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Black Friday, Singles Day und Co: Die wahre Bedeutung hinter den Deal-Tagen

Black Friday, Singles Day und Co: Die wahre Bedeutung hinter den Deal-Tagen

Der November ist der Tag der Deal-Feiertage, ein Spektakel für Schnäppchenjäger! Aber wo liegen eigentlich die Wurzeln des Black Friday oder des Singles Day? Das klären wir in diesem Beitrag, versprochen!

Heute wollen wir mal über Feiertage reden. Also richtige Feiertage! Nicht so ein religiöser Humbug wie Ostern oder Weihnachten. Sondern die Festtage, an denen wir Geeks uns mit schweißnassen Händen durch unzählige Angebote klicken und uns über all die Schnäppchen freuen dürfen, die wir da machen können.

Der Black Friday und auch der Cyber Monday sind hierzulande ja längst angekommen. International hat mittlerweile der Singles Day die Nase vorn. Der ist hierzulande noch nicht so bekannt, ist aber mittlerweile der umsatzstärkste Tag der Welt. Heute wollen wir mal nicht über die zahlreichen Schnapper sprechen, die wir uns von diesen Tagen erhoffen.

Stattdessen erzählt Euch Euer liebster Tech-Märchenonkel Casi etwas darüber, was der Ursprung hinter diesen etwas anderen Feiertagen ist. Schnappt Euch also jetzt den Snack Eures Vertrauens, eine kuschelige Decke und ein Bier eine Tasse heiße Schokolade, drapiert alles im Halbkreis um Eure Couch und dann geht’s los!

Inhaltsverzeichnis:

Geschichte des Black Friday

Der Black Friday hat wohl die längste Geschichte unter den Deal-Feiertagen, aber gleichzeitig auch die am wenigsten eindeutige. Um seine Entstehung ranken nämlich viele Sagen. Traditionell begehen US-Amerikaner diesen inoffiziellen Feiertag immer am vierten Freitag des Monats November, also einen Tag nach Thanksgiving. Der Freitag bietet sich als Brückentag an, ist aber in einigen US-Staaten mittlerweile sogar tatsächlich offiziell ein freier Tag. Dieses Jahr fällt der Black Friday auf den 26. November.

Black Friday Brazil
Weltweit – hier im Bild Brasilien – stürzen sich Menschen am Black Friday in die Shopping-Schlacht.  / © Nelson Antoine / Shutterstock.com

Der Tag wird traditionell in den USA genutzt, um sich um die Weihnachtskäufe zu kümmern, läutet also inoffiziell das Weihnachtsgeschäft ein. Wann das losging? Gute Frage – es gibt jede Menge Versionen zum Ursprung des Black Friday:

  • Am 24. September 1869 wollten die beiden Wall-Street-Broker Jim Fisk und Jay Gould den gesamten Goldmarkt zu Gunsten eines Politikers übernehmen und ihn "Schwarzer Freitag" nennen. Also den Markt, nicht den Politiker.
  • Noch unrealistischer ist die Theorie, dass der Black Friday auf die Zeit der Sklaverei zurückgeht. Sklavenhändler wollten noch flott vorm Wintereinbruch Kasse machen und ihre schwarzen Sklaven vergünstigt loswerden.
  • In den 1950er Jahren wurde der Begriff "Black Friday" dann offensichtlich erstmals genutzt. Damals wurde er verwendet für diejenigen, die den Freitag nach Thanksgiving zugunsten eines langen Wochenendes schwänzten. So, wie wir "blau" machen, machten die Amerikaner damals eben "schwarz". 
  • Eine weitere These besagt, dass aufgrund der hohen Umsätze an diesem Tag viele Händler in den USA an diesem Tag erstmals ins Plus kamen – also statt roten Zahlen, schwarze schrieben. Hierzu ist auch der Spruch überliefert, dass die Händler förmlich schwarze Hände vom vielen Geld zählen bekamen.

Am Wahrscheinlichsten scheint jedoch, dass der Black Friday auf die späten 50er bzw. frühen 60er Jahre und die Stadt Philadelphia zurückgehen. Dort traten traditionell Army und Navy zu einem Footballspiel gegeneinander an. Viele Menschen strömten am Tag nach Thanksgiving in die Stadt und blieben gleich bis Samstag, weil sie besagtes Spiel sehen wollten. 

Die Polizei schlug angesichts des Spektakels die Hände überm Kopf zusammen. Viel zu viele Menschen auf den Straßen, Staus und dadurch bedingt überlange Schichten für die Polizisten. Die Polizei sprach daher wenig begeistert von einem schwarzen Freitag beziehungsweise von einem schwarzen Samstag. Gemeint ist damit der Umstand, dass so viele Menschen auf den Straßen waren, dass die Masse wie ein schwarzer Block aussah. Ein Artikel der "Public Relations News" von 1961 erwähnt und bestätigt diesen Ansatz, der auf Philadelphia verweist.

Es dauerte dann aber noch ein paar Jahre, bis der Handel diesen Begriff für diesen besonders starken Verkaufstag aufgriff. Waren es zunächst einfach sehr verkaufsstarke Tage, entwickelten sich daraus über die Jahre regelrechte Menschenaufläufe, um die besten Schnäppchen abgreifen zu können. Seit Jahrzehnten spielen sich an diesem Tag tumultartige Szenen ab. Folgendes Video gibt das ganz gut wieder:

... und was sind "Black Week" und "Black Weekend"?

Tja, wie das eben so ist, wenn eine Geschichte gut läuft und man den Hals nicht voll genug bekommen kann: Man reitet die Welle einfach weiter! Konkret bedeutet das, dass die "Black Week" die Woche des Black Friday meint, das Black Weekend den Samstag und Sonntag nach dem Black Friday. Für dieses Jahr bedeutet das also:

  • Black Friday 2021: 26. November
  • Black Week 2021: 22. - 29. November
  • Black Weekend 2021: 27. - 28. November

PS: Wisst Ihr, womit der Black Friday gar nichts zu tun hat? Mit dem Börsencrash am 24. Oktober 1929, der die USA in die "Great Depression" und später in die Weltwirtschaftskrise führte. Während man in Europa vom schwarzen Freitag spricht, ereignete sich dieses Drama in den USA aufgrund der Zeitverschiebung nämlich bereits am Donnerstag. Die Große Depression startete also am Black Thursday!

Geschichte des Cyber Monday

Wie Ihr gerade lesen konntet, ist der Black Friday jahrzehntelang ein Event für den stationären Handel gewesen. Der Cyber Monday folgt kalendarisch unmittelbar auf das "Black Friday"-Wochenende, ist also der Montag nach Thanksgiving und Black Friday. Er ist der erklärte Versuch des Onlinehandels, eben auch fürs Internet einen derart verkaufsstarken Tag zu etablieren. 

Erstmals fand dieser Cyber Monday am 28. November 2005 statt, es gibt ihn also erst seit 16 Jahren. Nichtsdestotrotz hat sich auch dieser "Feiertag" längst etabliert und lockt in vielen Ländern (in Deutschland seit 2010) mit ordentlichen Rabatten. Amazon war nicht unwesentlich daran beteiligt, dieses Event auch in unseren Gefilden bekannt zu machen.

Wenig verwunderlich daher, dass auch hier Gigantismus Einzug hält und der Cyber Monday mittlerweile von der sogenannten "Cyberweek" begleitet wird. Das bezeichnet exakt dieselben Tage wie die oben bereits genannte "Black Week". Im Grunde Wortklauberei, weil natürlich auch der Black Friday längst nicht nur ein Event des stationären Handels ist, sondern ebenso online stattfindet.

  • Cyber Monday 2021: 29. November  

Geschichte des Singles Day

Noch recht frisch im Deals-Day-Game ist der Singles Day – zumindest in unseren westlichen Gefilden. Im Gegensatz zu Black Friday und Cyber Monday stammt der Singles Day nicht aus Nordamerika, sondern aus China. Die Tradition entstand ursprünglich an der Universität Nanjing im Jahr 1993. 

Singles Day
Die vier Einsen des Datums symbolisieren die einzelnen Singles.  / © forestgraphic / Shutterstock.com

Gibt es auch hierzu eine nicht verifizierbare Legende? Aber natürlich: Und zwar haben sich vier alleinstehende, männliche Studenten des Wohnheims Mingcaowuzhu der Universität Nanjing überlegt, dass es einen Tag geben sollte, an dem sie ihr eigentlich tristes Singledasein zelebrieren wollten. 

Als den richtigen Tag wählte man den 11.11., wobei jede der Einsen einen der vier Singles symbolisiert. Der Brauch breitete sich über verschiedene Universitäten und schließlich in ganz China aus. Längst ist der einstige "Junggesellentag" auch kein Feiertag mehr exklusiv für Männer, Frauen zelebrieren ihn ebenso. 

Während sich in Deutschland also Jecken am 11.11. die Pappnase aufsetzen, feiern in China Singles eben ihr Singledasein. Klingt nach dem traurigsten Feiertag der Welt, oder? Gemeint ist aber nicht, dass die Singles heulend zuhause sitzen und von Alkohol und Netflix betäubt ins Kopfkissen weinen. Viel mehr finden dort viele Partys für Singles statt – eine Chance also, dass man jemanden kennenlernt und den Status "Single" möglicherweise flott loswird.

Alle Deal-Tage im Überblick: Datum:
Singles Day 11. November 2021
Black Friday 26. November 2021
Black Week 22. - 29. November 2021
Black Weekend 27. + 28. November 2021
Cyber Monday 29. November 2021

Zum Singles Day gehört auch, dass man sich Geschenke macht. An dieser Stelle kommt also die kommerzielle Komponente ins Spiel. In China wurde dann die Gelegenheit ergriffen, den Singles Day bewusst gegen Black Friday und Cyber Monday in Stellung zu bringen. 

Und, wie das heutzutage oft so ist, haben die Chinesen den USA auch dort den Rang abgelaufen: 2018 machte allein die Alibaba Group knapp 31 Milliarden US-Dollar Umsatz an diesem einen Tag – mehr als das Doppelte des Umsatzes von Thanksgiving, Black Friday und Cyber Monday zusammen! Damit avancierte der Singles Day zum umsatzstärksten Tag im Onlinehandel weltweit!

Auch in China entfernt sich der Deals-Feiertag immer weiter von der Tradition. So wird er heute in China auch von glücklichen Paaren zelebriert. Die Einsen im Datum stehen dabei dann dafür, dass der Partner oder die Partnerin der oder die Einzige im Leben des anderen ist. Kein Wunder also, dass der 11.11. mittlerweile in China auch der Tag ist, an dem die meisten Ehen geschlossen werden. 

Beim Zeitfenster für die Deals weicht man mittlerweile ebenfalls von der Tradition ab und startet mittlerweile schon Anfang November in die "Singles Day"-Feierei. 

  • Singles Day 2021: Donnerstag, der 11.11.

Weitere internationale Shopping-Events

Neben den hier vorgestellten Einkaufs-Highlights des Jahres gibt es noch eine Menge Shopping-Events mehr. Einige davon sind nur in einzelnen Ländern von Bedeutung, andere haben durchaus auch international Relevanz. Wir wollen Euch einige davon ebenfalls kurz vorstellen: 

Boxing Day

Fußball-Fans kennen den Boxing Day, der in Großbritannien meistens am 26. Dezember zelebriert wird als Sport-Spektakel, an dem besonders intensive Derbys gespielt werden. Eigentlich ist es aber ein Feiertag, der bereits auf hunderte Jahre alte Traditionen zurückgeht. In den "Boxes" wurden an diesem Tag früher kleine (Geld)-Geschenke an Bedienstete verteilt.

Der Boxing Day heute ist eher ein riesiges Shopping-Spektakel, ein Einkaufsfeiertag, der dem Black Friday nicht unähnlich ist. Zelebriert wird er außer auf der Insel auch in weiteren Ländern, die einst zum "British Empire" gezählt wurden, zum Beispiel in Neuseeland, Australien, Südafrika, Hongkong und Kanada. 

In England kommt es an diesen Tagen auch zu heftigen Rabattschlachten und ja, es hat in diesem Zusammenhang auch schon Verletzte und sogar Tote gegeben. Wie beim Black Friday werden die Angebote teils auch auf eine ganze "Boxing Week" ausgedehnt. Für manchen Händler in UK ist der Boxing Day der umsatzstärkste Tag des Jahres. 

French Days

Die French Days in Frankreich (wo sonst?) sind eine unmittelbare Reaktion einiger französischer E-Tailer auf den Black Friday und findet in der Regel einmal im Frühling und dann nochmal im September statt. Ursprünglich sechs Unternehmen wollten der Marktmacht von Amazon etwas entgegensetzen. In den letzten Jahren versammelten sich unter dem "French Days"-Dach bereits über 200 Onlinehändler. 

French Week
Das sind die Gründungsmitglieder der French Week / © NextPit

Im letzten Jahr zogen die Verkäufe in Frankreich zu diesen Events um 12 Prozent bzw. 6 Prozent an, haben also ganz sicher nicht so einen Impact wie der Black Friday. Auch hier werden sehr viele Tech-Produkte, aber auch viele andere Sparten wie Mode oder Haushaltsgeräte rabattiert angeboten. 

Kindertag (Dia das Crianças in Brasilien)

Kindertag, Internationaler Tag des Kindes, Weltkindertag – in über 140 Ländern weltweit gibt es diesen Tag unter verschiedenen Namen und zu verschiedenen Daten, an denen sich alles um die Kinder dreht. Im Normalfall wird der Tag genutzt, um für Probleme von Kindern zu sensibilisieren. Es geht dabei dann u.a. um Kinderrechte, Politik für Kinder und den Schutz von Kindern. 

Je nach Nation sind es aber auch kommerzielle Feiertage, an denen Kinder beschenkt werden. In Brasilien beispielsweise heißt er Dia das Crianças und findet am 12. Oktober statt. Am selben Tag wird auch der Marienerscheinung gedacht, aber Kinder freuen sich schon lange vorher auf "ihren" Tag. Sie bekommen dort Spielzeug, Süßigkeiten und vieles mehr geschenkt und die damit verbundenen Deals auf die Waren werden oftmals auf eine ganze Kinderwoche ausgedehnt. 

Diwali

Bei Diwali handelt es sich um das Lichterfest, ein sehr bedeutendes mehrtägiges hinduistisches Fest. Es wird in Indien zelebriert, aber auch in anderen vom Hinduismus geprägten Ländern wie Nepal oder Sri Lanka. Eigentlich ein sehr spirituelles Fest, ist es vielleicht am ehesten wie eine Mischung aus Weihnachten und Silvester (inklusive Feuerwerk) zu verstehen. 

Auch hier hat die Kommerzialisierung eingesetzt, so dass sich zum Diwali auch beschenkt wird, oftmals Gold und Schmuck. Kinder werden mit Spielzeug und Süßigkeiten beschenkt, es wird gut gegessen und die beste Kleidung getragen – also alles dem westlichen Weihnachtsfest sehr ähnlich.


Wir könnten noch jede Menge solcher Events mehr nennen wie den sogenannten "White Friday" im Mittleren Osten, den Great Singapore Sale oder auch den noch recht jungen Amazon Prime Day. Vielleicht mögt Ihr uns ja von ähnlichen Shopping-Events berichten, die es in Eurem Land gibt, oder an denen Ihr mal teilnehmen konntet. Jedienfalls seid Ihr jetzt schon mal auf dem Laufenden, was die Historie dieser wichtigsten Shopping-Festtage angeht.

Seid Euch aber sicher, dass NextPit Euch auch sonst umfassend durch diese kommenden Deal-Tage bringt. Ihr erfahrt bei uns also, wann Ihr wo welche Schnäppchen machen könnt und wie Ihr die Angebote erkennt. Es ist nämlich beileibe nicht alles ein Top-Deal, was als solcher angepriesen wird. 

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5 Kommentare

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  • R.Naubereit vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Die Geschichte dahinter: Umsatz machen.


  • Mastermind vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Weniger ist immer mehr. Nichts für mich solche Tage


  • Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Schöner Artikel, Märchenonkel Casi. Da hat man doch mal einen netten Überblick über all die "Feiertage" die uns alle vor allem durch Konsum ein wenig glücklicher machen sollen. Und wie man insbesondere am Video zum Black Friday sieht: es funktioniert! Glückliche, konsumbeseelte Amerikaner hauen sich auf der Jagd nach dem geilsten Schnäppchen gegenseitig gepflegt aufs Plätzchen. Um mal sprachlich im darauffolgenden Weihnachtsbild zu bleiben. Großartige Sache, das. Und was die Amis, Chinesen und sonstige Nationen können, das können wir hier ja wohl auch? In diesem Sinne: Hohohoooo und frohe Weihnachten!


    • Johanna Schmidt
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Lieber Olaf, mein 👍🏻 galt dem Märchenonkel Casi. Ich muss gestehen, dass ich diesen Schnäppchen-Tagen nicht allzu viel abgewinnen kann.
      Liegt aber eher an meiner generellen Einstellung zu Konsum. Ich finde weniger ist mehr.
      Danke für Deinen Kommentar ☺️


  • Jörg W. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Habe die besten Schnäppchen immer 1-2Wochen nach der Black Friday Woche gemacht.

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