EU stimmt für "Recht auf Reparierbarkeit" – das soll sich ändern

EU stimmt für "Recht auf Reparierbarkeit" – das soll sich ändern

Das EU-Parlament hat sich mit einer großen Mehrheit für ein „Recht auf Reparatur“ entschieden. Damit will man unter anderem der geplanten Obsoleszenz entgegenwirken.

Wie in der Pressemitteilung des Europäischen Parlaments zu lesen ist, ist das Ziel der jüngsten Entschließung die „Förderung von Wiederverwendung und Reparaturen“. Gleichzeitig will man auch etwas gegen die Verkürzung von Lebensdauern unternehmen. Die Entschließung wurde mit 395 zu 94 Stimmen angenommen, 207 Abgeordnete enthielten sich.

Konkret wollen die Parlamentarier erreichen, dass beispielsweise Sicherheitsupdates für bestimmte Geräte über den gesamten Zeitraum der geplanten Lebensdauer verfügbar sein müssen. Unerwartete Leistungsverluste sollen ebenfalls in dieser Zeit nicht vorkommen.

Um die Reparaturen von Geräten zu fördern, soll es außerdem eine längere Garantiedauer geben. Dazu gehören auch „garantiert erhältliche Ersatzteile und besserer Zugang zu Informationen über Reparatur und Wartung“. Die Reparaturspezialisten von iFixit zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Frankreich will etwa im Januar ein entsprechendes Label einführen, auf dem die Reparierbarkeit von Smartphones, Laptops und anderen Geräten dargestellt wird. In Österreich sollen Steuern für diese Dienstleistungen reduziert werden.

Neuer Aufruf für einheitliche Ladegeräte

Gleichzeitig ruft das Parlament erneut dazu auf, dass Hersteller ein einheitliches System für Ladegeräte anbieten. Hintergrund ist es auch hier, den Elektroschrott zu reduzieren.

Diesbezüglich gab es in der Vergangenheit Diskussionen, da Apple beispielsweise beim iPhone auf den eigenen Lightning-Stecker setzt. Das Unternehmen bietet aber entsprechende Ladekabel an, die sich mit USB-C-Netzteilen nutzen lassen. Bei aktuellen Modellen werden diese auch ab Werk mitgeliefert. Ein Netzteil findet sich aber seit dem iPhone 12 nicht mehr in der Verpackung.

Die Abgeordneten fordern des Weiteren, dass Produkte und Dienstleistungen eine Kennzeichnung erhalten sollen, die Informationen über die geschätzte Lebensdauer bieten. Damit sollen nicht nur gebrauchte Geräte, sondern auch bessere Praktiken bei der Fertigung gefördert werden.

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Top-Kommentare der Community

  • René H. vor 1 Monat

    Ja, das muss man. Sonst läuft nichts.

  • Black Mac vor 1 Monat

    Das mit den Ladegeräten ist Schnee von gestern. Nachdem Apple die ganze Prügel fürs Weglassen eingesteckt hat, folgen die Mitläufer und werden ebenfalls verzichten – jetzt natürlich, ohne die gleiche Prügel zu beziehen. Alles ist wie immer. 🤷🏼

44 Kommentare

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  • Es wäre besser strenge EU-Gesetze zur Nachhaltigkeit zu erlassen, damit allgemein Elektronik länger verwendet werden kann!

    Smartphones waren bis 2015 teilweise klasse zum Reparieren und Samsung hat auch nen IP-Schutz gehabt trotz Wechselakkus 📱👍

    Danach kamen fast nur die geklebten Flundern wo ein Displaytausch einen wirtschaftlichen Totalschaden gleichkommt... 😟

    Auch bei Notebooks geht die Reparierbarkeit zurück mit verlötetem RAM, SSDs und umgedrehten Mainboard 💻😟

    Ein Tipp für längeres Akkuleben ist zum Glück noch übrig: "Weniger oft Fast-Charging verwenden!🔋"


  • Das wird Apple einen dicken Dämpfer verpassen. Die neuen Geräte sind ja schon fast kriminell gegen reparieren geschützt. Selbst wenn die Teile nur aus einem anderen Modell stammen (also sogar wenn es Originalteile sind!) verliert man zig Funktionen oder die Funktionalität im Gesamten. Drittanbieterreparaturen sind also nicht mehr nutzbar, da man die neu eingebauten Teile als Originalteile im System eintragen muss, was wohl nur Apple kann.. Da zeigt sich wieder mal wie scheinheilig Apple sind, labern von Nachhaltigkeit, da wo man es nicht sieht kann man aber ruhig darauf scheißen. Hier sieht man wunderbar was für verkorkste Maßnahmen getroffen wurden um Reparaturen zu verhindern: https://www.youtube.com/watch?v=FY7DtKMBxBw


  • Was nützt einem das super duper Smartphone komplett aus Glas, wenn es so rutschig wie nasse Seife ist und man es eh in ne Hülle packen muss? Dann lieber eine abnehmbare Rückseite mit dichtung, aber ein Hauch weniger übertriebener Eleganz


  • Was muß denn repariert werden? Das Display doch wohl fast ausschließlich. Wie wäre es mit Mobiltelefonhalter-Schein und einem Runterschmeißregister. Wer 3 Ersatzdisplays innerhalb von 18 Monaten braucht, muß den Schein für 3 Monate abgeben und kann selbstverständlich solange auch kein neues Mobiltelefon kaufen.🥴


    • Es geht um Nachhaltigkeit. Also nicht nur Display. Überwiegend betrifft es den Akku. Und natürlich geht es auch um einen modularen Aufbau. Es wäre doch schön wenn man z.B. den USB-Anschluß einfach tauschen könnte, auch ohne das Gerät erst mit dem Heißluftfön bearbeiten und dann umständlich rumlöten zu müssen.


  • Das wird so ausgehen wie mit dem Ende der Sommerzeitumstellung. Erst was Gutes beschliessen für den Beifall der Öffentlichkeit, dann passiert bis zum Nimmerleinstag nichts mehr.


  • Nachhaltigkeit schön und gut.... aber mal wieder in Firmenpolitik eingreifen geht meiner Meinung nach gar nicht.... muss man den wirklich ALLES gesetzlich regeln.... ??? Das gleiche (off-topic) mit Frauenquote und vielen anderen Dingen.... überall wird sich eingemischt


  • Ein Anfang wäre, den Akku austauschbar zu machen. (für den Laien)
    Es ist echt beachtlich wieviele Leute sich nach ein bis zwei Jahren ein neues Gerät kaufen nur weil der Akku schwach und/oder ganz platt ist.
    Aber dass das EU Parlament das schonmal thematisiert ist schonmal ein Anfang. 👍


    • dazu müsste der Akku dann wieder aus einem Stück sein. Mittlerweile wird er ja in den freien Stellen im Gerät verteilt


      • Ja das ist richtig. Aber auch nur eine Designsache.


      • @Phonator
        Ich hoffe das passiert nicht, da mir die IP Zertifizierung wichtiger ist als ein austauschbarer Akku


      • Da geb ich Dir Recht, das ist mir auch sehr wichtig aber wenn wir jetzt mal zurück denken ins Jahr 2014 wo Samsung mit dem Galaxy S5 eine IP Zertifizierung plus Tauschbaren Akku ermöglicht hat indem der Akkudeckel eine Gummidichtung am Deckel hatte.

        Also technisch ist fast alles möglich, nur der Wille der Hersteller muss da sein. 🙂


      • @paganini
        <<< da mir die IP Zertifizierung wichtiger ist als ein austauschbarer Akku >>>
        Auch mit Wechselakkus kann man IP-Zertifizierte Geräte herstellen. Die Uhrenhersteller können das doch auch, und die gehen bis 500 Meter (50 bar Druck). Also komm jetzt nicht mit "Wechselakkus ermöglichen keine IP-Zertifizierung". Es muss ja kein abnehmbarer Deckel sein. Eine leichte Austauschbarkeit ist auch mit einem verschraubten Gehäuse möglich. Dann muss/sollte es zwar ein (ausgebildeter) Händler machen (wie bei Armbanduhren), aber wenigstens wären Gehäuse und Akku nicht verklebt.


      • Naja man hat aber nicht die „Tiefen“ geschafft die es heutzutage gibt. 6 Meter waren damals nicht möglich. Ja ich hatte auch solche Geräte und sie waren wasserdicht aber ich brauche einen Wechselakku nicht mehr vor allem ist das eher eine Umweltverschmutzung, meiner Meinung nach


      • Aber wenn die Hersteller wollten würde es gehen, auch ohne alles zu verkleben. M.E. würde das gehen. Der Austausch wäre dann aber nur etwas für eine "Fach"-Werkstatt (inklusive Tausch der Dichtungen), nicht für den Anwender zuhause. Der Nachteil wäre, dass die Dichtungen regelmäßig (alle 2 bis 3 Jahre) getauscht werden müssten/sollten.


      • @paganini
        Naja aber wer benutzt den sein Handy in so einer Tiefe. Ich denke doch die wenigsten oder. Und warum ist sagen wir mal nach 2 Jahren den Akku zu tauschen eine größere Umweltverschmutzung als sich alle 2 Jahre ein neues Handy zu kaufen? Ich habe mein Note4 vier Jahre benutzt weil ich nach zwei Jahren einfach den Akku gewechselt habe. Das ging dann beim Note8 nicht mehr. Und wenn der Leistung seine Leistung verliert brauch ich es auch nicht in der Familie weiter geben. Und wie schon geschrieben. Man könnte ihn ja vielleicht auch günstiger wechseln lassen wenn er nicht verklebt ist sondern die Rückseite verschraubt wäre.


      • Na gut, bei IP67 oder 69 (eventuell mit Zusatzkennung) geht es ja weniger um Untertauchen, sondern z.B. auch um Schutz vor Hochdruck. Aber welcher Privatanwender nutzt sein Smartphone schon während einer Hochdruckreinigung. Aber es gibt auch Menschen die ihr Smartphone im strömenden Regen nutzen, oder sogar in der Badewanne (da kann das Smartphone schon mal länger tauchen als 3 Sekunden), und die brauchen eben IP69. ;)


      • "...bis 500 Meter (50 bar Druck). ..."

        Man könnte aber auch die Uhr mit ins U-Boot nehmen, anstatt sie außen vor's Bullauge zu kleben.🤪

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