Google folgt Apple und will den Datenschutz bei Android erhöhen

Google folgt Apple und will den Datenschutz bei Android erhöhen

Apple hat es vorgemacht, jetzt zieht Google nach. Seit iOS 14.5 können iPhone-NutzerInnen sich entscheiden, ob sie sich von Apps tracken lassen möchten – oder nicht. Diese Option will Google nun ebenfalls bei Android einbauen und so das Tracking erschweren. 

Der Druck von Apple scheint auch bei Google angekommen zu sein. Demnächst soll man die Werbe-ID unter Android, AAID (Android Advertising ID) komplett vor Zugriffen verstecken können, um so Tracking mindestens deutlich zu erschweren. Ende 2021 soll diese Möglichkeit über ein Update eingeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt müssen die NutzerInnen gefragt werden, ob sie der Weitergabe der AAID zustimmen. Wird diese Zustimmung verweigert, kann die Identifikation nicht mehr eingesehen werden – und zwar auch nicht von solchen Apps, die dies vorher konnten. 

Schlechte Nachrichten für Datensammler und -verwerter

Genau wie bei Apple dient die AAID bei Android dazu, personalisierte Werbung schalten zu können. Über diese Kennzahl können BenutzerInnen eindeutig über das Netzwerk identifiziert und ihre Nutzungen des Smartphones nachvollzogen werden. Dies passiert manchmal auch dann, wenn man das Telefon nicht aktiv benutzt. Beispielsweise dann, wenn im Hintergrund Bewegungsdaten gesammelt und weitergeleitet werden. 

Mit dem angekündigten Update soll zukünftig diese Werbe-ID komplett gelöscht werden können, wenn von NutzerInnen das wünschen. Die Funktion kommt zunächst nur für Apps, die unter Android 12 laufen. Ab 2022 bietet Google den Service dann für alle Android-Smartphones an. 

Datenschutz wird für NutzerInnen immer wichtiger – und die Konzerne scheinen dies, nicht zuletzt aufgrund des Drucks der Politik immer ernster zu nehmen. In dieser Woche hatte auch Apple Nachbesserungen beim Datenschutz für ihre neuen Tracker AirTag angekündigt. 

Für Facebook und viele Apps, die bislang gut an Nutzerdaten verdienen konnten, sind das eher schlechte Nachrichten. Die bisherigen Geschäftsmodelle, die in den letzten Jahren gut funktioniert haben, scheinen nun bald der Vergangenheit anzugehören. 

 

Quelle: Heise

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9 Kommentare

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  • Mir wäre es lieber, man könnte sich dabei auch ein wenig vor Apple und Google selber schützen und nicht nur von den anderen. Vor allem vor Google! Was macht das für einen Unterschied, wenn Drittanbieter mich nicht tracken dürfen, sehr wohl aber Google und dieser dann die Daten an den Drittanbieter weitergibt. Das ist in Bezug auf den Datenschutz eine Megaverarsche, sonst nichts.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Es wäre wirklich sehr bedenklich, würde Google die Daten ohne die Erlaubnis an Dritte weitergeben. Das wird, denke ich mal, nicht passieren. Es wäre wahrscheinlich das Todesurteil für den Konzern.


      • Und wie soll man als ein durchschnittlicher Nutzer ohne Fachkenntnisse überprüfen, was Google mit den Daten macht?
        Mir wird ganz übel, wenn ich die Berechtigungen von Google Play Diensten lese 😫
        HIER müsste es möglich sein sich vor der unverschämter Neugier von Google schützen.


    • Ob Apple so viel besser ist als Google, würde ich anhand dieses Artikels nicht wirklich so sehen:
      iphone-ticker.de/alle-264-sekunden-diese-daten-sendet-das-iphone-ungefragt-an-apple-172423/

      Dort geht es im Grunde ums gleiche wie hier - liest sich aber ein wenig anders.


  • Es besteht auch dringlich bei Google der Bedarf, den Datenschutz zu erhöhen. Und nicht nur in der Theorie sondern auch praktisch.

    Bisher ist ja kaum was passieret, da Google selbst ein hohes Interesse an den Daten hat.

    Aber selbst wenn Google was unternimmt, müssten auch diePhone Hersteller nachziehen.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Es fängt aber auch bei uns Konsumenten an. Wir lassen es ja auch mit uns machen. Wenn wir aber den Druck weiter hochhalten und uns auch entsprechend verhalten, dann wird hier endlich etwas passieren.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Dann müßte man aber von allen Apps, die kräftig Daten sammeln, Abstand nehmen. Angefangen vom populärsten Messenger, weiter über die Suchmaschine und Maps zu sozialen Netzwerken etc. Wenn man da sein Verhalten grundlegend geändert hat, dann kann man über die Betriebssysteme meckern.


      • @C.F.... und endet damit beim guten alten Nokia 3110, leider!

        Man kann eben nur das beste daraus machen, aber das sollte man wenigstens versuchen.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 6 Tagen Link zum Kommentar

        Es gibt schon einige Apps, mit denen man einen hohen Grad an Datensicherheit gestalten könnte. Aber dazu braucht man auch Geduld un Spucke, um Menschen in andere Messenger bewegen zu können. Bei sozialen Medien wird es wohl noch schwieriger. Ich für mich habe festgestellt, dass ich aber eh ohne Facebook deutlich besser dran bin. Nur Twitter nutze ich noch.

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