Lava: Indische Fairphone-Alternative macht RAM erweiterbar

Lava: Indische Fairphone-Alternative macht RAM erweiterbar

Die indische Smartphone-Marke Lava hat heute, am 7. Januar 2021, eine interessante Ankündigung gemacht. Die Marke hat vier neue Smartphones auf den Markt gebracht, die nicht nur erst auf Bestellung gebaut werden, sondern auch ein paar Monate nach dem Kauf noch in RAM und internem Speicher erweitert werden können.

Nun, ich weiß, dass Lava für die meisten europäischen und nordamerikanischen Leser von NextPit eine ziemlich unbekannte, und ich wage zu sagen, irrelevante Smartphone-Marke aus einem fernen Land ist. Ich bin mir auch bewusst, dass das erste, was Euch in den Sinn kommt, wenn Ihr "aufrüstbare Smartphones" hört, der Hersteller Fairphone ist. Obwohl der Ansatz von Lava auf den ersten Blick ähnlich aussieht, wie das, was Fairphone versucht, gibt es im Detail einige Unterschiede. Und genau um diese geht es in diesem Artikel.

Erst einmal möchte ich Euch über die Geräte informieren, die Lava Mobiles heute vorgestellt hat. Das Unternehmen hat zwar fünf neue Smartphones angekündigt, aber nur vier von ihnen können angepasst und aufgerüstet werden. Bei allen fünf Geräten handelt es sich um Einsteiger-Smartphones, die weniger als Rs 11.000 (knapp 120 Euro) kosten. Um die Sache für die wenigen indischen Leser auf NextPit verständlicher zu machen, sind hier die fünf angebotenen Modelle.

Lava Z1 - Das billigste der neuen Geräte, das Lava Z1, kommt mit nur 2 GB RAM und hat keine Aufrüstmöglichkeiten. Gleichzeitig ist es auch ein in Indien designtes und auch dort hergestelltes Handy mit einem einfachen MediaTek Helio A20-Chip, 16 GB Speicher und einem 5-Zoll-Display. Das Gerät ist für Menschen gedacht, die zum ersten Mal von einem Feature-Phone auf ein Smartphone umsteigen.

Preis: Rs 5.499 (61 EUR)

Lava Z2 - Etwas besser ausgestattet als das Lava Z1, ist das Z2. Denn das Z2 verfügt in der Standardversion über 2 GB RAM, 32 GB Speicherplatz und 13+2 MP Dual-Rückkameras sowie eine 8 MP Selfie-Kamera. Verbraucher können das Z2 jedoch innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit mehr Speicher und RAM "aufrüsten".

Preis: Rs 6.999 (71 EUR)

Lava Z4 und Z6: Das Lava Z4 ist mit dem MediaTek Helio G35-Chipsatz ausgestattet und kommt mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher. Es hat außerdem eine Triple-Kamera auf der Rückseite (13+5+2) und eine 16-MP-Frontkamera. Das Z6 ist im Grunde das gleiche Telefon - aber eben mit 6 GB RAM.

Lava Z4: Rs 8.999 (EUR 100)

Lava Z6: Rs 9.999 (EUR 111)

Das Lava Z2, Z4 und Z6 können innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit mehr Speicher (bis zu 128 GB) und RAM (bis zu 6 GB) aufgerüstet werden.

Lava MyZ: Das fünfte Smartphone des Unternehmens heißt Lava MyZ, das Käufer vor dem Kauf auf der Lava-Website individualisieren können. Zu den Dingen, die beim Lava MyZ individuell ausgewählt werden können, gehören der Arbeitsspeicher, der Speicherplatz, die Rückkamera, die Frontkamera und die Farboptionen. Wie die anderen drei Telefone kann auch das MyZ nach dem Kauf angepasst werden. Die voll ausgestattete Version des Lava MyZ kostet Rs 10.699 (EUR 118)

Anpassbar, aber nicht modular

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es signifikante Unterschiede in der Art und Weise, wie die Upgrade-Optionen von Lava funktionieren, im Vergleich zu dem, was Fairphone tut. Zunächst einmal sind die Upgrades von Lava nicht vom Benutzer selbst zu installieren und die Teile sind nicht modular. Ihr könnt Euch also nicht einfach ein Teil selbst bestellen, das Telefon öffnen und das Upgrade selbst reinbasteln. Ihr müsst stattdessen zu einem Lava-Service-Center gehen.

Dieser Ansatz ist in einem Markt wie Indien, wo Erschwinglichkeit der Schlüssel ist, verständlich. Und ein Produkt wie Fairphone wird sich aufgrund des eher schlechten Preis/Leistungs-Verhältnisses hierzulande einfach nicht verkaufen. Während die Sorge um die Umwelt eine nette Sache ist, übertrumpft sie den Erschwinglichkeitsfaktor in Schwellenländern einfach nicht.

Das Marketing von Lava war in dieser Hinsicht eindeutig, indem es beziffert, wie viel Geld ein Käufer sparen kann, wenn er von einem aufgerüsteten Gerät nur mehr Speicher oder RAM benötigt. Für solche Nutzer ist es viel billiger, das gleiche Telefon von 4 GB RAM auf 6 GB oder von 64 GB Speicher auf 128 GB aufzurüsten, als ein neues Gerät zu kaufen, nur um die gleichen greifbaren Vorteile zu erhalten. Auf diesem Bild seht Ihr die Strategie Lavas genau, das Upgrade mit 4 Gigabyte RAM und 64 Gigabyte ROM kostet umgerechnet knapp 22 Euro.

Lava Money Saving
Lava versucht, seinen Kunden zu erklären, dass das Aufrüsten eines Telefons billiger ist, als der Kauf eines neuen / © Lava Mobiles

Es ist auch noch zu früh, um zu sagen, ob Lavas Ansatz Abnehmer im vielfältigen und hart umkämpften indischen Smartphone-Markt finden wird. Aber es ist auf jeden Fall ein Anfang und Konkurrenten wie Xiaomi, Realme und Co. werden womöglich Notiz davon nehmen.

Indische Leser und Interessenten (denkt daran, dass NextPit nicht nur in Deutschland gelesen wird) können das "Made-to-Order"-Gerät von Lava ab dem 11. Januar 2021 über den Lava e-store bestellen. Sie können die Telefone auch - ohne Anpassung - direkt bei Amazon oder in Offline-Läden kaufen.


Dieser Artikel wurde maschinell aus dem Englischen übersetzt und von Benjamin Lucks redaktionell geprüft und korrigiert. Die originale Version von Rahul Srinivas findet Ihr auf NextPit.com.

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7 Kommentare

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  • Wenn ein lava z6 mehr RAM und interner Speicher hat als ein iPhone 12 hahahahahah....oh mann

    lolo


  • Eine Adresse für modulare Smartphones aus deutscher Produktion:
    https://www.shiftphones.com/


    • Naja, eine Alternative sind die definitiv nicht. Alte Hardware zu happigen Preisen. Das Gerät zum Preordern kommt mit SD845 und 8-12 Wochen Lieferzeit.. Lohnt sich einfach nicht, selbst wenn einen das Konzept interessiert


  • Meiner Meinung nach echt Unsinn. Was soll man denn bitte mit "erweiterbarem" RAM?
    Eine Alternative zu FairPhone ist das nun gewiss nicht, vor allem nicht wenn das wichtigste Bauteil bei diesem Gedanken - der Akku - anscheinend nicht wechselbar ist.


    • Bei dem Akku geb ich Dir zwar recht, auch günstige Reparaturen wären in einem Land wichtig, in dem es einen großen Bevölkerungsanteil mit nur geringem Einkommen gibt. Aber die Arbeitskosten für eine Reparatur sind dort vermutlich auch viel niedriger.
      Der Denkansatz dieses Geschäftsmodells dürfte eher sein, Leuten für die auch 120 € sehr viel Geld sind, erstmal ein abgespecktes Gerät anzubieten, das dann zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf, und nur dann, eben auch vergleichsweise günstig nachgerüstet wird, falls der vorhandene Speicher dann doch zu knapp wird. Andernfalls wird der Eigner froh sein, die 22 € für andere Zwecke verwenden zu können.
      Da SD-Karten ja internen Speicher nur eingeschränkt ergänzen können, find ich die Idee gar nicht schlecht. Hierzulande sollte man den Speicher aber wirklich selber nachrüsten können, und am besten auch nach mehr als einem Jahr noch.
      Die hohen Arbeitskosten lassen das sonst nicht lohnen.
      Bei Desktop-PC's und eingeschränkt auch (zumindest älteren) Laptops geht geht das schon immer so, und hat sich dort als sehr sinnvoll erwiesen.
      Was soll daran falsch sein, insbesondere wenn das Smartphone Aufgaben eines PC's übernimmt?


  • Das ist m.E. nichts für den deutschen Markt. Wenn schon erweiterbar dann modular, inklusive Wechselakku.

    H G

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