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Test: Der Xiaomi S10+ wischt so gut wie doppelt so teure Saugroboter

nextpit Xiaomi S10 Side
© nextpit

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Mit dem S10+ bietet Xiaomi für 449,00 Euro einen Saugroboter mit Ladestation als Basis an. Dabei verspricht der chinesische Hersteller eine gute Navigation und eine zuverlässige Wischfunktion dank zweier rotierender Wischpads. Reicht das in Kombination mit der Saugkraft von 4.000 Pa für eine effiziente Reinigung? Der nextpit-Test gibt die Antwort.

Xiaomi S10+

Pro

  • Makellose Navigation
  • Zwei Wischpads verbaut
  • Hervorragende Wischleistung
  • Benutzerfreundliche Xiaomi-Home-App

Contra

  • Schwächelt beim Saugen großer Partikel
  • Nur eine Seitenbürste verbaut
Xiaomi S10+
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    Kurzes Fazit und Kaufen

    Der Xiaomi S10+ findet sich problemlos in Euren vier Wänden zurecht und wischt für einen 450-Euro-Saugroboter überdurchschnittlich gut. In dieser Preisklasse müsst Ihr jedoch gewisse Kompromisse eingehen – beim S10+ tut Ihr das primär bei der Saugleistung.

    Mit der Xiaomi-Home-App habt Ihr hingegen eine hervorragende Software als Unterstützung an Eurer Seite. Hier könnt Ihr nach Belieben diverse Reinigungsmodi festlegen und Pläne für einzelne Räume erstellen. Die Basis des S10+ fungiert ausschließlich als Ladestation.

     

    Xiaomi S10+: Auspacken und Setup

    Der Xiaomi S10+ ist binnen weniger Minuten einsatzbereit und hat ebenso zügig Eure gesamte Wohnfläche vermessen. Mit der Xiaomi-Home-App steht Euch eine detaillierte und übersichtliche Softwareunterstützung zur Seite. Die Basis dient lediglich als Ladestation. 

    Gefällt mir:

    • Schnelles und unkompliziertes Setup
    • Präzise Kartierung
    • Gelungene App

    Gefällt mir nicht:

    • Keine genaue Angabe des Akkustands

    Der Xiaomi S10+ hat ein hochwertiges Design und ist ausschließlich in Weiß erhältlich. Im Saugroboter stecken ein 450-ml-Staubbehälter und ein 200-ml-Wassertank. Da die Basis, farblich identisch zum S10+, ausschließlich zur Energieversorgung dient, bleiben die Leerung des Staubbehälters und die Wasserversorgung Teil Eurer Aufgaben.

    Xiaomi S10+ Wassertank und Staubbehälter
    Unter der Haube des Xiaomi S10+ stecken ein Staubbehälter und ein Wassertank. / © nextpit

    Die Einrichtung des Xiaomi S10+ könnte einfacher nicht sein. Ihr setzt die Seitenbürste und die beiden Wischpads in den Roboter, ladet Euch die Xiaomi-Home-App aus dem Apple App Store oder dem Google Play Store herunter, stellt eine WLAN-Verbindung her und schickt den S10+ anschließend auf seine erste Erkundungstour.

    Xiaomi S10+ von oben
    Der Xiaomi S10+ hat eine elegante Optik. / © nextpit

    Für die präzise Kartierung des berüchtigten nextpit-Testparcours benötigt der Xiaomi S10+ nur wenige Minuten. Beim Mapping wird eine Stärke des Xiaomi S10+ deutlich – die Navigation. Im Test fällt immer wieder auf, wie der Roboter Möbel und andere Hindernisse frühzeitig erkennt und nicht erst gegen diese fährt, um im Weg befindliche Gegenstände auf die harte Tour zu erkennen. Hat der Putzteufel die Kartierung abgeschlossen, steht Euch das Ergebnis in 2D und sogar 3D zur Verfügung.

    Xiaomi S10+ Nahansicht Turm für die Navigation
    Der Xiaomi S10+ findet sich bestens zurecht und kommt auch problemlos unter Eure Möbel. / © nextpit

    Das Hauptmenü ist übersichtlich und zeigt Euch laufend an, wie lange der S10+ geputzt hat, wo er seine Kreise gedreht und wie viel Wohnfläche der Roboter gereinigt hat. Einzig, dass der Akkustand mit Balken und nicht prozentual angegeben wird, ist mir ein Dorn im Auge, allerdings ist das meine persönlich bevorzugte Präferenz und soll nicht von der tollen Xiaomi-Home-App ablenken. Zu guter Letzt könnt Ihr hier zwischen vier Saugstufen und drei Stufen der Wasserdurchflussrate wählen.

    Xiaomi S10+ Xiaomi-Home-App Reinigungsmodi
    Im Hauptmenü seht Ihr alle wichtigen Informationen auf einen Blick. / © nextpit

    Außerdem könnt Ihr Putzpläne erstellen. Dabei legt Ihr die Uhrzeit fest und stellt ein, wie oft der Reinigungsprozess wiederholt werden soll und informiert den S10+, welche Bereiche geputzt werden sollen. Zusätzlich könnt Ihr dem S10+ No-Go-Zonen und virtuelle Wände vorgeben. 

    Schließlich mangelt es der Xiaomi-Home-App auch an kleinen Details nicht. Neben einer Kindersicherung könnt Ihr Uhrzeiten festlegen, in denen der Sauger eine Pause einlegen soll. Obendrein hält Euch die Xiaomi-Home-App immer bezüglich der restlichen Lebensdauer der einzelnen Komponenten auf dem Laufenden. Zusammenfassend eine gelungene Softwareunterstützung, ohne viel Schnickschnack.

    Xiaomi S10+ Xiaomi-Home-App Pläne
    In der Xiaomi-Home-App könnt Ihr detaillierte Putzpläne erstellen. / © nextpit

    Saug- und Wischleistung des Xiaomi S10+

    Die Navigation und das Wischen sind die großen Stärken des S10+. Die Xiaomi-Home-App bietet zahlreiche Reinigungsmodi. Allerdings zeigt der Robo-Sauger beim Saugen erhebliche Schwächen.

    Gefällt mir:

    • Überzeugende Wischleistung
    • Wischpads haften magnetisch am Roboter
    • Makellose Orientierung

    Gefällt mir nicht:

    • Saugleistung hat noch Luft nach oben

    Im nextpit-Benchmark saugt der Saugroboter 85 % der verteilten Haferflocken von glatten Oberflächen auf. Feine Partikel (in diesem Fall feiner Sand) verschlingt der Sauger zu 83 %. Das Resultat verwundert, denn der S10+ ähnelt dem Xiaomi X10 auf dem Datenblatt, der im Test auf glatten Oberflächen einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen hat.

    Außerdem verzweifelt der S10+ im Test so sehr an Kabeln, dass er bei der Auseinandersetzung eine Wischbürste verliert. Der Arbeitseifer ist lobenswert, aber um operative Eingriffe beim S10+ zu verhindern, empfehle ich Euch, alle Kabel vor der Reinigungstour aus dem Weg zu räumen.

      Testvolumen (g) Ansaugvolumen (g) Effizienz (%)
    Haferflocken (Fliesen)
    • 10 g
    • 8,5 g
    • 85 %
    Sand (Fliesen)
    • 10 g
    • 8,3 g
    • 83 %
    Sand (Teppich)
    • 10 g
    • 7,2 g
    • 72 %

    Auf Teppichen bricht die Leistung weiter ein – hier saugt der Robo-Sauger lediglich 72 % des verteilten Sandes auf. Um Eure Teppiche müsst Ihr Euch derweil keine Sorgen machen, denn obwohl der S10+ seine Wischpads nicht anhebt, werden Eure geliebten Perser-Teppiche nicht nass. Obendrein erkennt der S10+ für ihn zu hohe Teppiche und umfährt diese, bevor er den aussichtslosen Versuch startet, auf diese zu gelangen. 

    Xiaomi S10+ von vorne
    Der S10+ erkennt Hindernisse auf Anhieb und umfährt diese elegant. / © nextpit

    Falls sich der S10+ dennoch um Eure hohen Teppiche kümmern soll, könnt Ihr den Roboter auf den Teppich platzieren, Eure Mario-Kart-Skills auffrischen und den S10+ eigenständig mithilfe der virtuellen Pfeiltasten in der Xiaomi-Home-App über den Teppich manövrieren.

    Xiaomi S10+ Rückseite mit Wischpads
    Zwei rotierende Wischpads sorgen für einen sauberen Boden. / © nextpit

    Kommen wir zur Königsdisziplin des S10+ – dem Wischen. Hier verrichten zwei rotierende Wischpads die Arbeit, die magnetisch am Roboter haften. Der Wischvorgang ist beeindruckend. Im Test schrubbt der S10+ leicht eingetrockneten Ketchup mühelos weg. Vereinzelte leicht klebrige Punkten finde ich nach dem Wischen dennoch vor, aber für einen 450-Euro-Saugroboter mit Wischfunktion ist das ein überzeugendes Ergebnis. Die Wischpads könnt Ihr im Anschluss per Klettverschluss abnehmen und einfach reinigen.

    Xiaomi S10+ beim Ladevorgang
    Der Xiaomi S10+ und die Basis nehmen nicht viel Platz in Anspruch. / © nextpit

    Die Akkulaufzeit ist schließlich solide. Im Praxistest verliert der Xiaomi S10+ nach 40-minütigem Putzen und Schrubben etwa 50 % Akku und reinigt dabei 22m2 Wohnfläche. Wenn die Arbeit getan ist, fährt der Roboter selbstständig an die Basis zum Laden zurück. Apropos Ladevorgang: Der S10+ ist nach etwa 3,5 h vollgeladen und bereit für die nächste Putztour. Außerdem könnt Ihr in der App festlegen, ob der Putzteufel die Reinigung nach dem Betanken dort fortsetzen soll, wo er sie unterbrochen hat.

    Mein Fazit zum Xiaomi S10+

    Der Xiaomi S10+ hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Navigation und die Wischleistung sind die Paradedisziplinen des Roboters. Auch wenn Xiaomi nur eine Seitenbürste verbaut und den S10+ mit 4.000 Pa Saugleistung ausgestattet hat, habe ich mir ein etwas besseres Ergebnis bei der Saugleistung erhofft. Zum Vergleich: Der Xiaomi X10 hat im nextpit-Test mit ähnlichen Voraussetzungen wesentlich besser abgeschnitten.

    Die Xiaomi-Home-App beeindruckt mit ihrem breiten Repertoire an Einstellungsmöglichkeiten. Im Test habe ich schnell gemerkt, dass Xiaomi besonderen Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit gelegt hat. Da die Basis nur zur Energieversorgung dient, bleiben die Reinigung der Wischpads und die Wasserzufuhr Teil Eurer Aufgaben.

    Alles in allem fällt es mir schwer, Euch eine klare Kaufempfehlung für den Roboter zu geben. Falls es Euch primär um die Wischfunktion geht und Ihr Euch mit Abstrichen bei der Saugleistung anfreunden könnt, ist der Xiaomi S10+ mit dem Preis von 449,99 Euro dennoch eine Überlegung wert. 

    Die besten Saugroboter mit Wischfunktion im Vergleich und Test

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    Zu den Kommentaren (2)
    Thomas Kern

    Thomas Kern
    Produkt-Tester

    Seit ich das erste Mal ein iPhone in der Hand hatte, bin ich nie wieder davon weggekommen. Seit Ende 2020 studiere ich Journalismus und bin seit 2023 Teil der nextpit-Familie. Wenn ich gerade nichts teste oder schreibe, bin ich wahrscheinlich im Fitnessstudio oder verzweifle am HSV.

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    • Olaf Gutrun 56
      Olaf Gutrun vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Wie oft muss man denn Wasser nach füllen und das Gerät leeren?

      Ich persönlich würde mir für das Geld eher einen Dyson Akku Sauger holen, der einem wirklich viel getuhe erspart.

      So ist das doch nichts halbes nichts ganzes? Es wird nicht richtig sauber und man muss noch immer nach dem Gerät gucken und warten.

      Wo ist dann die eigentliche Arbeitseinsparung?


      • Thomas Kern 10
        Thomas Kern
        • Staff
        vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Hey Olaf,
        die Frage nach der eigentlichen Arbeitseinsparung ist ein guter Punkt. Persönlich sehe ich das auch kritisch, wenn ich nach einem Saugroboter selbst noch nachhelfen muss – speziell, wenn es ums saugen geht (auch wenn wir hier von einem der günstigeren Modelle sprechen).

        Wie oft Du das Wasser nachfüllen und den Staubbehälter entleeren musst, kann man pauschal nicht sagen, weil es immer darauf ankommt, wie viel Dreck der Roboter aus Deiner Wohnung bereinigen muss und wie häufig der Roboter wischt ;)
        Im Test ist mir in dieser Hinsicht nichts negativ aufgefallen – deswegen sollte das die geringste Sorge sein beim S10+.

        Olaf Gutrun

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