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Auswertung der Umfrage: Habt Ihr was gegen Smartphone-"Rebrandings"?

Auswertung der Umfrage: Habt Ihr was gegen Smartphone-"Rebrandings"?

Letzte Woche haben wir Euch gefragt, was Ihr von neu gebrandeten oder umbenannten Smartphones haltet. Und es überrascht nicht, dass Ihr nicht wirklich ein Fan dieser Praktik seid, wie die Ergebnisse der Umfrage dieser Woche zeigen.

Die meisten von Euch würden ein Smartphone nicht kaufen, wenn es sich um ein Rebranding handelt. Diesbezüglich waren die Leser:innen der vier NextPit-Websites - .fr, .de, .com und .com.br- sich einig! In Deutschland fiel das Ergebnis allerdings knapper aus: 41 % der Befragten gaben an, dass sie ein Modell der neuen Marke kaufen würden, gegenüber 49 %, die dies nicht tun würden.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass eine beträchtliche Anzahl der Befragten sich zu dieser Frage gleichgültig geäußert hat, was die Relativität dieses "Problems" der nachgebauten Smartphones zeigt. Wie ein brasilianischer Leser anmerkte, ist es sehr oft Sache des Verbrauchers, das Problem zu lösen:

Viele Unternehmen machen sich mehr Gedanken über die Markteinführung als über die Qualität selbst, so dass es Sache des Verbrauchers ist, sich über das Produkt, das er kaufen möchte, zu informieren. - Vinicius Guerra

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Viele Menschen sind an diesem Thema nicht interessiert. Ist das nun ein echtes Problem oder eine falsche Geek/Nerd-Debatte / © NextPit

Zumal in Frankreich eine Mehrheit der Leser der Meinung ist, dass ein Rebranding eines Smartphones für den Verbraucher sogar von Vorteil sein kann. Ein Ergebnis, das im Gegensatz zu anderen brasilianischen, deutschen und englischsprachigen Leser:innen steht.

Wie ein französischer Leser in den Kommentaren zu der ursprünglichen Umfrage anmerkte:

Diese Praxis schockiert mich überhaupt nicht, solange der Käufer leicht erkennen kann, welchem anderen Produkt das von ihm gesuchte entspricht. Im Fall des Poco M4 Pro ist dies eine gute Sache, da es bereits erhältlich ist, während das Redmi Note 11, das es anscheinend kopiert, erst in Q1 2021 in Frankreich erhältlich sein wird. Aber ich verstehe, dass einige Käufer, die nichts darüber wissen, verwirrt sein könnten. Auf jeden Fall gibt es so viele Produkte auf dem Markt, dass ein Käufer, der nichts darüber weiß, ohne eine minimale Studie nicht wissen kann, was er kauft. - Jerome69Paris

Ein anderer Leser, diesmal von unserer englischen Seite, zog eine interessante Parallele zum Automarkt:

Solange es wirklich anders ist, habe ich kein Problem damit. Aber es ist nie wirklich anders, abgesehen von ein paar optischen Kleinigkeiten. Bei den Autoherstellern ist es dasselbe, aber dort bestehen die Unterschiede in der Aufblähung der Luxusklasse, in der Regel 250 Kilo mehr an Verkabelung, Sitzen und Armaturenbrett und tonnenweise auffälligem Konsum-Branding. - storm

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Bei dieser Frage weicht nur das Ergebnis aus Frankreich ab.  / © NextPit

Schließlich wurdet Ihr gefragt, welche Marken Eurer Meinung nach am meisten gegen diese Praxis verstoßen. Ihr alle habt mit überwältigender Mehrheit Xiaomi als den Hersteller genannt, der auffällig in Sachen Rebranding agiert.

Xiaomi hat das schon oft gemacht. Ich weiß, in einigen Fällen ist es für einen bestimmten Markt wie das, was mit einigen Redmi und Poco passiert, aber ich finde es nicht so interessant. Wenn sie das nicht täten, wäre es meiner Meinung nach interessanter. - Soterio Salles

Der Rest der Top 3 variiert je nach NextPit-Website und damit je nach Region. In Frankreich und Deutschland sind es Poco und Oppo/OnePlus, die beim Rebranding auf Xiaomi folgen. In Brasilien liegen Oppo/OnePlus, Motorola und Samsung gleichauf hinter Xiaomi, während für unsere englischsprachige Leserschaft (USA und Indien) OnePlus/Oppo und Samsung die schlechtesten Ergebnisse nach Xiaomi erzielen.

Aber auch in Deutschland, wo Xiaomi die meisten Stimmen erhielt, relativierten die Leser die Tendenz des Herstellers, bestimmte Modelle umzubenennen. Ich habe mehrere Kommentare gelesen, die besagen, dass mehr auch weniger sein kann und dass ein Rebranding keine gute Sache ist. Aber ich habe auch andere gesehen, die es nur als eine weitere Marketingstrategie zur Lokalisierung ihres Katalogs betrachten.

Unabhängig von der dadurch mitunter hervorgerufenen Unübersichtlichkeit der gesamten Produktpalette (siehe Xiaomi/Redmi/Poco) kann ein Rebranding zumindest preislich Vorteile für den Verbraucher mit sich bringen. Ich wüsste nicht, was genau mich jetzt daran stören sollte?

Wir leben in und mit einem globalen Markt. Während demzufolge in China Redmi reißenden Absatz findet, kann dasselbe Modell hierzulande als Poco eben nochmal günstiger angeboten werden (auf den hiesigen Markt bezogen, ein chinesisches Redmi bleibt in der Heimat freilich billiger). Da gerade Xiaomi mit seinen letzten Top-Modellen unter eigenem Namen höchst selbstbewusst an der Preisschraube gedreht hat und mit einem Mi 11 Ultra in denselben Sphären wie Samsung und Apple unterwegs ist, können sie eben weiterhin den Brot- ubd Buttermarkt mit ihren Untermarken bedienen. Das ist reines Marketing, nicht mehr und nicht weniger. - Olaf

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Xiaomi ist definitiv der ungekrönte Rebranding-Champion! / © NextPit

Vielen Dank an alle Teilnehmenden dieser Umfrage und für Euer Feedback in den Kommentaren. Auch für uns in der Redaktion sind Eure Reaktionen immer sehr interessant, helfen sie uns doch, mal über den Tellerrand hinauszublicken. Am Freitag geht es weiter mit einer neuen Umfrage der Woche!


Ursprünglicher Artikel vom 12. November:

Was haltet Ihr vom Rebranding bei Handys? Die Praxis besteht darin, dass ein Smartphone-Hersteller eines seiner etablierten Modelle wiederverwendet und es als neues Produkt auf den Markt bringt – allerdings unter einem anderen Namen. Handelt es sich um Betrug oder seht Ihr darin einfach eine Möglichkeit zur Optimierung der Produktreihen? Sagt uns in der Umfrage dieser Woche, ob Euch Rebranding-Smartphones stören.

Es ist ein Phänomen, oder besser gesagt, es war ein Phänomen im Jahr 2016. Seitdem ist es zu einer gängigen Praxis geworden, die von der Fachpresse fast vollständig ignoriert oder sogar von den Nutzer:innen akzeptiert wird. Die Problematik der Rebranding-Smartphones ist nicht neu. Einer der Hauptgründe für das Rebranding von Smartphones in Europa ist das Wachstum der chinesischen Hersteller.

Xiaomi und Oppo sind die unangefochtenen interkontinentalen Schwergewichts-Champions der Rebranding-Smartphones. Ihr Geschäftsmodell basiert auf der frenetischen Veröffentlichung von Modellen durch mehrere Untermarken, die jeweils mehrere Produktreihen umfassen.

Mein Oppo A94 5G zum Beispiel zeigte den Namen Oppo Reno5 Z an, als ich es zum ersten Mal für meinen Test einschaltete. Ähnlich sind viele der in Europa eingeführten Poco-Smartphones identisch mit den Redmi-Smartphones, die nur in China veröffentlicht wurden. Das Poco M4 Pro zum Beispiel sieht dem Redmi Note 11, das im Oktober letzten Jahres in China eingeführt wurde und im ersten Quartal 2022 auch hier erscheinen wird, sehr, sehr ähnlich. OnePlus und Realme, zwei Untermarken von Oppo, haben ebenfalls viele recycelte Modelle, vor allem in der Einstiegs- und Mittelklasse.

Aber stört Euch das?

Ihr erfahrt, dass ein Smartphone ein Rebranding-Modell ist. Kauft Ihr es oder nicht?
Ergebnisse anzeigen

So wie ich es gerade dargestellt habe, sieht das Rebranding wie eine von den Herstellern gewählte Möglichkeit aus, uns in China herausgebrachte Smartphones weiterzuverkaufen, indem sie einfach Firmware und Verpackung ändern.

Mein Kollege Rubens wies mich darauf hin, als wir über dieses Thema sprachen: "Das ist vor allem verwirrend und ärgerlich für uns, aber es kann auch Verbraucher:innen Schwierigkeiten bereiten, Smartphone-Tests einzuordnen. Das größte Problem ist für mich, wenn ein bestimmter Name für völlig unterschiedliche Modelle verwendet werden kann (wie es Xiaomi macht)."

Aber kann man ein gutes Rebranding von einem schlechten Rebranding unterscheiden? Wenn ein umbenanntes Smartphone es den Herstellern ermöglicht, billigere Modelle zu verkaufen und sie häufiger auf den Markt zu bringen, ist das nicht positiv für uns? Ist es wirklich ein Problem, wenn mein Smartphone ein Klon eines Modells ist, das auf einem Markt erscheint, zu dem ich ohnehin keinen Zugang habe?

Kann das Rebranding von Smartphones für Nutzer:innen von Vorteil sein?
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Letztendlich sehe ich nicht ein, warum ich der Einzige sein sollte, der sich in diesem Artikel beschwert. Sicherlich gibt es auch unter Euch so manchen, der von dieser Praxis ebenfalls frustriert sind.

Auf Anregung meiner Kollegin Camila würde ich daher gerne wissen: Welche Smartphone-Hersteller übertreiben es Eurer Meinung nach zu sehr mit den Rebrandings?

Welche Unternehmen sollten sich beim Rebranding mehr zurückhalten?
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Vielen Dank im Voraus an alle Teilnehmer:innen der Umfrage dieser Woche. Wie immer lade ich Euch ein – nein, ich fordere Euch auf, Eure Meinungen und Gedanken in den Kommentaren darzulegen. Das gilt insbesondere für die Antwort auf die zweite Frage. Ich freue mich schon drauf, Euch dann am Montag die Ergebnisse zu präsentieren und mit Euch zu diskutieren. Kommt alle gut ins Wochenende!

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13 Kommentare

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  • Christoph B. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Der "normale" User weiß doch von den Geräten, die in China auf dem Markt sind gar nichts. Und das das gleiche Produkt in unterschiedlichen Märkten unter anderen Namen verkauft wird, ist auch nichts neues. Ich kenne das bei uns in der Firma. Da gibt es teilweise andere "Vorlieben" in der Namensgebung (Keine Ahnung, wie ich das besser nennen soll), oder auch Patentprobleme. Oder nehmt mal den Mitsubishi Pajero. Pajero ist spanisch für Wichs..


  • Fabian N. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    bei dem Thema wird sehr viel durcheinandergeworfen. So richtiges Rebranding ist es IMHO nur wenn nichts außer dem Namen geändert wird. Andere Firmware -> Anderes Telefon. Das sich manche Geräte von China Brands so ähneln liegt im Wesentlichen daran, dass die sich alle dieselbe Handvoll ODMs teilen.


  • Thorsten Klein vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Die bekommen das Zeug nicht weg, dann geben die dem Kind einen neuen Namen und verkaufen es unter einem anderen Brand, in meinen Augen ist das nicht in Ordnung und denke hier wäre weniger mehr.


  • René H. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ich habe was dagegen. Vor allem in Bezug auf Datensicherheit. Speicherchips sollen ja nie wirklich restlos sauber zu bekommen sein. Es waren ja schon Rebranding-Speicher auf dem Markt auf denen noch Datenreste gefunden wurden. Also besser defekte Geräte noch mit dem Hammer bearbeiten, damit auch wirklich alle Datenspeicher vernichtet sind. ;-)


    • rolli.k vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Hab ich auch schon so gemacht 🔨🔨😁


    • Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Ich glaube, wir reden hier aber von Neuware, die umgelabelt wurde. Nicht von einem Rebrand von Gebrauchtgeräten oder der erneuten Verwertung von einzelnen Teilen, einer Generalüberholung o.ä., was ja dann das klassische "refurbished" wäre. Also z. B. von einem fabrikneu produzierten Redmi, welches jedoch für den europäischen Markt gedacht ist und deswegen als Poco das Band verlässt. Inklusive der notwendigen Anpassungen (LTE Band 20, z. B.). Man hat zwar schon Pferde vor der Apotheke... und so... Aber in solch einem Fall erwarte ich eher keine Datenreste.


      • rolli.k vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Hast ja recht, ich meinte hier eine ausgebaute HDD aus meinem PC.


  • Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Unabhängig von der dadurch mitunter hervorgerufenen Unübersichtlichkeit der gesamten Produktpalette (siehe Xiaomi/Redmi/Poco) kann ein Rebranding zumindest preislich Vorteile für den Verbraucher mit sich bringen. Ich wüsste nicht, was genau mich jetzt daran stören sollte?

    Wir leben in und mit einem globalen Markt. Während demzufolge in China Redmi reißenden Absatz findet, kann dasselbe Modell hierzulande als Poco eben nochmal günstiger angeboten werden (auf den hiesigen Markt bezogen, ein chinesisches Redmi bleibt in der Heimat freilich billiger). Da gerade Xiaomi mit seinen letzten Top-Modellen unter eigenem Namen höchst selbstbewusst an der Preisschraube gedreht hat und mit einem Mi 11 Ultra in denselben Sphären wie Samsung und Apple unterwegs ist, können sie eben weiterhin den Brot- ubd Buttermarkt mit ihren Untermarken bedienen. Das ist reines Marketing, nicht mehr und nicht weniger.

    Da sich die einzelnen Modelle zudem oftmals wie ein Ei dem anderen ähneln ubd gerne auch die Hardware-Ausstattung identisch ist, sehe ich hier absolut keinen Nachteil für einen deutschen Käufer, nur weil er sich statt eines Xiaomi oder Redmi eben für ein Poco entscheidet und dabei nochmals ein paar Euronen spart. Ein Xiaomi-Schriftzug stattdessen bringt weder beim Design noch bei der Technik etwas. Somit vermag ich nicht einmal ansatzweise einen "Betrug" beim Rebranding zu erkennen. Das Geld fließt ohnehin stets in dieselbe Konzernkasse.


  • OWK18 vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Den einzigen Grund den ich fuer ein Rebranding sehe sind die unterschiedlichen Frequenzen in den einzelnen Regionen, wobei ich mir eine Version wuensche fuer die ich 20-30 Euro mehr bezahle und die dann einfachh alle Frequenzen hat.


  • Laazaruslong vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Frage 2: Wer zwischen den zeilen liest und vergleicht, kann sparen.
    Frage 3: Mir fehlt eine Liste mit rebrandeten Modellen.


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Für mich kommt es komplett drauf an, wie man es macht bzw. ins Lineup passt.
    Ich denke mal das iPhone SE zählt auch unter Rebranding und da finde ich es okay, einfach weil man damit eine etwas aktuellere Version für die bietet, die weiterhin das alte Design bevorzugen.
    Wenn man aber ohnehin bereit gefühlt 200 verschiedene Modelle anbietet, die sich dann auch im Design kaum unterscheiden und man DANN noch ein Rebranding hinklatscht, dass sich ebenfalls kaum in irgendwas unterscheidet, dann ist das in meinen Augen völlig irrsinnig und bescheuert.

    Würde bspw. Samsung das Galaxy S6 rebranden, also gleiches Design etc. aber mit Exynos 2100 bringen, fände ich das persönlich ziemlich cool und der ein oder andere auch. Aber ein S10 mit aktuellerem Prozessor? Das wäre eher meh und in meinen Augen völlig unnötig.


    • Karsten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Das wäre toll, ein S6 (Edge) von außen mit aktueller Technik von innen. Was Apple mit dem SE macht find ich persönlich ok


  • Peter F. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Einen bekannten Gegenstand unter einem neuen Namen und minimal anderer Optik sowie kleinen technischen unterschieden zu vermarkten ist nichts neues.
    Nehmt z.B. die Automobilbranche....
    VW, Seat, Skoda...

    Hier kann mit kleinen Mitteln großer Erfolg erwirtschaftet werden und für den Verbraucher gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten zum persönlichen Geschmack.

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