Startschuss verpasst: Google kauft Fitbit vor Ende der Prüfung

Startschuss verpasst: Google kauft Fitbit vor Ende der Prüfung

Google und Fitbit behaupten aktuell, dass sie einen Deal abgeschlossen haben, bei dem der Suchriese die Fitness-Tracker-Marke kauft. Die Regulierungsbehörden in den USA und in Australien sind allerdings noch gar nicht fertig mit der Untersuchung der Übernahme. Die Transaktion, die Berichten zufolge einen Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar hat, wurde ursprünglich bereits im November 2019 angekündigt.

Fitbit kündigte gestern auf seinem eigenen Blog an, fortan ein offizieller Teil von Google zu sein. "Es ist ein unglaublich aufregender Moment für uns als Unternehmen und für unsere Fitbit-Community auf der ganzen Welt", schrieb Fitbit-Mitgründer James Park dort.

Auch Rick Osterloh, Senior Vice President für Devices & Services bei Google bestätigte die Übernahme über den offiziellen Google-Blog ebenfalls. In dem Beitrag hieß es, dass Google die Übernahme von Fitbit abgeschlossen habe und dass es bei dem Deal "immer um Geräte, nicht um Daten" ging. Der Suchmaschinenriese habe von Anfang an klar gemacht, dass er die Privatsphäre der Fitbit-Nutzer schützen werde.

Gleichzeitig berichtet Reuters jedoch, dass das US-Justizministerium immer noch nicht entschieden habe, ob es den Deal durchgehen lassen werde. Das Justizministerium der Vereinigten Staaten teilte mit, dass es "noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen" habe, "ob es eine Vollstreckungsmaßnahme [bezüglich des Fitbit-Deals] verfolgen wird".

Der Vorsitzende der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission, Rod Sims, wird ebenfalls dahingehend zitiert, eher vorsichtig zu sein, wenn es um die Bestätigung des Deals geht. Er sagte: "Abhängig von den Ergebnissen unserer Untersuchung werden wir überlegen, ob wir in dieser Angelegenheit rechtliche Schritte einleiten werden." Berichte Ende letzten Jahres legten nahe, dass Google eine Geldstrafe von bis zu 400 Millionen Dollar riskiert, wenn es den Deal ohne die Zustimmung der Regulierungsbehörde durchführt.

NextPit Fitbit Charge 4 front
Fitbit hat nach eigenen Angaben mehr als 120 Millionen Geräte in über 100 Ländern verkauft. / © NextPit

Das USDOJ hat den Deal in den letzten 14 Monaten eingehend untersucht, und Google sagt, dass es alles erfüllt hat, was das Justizministerium verlangt hat. Die Europäische Kommission hat dem Deal im Dezember 2020 bereits zugestimmt. Es wäre also eine Überraschung, wenn der Deal am Ende nicht zustande kommt, aber es scheint einige Hindernisse in letzter Minute zu geben.

In einer offiziellen Stellungnahme sagte ein Google-Sprecher: "Wir stehen weiterhin in Kontakt mit ihnen [dem USDOJ] und sind bereit, alle zusätzlichen Fragen zu beantworten. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Deal den Wettbewerb auf dem stark überfüllten Wearables-Markt erhöhen wird und wir haben Zusagen gemacht, die wir weltweit umsetzen wollen."

Was bedeutet der Deal für die Verbraucher?

Fitbit sagt, dass sie sich weiterhin dafür einsetzen werden, "das Richtige zu tun und Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu stellen", während es gleichzeitig betont, dass es nicht nach einem unflexiblen Einheitsansatz sucht, sondern den Verbrauchern eine Auswahl bietet, die sowohl unter Android als auch unter iOS funktioniert.

Google sagt, dass der Deal dazu beitragen wird, Gesundheit und Wellness für mehr Menschen zugänglich zu machen: "Wir sind zuversichtlich, dass die Kombination von Fitbits führender Technologie, Produktexpertise und Gesundheits- sowie Wellness-Innovationen mit dem Besten von Googles KI, Software und Hardware den Wettbewerb bei Wearables vorantreiben und die nächste Generation von Geräten besser und erschwinglicher machen wird", schreibt Osterloh.

Die Erlaubnis für den Deal in Europa kam mit einer ganzen Reihe von Vorbehalten, wie zum Beispiel, dass Google Fitbit GPS- und Gesundheitsdaten von Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht für gezielte Werbung verwenden darf. Wir in der EU können uns also auch dagegen entscheiden, die Gesundheits- und Wellness-Daten mit anderen Google-Diensten zu teilen.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob ähnliche Regeln auch in Nordamerika und Australien eingeführt werden. Google sagte, dass die Option zum Ausschluss der Datenweitergabe für Fitbit-Nutzer weltweit gelten wird, aber wir müssen abwarten, wie der Suchgigant die Standardoptionen und die Zugänglichkeit handhabt.

Quelle: Reuters, Fitbit, Google

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2 Kommentare

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  • Christian L. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Schade um die Marke Fitbit.


  • Torsten vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Na da sind die Machtverhältnisse ja klar, warum auf Genehmigung warten :D