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IKEA Starkvind im Test: Smarte Frischluft für nur 149 Euro?

IKEA Starkvind NextPit Review 01
© nextpit

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Mit dem Starkvind führt IKEA einen smarten Luftreiniger für nur 149 Euro! Nach der Installation im gewohnten IKEA-Stil kann der Reiniger bis zu 99,5 Prozent der Kleinstpartikel nach PM 2,5 aus der Luft entfernen – und per Zukauf sogar schädliche Gase entfernen. Aber überzeugt der IKEA Starkvind im Alltag? Tief durchatmen im NextPit-Test!

Ikea Starkvind

Pro

  • Schönes, unauffälliges Design
  • Per Wunsch auch als Tisch nutzbar
  • Hübsche Smart-Home-App
  • Kompatibel mit Alexa, Google Home und Apple Home

Contra

  • Nicht nativ im Smart-Home nutzbar
  • Hohe Aufpreise für Zubehör
  • Wenig Informationen über Luftqualität in App
  • Recht hohe Lautstärke
Ikea Starkvind
    Ikea Starkvind: Alle Angebote

    Kurzfazit und Kaufen

    Mit dem Starkvind bietet IKEA einen erschwinglichen, smarten Luftreiniger an! Dieser filtert auf Wunsch sowohl Kleinstpartikel, Viren, Pollen, Bakterien als auch Gase aus Eurer Raumluft. Für das Filtern von schädlichen Gasen sowie die Smart-Home-Kompatibilität werden aber noch einmal hohe Aufpreise fällig. Das vermeintliche Schnäppchen entfaltet sein volles Potenzial also nur, wenn Ihr mehr investieren wollt. Und selbst dann bleiben die Smart-Home-Möglichkeiten hinter den Erwartungen zurück.

     

    Der Starkvind kostet in einer schwarzen und weißen Farbausgabe 149 Euro. Für das getestete Modell mit Gasfilter zahlt Ihr hingegen 169 Euro – wenn Ihr den Starkvind dann auch noch im Smart-Home nutzen wollt, kommen 59,99 Euro für den Dirigera-Hub dazu. Das getestete Setup kostet somit nicht 149 Euro, sondern 228,99 Euro.

    Design und Set-Up

    Der IKEA Starkvind sieht auf den ersten Blick nicht nach einem Luftreiniger aus. Denn er entstammt der Ambient-Technologie-Serie, die Ihr womöglich von Produkten wie dem Bilderrahmen-Lautsprecher IKEA Symfonisk (zum Test) kennt. Der Starkvind kann sich auf Wunsch und für einen Aufpreis von 50 Euro in einen Tisch verwandeln.

    Gefällt:

    • Hübsches, unauffälliges Design mit Maßen 53 x 51 x 19 cm (H x B x T) 
    • Einfacher Aufbau mit IKEA-Spaß
    • Simple Bedienung über Drehschalter

    Gefällt nicht:

    • Kein Display mit Informationen am Gerät
    • Mit 5,9 Kilogramm recht schwer

    Der IKEA Starkvind wird in einer umweltfreundlichen Verpackung aus Karton geliefert – und muss ganz im IKEA-Stil erst einmal aufgebaut werden. Ein Inbusschlüssel ist im Lieferumfang enthalten, die Anleitung ist ausführlich und halbwegs verständlich. Beim Aufbau müsst Ihr zwei Füße am Starkvind anbringen, dort eine Abdeckplatte reinhängen und diese auf der Oberseite mit zwei Klammern befestigen. Da sich die Knöpfe für die Verbindung und den Filterwechsel unter der Holzplatte befinden, müsst Ihr diese im Betrieb noch einmal abnehmen können.

    IKEA Starkvind Steuerelemente
    Die Steuerung des IKEA Starkvind ist simpel. / © NextPit

    Besonders clever ist IKEAs Umgang mit dem Netzteil, das streng genommen extern positioniert wird. Allerdings gibt es beim Starkvind ein Fach samt Klappe, in welches Ihr das Netzteil legen könnt. Der Vorteil ist hierbei, dass es bei der Platzierung in Steckdosennähe nicht stört. Müsst Ihr das Kabel verlängern, könnt Ihr das Netzteil aber auch außerhalb des Starkvinds platzieren.

    IKEA Starkvind Frontplatte
    Die Frontplatte des Starkvind könnt Ihr abnehmen. / © NextPit

    Ebenfalls elegant gelöst ist die Bedienung des Luftreinigers. Ohne Smartphone gibt es an der Oberseite nur einen Drehschalter, den Ihr herunterdrücken könnt. Durch Drücken schaltet Ihr den Reiniger ein oder aus – Drehbewegungen schalten zwischen fünf Gebläsestufen umher. Ärgerlich finde ich beim Starkvind besonders, dass es kein Informationsdisplay über die Luftqualität gibt. Ihr müsst im automatischen Modus also darauf vertrauen, dass der Luftreiniger Gase und Schmutzpartikel erkennt und erfolgreich herausfiltert.

    Apropos herausfiltern: Die schmutzige Luft saugt der Starkvind über eine Lücke zwischen Gehäuse und Abdeckplatte ein. Das Herauspusten erfolgt rund um den Luftreiniger durch Luftschlitze.

    Filter- und Reinigungsleistung

    Standardmäßig kann der IKEA Starkvind nur Kleinstpartikel nach PM 2.5 aus der Luft reinigen. Für einen kleinen Aufpreis könnt Ihr allerdings noch einen Gasfilter dazukaufen, um auch schädliche Gase aus der Luft zu entfernen. Ausgelegt ist der Starkvind für Räume mit bis zu 20 m² – dank integriertem Griff könnt Ihr das Smart-Home-Produkt auch von Raum zu Raum tragen.

    Gefällt:

    • Im Auto-Modus braucht Ihr Euch nicht um den Starkvind zu kümmern
    • Reinigung von Partikeln nach PM 2.5
    • Starke Reinigungsleistung auf höchster Stufe

    Gefällt nicht:

    • Nur wenige Informationen über die Luftqualität verfügbar – und nur per Smartphone
    • Nur für Räume bis 20 m² ausgelegt
    • Keine Dreh- und Schwenkfunktion, keine Befeuchtung oder Entfeuchtung der Luft
    • Nicht fürs Filtern von Aerosolen zertifiziert

    Die Konstruktion des IKEA Starkvind ist recht simpel. Es gibt zwei quadratische Filter: einen für Kleinstpartikel und einen für Gase. Diese sitzen vor einem Ventilator, der Luft durch die Filter zieht und diese im Raum verteilt. Wie stark der Ventilator arbeiten muss, misst der Starkvind über einen Sensor, dessen Informationen zur Partikelkonzentration Ihr über die App einsehen könnt.

    IKEA Starkvind erster Filter
    Die Filter müsst Ihr alle sechs Monate reinigen. / © NextPit

    Die genutzten Filter entfernen laut Herstellerangaben 99,5 % der Partikel bis zu PM 2,5, die sich in Eurer Raumluft befinden. Damit werden neben Staub und Pollen auch Viren und Bakterien entfernt, die eine Größe von 0,1 bis 2,5 Mikrometern haben. Das kann bei Allergikern durchaus für Erleichterung sorgen, für das Herausfiltern von Aerosolen ist der Filter laut Klassifizierung nicht geeignet.

    IKEA schickte uns für diesen Testbericht zudem einen Gasfilter zu, den Ihr zusammen mit dem Partikelfilter in den Luftreiniger einsetzen könnt. Dieser entfernt Gase wie Formaldehyd, Zigarettenrauch oder Kochdunst aus der Luft. Leider müsst Ihr hier darauf vertrauen, dass der Reiniger seine Arbeit zuverlässig durchführt. Denn der Starkvind misst lediglich die Feinstoffbelastung, nicht etwa die Konzentration an Gasen, wie es der Philips AC3033/10 schafft, den wir kürzlich getestet haben.

    IKEA Starkvind Messgerät
    Das Messgerät für die Feinstoffbelastung sitzt hinten am Starkvind. / © NextPit

    Im Vergleich zum genannten Philips-Modell ist der Starkvind zudem für deutlich kleinere Räume ausgelegt. IKEA nennt hier 20 m². Da der Starkvind bei höchster Gebläsestufe 270 m³/h schafft, wäre ein 20 Quadratmeter großer Raum mit einer Deckenhöhe von 2,8 Metern in nur 12,4 Minuten durchgepustet. Ein guter Wert, zumal IKEA den Luftreiniger dank Tragegriff für den Einsatz in mehreren Räumen rüstet.

    Allerdings ist der Starkvind bei maximaler Lautstärke auch deutlich wahrzunehmen und klingt in etwa wie eine Filter-Dunstabzugshaube auf höchster Stufe. Die niedrigste Stufe soll laut Herstellerangaben leise genug zu sein, um beim Schlafen zu laufen – hier schneidet das teurere Philips-Modell im Schlaf-Modus aber deutlich schlechter ab. Der Starkvind bleibt in ruhigen Räumen auch auf niedrigster Stufe hörbar.

    IKEA Starkvind Aktivkohlefilter
    Den Aktivkohlefilter für Gase müsst Ihr zusätzlich kaufen. / © NextPit

    Was ich dem smarten Luftreiniger ebenfalls ankreiden muss, ist, dass die Luft zusätzlich nicht noch befeuchtet oder entfeuchtet werden kann. Auch eine Hitzekammer zur Abtötung von Viren und Bakterien bietet IKEA nicht an. Die Nutzungsdauer gibt IKEA für beide Filter mit bis zu sechs Monaten an.

    Smart-Home-Funktionen

    Wollt Ihr den IKEA Starkvind im Smart-Home und somit über Euer Smartphone steuern, müsst Ihr einen kompatiblen Hub kaufen. Der Hersteller schickte uns für diesen Testbericht einen IKEA Dirigera zu, der 59,99 Euro kostet, alternativ könnt Ihr aber auch einen älteren Tradfri-Hub nutzen. Positiv an IKEAs Smart-Home-Technologie ist die Kompatibilität zu Alexa, Google Home, Apple und dem wachsenden Matters-Standard.

    Gefällt:

    • Kompatibel zu Alexa, Google Home, Apple und Matter
    • Hübsche Smart-Home-App
    • Zigbee-kompatibel

    Gefällt nicht:

    • Keine native Smart-Home-Unterstützung
    • Nur wenig Möglichkeiten im Smart-Home
    • Keine Steuerung außerhalb Eures WLAN-Netzwerkes

    Ein wenig enttäuschend bei einem "smarten" Luftreiniger für knapp 150 Euro ist, dass der Starkvind keine native Smart-Home-Integration ermöglicht. Ohne WLAN-Modul benötigt es einen Hub, der den Starkvind mit Eurem Smartphone kommunizieren lässt. Das Modell "Dirigera", das uns IKEA für diesen Testbericht ebenfalls zur Verfügung gestellt hat, lässt sich leicht einrichten. Allerdings nur kabelgebunden über ein RJ45-Kabel.

    IKEA Dirigera Hub
    Den Dirigera-Hub müsst Ihr zusätzlich kaufen. / © NextPit

    Ebenfalls enttäuschend ist, dass IKEA noch immer keine Steuerung außerhalb Eures WLAN-Netzwerkes ermöglicht. Wollt Ihr also auf dem Heimweg schonmal für frische Luft sorgen, müsst Ihr Euch für einen anderen Luftreiniger entscheiden – oder darauf hoffen, dass IKEA die Funktion wie geplant im Sommer 2023 nachliefert.

    Seid Ihr mit dem WLAN-Netzwerk verbunden, sind die Smart-Home-Möglichkeiten jedoch recht eingeschränkt. Als "Szenen" könnt Ihr in der Home-Smart-App das Ausschalten und das Einschalten des Starkvind definieren. Zum Auslösen der beiden Szenen lassen sich im Anschluss aber nur Zeitpläne, der Sonnenauf- und Sonnenuntergang sowie IKEAs Smart-Home-Schalter "Shortcuts" definieren.

    IKEA Smart-Home-App
    IKEAs Smart-Home-App ist hübsch, aber nicht besonders funktional. / © NextPit

    IKEAs Smart-Home basiert allerdings auf dem Funkstandard Zigbee und ist somit mit vielen weiteren Geräten verfügbar. Darüber hinaus ist der Dirigera-Hub auch Matter-kompatibel. Welche Vorteile der neue Matter-Standard bringt, verrät Casi Euch im verlinkten Artikel.

    Positiv hervorzuheben ist zudem, dass IKEA eine Kompatibilität zu Amazon Alexa, Google Home und Apple HomeKit angibt. Zwar beschränken sich die Möglichkeiten hier immer noch auf Anschalten und Ausschalten, zumindest könnt Ihr aber etliche Smart-Speaker mit dem Starkvind verbinden.

    Abschließendes Fazit

    Zusammenfassend ist der IKEA Starkvind zwar ein besonders hübscher Luftreiniger für Euer Smart-Home, im Alltag bleiben die smarten Features aber hinter den Erwartungen zurück. Zwar glänzt IKEAs Smart-Home mit einer sehr großen Kompatibilität zu anderen Systemen, der Luftreiniger lässt sich darüber jedoch nur Ein- und Ausschalten. Darüber hinaus beschränkt sich der Informationsgewinn auch bei eingelegtem Gasfilter nur auf die Konzentration von Kleinstpartikeln in der Luft.

    IKEA Starkvind von hinten
    An den Seiten stößt der Starkvind die gefilterte Luft aus. / © NextPit

    Diese filtert der Starkvind zu 99,5 Prozent bei der Einstufung nach PM 2.5 heraus. Das ist zwar weniger als bei anderen Modellen, sollte den Alltag von Allergikern zur Pollenzeit aber trotzdem erleichtern. Für das Filtern von Aerosolen, etwa Coronaviren, reicht das aber nicht aus. Mit einer Leistung von bis zu 270 m³/h wird die Luft in mittelgrößen Räumen rein rechnerisch auf der höchsten Gebläsestufe in unter 15 Minuten gereinigt. Das ist angesichts des Preises ein "okayer" Wert, auch wenn die Lautstärke dabei ziemlich hoch ist.

    Gefällt Euch das Design des Starkvinds und wollt Ihr eher kleine bis mittelgroße Räume reinigen, ist der smarte Luftreiniger durchaus empfehlenswert. Allerdings solltet Ihr für die maximale Leistung direkt einen Gasfilter dazukaufen. Ob sich der Aufpreis zur Nutzung der Smart-Home-Features lohnt, wage ich stark zu bezweifeln. Die wenigen Funktionen werden eher dann sinnvoll, wenn Ihr ohnehin plant, weitere smarte Technik von IKEA zu kaufen oder bereits ein kompatibles Smart-Home-Ökosystem nutzt.

    Zu den Kommentaren (1)
    Benjamin Lucks

    Benjamin Lucks
    Produkt-Tester

    Benjamin arbeitet als freiberuflicher Journalist und ist dabei stets auf der Suche nach Besonderheiten, die neue Handys, Kopfhörer und Gadgets für den Leser interessant machen. Gelingt das nicht, tröstet er sich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und seiner Digitalkamera.

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    • 61
      René H. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Mir genügt die gute alte Fernbedienung. Die kann auch nicht gehackt werden. ;)

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