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Galaxy AI im ersten Test: So gut ist Samsungs künstliche Intelligenz

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Mehr über die neuen Samsung-Flaggschiffe, die mit der Galaxy AI ausgestattet sind, lest Ihr in unserem ersten Test vom Samsung Galaxy S24 Ultra und im ersten Test des Galaxy S24(+).

Galaxy AI: Wer entwickelt die Samsung-KI?

Samsungs neue Galaxy AI ist natürlich nicht nur "eine einzige künstliche Intelligenz", sondern vielmehr ein Dach, unter dem sich viele Funktionen mit unterschiedlichen KI-Modellen befinden. Einige von diesen KI-Modellen hat Samsung komplett selbst entwickelt und trainiert, andere wiederum – beispielsweise Circle to Search und Chat Assist – entstammen der weitreichenden Kooperation mit Google.

Außerdem hat Samsung eine enge Partnerschaft mit Microsoft – konkrete Features sind aus dieser Zusammenarbeit allerdings noch nicht in der Galaxy AI enthalten. Zu guter Letzt setzt Samsung auch auf Open-Source-KI-Modelle – und entwickelt unter dem Namen "Samsung Gauss" seine eigenen KI-Modelle.

Lokal oder Cloud: Wo laufen die KI-Modelle von Samsung?

Die KI-Modelle der Galaxy AI laufen teilweise lokal und teilweise in der Cloud – und teilweise mischt sich das sogar bei einzelnen Features. Das "Circle To Search"-Feature beispielsweise ist eine Art Google Lens auf Steroiden und läuft komplett in der Cloud. Die Transkriptionsfeatures dagegen – ob für Telefonate oder für Eure Sprachnotizen – laufen komplett lokal. Ihr müsst nur die passenden Sprachdateien herunterladen. Wir warten derzeit noch auf eine vollständige Liste von Samsung, welche Features wo laufen und werden den Artikel bald aktualisieren.

KI-Einstellungen beim Samsung Galaxy S24 Ultra
Ihr wollt Eure Daten beim Nutzen der KI-Features nicht in die Cloud schicken? Dann könnt Ihr beim Galaxy S24 Ultra auch die lokale Verarbeitung erzwingen. Allerdings schränkt das manche Funktionen ein. / © nextpit

Wer auf keinen Fall Daten durch die Cloud schicken möchte, kann die Galaxy AI auch komplett auf den lokalen Betrieb beschränken. Eine entsprechende Option findet Ihr in den Einstellungen. Und auch für die unterschiedlichen KI-Features gibt es noch einmal individuelle Feineinstellungen.

Ist die Galaxy AI kostenlos – und bleibt sie das?

Es war eine interessante Frage aus dem Q&A des Samsung-Briefings, ob die Galaxy AI kostenlos sein wird. Samsung selbst antwortet darauf interessanterweise recht spezifisch, dass es derzeit keine Pläne gebe, "die Galaxy-AI Funktionen bis Ende 2025 kostenpflichtig zu machen." Dies gelte zudem nicht für KI-Features von Drittanbietern, sprich Google. 

In jedem Fall schließt es Samsung also nicht aus, ab 2026 für bestimmte KI-Funktionen Geld zu verlangen. Wer weiß: Womöglich öffnet künstliche Intelligenz die Büchse der Pandora, was kostenpflichte Upgrades angeht. 

Galaxy AI: KI-Features von Samsung im Test

An dieser Stelle kurz der obligatorische Hinweis: Wir haben die KI-Features der Galaxy AI mit einer Vorab-Version des Galaxy S24 Ultra und Galaxy S24+ ausprobiert. Die Software war zwar weitgehend, aber noch nicht komplett final – kurz vor dem Verkaufsstart am 31. Januar wird es noch ein Update geben. Mit dramatischen Änderungen rechnen wir allerdings nicht mehr.

Circle to Search: KI-Suche überall

Egal, wo Ihr Euch im Interface befindet: Mit einem langen Druck auf den Home-Button aktiviert Ihr die KI-Suche. Habt Ihr die Gestennavigation aktiviert, startet Ihr die Suche durch gedrückthalten des Touch-Balkens am unteren Bilddschirmrand.

Anschließend könnt Ihr wahlweise mit dem S-Pen oder mit dem Finger einen Inhalt auf dem Display einkringeln und bekommt dazu Suchergebnisse präsentiert. Samsung nennt diese Funktion "Circle To Search mit Google" – Ihr habt's erraten; Samsung arbeitet hier also mit Google zusammen. 

KI-Unterstützung im Samsung-Browser

Im Samsung-Browser auf dem Handy findet Ihr jetzt ebenfalls prominent das neue Galaxy-AI-Icon. Wenn Ihr hier drückt, dann bekommt Ihr zwei Optionen präsentiert: Summarize und Translate. Besonders interessant ist hier die Zusammenfassungsfunktion, die Euch die wichtigsten Inhalte dieser Webseite in wenigen Sekunden zusammenfasst. Ihr habt Ihr die Auswahl zwischen einer Standardausführung und einer besonders ausführlichen Zusammenfassung.

Daneben gibt's auch – im Jahr 2024 nicht mehr so spektakulär – eine Option zum Übersetzen der Webseite.

Galaxy AI in Voice Recorder und Notizen

Das nächste Feature kennen wir so ähnlich schon vom Google Pixel 8 Pro. Dort erstellt Euch Gemini Nano Transkriptionen und Zusammenfassungen von Gesprächen, Meetings & Co. – wir berichteten. Ganz ähnlich klappt das auch beim Galaxy S24 Ultra. 

Mit der Rekorder-App aufgezeichnete Gespräche transkribiert das Smartphone jetzt automatisch und ordnet die einzelnen Gesprächsfetzen korrekt den jeweiligen Sprechern zu.

Für Transkriptionen unterstützt die Galaxy AI zum Start die folgenden Sprachen:

  • Englisch (USA / Großbritannien / Indien / Australien)
  • Portugiesisch (Brasilien / Portugal)
  • Spanisch (Spanien / Mexiko / USA)
  • Französisch (Frankreich / Kanada)
  • Koreanisch
  • Deutsch,
  • Italienisch
  • Chinesisch (vereinfacht)
  • Japanisch
  • Arabisch (Hocharabisch)
  • Polnisch
  • Thai
  • Vietnamesisch
  • Hindi (Indien)

Aus den Transkripten könnt Ihr auch direkt Zusammenfassungen in verschiedenen Formaten erstellen und diese in Eure Notizen speichern – und natürlich klappt das auch direkt mit Euren Notizen, die Ihr beispielsweise direkt als Text eingetippt habt. Diese beiden Features ergeben zusammen ein potenziell sehr mächtiges Werkzeug für Produktive.

Samsung-Tastatur mit KI-Schreibhilfe

Die Samsung-Tastatur bekommt ebenfalls eine KI-Funktion verpasst mit dem großen Vorteil: Jede App, in der Ihr das Keyboard nutzt, hat jetzt einen KI-Turbo. Ihr tippt einfach einen Prompt ein – also eine kurze Anweisung, um was es geht – und die Tastatur schreibt Euch den passenden Text. Ihr bekommt hier direkt verschiedene Vorschläge präsentiert von formal über casual bis Social-Media-Style mit Hashtags. Das funktioniert so gut, wie man es von ChatGPT & Co. kennt, und die Integration in die Tastatur ist wirklich praktisch.

Call Assist: Live-Übersetzer am Telefon

Eines der spektakulärsten Features ist der Live-Übersetzer für Telefonate, der sich wirklich ein bisschen wie Magie anfühlt. Hier können beide Gesprächspartner in ihrer eigenen Sprache sprechen, eine computergenerierte Stimme gibt die Inhalte auf der anderen Seite jeweils in der Gegensprache aus. Ist die Funktion aktiviert, bekommt Euer Gesprächspartner zu Beginn des Telefonats einen kurzen Hinweis.

Das ganze funktioniert übrigens, sobald einer der beiden Gesprächspartner ein Galaxy S24 nutzt. Habt Ihr ein aktuelles Samsung-Telefon, könnt Ihr den Live-Übersetzer auch bei Gesprächen mit einem Festnetzanschluss in Indien nutzen. Auch hilfreich: Bei allen Gesprächen gibt es immer auch direkt eine Text-Transkription der Telefonate.

Im ersten Test klappt das noch etwas hakelig. Insbesondere dann, wenn sich beide Gesprächspartner ins Wort fallen, gibt es Probleme. Für hitzige Diskussionen ist das Feature also eher nicht geeignet, auf Eurer nächsten Fernreise wird so aber womöglich das eine oder andere Gespräch mit einem Hotel oder Reiseveranstalter deutlich einfacher.

Zum Start unterstützt der Live-Übersetzer die folgenden Sprachen:

  • Chinesisch (vereinfacht)
  • Englisch
  • Französisch
  • Deutsch
  • Hindi
  • Italienisch
  • Japanisch
  • Koreanisch
  • Polnisch
  • Portugiesisch
  • Spanisch
  • Thailändisch
  • Vietnamesisch

In der ersten Jahreshälfte 2024 soll zudem Kantonesisch zur Verfügung stehen. Ansonsten plant Samsung eigenen Aussagen zufolge, "die Sprachoptionen entsprechend den Bedürfnissen der Verbraucher*innen zu erweitern."

Die Übersetzungsfunktionen laufen allesamt lokal auf dem Gerät. Für die gewünschten Sprachen müsst Ihr Euch die jeweiligen Daten allerdings erst einmal herunterladen. Bevor Ihr auf Reisen geht, solltet Ihr Euch die benötigten Sprachen und die damit verbundene Sprachausgabe also am besten vorab downloaden. 

Bildbearbeitung à la Photoshop

In der Bildergalerie-App gibt es jetzt die Möglichkeit, Dinge durch Einkreisen zu markieren und diese aus dem Foto auszuschneiden. Anschließend könnt Ihr diese entweder löschen oder verschieben. Die entstandene Lücke füllt die Galaxy AI dann durch künstliche Intelligenz wieder auf. Je nach Komplexität des Hintergrunds funktioniert das mäßig bis beeindruckend gut.

Bilder geradeziehen und Reflexionen entfernen

Drückt Ihr in der Bildergalerie auf das kleine "i"-Icon, bekommt Ihr ein paar KI-Features angeboten. Hier könnt Ihr unter anderem Spiegelungen aus Fotos entfernen. Soweit wir das ausprobiert haben, macht das Feature die Fotos in jedem Fall besser. Vollständig werden die Reflexionen aber eher nur dann entfernt, wenn sie relativ klar vom Motiv zu unterscheiden sind, beispielsweise bei einer Spiegelung, die im Himmel liegt.

Auch fürs Geradeziehen krumm geschossener Fotos gibt's eine neue KI-Funktion. Statt wie bisher zwangsläufigerweise beim Rotieren von Fotos etwas in die Bilder hineinzoomen zu müssen, füllt die Galaxy AI jetzt die bei der Rotation entstandenen Lücken intelligent auf. 

Zeitlupe für jedes beliebige Video

Ihr wollt regelmäßig eine Extraportion Dramatik für Eure Videos? Dann ist das Zeitlupenvideo-Feature für Euch gemacht. Hier könnt Ihr jedes beliebige Video ums bis zu Vierfache verlangsamen – oder auch doppelt so schnell machen. Das klappt auch mit einzelnen Ausschnitten vom Video, die besonders dramatisch betont sein sollen. Unserem ersten Eindruck nach funktioniert das einwandfrei und nutzerfreundlich.

Fazit

Von Spielerei bis Produktivität: Samsung hat seinen neuen Smartphones mit der Galaxy AI ein paar interessante neue Werkzeuge verpasst. Klar: In der einen oder anderen Form haben wir all diese Features schon einmal gesehen. Aber was Samsung hier geschafft hat, ist eine nahtlose Integration ins Smartphone – und das ist wirklich beeindruckend. Welchen Mehrwert die einzelnen Features dann langfristig in der Praxis bieten, werden wir für Euch jetzt natürlich ausführlich testen.

Was sagt Ihr zur Galaxy AI und den verschiedenen Features? Welche Funktion seht Ihr am meisten in Eurem Alltag? Wir freuen uns auf Eure Meinung in den Kommentaren!

 

Samsungs aktuelle Klapphandys der Galaxy-Z-Fold- und Galaxy-Z-Flip-Serien

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Stefan Möllenhoff

Stefan Möllenhoff
Head of Content Production

Schreibt seit 2004 über Technik und brennt seither für Smartphones, Fotografie, IoT besonders im Smart Home und AI. Ist außerdem ein Koch-Nerd und backt dreimal wöchentlich Pizza im Ooni Koda 16 – macht zum Ausgleich täglich Sport mit mindestens zwei Fitness-Trackern am Körper und ist überzeugt, dass man fast alles selber bauen kann, inklusive Photovoltaik-Anlage und Powerstation.

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