Vorbild Apple: Google soll an Tracking-Schutz für Android arbeiten

Vorbild Apple: Google soll an Tracking-Schutz für Android arbeiten

Wie Bloomberg aktuell berichtet, soll nach Apple nun auch Google an einer Tracking-Transparenz-Regelung arbeiten, um Daten der Android-Nutzer besser schützen zu können. 

  • Google plant laut Bloomberg Datenschutzsystem für Android  
  • Realisiert möglicherweise per "Privacy Sandbox"
  • Weniger strikt als Apples App Tracking Transparency

Bloomberg hat mit Quellen aus den Reihen Googles sprechen können, die davon berichten, dass das Unternehmen an einer Android-Alternative zu Apples Datenschutzsystem arbeitet, welches auf iOS-Devices ab iOS 14.5 greifen wird. Es wird kolportiert, dass sich die Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium befinden, das geplante System dabei aber weniger restriktiv sein soll als Apples App Tracking Transparency. Lest dazu auch Antoines Artikel, der erklärt, wie Apple den Datenschutz bei App-Downloads verbessern will.

Wie Ihr ja sicher mitbekommen habt, positioniert sich vor allem Facebook sehr deutlich gegen Apples Vorgehensweise und hält das freie Internet für bedroht. Dass sich ausgerechnet Facebook dabei als Retter des Internets aufspielt, halte ich schlichtweg für einen Witz und die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Scheinheiligkeits-Torte. Worum es detailliert bei diesem Nutzerdaten-Beef zwischen Apple und Facebook geht, hat Euch Ben kürzlich ausführlich erklärt. 

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Wie wird wohl Googles Antwort auf Apples Datenschutz-Vorstoß aussehen? / © NextPit

Da Google in den letzten Jahren über 100 Milliarden Dollar an jährlichen Werbeeinnahmen erwirtschaftet hat, gilt es bei diesem Tracking-Schutz sehr sorgfältig auszubalancieren zwischen dem Schutz für die Nutzer und den Interessen der Werbekunden. Das Ziel lautet also: Besserer Datenschutz für jeden Android-Nutzer, ohne die Unternehmen zu verprellen.

Tracking-Schutz per "Privacy Sandbox"?

Wie Google das technisch lösen wird, vermochte der Bloomberg-Bericht noch nicht abschließend zu klären. Denkbar wäre jedoch ein ähnlicher Ansatz wie beim derzeit getesteten Sandbox-System, welches Google für den Chrome Browser entwickelt hat. Dieses "Privacy Sandbox" getaufte System verlagert das Targeting in den Browser und sorgt dafür, dass die Werbekundschaft nicht mehr auf die jeweiligen Nutzeridentitäten zugreifen kann, sondern lediglich auf gemeinsame Interessengruppen. Laut Bloomberg ist diese "Privacy Sandbox" zumindest ein Ansatz, der bei Google intern erörtert wird.

Dass Google so konsequent vorgeht wie Apple und wie für iOS angedacht eine explizite Zustimmung des Nutzers zum Daten-Tracking zu verlangen, ist hingegen nicht zu erwarten. Wie gesagt hat Google sicher im Hinterkopf, den Datenschutz zu verbessern, ohne die App-Entwickler und Werbekunden zu verschrecken und die Zukunft muss zeigen, ob die Kalifornier diesen Kompromiss so hinbekommen, dass alle Seiten gut damit leben können. 

Während Apples Transparenz-Vorstoß schon bald für die Nutzer von iOS 14.5 greifen wird, steht ein Start der Android-Alternative erst noch in den Sternen. Wenn der Bericht richtig liegt und derzeit selbst die Vorgehensweise noch intern besprochen werden muss, dürfte es noch ein weiter Weg sein, den Google zu gehen hat, bis Android-Nutzer ein solches Äquivalent auf ihrem Smartphone vorfinden.

Via: Engadget Quelle: Bloomberg

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10 Kommentare

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  • Wär auf jeden Fall mal ein positiver Schritt von Google! :)


  • Werbung geht m.E. auch ohne Verknüpfung mit personengebunden Daten.

    Aries


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Na mal schauen, ob da nicht so ein fragwürdiges System kommt, wie beim Google-eigenen Adblocker in Chrome. Da werden auch nur Konkurrenten geblockt, aber die Werbung von GoogleAds natürlich nicht. Wäre sehr fragwürdig, wenn es hier jetzt genauso wird.


  • Die Headline müsste wohl lauten: „Google soll an Tracking-Schutz gegen andere Werbe-Netzwerke arbeiten“.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Da bin ich auch sehr gespannt. Auf der anderen Seite merkt Google wahrscheinlich auch, dass Privacy ein immer wichtigeres Thema für die Menschen wird. Apple hat es natürlich sehr stark befeuert. Nun ist es langsam in den Köpfen der Menschen.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        "Nun ist es langsam in den Köpfen der Menschen."

        Dann müßten die Nutzerzahlen von WhatsApp ständig rückgängig und die der sicheren Messenger z.B. stetig steigend sein...


      • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        @C. F.
        Würden sie sicherlich auch. Problem gerade bei WhatsApp ist aber, dass eben alle da sind und das alle gleichzeitig wechseln ist unwahrscheinlich. Es müssten also Leute anfangen, sich selbst auszugrenzen und auf einen anderen Messenger wechseln und dann andere versuchen zu überreden...
        Und die Nutzerzahl der sichereren Messenger steigt ja stetig, so ist es ja nicht.


      • Und die vom Facebook Messenger.
        Und die von Instagram.
        Und die von Oculus.
        Und die von Facebook überhaupt.

        Aber auch die Nutzerzahlen von Microsoft, LinkedIn, Yahoo, Telegram und zahllosen anderen.


      • Ja, Google merkt, dass Privacy immer wichtiger wird. Ich sehe bei denen aber nur eine Verschiebung und keine wirkliche Lösung. Die kann man von einem Konzern, der 100 Mrd. USD im Jahr durch Werbung verdient aber wohl auch nicht erwarten.


      • Deswegen sind sie ja bei Google Fotos auch schon aufein bezahlt-Modell ausgewichen, um ein neues Standbein zu haben bevor der Shitstorm losbricht...

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