Rettung für P50 & Mate 50: So könnte Huawei die Google-Services zurückbringen

Update: Dementi von Huawei
Rettung für P50 & Mate 50: So könnte Huawei die Google-Services zurückbringen

Nachdem wir früher am Tag schon darüber berichteten, dass Huawei nun angeblich auch den Abschied der P- und Mate-Serie erwägt, gibt es nun direkt ein Dementi der Chinesen. 

In der Tech-Medien-Bubble brodelte es in den letzten Stunden bezüglich der Aussicht, dass Huawei ähnlich wie bei Honor nun auch die Mate- und P-Serie auslagern könnten. Entsprechende Informationen hatte Reuters exklusiv erhalten. Jetzt wendet sich Huawei seinerseits aber an chinesische Medien und erklärte deutlich, dass an diesem Gerücht gar nichts dran ist. Gegenüber China Daily erklärte ein Huawei-Sprecher:

An diesen Gerüchten ist überhaupt nichts dran. Huawei hat keine solchen Pläne. Wir bleiben unserem Smartphone-Geschäft voll und ganz verpflichtet und werden weiterhin weltweit führende Produkte und Experiences für Verbraucher auf der ganzen Welt liefern.

Manchmal muss ein deutliches Dementi nicht zwingend bedeuten, dass an einem Gerücht tatsächlich so gar nichts dran ist, daher sollten wir das ruhig mal weiter im Auge behalten, was da bei Huawei diesbezüglich passiert.

Ursprüngliche News vom 25. Januar 2021:

Wie Reuters in Berufung auf zwei Quellen berichtet, sollen die Pläne zum Verkauf von Huaweis P- und Mate-Smartphones intern bereits seit September 2020 diskutiert worden sein. Als Käufer nennt man derzeit ein Konsortium aus Investoren, die von der Regierung in Shanghai unterstützt werden. Die geheimen Gespräche mit dem Konsortium laufen angeblich schon seit Monaten. Eine finale Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.

Gegenüber Reuters sagte ein Huawei-Sprecher, dass man die Gerüchte ebenfalls gehört habe. Gleichzeitig dementierte man sie aber mit den Worten: "Huawei hat keinen derartigen Plan".

Verkauf der Mate- und P-Serie: Vorbild Honor

Sollten sich die angeblichen Pläne dennoch bewahrheiten, könnte sich eine mögliche Wiederholung des Honor-Verkaufs anbahnen. Der neue Eigentümer ist hier ebenfalls ein Konsortium, welches von der Regierung in Shenzhen unterstützt wird. Durch den Verkauf konnte Huawei in gewisser Hinsicht einen Ausweg aus dem Handelsembargo mit den USA erreichen. Denn erst vor einigen Tagen kündigte Honor Partnerschaften mit Intel und Qualcomm an.

NextPit Huawei Mate 40 Pro back
Im Test überzeugte das Mate 40 sehr, doch ist die Zukunft der Smartphones sehr ungewiss. / © NextPit

Eine derartige Zusammenarbeit ist für die P- und Mate-Smartphones unter Huawei derzeit nicht möglich, da die US-Sanktionen dies verbieten. Reuters vermutet aufgrund der angeblichen Pläne zum Verkauf, dass Huawei keine großen Hoffnungen hat, dass sich die Restriktionen unter der Biden-Regierung bessern werden.

Rettung oder Ende für die P- und Mate-Serie?

Ein Verkauf der einst sehr beliebten Smartphone-Reihen wirkt zunächst wie ein Abschied Huaweis aus der Premium-Klasse. Allerdings könnte die Trennung von der P- und Mate-Serie künftige Modelle wieder konkurrenzfähig machen und somit die Smartphone-Serien am Leben behalten. Denn ohne die Bindung an Huawei könnten neue Smartphones, zum Beispiel ein P50 oder ein Mate 50, wieder mit den Google Services ausgestattet sein und auch über aktuelle Hardware verfügen.

Die beiden Reuters-Quellen sagten diesbezüglich, dass fehlende Lieferungen der Smartphone-Chips die Motivation für die neuen Verkaufspläne seien. Huawei hatte sich zwar einen entsprechenden Vorrat angelegt, Analysten sprechen aber schon jetzt davon, dass das aktuelle P40 und Mate 40 unter "schwerwiegenden Komponentenmangel" leiden. Counterpoint Research erwartet daher einen kontinuierlichen Rückgang der Verkaufszahlen für das erste Quartal 2021.

Wie schätzt Ihr die Zukunft der beiden Smartphone-Serien ein? Ist Huaweis Entscheidung ein cleverer Schritt oder eher ein Versuch der Verzweiflung? Teilt es uns in den Kommentaren mit!

Quelle: Reuters

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11 Kommentare

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  • Klingt zumindest plausibel. Aber im Endeffekt ist es wichtig das der Kunde nicht der Verlierer ist. Von Huaweis P und M Reihe ist man in den letzten Jahren immer gewohnt das sie ganz oben stehen. Ich würde mir wünschen das es einfach weiter geht und Huawei das abliefert wie bisher.


  • Google bin, Google her - das Schließen des Bootloaders und die zunehmend arroganten Beschränkungen wie das Blocken Huawei-fremder Launcher machen Huawei für mich persönlich eher zum Auslaufmodell.


    • Wieso? Nova Launcher Prime läuft auf dem p40 pro ohne Probleme, auch ohne Google Dienste.


    • Die Launcher sind meines Wissens nur bei den chinesischen Geräten geblockt. In China gibt es wohl große Probleme mit Schadsoftware die man sich mit vielen der dortigen Launchern auf die Geräte holt.


  • Ich halte das für Quatsch. Wie sollte Huawei nur seine Flaggschiffe verkaufen. Bei Honor war es eine komplette weitgehend selbständige Tochterfirma. Aber wie soll man nur die Flaggschiffe verkaufen? Was verkauft man da? Die Technik? Welche genau, die verändert sich schließlich mit jedem Modell.

    Die Namensrechte? Die sind schnell wertlos, wenn Huawei da nichts neues mehr entwickelt und eine neu gegründete Firma wird das niemals von heute auf morgen so einfach fortführen können. Ganz zu schweigen, dass auch die Kooperation mit Leica und anderen wichtigen Partnern nicht mal ebenso übertragbar sein dürfte.

    Was könnten da sonst verkauft werden? Die Produktion? Auch nicht realistisch, die wird sehr wahrscheinlich auch für andere Modelle gebraucht.

    Oder die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Halte ich auch nicht für realistisch. Schließlich braucht man immer was Neues, sonst ist man in dem Geschäft schnell weg.

    Dementsprechend erscheint mir das ein sinnfreies Gerücht. Die Flaggschiffe sind Teil des Ganzen, die kann man nicht einfach rausnehmen und separat verkaufen. Wenn überhaupt, dann könnte Huawei sein komplettes Smartphongeschäft verkaufen und nur noch Sendeanlagen bauen. Das glaube ich aber angesichts der Anstrengungen, die da jetzt mit HarmonyOS, eigenen Diensten und eigenen Store gerade unternommen werden erst recht nicht.


    • Und vor allem, warum sollte Ottonormalkunde ein Soundso P50- oder wie immer es dann heißen mag- kaufen?
      Man kann ja schlecht Werbung damit machen, dass die Vorläufer von Huawei sind. 🥴

      Huawei hatte sich über Jahre einen guten Namen aufgebaut, das geht nicht von heute auf morgen.

      Ein gänzlich unbekanntes Produkt wird doch meist lediglich von den Nerds gekauft - WENN das Preis/Leistungsverhältnis stimmt.

      Und bei dem hin und her mit Google würde ich nicht mal dafür die Hand ins Feuer legen


      • Wenn, würde man den Namen mitverkaufen, mit Entwicklungslabors, Fertigungsstätten und allem was dazu gehört. Huawei stände dann noch auf den Geräten, sie würden auch noch von den selben Leuten entwickelt und gefertigt, sie gehörten aber zu einer anderen Firma oder Investorengruppe. So was gab's schon bei Nokia, aber auch bei den Nachfolgefirmen der alten AEG, wobei manchmal auch nur der Name verkauft wurde, nur die Entwickler oder Fertiger oder auch Kombinationen davon.


      • Nokia hat aber nicht den Rattenschwanz an Restriktionen gehabt, den der Name Huawei hinter sich herzieht.
        Ich glaube nicht, dass sie auf diese Weise die Amis dazu bekommen könnten diese aufzuheben, und das wäre ja wohl der Sinn der Aktion.


  • Wenn das so läuft, dann ist für mich Huawei gestorben


  • Hört sich für mich nach einem Konstrukt an und wird vermutlich nicht dazu beitragen, die Situation zu ändern. Dieses ganze Hin- und Hergeschiebe macht alles nur noch undurchsichtiger.

    Tim


  • Klingt wirklich nach einer Notlösung und ich habe meine Zweifel, dass man damit wieder auf dem Nicht-chinesischen Markt wieder besser Fuß fassen könnten. Schließlich besteht das Risiko, dass der Bann dann vielleicht ausgeweitet wird oder ähnliches und dann haben die Geräte wieder keine Dienste.
    Für China hilft das sicherlich, weil sie wieder gute Hardware verbauen können. Aber die Play Dienste sind dort ohnehin egal.

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