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Benebelt in der Krise: Huawei riecht Erfolg, Corona-Apps stinken zum Himmel

Benebelt in der Krise: Huawei riecht Erfolg, Corona-Apps stinken zum Himmel

Eine Woche mit langem Wochenende liegt hinter uns und wir ziehen erneut Bilanz: Welche Player der Technik-Branche haben uns begeistert und welche haben enttäuscht? Eine Reizüberflutung in KW 18.

Fühlt Ihr Euch auch so komisch? Der April schien wie im Fluge vorbeizuziehen und ich fühle mich wie eine Zeitreisende unter enormen Druck auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. Der Monatsanfang riecht nach Neuanfang, doch die Kopfnote dieser Zeit benebelt mich mit dem Gestank nach Verunsicherung. So geht es nicht nur mir. Der Smartphone-Markt steht ungewiss im luftleeren Raum; bis vor Kurzem wusste niemand, ob Hersteller eine globale Rezession überstehen werden. Doch nun zeichnet sich, kommend aus Fernost, ganz dezent ein Trend ab, der die meisten Smartphone-Hersteller den Rotstift ansetzen lässt. Nur Huawei scheint schwarze Zahlen zu schreiben und trotzt der Krise mit einem gewaltigen Gewinn im ersten Quartal dieses turbulenten Jahres.

Gewinner der Woche: Huawei

Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Marktanalyseunternehmen Counterpoint Market Pulse in der vergangenen Woche veröffentlichte. Auf dem so wichtigen chinesischen Markt ist Huawei in der Lage, im ersten Quartal dieses Jahres seinen herrschenden Marktanteil auf fast 40 Prozent zu steigern – als einziger Player verzeichnet Huawei ein positives Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Der gesamte Markt leidet enorm: In China gingen die Verkäufe von Handys um 22 Prozentpunkte im Jahresvergleich zurück. Als Hauptgründe sehen Marktanalysten hier die kurzfristigen Einschränkungen in Fertigungswerken und komplette Schließungen des stationären Handels.

Wir sahen hier eine Chance für kleinere Smartphone-Hersteller, da Konsumenten durch Bestellungen im Netz den provisionsgetriebenen Verkäufern im Einzelhandel aus dem Weg gehen können. Das belegen die Zahlen aus China jedoch nicht (Verkäufe von Vivo, Oppo und Xiaomi sind im Schnitt um 30 Prozent eingebrochen) und geben uns einen ersten Eindruck, wie die globale Entwicklung aussehen könnte. Obwohl auch Apple seine Marktstellung in China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q1, 2019) auf zehn Prozent steigern konnte, gingen die Verkäufe von iPhones um rund ein Prozent zurück. Huawei verkauft trotz Krise und verkauft mehr Smartphones – das riecht nach dem Titel: Gewinner der Woche.

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Huawei ist die Nummer 1 auf dem chinesischen Smartphonemarkt. / © NextPit

Bei solchen guten Neuigkeiten konnten die Veranstalter der IFA den Titel nicht gewinnen, obwohl man sie durchaus erwähnen sollte. So planen die Veranstalter der Internationalen Funkausstellung in Berlin für den Herbst dieses Jahres ein physischen Event für die IFA 2020. Das riecht nach Stress! Denn es gilt in diesem Jahr, zahlreiche Vorgaben und neue Gesetze zu berücksichtigen. Fest steht: Die IFA wird in Berlin in eingeschränkter Form ihre Pforten öffnen und beweist den Mut, eine solche Mammutaufgabe zu bewältigen.

Verlierer der Woche: Corona-Apps

Mit der Einführung der Datenspende-App des Robert Koch-Instituts gelangten sogenannte Corona-Apps in den Fokus medialer Berichterstattung und ins Kreuzfeuer internationaler Datenschützer. Das riecht nach Ärger! Denn tatsächlich ist die Diskussion um Corona-Apps aus dem Ruder gelaufen. Einen Überblick zu behalten scheint schier unmöglich, denn mittlerweile arbeiten nicht nur große Wegweiser wie Google und Apple gemeinsam an der technologischen Umsetzung eben jener Apps. Viele Unternehmen, Start-ups und Institutionen scheinen ihr eigenes Süppchen zu kochen und Apps mehr oder weniger unabhängig voneinander zu entwickeln.

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Apple und Google arbeiten Hand in Hand an einem Bluetooth-Standard für Corona-Apps. / © NextPit

Die Bundesregierung wollte mit einer zunächst zentralen Tracing-App Licht ins Dunkel bringen. Ohne Apple und Google, deren Betriebssysteme die Smartphone-Welt regieren – denn die Tech-Giganten unterstützen nur ein dezentrales Datenmodell. Der geplante App-Start Mitte April: auf unbestimmte Zeit verschoben.

Das ist alles andere als gemeinschaftlich gedacht und führt zu Verunsicherung und Abneigung gegenüber den Chancen, die eine pseudonymisierte Kontaktverfolgung böte. Viel sensibler müssen Regierung und Entwickler kommunizieren, sich Zeit lassen in Zeiten, wo die Zeit knapp zu sein scheint und an uns vorbeifliegt. Denn wie wir in der vergangenen Woche bereits festgestellt haben: Der Knackpunkt von Corona-Apps ist der Faktor Mensch, der nicht zu Unrecht eine totale Überwachung wittert.

Neben all den Apps, die von Privat-Unternehmen weltweit entwickelt werden, war es vor allem die eine App der Bundesregierung, die in Deutschland den Durchbruch in der erfolgreichen Kontaktverfolgung bringen sollte. Mangelnde Transparenz und ein Kommunikationschaos seitens der Regierung hüllen die Bevölkerung in eine Duftwolke aus wahnwitziger Hoffnungslosigkeit. Corona-Apps verlieren mehr und mehr an Vertrauen: Unsere traurigen Verlierer der Woche.

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10 Kommentare

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  • Verlierer der Woche Corona Apps? Habe mir auf meinem Tablet, mal die Aktiven Apps in den Einstellungen betrachtet, laufend wird da Bluetooth, angezeigt, obwohl ich das überhaupt nicht aktiviert hab, steht dann wurde von einer App gestartet? rätselhaft, ist normal so? Oder hat mir Google schon die neue schnittstelle untergejubelt, frage ich mich? Bin gar nicht begristert ohne gefragt zu werden eine Funktion aufs Handy zu bekommen, ohne entsprechend in kenntniss gesetzt zu werden, oder war das schon immer so? Das Blauzahn im hintergrund heimlich mitläuft?


  • Jens vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Jeder der noch halbwegs bei Verstand ist, was in D derzeit recht wenige sind. Wird die Hände von dieser App lassen. Aktuelle werden Beschränkungen von Gerichten gekippt. Da sich die Regierung gegen geltendes Recht verstößt. Davon ab stehen die Beschränkungen in keinerlei Verhältnisse zu den Zahlen.
    Dann wie gestern berichtet wurde, stimmen nicht einmal die Zahlen. Mal eben 40t genannt obwohl die Zahl bei 27t lag. Und dieser Regierung soll man noch glauben schenken ? Heute wird medial schon der Immunitätes Ausweis angekündigt.

    Bedeutet keine Impfung/Immunität, wird der Betroffene dauerhaft eingeschränkt.
    Grundrechte ? Dahin
    Meinungsfreiheit? Dahin seit langen

    30.4 -1.5 geht die Polizei aktiv gegen Demonstranten vor. Die gegen die Beschränkungen sind. Da werden Menschen ohne Grund aus Fahrzeugen gezogen. Oder am Boden lang geschleift.

    Siehe YT, FB und Twitter Videos

    Herzlich willkommen in der DDR 2.0 gegründet 2020

    Der Deutsche ist inzwischen der größte Feind diese kaputten Regierung.

    Man muss nur mal mit offenen Augen durch die Welt gehen. Und wenige ÖRF konsumieren.

    welt.de/politik/deutschland/article207695373/Coronavirus-Gipfel-Merkel-und-Spahn-nannten-falsche-Infektionszahlen.html

    berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/impfpflicht-durch-die-hintertuer-li.82643

    DadoM


  • Sehr schön geschriebener Artikel, danke schön :)


  • Huaweis Stellung in China sagt doch gar nichts aus ! Zum einen wissen wir nicht ob man nicht zu Schleuderpreisen gegriffen hat, zum anderen ist der chinesiche Markt ohne Google für Huawei eh kein Problem. Die Antwort wird sicher eine Mischung aus beidem sein.

    Zum Thema Corona App : Ich schätze wir haben eher ein Impfmittel als eine App zu welcher die Smartphone Besitzer freiwillig greifen.
    Vor 3 Wochen wären evtl. viele noch im Sinne der Sache dazu zu bewegen gewesen, doch heute nach endlosen Diskussionen um die Sicherheit und vor allem angesichts der Tatsache das viele Menschen diese endlosen Einschnitte in unsere Grundrechte leid sind, erste Gerichte die legitimität einiger Schritte in Frage stellen, glaube ich nicht das sich noch sehr viele eine Spionagesoftware freiwillig auf ihr Smartphone laden.
    Ich zum Beispiel halte mich an die Regeln und wenn die mir nicht trauen, welchen Grund sollte ich haben denen zu trauen ?


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Bei der App geht es aber nicht um "nicht trauen". Die App soll dir sagen können, ob du Kontakt zu einem Infizierten hattest und dich evtl. angesteckt hast, sonst nichts.
      Ich glaube aber auch, dass sich bei weitem nicht genug Leute so eine App installieren würden, erst recht nicht heute, wenn manche Leute anscheinend anfangen den Verstand zu verlieren.
      Damit die App wirklich einen Sinn hat, müssten sich laut Schätzungen knapp 40 mio. Deutsche die App installieren. Bei knapp 57 mio. Smartphone-Nutzern in Deutschland wären das mehr als 2/3 aller Smartphone-Nutzer... und das ist mehr als unrealistisch.


      • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Und die 2/3 gelten nur für die Tracking-App, um Hotspots schneller zu finden. Für die Tracing-App, für Apple und Google die API schaffen, braucht man nahezu 100% Verbreitung. Denn eine App, die vor nur 50% der Kontakte warnen kann, ist nicht besser als anhand eines Münzwutfs zu entscheiden, ob der Kontakt innerhalb der nächsten 14 Tage seine Infektion meldet.


      • Zitat : Bei der App geht es aber nicht um "nicht trauen". Die App soll dir sagen können, ob du Kontakt zu einem Infizierten hattest und dich evtl. angesteckt hast, sonst nichts.

        Naja, wenn ich mich an die Ausgangsbeschränkungen, Umgangsbeschränkungen, Maskenpflicht und Mindestabstand halte, dürfte eigentlich eine Ansteckung kaum möglich sein.
        Ich tue mir etwas schwer mit der Kontrolle aus der Hosentasche von welcher ich gar nicht weiß wie tief sich diese in mein Leben verzahnt ?! Das Robert Koch Institut wollte uns schon vor Wochen eine App schmackhaft machen unter der Prämisse "fragt nicht nicht viel, ist halt wichtig....".
        Es ist noch nicht so viele Jahre her, da wurden wir alle mit der DSVGO gequält und zu teils abstrusen Maßnahmen gezwungen, zumindest auf dem Papier und vor Gericht falls einer angelackt wird. Otto Normalverbraucher konnten sich plötzlich mit Ihren Urlaubsphotos strafbar machen, Datenschutz war plötzlich allem übergeordnet.
        Jetzt wo es gerade schlecht passt, spielt es plötzlich keine Rolle mehr ? Jetzt sollen wir uns bitte mal nicht deren Kopf zerbrechen und bitte keine nervigen Fragen stellen ?
        Für mich ist eine solche App ein gewaltiger Schritt zum gläsernen Menschen, viel mehr als die Neugier der Industrie. Ich für meinen Teil poche hier auf Transparenz und unbedingte Sicherheit.
        Ohne grünes Licht von einer unabhängigen Stelle die geprüft hat: was, wieoft nach wo gesendet wird, kommt mir sowas nicht aufs Telefon.


      • Thomas H. Wer weiß, erst wirds empfohlenen, dann dringend empfohlen und dann wird so eine App eventuell Verpflichtend, zumindest in Bereichen wo mehr Menschen aufeinander treffen. Und wenn dann .....


    • Der chin. Markt sagt im Gegenteil sehr viel. Der chin. Markt ist mit 1,4 Mrd. Teilnehmer größer als der europäische und nordamerikanische Markt zusammen (ca. 1,1 Mrd. Teilnehmer geographisches Europa + Nordamerika, ca 800 Mio. Teilnehmer EU-Europa + Nordamerika). Die Kaufkraft dürfte zwar noch deutlich kleiner sein, als die der beiden Märkte zusammen, trotzdem könnte der chin. Markt alleine Huaweis Überleben sichern, selbst wenn die Umsätze auf anderen Märkten zurückgehen, womit gerechnet werden muss. In ca. 6 Monaten, oder in 54 Monaten sehen die Rahmenbedingungen vielleicht wieder ganz anders aus.


  • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    > Einen Überblick zu behalten scheint schier unmöglich, denn mittlerweile arbeiten nicht nur große Wegweiser wie Google und Apple gemeinsam an der technologischen Umsetzung eben jener Apps.

    Auch bei der Autorin scheint der Überblick zu fehlen. Google und Apple arbeiten an keiner App, sondern an einer API! Bluetooth als Abstandsbestimmung wurde sogar von Jens Redmer (Google) als "beste der schlechtesten Lösungen" bezeichnet. Ein App-Hersteller könnte das gar nicht sinnvoll umsetzten. Dazu sind die Bluetooth-Implementierungen, und Gehäuse zu unterschiedlich.

    Deshalb wird eine solche App für mein Dafürhalten zum Flopp, was ihren propagierten Zweck betrifft, aber möglicherweise (und hoffentlich nicht) ein Top, was Einschritte in unsere Persönlichkeitsrechte betrifft.

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