Fortnite-Klage: Apple droht mit Gegenschlag

Fortnite-Klage: Apple droht mit Gegenschlag

Nachdem Epic Games in der vergangenen Woche sowohl gegen Apple als auch Google wegen der App-Store-Richtlinien beider Unternehmen Klagen eingereicht hatte, droht der iPhone-Hersteller nun mit dem Gegenschlag.

Wie Epic Games, unter anderem Entwickler des beliebten Spiels Fortnite, in einer aktualisierten Klageschrift und via Twitter mitteilte, hat Apple dem Unternehmen nun damit gedroht, den Zugang zum „Apple Developer Program“ zu entziehen. Dieses gibt Entwicklern unter anderem Zugriff zum App Store und bildet damit die Grundlage, um dort Apps anbieten zu können.

Sollte Epic die gegen die Richtlinien verstoßenden Teile der Apps bis zum 28. August 2020 nicht entfernt haben, verliert das Unternehmen genau diesen Zugang. Dies würde dann nicht nur iOS-Apps wie Fortnite betreffen, sondern Epic auch die Möglichkeit nehmen, Apps für macOS zu notarisieren. Apple erfordert seit einiger Zeit, dass Mac-Apps auch dann signiert werden, wenn sie außerhalb des Mac App Store verbreitet werden.

Apple vs. Epic Games: „Katastrophale“ Folgen

Epic versucht nun, eine einstweilige Verfügung zu erreichen, um diesen vollständigen Rauswurf aus Apples Developer Program zu verhindern. Sollte dies nicht gelingen, würden Apples Aktionen den „Ruf von Epic bei Fortnite-Spielern irreparabel schädigen“. Des Weiteren sei dies „katastrophal für die Zukunft des unabhängigen Geschäfts mit der Unreal Engine“. Nach einem Rauswurf aus dem Entwicklerprogramm sei man nicht länger fähig, die Unreal Engine anderen Entwicklern zur Verfügung zu stellen, so Epic.

Gegenüber Bloomberg sagte Apple, dass man Epic gerne weiterhin im Developer-Program und dessen Spiele im App Store behalten würde. Das Problem, welches Epic für sich selbst geschaffen hat, könne einfach behoben werden, in dem man die Änderungen am Spiel rückgängig macht und den App-Store-Richtlinien, denen Epic zugestimmt hat, wieder folgt. Man werde keine Ausnahme für Epic machen, so Apple weiter.

Rückblick: Epic klagt gegen Apple und Google

Epic hatte in der vergangenen Woche ein Update in Fortnite aktiviert, welches die In-App-Käufe der App Stores von Apple und Google umging. Damit verletzte das Unternehmen die App-Store-Regeln. Als Reaktion wurde das Spiel aus beiden Stores entfernt, woraufhin Epic vorbereitete Klagen gegen die beiden Unternehmen einreichte und veröffentlichte. Man hatte außerdem ein kurzes Video produziert, um insbesondere auf die Problematik mit Apples App Store hinzuweisen.

Apple hatte die aktuelle Drohung zum Rauswurf aus dem Apple Developer Program am 14. August an Epic übergeben, in dem man den Spielehersteller über das 14-tägige Ultimatum informierte. Es ist derzeit unklar, was mit bereits installierten Apps von Epic passiert, wenn Apple seine Drohung ausführen sollte.

Via: The Verge Quelle: Epic Games

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Top-Kommentare der Community

  • Roberto vor 1 Monat

    Ich verstehe das Problem nicht. Apple, Google, Microsoft & Steam (etc.) haben über Jahre ihre Stores aufgebaut, Milliarden an Entwicklungskosten investiert und betreiben die komplette Serverstruktur. Apple ist Dienstleister. Sie bieten Smartphones an mit einem eigenen Betriebssystem. Wenn ich mit den Bedingungen einverstanden bin, dann kann ich dieses Angebot nutzen. Wenn nicht, ciao. Wieso um alles in der Welt sollte man dann eine dieser Firmen verklagen? Die Regeln sind bekannt und fertig. Apple ist kein öffentliches Amt, sondern ein Unternehmen.

  • Tim vor 1 Monat

    Mal ganz von den laufenden Serverkosten abgesehen. Wenn jemand Fortnite aus dem App Store oder ein Update dafür installiert, dann läuft das über Apples Server. Apple hat dort die Kosten, Epic hingegen zahlt dafür so gesehen nicht einen einzigen Cent. Auch das wird alles von den 30% gedeckelt.
    Und das sind gerade bei einem Spiel wie Fortnite einiges an Daten, die da hin und her geschifft werden.

    Epic kann ja ihren (im Vergleich) winzigen Store nutzen, da sind sie dann ihr eigener Herr und können machen, was sie wollen.

  • Tim vor 1 Monat

    @Nobody
    Apple droht nicht, sie halten sich an ihre Regeln, die nun einmal auch für Epic gelten. Epic weiß das, sie wollen es aber so hinstellen, als "droht" Apple ihnen jetzt aus heiterem Himmel damit.

  • Black Mac vor 1 Monat

    @Nobody: “Drohen” ist nur ein Wort, das Redaktoren verwenden. Es ist ja noch nicht einmal ein englisches Wort, also eine freie Übersetzung.

    Ist es eine Drohung, wenn man jemanden auf die Konsequenzen eines Vertragsbruchs aufmerksam macht? Oder ist es eine Vorankündigung? Eine Ansage? Eine Erinnerung? Aber all das klingt halt nicht so spektakulär wie “Drohung”.

    Epic hat den Streit angefangen und ist jetzt ohne Not ins offene Messer gerannt. Damit ist der Sachverhalt mehr oder weniger umrissen.

  • Tim vor 1 Monat

    @Nobody
    Wenn dir dein Vermieter sagt, dass du deine Miete zu zahlen hast und ansonsten rausgeworfen wirst, "droht" dir der Vermieter auch nicht. Er erinnert dich daran, dass du dich an deinen Vertrag zu halten hast, den du unterschrieben hast.
    Epic hat einen Vertrag mit Apple gemacht, nämlich dass sie sich an die Regeln halten und dafür ihr Spiel veröffentlichen dürfen. Jetzt halten sie sich nicht an die Regeln, Apple gibt einen Hinweis, dass bei Nichteinhaltung die Accounts gelöscht werden und jetzt soll das angeblich eine "Drohung" sein.

53 Kommentare

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  • Ja so kommt das halt, wenn man sein Geschäftsmodell abhängig von denen anderer aufbaut, da hängt man dann vom guten Willen des anderen ab. Insofern tut mir Epic nicht wirklich leid, man wußte ja von dieser Abhängigkeit. Gut wiederum finde ich, dass man jetzt mal prüfen lässt, ob 30 % wirklich fair sind. Warum ich trotzdem nicht auf Epics Seite bin? Erstens finde ich es abstoßend, wie Epic sich hier als der Heilsbringer, der für das Recht der Schwachen und Mittellosen den Kampf gegen Goliath austrägt, darstellt, mit Werbekampagnen, um sich selbst zu feiern und die Community auf sich einzuschwören.
    Die Armee der Zwölfjährigen im Krieg gegen das Böse. Gerade Epic, die keine Skrupel zeigen, Minderjährigen mit ihrem Spiel Millionen an Taschengeld abzujagen, gerade die spielen sich als Robin Hood auf? Mich widert das an. Und zweitens, warum keine Klage gegen Sony? Oder gegen Microsoft? In deren Stores sieht es nicht anders aus. Aber nein, man bezichtigt Apple der Ausnutzung ihres vermeintlichen Monopols. Ab wann genau fängt für Epic denn ein Monopol an? Wenn man genug damit verdient? Oder liegt es an den geschäftlichen Verbandelungen mit Sony? Ich hoffe, dass man am Ende mal Apples und auch Googles Preispolitik gerichtlich prüft, aber auch, dass Epic mit ihrer verlogenen Art auf die Nase fällt.


    • Wann war das je anders ?
      Ob nun Spiele oder damals die Panini Alben ,es wurde immer eine Möglichkeit gefunden von Kids Geld zu bekommen. Auch ist es völlig legitim. Ein Hörgerätehersteller verdient Geld mit Schwerhörigen ,eine Pflegeeinrichtung mit Bewohnern usw..
      Sind all diese Firmen ebenso abstoßend für dich ?
      Auch Apple darf man hier gerne erwähnen ,genauso wie fast alle BigPlayer Marken.
      Dein Post strotzt nur so vor Scheinheiligkeit und sogar Emotionen lese ich darin ,achja arme Firma Apple.
      Am Ende ist es legitim was Epic da macht ,denn anders wird sich garantiert nichts an den Prozenten ändern.


      • "Ein Hörgerätehersteller verdient Geld mit Schwerhörigen ,eine Pflegeeinrichtung mit Bewohnern"

        Du vergleichst allen Ernstes soziale Einrichtungen und Hersteller von Produkten, die Behinderten und Kranken das Leben erleichtern sollen mit einem Ballerspielhersteller? Really???


      • Epic Games is sicher nicht abhaengig von Apple. Das is nur nen Teilstueck von dem was sie so treiben.


      • Umso besser. Dann tuts nicht so weh, wenn Apple sie rauswirft.

        Wobei man aber natürlich schon sagen muss, wenn man jemandem vorwirft, seine Monopolstellung auszunutzen, dann erklärt man damit ja seine Abhängigkeit.


      • Die frage ist doch auch. Wie sehr wird es Apple weh tun wenn sie Epic raus werfen. Denn da geht es auch für Apple um sehr viel Geld.


      • Naja, niemand lässt Geld liegen. Also wird man auch bei Apple alles tun, um mit Epic wieder ins Geschäft zu kommen. Aber halt zu eigenen Bedingungen und nicht welchen, die Epic diktieren möchte.


      • Klar. Apple ist es natürlich lieber wenn Apple die Bedingungen diktiert


      • Im eigenen Store nicht allzu verwunderlich, oder?


      • Verwunderlich nicht aber auch gut? Ist es nicht sinnvoller wenn man sich mit einem Geschäftspartner einigt anstatt im zu diktieren wie er sich zu verhalten hat? Es heißt ja nicht umsonst Geschäftspartner und nicht Geschäftsuntergebener


      • Das kommt auf das Geschäft an. Ein Geschäft kommt ja nur dann zustande, wenn beide Parteien davon profitieren. Im Moment sehe ich für Apple wenig Profit, wenn man Epic günstigere Konditionen einräumt. Denn das wird mit großer Sicherheit öffentlich und führt nur zu Unzufriedenheit bei all den anderen Entwicklern und Herstellern. Damit würde nur Epic profitieren, nicht aber Apple. Was also soll Apple aktuell tun? Epic hat mit seinem Zirkus Apple in eine Situation gebracht, in der sie nur reagieren können, wie sie es getan haben. Das war Epic auch durchaus bewußt, denn auch die zweite Klageschrift war ja schon im Voraus vorbereitet worden.


      • Naja, in Bezug auf den Applestore sind sie natuerlich abhaengig. Aber wenn man sich so umschaut, sind Spiele jenseits der Smartphones meistens mit Unity oder der Unreal Engine gemacht. Das is aber auch verstaendlich, denn die sind beide sehr gut.


      • Ich vergleiche es damit weil diese Unternehmen damit eben Geld verdienen. Es gibt keine Firma die dir irgendetwas schenkt.
        Es dreht sich heutzutage alles ums liebe Geld.


      • Aber genau das haben sie ja schon gemacht. Zb bei Spotify oder Netflix. Deshalb gibt es ja jetzt auch diese Probleme.


  • Ich mag Apple ja definitiv nicht, aber in diesem Fall bin ich auf ihrer Seite. Es existieren Regeln, und Epic hat sich mit denen einverstanden erklärt mit der Nutzung des App-Stores bzw. des Developer-Programms. Und nur, weil sie durch Fortnite viel verdienen und die 30%, die vertraglich gesichert an Apple gehen, nun auch noch einheimsen wollen, können sie nicht einfach Verträge brechen.


  • Finde es erstaunlich, wie sich einige Nutzer hier mit geldgierigen Großkonzernen solidarisieren und sich vor deren Karren spannen lassen. Da hat die PR wieder mal ganze Arbeit geleistet - das muss man ihnen lassen!


  • Ich verstehe das Problem nicht. Apple, Google, Microsoft & Steam (etc.) haben über Jahre ihre Stores aufgebaut, Milliarden an Entwicklungskosten investiert und betreiben die komplette Serverstruktur. Apple ist Dienstleister. Sie bieten Smartphones an mit einem eigenen Betriebssystem. Wenn ich mit den Bedingungen einverstanden bin, dann kann ich dieses Angebot nutzen. Wenn nicht, ciao. Wieso um alles in der Welt sollte man dann eine dieser Firmen verklagen? Die Regeln sind bekannt und fertig. Apple ist kein öffentliches Amt, sondern ein Unternehmen.

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