Aus 15 mach 1: Beeper vereint Eure liebsten Chat-Dienste unter einem Dach

Aus 15 mach 1: Beeper vereint Eure liebsten Chat-Dienste unter einem Dach

Die App Beeper möchte die eierlegende Wollmilchsau für Messenger sein und insgesamt 15 Dienste wie Twitter, WhatsApp, Telegram und sogar Apples iMessage in einem einzigen Interface vereinen. Dabei ist der Dienst sowohl unter MacOS, Windows, Linux‍, iOS und Android nutzbar. Doch einen Haken gibt's auch hier!

Beeper – 15 Messenger-Dienste unter einem Dach 

Heute habe ich versucht, in einer vier Mann starken WhatsApp-Gruppe meine drei Mistreiter zu überreden, die Gruppe drüben bei Signal weiterzuführen. Die Reaktion: "Nicht noch eine App!" Wieso ich Euch das erzähle? Weil es tatsächlich ein heilloses Chaos sein kann, wenn man mit allen Leuten in Kontakt bleiben möchte/muss. Die Kollegen sind auf Slack, die alten Klassenkameraden allesamt bei WhatsApp oder im Facebook Messenger, die Privacy-interessierten Nerds bei Signal und wieder andere erreicht man nur bei Twitter. 

In dieses Nachrichten-Chaos möchte nun Beeper Ordnung bringen. Insgesamt 15 Dienste will man unter einem Dach vereinen und verspricht, dass "alle paar Wochen" weitere Dienste dazukommen sollen. Aktuell gehören dazu: 

  • WhatsAapp
  • Facebook Messenger
  • iMessage
  • Android Messages (SMS)
  • Telegram
  • Twitter
  • Slack
  • Hangouts
  • Instagram
  • Skype
  • IRC
  • Matrix
  • Discord
  • Signal
  • Beeper Network

Das ist schon eine ziemliche Menge und macht Beeper dadurch zu sowas wie dem Schweizer Armeemesser unter den Messenger-Diensten. Dennoch ist Beeper natürlich nicht der erste Service, der sowas versucht – solche "Multimessenger" gab es schon damals in Zeiten von ICQ, als das Internet noch aus Holz war. Es gibt aber zumindest zwei Punkte, die Beeper hervorstechen lassen. Einmal ist das eine Personalie, denn mit im Team ist Eric Migicovsky, einst CEO und Gründer von Pebble – jener Smartwatch-Company, die vor einigen Jahren für richtig Wirbel sorgte. 

iMessage an Bord

Noch spannender: iMessage, der Chat-Dienst, der offiziell nur Apple-Nutzern vorbehalten ist, ist ebenfalls mit von der Partie und kann somit sowohl auf Android- als auch Windows-Devices genutzt werden – so zumindest die vollmundige Ansage. Auf der Beeper-Seite erklärt man auch, durch welchen Workaround das möglich wird: 

"Beeper hat zwei Möglichkeiten, um Android-, Windows- und Linux-Benutzern die Nutzung von iMessage zu ermöglichen: Wir schicken jedem Benutzer ein gejailbreaktes iPhone mit der installierten Beeper-App, die eine Brücke zu iMessage schlägt, oder sie nutzen einen Mac, der immer mit dem Internet verbunden ist und können dort die Beeper Mac-App installieren, die dann als Brücke fungiert. Dies ist kein Scherz, es funktioniert wirklich!"

Ihr braucht also ein Brücken-Device, um iMessage im Rahmen von Beeper ans Rennen zu bekommen, könnt den Apple-Dienst dafür dann aber halt auch unter Windows, Linux und Android nutzen.

Der Rest ist kein Hexenwerk, denn wie schon in anderen Apps dieser Art fungiert Beeper, das auf dem quelloffenen Matrix-Messaging-Protokoll basiert, als eine Art Hub, der sich die ganzen Messenger krallt und dann aber tatsächlich sehr schön und übersichtlich in nur einem Interface aufbereitet. Ihr habt also einen einheitlichen Posteingang und könnt mit Leichtigkeit alle Chats gleichzeitig durchsuchen, filtern, stummschalten und archivieren.

Ein klitzekleiner Haken

Ihr lest das hier alles und wartet verzweifelt darauf, wo denn nun endlich der Haken an der ganzen Nummer bleibt? Dann kann ich Euch erlösen – hier ist er: Auf der Seite erzählt man uns nämlich, dass der Service nicht kostenlos sein wird. Es wird sich um ein Abo-Modell handeln, bei dem ihr mit – krallt Euch sicherheitshalber in der Sitzgruppe fest – satten zehn Dollar pro Monat dabei sein könnt. 

Ihr könnt Euch also überlegen, ob diese ansonsten sehr spannende Geschichte und ein sehr aufgeräumtes Interface mit so ziemlich allen denkbaren Messenger-Diensten Euch so viel Kohle pro Monat wert ist. Wenn ich eine erste Prognose wagen müsste, würde ich behaupten, dass es schwierig wird, sich da eine breite Nutzerbasis aufzubauen. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch, wie denkt Ihr denn darüber? 

Quelle: heise.de

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 3 Monaten

    Eierlegende Wollmilchsau?

    Wohl nicht, denn man braucht immer noch bei jedem Anbieter einen Account und systemübergreifende Chats sind nicht möglich. Stattdessen geht man das Risiko, dass der Account gesperrt wird. WhatsApp hat das ja bereits mit Verweis auf die Nutzungsbedingungen durchgezogen.

    Neu ist das ganze auch nicht (siehe IM+)

  • Tim vor 3 Monaten

    Naja nur weil sie viel verlangen, heißt das nicht, dass sie nicht trotzdem zusätzlich auch noch Daten sammeln...
    Nur allein wegen des hohen Preises ist das nicht sicher.

21 Kommentare

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  • Also zu dem Preis würde ich die App nie installieren - zumal ich auch nicht weiß, was für Daten sie alle sammelt und was damit passiert!
    Meiner Meinung nach gibt das eine "Totgeburt".... 👎


  • @quolegguma

    Was soll denn der Scheiß?
    Du bist ganz offensichtlich falsch hier.... 🖕


  • In was für einer verrückten Zeit wir leben. Das war mein Gedanke, als ich den Artikel zu Ende gelesen hatte.


  • Ähm ihr könnt mir das Geld auch schicken 🤣


  • 🤣


  • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Eierlegende Wollmilchsau?

    Wohl nicht, denn man braucht immer noch bei jedem Anbieter einen Account und systemübergreifende Chats sind nicht möglich. Stattdessen geht man das Risiko, dass der Account gesperrt wird. WhatsApp hat das ja bereits mit Verweis auf die Nutzungsbedingungen durchgezogen.

    Neu ist das ganze auch nicht (siehe IM+)


  • Ich würde für Dienste schon zahlen, dass ist es nicht aber Threema ist schon mal nicht dabei und ich denke auch nicht dass das wirklich etwas wird. Zudem: Was ist mit der Sicherheit. Ich gehe zu Signal, Threema & Co. damit meine Daten nicht verkauft werden u.s.w. Mit Beeper würde nun nochmal eine App dazu kommen die mitliest..
    Daher: Zahlen würde ich einen einmaligen Betrag. Abo nicht aber da der Datenschutz hier für mich nicht klar ist, ist es für mich nichts was ich nutzen würde.


  • lolo vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Eine gute Seite hat aber der hohe Preis aus meiner Sicht: Man kann sich ziemlich sicher sein, dass die ihr Geld nicht mit Daten verdienen.


  • Mit Abomodell wird das nix. Als einmal bezahlt App kann ich mir das vorstellen aber dafür muss man erstmal so viele Dienste nutzen. Wer gibt schon so viel Geld auf einmal für etwas aus, das womöglich in Rekordzeit wieder eingestellt wird?

    Tim


  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Wäre sicherlich echt praktisch, aber für 10€ und das auch noch monatlich und nicht einmalig können die vergessen, dass das ein Erfolg wird. 10€ im Monat, also genauso teuer, wie bspw. ein Apple Music, Spotify oder BookBeat Abo und das nur um auf dem Homescreen eine App statt (meistens) 2-3 zu haben? Eher nicht ^^


  • C B vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Für meine Frau wäre das bestimmt was, allerdings zu teuer. Für mich, der sich sehr selektiert in SM bewegt, eher nichts.
    Ich verstehe aber die 10 Dollar zur Einführung nicht, aus Marketing-Sicht ein kapitaler Fehler. So etwas wie "ein halbes Jahr kostenlos, dann 2 Dollar pro Monat" würde eher für eine solide Nutzerbasis sorgen.


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Denke auch, dass man mit so einem hohen Einstieg direkt alles versaut. Das ist einfach zu viel. Selbst einmalig 10€ wären schon extrem hoch gegriffen, aber Monatlich...


      • Vor allem kannst du ja nicht mehr machen als vorher, es wird nur etwas bequemer und übersichtlicher.

        Tim


      • Irgendwie müssen die ja die Kosten für die jailbroken iPhones wieder reinkriegen, oder was sollen die Dinger zusätzlich kosten? Überhaupt, was für eine absurde Idee, wo Jailbreak gerade auf Apple Geräten schon lange praktisch tot ist und mit jeder Version schwieriger wird. Will Beeper sich auch darum kümmern, dass der JB nach einem Update immer noch funktioniert, oder darf ich mir nur für's Messaging dann ein veraltendes und unsicheres Gerät in die Bude holen?
        Beeper sollte _alles_ an seinem Geschäftsmodell nochmal gründlich überdenken.


  • Die Idee klingt echt gut, sofern die volle Funktionalität der Dienste erhalten bleibt.

    Ich kenne jedoch genug Leute, bei denen sich Messenging nur auf WA reduziert. Die sind dann schonmal raus und ich fürchte bei 120 Dollar ( wird wohl 1:1 in Euro kosten ) die man pro Jahr hinblättern müsste, ist das Projekt für Influenzer sicher interessant und erschwinglich, für Otto Normal Verbraucher aber zu teuer.

    Trotzdem könnte die nicht kleine Gruppe der Influenzer ( und natürlich der Wanna be´s ) die Sache zum Erfolg führen, denn da gibts einige und die haben Kanalübergreifend einiges an Input zu stemmen. Für diese Leute könnte das ein Werkzeug werden, welches die hohen Kosten rechtfertigt.


  • Mit Abo-Modell wird das vermutlich eine Totgeburt. Damals wollten die Leute nicht mal 2 Euro für WhatsApp oder Alternativen zahlen, OHNE Abo.

    Die iMessage-"Lösung" ist hoffentlich wirklich ein schlechter Scherz. Wer lässt denn heute einen Rechner laufen, damit er einen Multimessenger nutzen kann? Nachhaltig geht anders...

    Ich vermisse manchmal Miranda als Multimessenger, aber die Zeiten sind eh vorbei ;-)

    Tim


  • Ich nutze tatsächlich mehrere Messenger (aktuell 6, ich nutze aber am Smartphone auch 7 verschiedene Browser, das nur am Rande) und ich habe dennoch an so einer App keinen Bedarf. Nicht zu diesem Preis, außerdem ist mein meistgenutzter Messenger Kakaotalk ohnehin nicht auf der Liste. Ich hatte auch noch nie Probleme damit, ich kann mir recht gut merken, welcher Kontakt welchen Dienst nutzt. Tolle Idee für den, der sowas gerne hätte, aber für mich ist das nichts.

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