App Store: So wird Apple den Datenschutz beim App-Download verbessern

App Store: So wird Apple den Datenschutz beim App-Download verbessern

Wie auf der WWDC 2020 im vergangenen Juni angekündigt, hat Apple am Montag, den 14. Dezember, damit begonnen, Details über die Sammlung und Verwendung von Nutzerdaten im AppStore aufzuführen. Hier erfahrt Ihr, wie Apple die Daten für Euch aufbereitet.

Die neue Funktion ist Teil von Apples App-Tracking-Transparency-Frameworks. Ziel dabei ist das Vorhaben, die Apple-Nutzer besser über die Verwendung von Nutzerdaten zu informieren und sie vor Missbrauch zu schützen. Von nun an findet Ihr daher in allen App-Store-Varianten (darunter iOS, iPadOS, tvOS, watchOS und macOS) ausführliche Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten, die mit Grafiken aufbereitet werden. Anhand derer könnt Ihr kontrollieren, welche Daten die jeweilige App in welchem Umfang und auf welche Art verarbeitet. Seit dem 8. Dezember sind Drittanbieter von Apps verpflichtet, diese Informationen von selbst zur Verfügung zu stellen. Dabei muss dies einmal initial und anschließend auch bei jedem neuen Update erfolgen.

Diese Verpflichtung gilt natürlich auch für Apples eigene Apps. Bei vorinstallierten Anwendungen könnt Ihr Euch also auch über eine Suche im App Store über den Datenschutz informieren. Besitzt eine App wie "Messenger" kein Datenblatt im AppStore, da sie nicht nachinstalliert werden kann, will Apple die Informationen auf gesonderten Seiten zur Verfügung stellen. 

apple app store privacy data tracking
So werden die Anwendungsblätter des App Stores mit Informationen über die Erhebung und Verwendung Eurer Daten aussehen / © Montage: NextPit / Illustrationen: Apple

Drei Kategorien, um herauszufinden, was Anwendungen tracken

Doch was versteht Apple unter dem Begriff "Tracking" genau? Tracking erfolgt immer dann, wenn eine App Nutzer- oder Gerätedaten mit Daten einer anderen App verknüpft, die ebenfalls Nutzer- und Gerätedaten sammelt. Darüber hinaus erfolgt Tracking, wenn eine App Eure Daten an Unternehmen weitergibt, die mit Nutzer- oder Gerätedaten Geld verdienen.

Die für jede Anwendung angezeigten Informationen werden in drei Hauptkategorien eingeteilt, jeweils in Reihenfolge ihrer Relevanz bei einer potenziellen Nachverfolgung:

  1. Daten, die verwendet werden, um Euch zu verfolgen
  2. Personendaten
  3. Daten, die sich nicht auf Euch beziehen

Personendaten sind also Informationen, die Rückschlüsse auf Eure Person zulassen könnten. Es sind die Daten, die mit Eurer Kennung in einer App (dem Apple-Konto oder anderen Nutzerkonten), Eurem Gerät oder etwas anderem verbunden sind.

Jedes iPhone und jedes iPad besitzt zudem eine eindeutige Nummer, die IDFA, die seit 2012 die UDID und auch die MAC-Adresse ersetzt. Da es hierdurch im Prinzip möglich ist, das Gerät einer bestimmten Person zuzuordnen, könnt Ihr den Zugriff auf diese ID in den iOS- und iPadOS-Einstellungen komplett oder nur für bestimmte Apps deaktivieren.

Das Feature, "Mit Apple einloggen", das in Apples iOS 13 eingeführt wurde, ermöglicht es Euch zudem auch, nutzerunabhängige Profile anzulegen. Dies funktioniert über ein Fake-Konto, bei dem Ihr Eure E-Mail-Adresse oder sogar Social-Media-Konten nicht verknüpfen müsst. Einige Android-Hersteller bieten ähnliche Lösungen an, wie zum Beispiel die Erstellung einer virtuellen ID in Xiaomis MIUI 12 oder das darin enthaltene Maskierungs-Feature.

Die Maskierungs-Funktion gibt beispielsweise standardmäßig Dummy- oder Leermeldungen zurück, wenn eine Drittanbieteranwendung versucht, auf Euer Anrufprotokoll oder Eure Nachrichten zuzugreifen. Der Zweck dieser Funktion ist es, zu verhindern, dass verdächtige Anwendungen Eure privaten Daten lesen können.

Mit Virtual ID ermöglicht MIUI 12 zudem das Verstecken von Browser-Anpassungen hinter einem virtuellen Profil. Ihr könnt diese virtuelle ID jederzeit zurücksetzen, wenn Ihr Anpassungen in Bezug auf die Verwendung oder Einstellungen löschen wollt.

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14 Kommentare

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  • Aries vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Bis jetzt ist es nicht mehr als das, was es bei Android schon lange gibt: Eine Auflistung von Berechtigungen.


  • Grundsätzlich ist alles gut, was mehr Transparenz schafft.

    Aber dass Apple hier Schiedsrichter und Spieler in einem sein will, beißt sich. Außerdem verhält sich der Konzern ambivalent - freundlich ausgedrückt - wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht.


    • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      in wie fern will Apple Schiedsrichter und Spieler sein? Und wo genau sind die "ambivalent", was den Schutz persönlicher Daten angeht?


      • Zum einen stellt Apple die Regeln darüber auf, welche Informationen über Apps veröffentlicht werden müssen. Damit kann Apple die Informationen zur Schau stellen, die ihnen gelegen kommen.

        Zum anderen zeigt das China Geschäft von Apple eindrücklich wie herzlich egal dem Konzern der Datenschutz ist, wenn er dem Geschäft im Wege steht.


      • Oleole schrieb in seinem Post “ambivalent”, nicht “ambitioniert”.


      • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Oleole
        Ja und? Der Store und die gesamte Plattform gehört ja auch Apple... wer soll denn bitte sonst die Regeln dafür aufstellen?
        Und welche Informationen sollen sie denn noch zur Schau stellen? Zumal Apple auch selbst die eigenen Apps transparent aufzeigt und dort nicht etwa Ausnahmen macht.

        Und wo genau zeigt denn das China Geschäft, dass Apple Datenschutz "herzlich egal ist"? Nur weil Apple in China produziert und auch seine Produkte verkauft?
        Apple kümmert sich nachweislich mehr um den Datenschutz, als die meisten anderen Unternehmen. Das kann man schlicht nicht leugnen.


      • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Black Mac
        Ja, mein Fehler. Macht so auch mehr Sinn ^^ erklärt die Aussage bzw. den Vorwurf aber auch nicht.


      • Es geht ums Prinzip. Apple kann im App Store Transparenz soweit einführen, wie es ihnen passt und auch nur an den Stellen die ihnen genehm sind. Das ist keine ideale Lösung, weil sie so den Wettbewerb zu ihren Gunsten verzerren könnten. Ob sie das tun, hab ich damit noch nicht gesagt.

        Das China Geschäft und damit meine ich nicht die Produktion der Hardware, ist insofern problematisch, weil Apple die Daten seiner Kunden dort vor dem Staat nicht schützt. Es geht in China nicht anders, aber wenn man sich hierzulande auf das hohe moralische Ross setzt und sich als Verfechter von Grundwerten inszeniert, ist dieser Widerspruch für mich befremdlich. Apple könnte auch einfach auf das China Geschäft verzichten, was beispielsweise Google macht.


  • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Wie Craig Federighi schon angemerkt hat: Es wäre toll, wenn andere, wie Google, das übernehmen würden.
    Finde klasse, dass Apple bei da so konsequent ist und bleibt. Gleichzeitig war es die letzten Tage durchaus witzig zu sehen, welche Unternehmen, die ja auch immer wieder behaupten, wie Datenschutzfreundlich sie doch seien (Facebook zum Beispiel 😅) sich an dieser Änderung so gestört haben. Zeigt nur, dass Apple dahingehend alles richtig macht.


  • Sehr schön! So etwas begrüße ich 👌🏻👍🏻
    Die Funktion „ Mit Apple einloggen“ ist einfach top nutze das immer wenn es angezeigt wird

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