor besteht kein Zweifel daran, dass die US-Administration sein Volk beschützen will und das schließt ausdrücklich den Schutz vor China mit ein. Dementsprechend unterstrich Gina Raimondo, die von Joe Biden zur Wirtschaftsministerin nominiert wurde, dass auch sie dafür sorgen möchte, dass das eigene Volk vor dem Einfluss Chinas geschützt wird, was insbesondere für die Unternehmen ZTE und Huawei gilt. 

Die Gouverneurin von Rhode Island machte aber auch deutlich, dass sie den Bann Huaweis nochmal genau unter die Lupe nehmen möchte. Auf Nachfrage des Senators Ted Cruz wollte die kommende Verantwortliche fürs Handels-Ressort ihm nicht zusichern, dass Huawei weiterhin auf der Blacklist bleiben wird. 

Das bedeutet, dass der ganze Sachverhalt nochmal genau überprüft wird und dass sich Raimondo dazu sowohl mit Politikern als auch der Industrie austauschen wird. Es dürfte klar sein, dass die Frau dafür von den Republikanern unter Beschuss genommen wird, aber das wird sie nicht davon abhalten, ihrem Job nachzugehen. Selbst, wenn die Frau, die noch vom Senat für ihr Amt bestätigt werden muss, Huawei wieder von der schwarzen Liste nimmt, dürfte es noch eine Weile dauern, bis alles wieder beim Alten ist. 

Hoffnung fürs Huawei P50?

Sollte der grobe Kurs aber feststehen und Huawei nicht mehr als das personifizierte Böse betrachtet werden, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass die US-Administration dann weniger streng agiert, was die Verbindungen zwischen US-Unternehmen und Huawei angeht. Sollte es also in absehbarer Zeit eine Sondergenehmigung für Google geben, könnte vielleicht sogar noch das kommende Flaggschiff P50 vom neuen US-Kurs profitieren. Das würde bedeuten, dass sich da dann wieder die für die westliche Welt so wichtigen Google-Dienste auf dem Smartphone der Chinesen einfinden würden. Spätestens damit wären dann auch die Gerüchte vom Tisch, dass Huawei seine Marken-Aushängeschilde auslagern könnte.

In welchem Maße sich die Erfolgsaussichten für dieses Smartphone speziell, aber auch auf den Konzern als Ganzes auswirken könnten, können wir uns vermutlich alle vorstellen, oder? Was glaubt Ihr? Wie schätzt Ihr die Chancen ein, dass die USA sich tatsächlich umentscheiden und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass schon das P50 davon profitieren könnte? Schreibt es uns in die Comments! 

Via: Notebookcheck Quelle: Reuters

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Top-Kommentare der Community

  • Pit123 vor 4 Monaten

    Der Huwawei Bann war zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt. Eine Konkurrenz für dieselben Datenspionage zu sperren, die du selber seit Jahren offensichtlich zelebrierst, kannst du nicht begründen.

    Auch Huawei macht sehr gut bis Weltklasse Smartphones mit Top Kameras.

  • Peter K. vor 4 Monaten

    In fast jeder Computer- oder Technikzeitschrift gibt es Artikel wie: Was "Google/Facebook und WhatsApp alles über dich weiß. Halte die Sanktionen nicht für gerechtfertigt. Man sollte nicht mit Steinen werfen wenn man im Glashaus sitzt.

  • Carsten Drees
    • Staff
    vor 4 Monaten

    Man muss Huawei hier definitiv auf die Finger hauen, wenngleich meinem Verständnis nach die besagte Software ja sowieso auf verschiedene Ethnien ausgelegt ist. Ich will da aber nichts schönreden, das ganze Uiguren-Thema und wie in China damit umgegangen wird, ist mehr als unappetitlich.

  • Carsten Drees
    • Staff
    vor 4 Monaten

    Sehe ich komplett genau so - es gibt US-Unternehmen, da weiß man, dass die Geheimdienste Backdoors nutzen konnten, bei Huawei konnte man das bis heute nicht nachweisen. Von Anfang an fand ich es auch nicht angemessen, sich im Wesentlichen auf Huaweis Netzwerktechnik zu beziehen und die Smartphone-Sparte dafür bluten zu lassen. Das wirkt wenig konsistent.

23 Kommentare

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  • Es gab nie einen Grund für den Bann, nur Behauptungen. Das Huawei wieder wie alle anderen Hersteller Zugriff zu Google bekommen ist nur fair. Vielleicht sollte Google die USA auch ganz verlassen.


    • Sorry dass ist nicht richtig! Du kannst ja mal alle Beiträge von Apit zu Npit in der Suche durchforsten und Dich erneut informieren. Sehr interessant sind auch die Kommentare der Leser hier.

      Neben den zahlreichen Spionagevorwürfen und den bestätigten Verbindungen zur KP rückte dann zuletzt eine Gesichtserkennungssoftware in den Focus.

      Hierzu mal ein Schnipsel aus einen Tagesthemenbericht:

      „Überraschend sei das Ganze aber nicht für sie, sagt Maya Wang, die China-Expertin von Human Rights Watch. "Das passt ins Bild. Denn die chinesischen Sicherheitsbehörden überwachen und verfolgen schwerpunktmäßig Uiguren", sagt Wang. "Uiguren und andere Minderheiten in China werden vom Ministerium für Öffentliche Sicherheit als 'Fokus-Gruppen' bezeichnet. Das passiert seit Jahren. Diese neue Technologie unterstützt nun einfach das, was die Polizei in China bereits macht." Huawei hat die Vorwürfe zurückgewiesen, die Existenz der Technik aber bestätigt. Das System sei nur ein Test gewesen und werde nicht angewendet, erklärte ein Sprecher. Das fragliche Dokument wurde inzwischen von der Huawei-Webseite entfernt.“

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Technologie dessen Entwicklung sicherlich viel Geld gekostet hat nicht einfach so verschwindet. Aber bilde Dir ruhig Deine Meinung selbst. Ich persönlich werde mir nicht mehr so schnell ein Huawei kaufen.

      Es gibt sehr viel was weiterhin gegen Huawei spricht. Sowas werde ich nicht noch finanzieren.


  • In China kann kein Konzern entstehen und auch wachsen ohne Zustimmung der Regierung, in wieweit dann dort auch im Sinne der Regierung gearbeitet wird, bleibt dahingestellt. Nicht nur die "Uigurensoftware", sondern auch der Umgang mit Hongkong und die Kriegserklärung gegen Taiwan sollten zum Nachdenken anregen. China ist inzwischen ein sehr mächtiges, expansives Land, wo Demokratie und Menschenwürde nur Floskeln sind. Ob ich so etwas durch einen Smartphonekauf etc unterstütze?! Nein, ganz sicher nicht! Man sollte inzwischen schon mehr als den SmartphoneTunnelBlick haben.


  •   28
    Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Die Google Dienste braucht es nicht wirklich. Huawei hat in den letzten Monaten schon viel getan. Google Dienste sind nur noch nice to have aber kein Muss mehr.


  • In fast jeder Computer- oder Technikzeitschrift gibt es Artikel wie: Was "Google/Facebook und WhatsApp alles über dich weiß. Halte die Sanktionen nicht für gerechtfertigt. Man sollte nicht mit Steinen werfen wenn man im Glashaus sitzt.


  • Ich bin strikt gegen die Aufhebung der Sanktionen. Dann ist Huawei wenigstens gezwungen, eine ernsthafte Alternative zum Monopolisten Google Play Services zu entwickeln. Und vielleicht findet Huawei noch ein paar Mitstreiter / Mitentwickler. Und wenn es dann eine Alternative gibt, kann Google nicht mehr so einfach seine Marktmacht zum Nachteil der Kunden ausnutzen. Und bitte lasst mich mit Euren drögen Spionagevorwürfen in Frieden. JEDER spioniert jeden aus bzw, trackt einen.


    • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Ich denke das wird auch mit einer Aufhebung passieren, denn Huawei (und alle anderen Android-Hersteller) haben jetzt gesehen, wie schnell das geht und wie abhängig man von Google geworden ist


  • Ja die Amos spionieren uns auch aus, wir habens verstanden. Aber ehrlich, lieber die USA also die eine kommunistische Diktatur mit Arbeitslagern.

    Gelöschter Account


    • Einem Insassen von Guantanamo wird egal sein, ob das "Waterboarding" von einem Kommunisten oder einen Kapitalisten durchgeführt wird.


      • Ich weiß die Meinung ist radikal, aber ich sehe einen Unterschied zwischen Terroristen in Guantanamo und Millionen Menschen in Arbeitslagern.


      • Folter ist auch gegenüber Terroristen ungesetzlich, sogar in den USA, deshalb ist Guantanamo auch ein exterritoriales Gebiet der USA auf Kuba, womit Rechte der Gefangenen, die sie in den USA hätten, nicht angewendet werden müssen.
        Darüber hinaus gibt es Beispiele für Gefangene, die erwiesenermaßen unschuldig in Guantanamo saßen, und dennoch gefoltert wurden (z.B. Fall Kurnaz).
        Nicht zuletzt beruft sich auch die chin. Regierung darauf, dass auch in den dortigen Lagern zumindest teilweise Terroristen einsäßen. Dies erscheint nicht ganz unplausibel, da es Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region gibt, und man annehmen kann, dass diese nicht immer gewaltfrei sind.
        Letztlich haben die chin. Lager zwar ganz andere Dimensionen als Guantanamo, aber dessen Existenz, sowie die Existenz ähnlicher Lager während des dritten Irak-Krieges wie Abu-Ghuraib, in denen gefoltert wurde, zeigen, dass man zu den selben Methoden bereit ist, wenn es dem eigenen Vorteil dient.
        Derartige Lager gehören grundsätzlich aufgelöst, in China, aber eben nicht nur dort.


  • Es wäre infach zu schön wieder Google auf den Smartphones zu sehen. Ich selber glaube da einfach nicht mehr dran. Einzig Harmony OS könnte erfolgreich werden.


  • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Ich glaube kaum, dass es dahingehend eine Entscheidung gibt, bis das P50 kommt. Huawei stellt die P-Reihe gewöhnlich zwischen März und Anfang Mai vor. Es wäre denke ich viel zu kurzfristig, um dort schon mit den Diensten zu rechnen, wenn man jetzt, Ende Januar, erst damit anfängt zu debattieren, ob man den Bann lockert.


  • Toll für Huawei. Jetzt können sie ihre Uiguren-Erkennungs-Software auf andere Ethnien ausweiten und sich sich bei den Bolsonaros, Orbans und Gaulands dieser Welt anbiedern. Dieses Huawei-Zeug kommt mir nicht mehr ins Haus, obwohl ich die Handys früher gern genutzt habe.


    • Carsten Drees
      • Staff
      vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Man muss Huawei hier definitiv auf die Finger hauen, wenngleich meinem Verständnis nach die besagte Software ja sowieso auf verschiedene Ethnien ausgelegt ist. Ich will da aber nichts schönreden, das ganze Uiguren-Thema und wie in China damit umgegangen wird, ist mehr als unappetitlich.


    • Sarah vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Du weißt aber schon, dass es die selbe Technik ist, die für Gesichtsentsperrung und Beauty-Modus verwendet wird? Die gibt es somit bei jedem Hersteller der so etwas anbietet.
      Die Frage ist natürlich, wofür die Technik eingesetzt wird aber die Technik selbst findet du nicht nur bei Huawei.


    •   28
      Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Das wird Huawei herzlich egal sein ob du aus politischen Gründen kein Huawei mehr kaufst. Ich finde es aber fragwürdig, genauso wie man plötzlich eine Fußballmanschaft hasst nur weil ein Spieler Homosexuell ist? 🤦‍♂️


      • Die bringen uiguren um... Und das soll mit ein Homo verglichen werden.. Bistndu noch dicht...


      • Sarah vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Huawei bringt niemanden um. Sie haben in einem Test eine Gesichtserkennungssoftware auf Uriguren abgestimmt. Das ist in China hinsichtlich der Verfolgung dieser muslimischen Volksgruppe bedenklich. Aber in allem Berichte war nur von einem Test die Rede, niemand hat bisher von einem in Einsatz befindlichem Produkt berichtet. Ich glaube zudem, dass Huawei die internationale Kritik eine Lehre gewesen ist, sodass man da auch nicht weiterarbeiten wird. Viele Regierungen suchen derzeit schließlich nur nach einem Anlass, um Huawei zu verbieten. So dumm ist Huawei nicht, sich hier die Finger zu verbrennen.

        Also ja, Huawei hätte so einen Test nicht machen dürfen aber von jemanden umbringen ist das doch noch ein ganzes Stück entfernt, solange es nicht wirklich eingesetzt wird. Sollte dies der Fall sein finde ich auch, dass man Huawei nicht mehr kaufen sollte und man kann gewiss sein, dass das bekannt würde, irgendwo lässt immer jemand für ein paar Dollar was durchsickern.

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