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Ein Besuch im europäischen Zentrum für Chip-Design von Apple

Apple investment in Munich Silicon Design Center office
© Apple

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Apple hat mit seinem eigenen Chip-Design neue Maßstäbe gesetzt. Die M-Serie, die mittlerweile in Macs, Macbooks und iPads verbaut ist und es mittlerweile schon in der dritten Generation gibt, ist in Sachen Geschwindigkeit bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch maßgebend. Was nur Wenige wissen: ein guter Teil der eingesetzten Technologien wird auch in Deutschland entwickelt. Apple hat nextpit zu einem kleinen Rundgang am europäischen Zentrum für Chip-Design eingeladen – und einige kleine Einblicke in seine Labore gewährt. 

Apple-Zentrale in München: Ein kleiner Reisebericht

Es sind beeindruckende Zahlen, die ich in Zusammenhang mit dem Zentrum für Chip-Design von Apple zu lesen bekam. Insgesamt hatte das kalifornische Unternehmen aus Cupertino bereits eine Milliarde Euro in den Münchener Standort investiert. Nun hatte man im Frühjahr dieses Jahres eine weitere Milliarde Investitionen für den Standort in der bayerischen Hauptstadt zugesagt und macht ihn so zum größten Entwicklungsstandort in Europa. Hier, so hört und liest man, entstünden wichtige Technologien, die in das Chip-Design der M-Reihe einflössen, aber natürlich auch in all die anderen Apple-Silicons für iPhones, Apple Watches & Co.

Die Apple-M3-Chips
Die Apple-M3-Chip-Architektur / © Apple

Ich will ehrlich sein: Hoch-Technologie – gerade im Chip-Design – habe ich noch nie wirklich in Deutschland verortet. Ich habe durchaus einen gesunden Lokalpatriotismus und würde – trotz vieler aktueller Widrigkeiten und Herausforderungen – Deutschland große Stärken attestieren. Aber nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass gerade hier, im Herzen Europas, Technologien entstehen sollen, die man sonst eher in Südostasien oder Kalifornien vermuten würde.

Apple setzt in München echte Akzente

Nun also lädt Apple uns also ein, genau dieses Herz ihrer technologischen Entwicklung auf dem europäischen Kontinent zu besuchen. Die Anreise beginnt sehr Deutsch: Die Lokführer-Gewerkschaft GDL streikt an diesem Tag und sorgt erst für keine und dann für übervolle, weil alternative Verkehrsmittel. Und auch das Gebäude, das das europäische Zentrum für Apples Chip-Design beherbergt, lässt von außen die Anmut des berühmten UFO-Gebäudes in Cupertino vermissen.

Es sieht eher unscheinbar, ja fast ein wenig langweilig aus. Nichts weist von außen darauf hin, dass sich hier im Herzen Münchens moderne Labors und Ingenieure befinden, die für die Apple-Silicons beispielsweise Innovationen im Mobilfunk- oder Powermanagement entwickeln. 

Apple Design Center in München
So sieht das Apple-Design-Center in München aus. / © Apple

Tritt man nach innen, ändert sich das Bild. Es ist nicht allein das markante Firmenlogo an der Wand, das verrät, wo wir gerade sind. Auch die charakteristische Einrichtung, der deutliche Stil und die harmonische Kombination aus Holz und Glas, die hier überall Verwendung finden, bewirken subtil die Assoziation mit der Marke.

Apple-Silicons werden in der neuen 3-nm-Technologie gefertigt

Natürlich ist man bei Apple auch sehr stolz auf die eigenen Apple-Silicons. Gerade der M3 Pro und vor allem der M3 Max sind Chips, die wohl derzeit nahezu konkurrenzlos in den Benchmarks sein dürften. Außerdem sind sie in Sachen Energieverbrauch führend. Apple optimiert seine Chips regelmäßig auf die Metrik „Performance pro Watt“. Die Apple-Chipsätze sind hier branchenweit meist das Maß der Dinge. 

Überhaupt ist es schwierig, nicht mit Superlativen zu sparen, wenn es um die Apple-Chipsätze geht. Der M3 ist derzeit – abseits des A17 Pro in der iPhone-15-Pro-Serie – der einzige Chipsatz für den Privatverbrauch, der mit der 3-nm-Technologie beim taiwanischen Chip-Hersteller TSMC gefertigt wird. Damit ist es möglich, auf kleinstem Raum die schier unfassbare Zahl von 25 Milliarden Transistoren unterzubringen. Beim M3 Pro sind es gar 37 Milliarden und beim M3 Max unfassbare 92 Milliarden Transistoren. 

München ist auf dem Weg zur High-Tech-Hochburg Europas

Zurück zur bayerischen Hauptstadt. Mit nextpit sitzen wir in Berlin – eine Stadt, die sich selbst gerne als Startup-Hochburg bezeichnet. Tatsächlich gibt es dort eine Menge Unternehmen, die sich dort angesiedelt und für viele Arbeitsplätze gesorgt haben. 

Man muss aber neidlos anerkennen, dass München gerade dabei ist, anderen Städten den Rang abzulaufen. Nicht nur Apple investiert groß in in die bayerische Hauptstadt und buhlt weltweit um Spitzenkräfte im Bereich der künstlichen Intelligenz und anderen Hochtechnologien. Auch Microsoft und viele andere Unternehmen setzen auf München und schaffen dort Arbeitsplätze für Zukunftsmärkte. 

Das sind gute Nachrichten für München, aber auch für ganz Deutschland. Es schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern unterstreicht, dass wir hier Potenzial haben, auch in Zukunftstechnologien wettbewerbsfähiges Personal bieten zu können. Apple beschäftigt auf jeden Fall mittlerweile in Deutschland rund 4.500 Menschen. Weit über 2.000 sitzen dabei in München.

Diese arbeiten gerade an Innovationen, die wir in ein paar Jahren in unseren Smartphones (Bestenliste), Tablets oder Computern haben werden. Und natürlich auch in smarten Brillen wie der Apple Vision – und vielleicht auch in Dingen, von denen wir noch gar nichts ahnen. 

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Fabien Röhlinger

Fabien Röhlinger
Co-Founder

Smartphones und ich – das ist seit 2007 eine echte Symbiose. Mobiltelefone haben mich an sich schon immer interessiert. Aber der Start des iPhones hat bei mir sowas wie einen Booster gezündet. Im Jahr 2009 habe ich dann AndroidPIT gegründet. Die Idee war, dass Android das Gegengewicht zu Apple und iOS schaffen würde. Aus AndroidPIT wurde dann im Jahr 2019 NextPit. Es gab tatsächlich noch keine Generation des iPhones, keine der Apple Watch oder des iPads, die ich ausgelassen hätte. Viele meiner Arbeitsprozesse basieren auf den vielen Möglichkeiten, die Apple-Geräte bieten.

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