Signal legt Features nach: Wird die Messaging-App das neue WhatsApp?

Signal legt Features nach: Wird die Messaging-App das neue WhatsApp?

Auch wenn WhatsApp aktuell viel dagegen unternimmt, die Verwirrungen um die Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook zu lösen, suchen viele Nutzer aktuell nach Alternativen. Der Messenger Signal nutzt die Aufmerksamkeit und liefert immer mehr Funktionen nach, um eine gute WhatsApp-Alternative zu sein. Kann sich das Unternehmen behaupten?

Sicher habt Ihr schon von den Problemen gehört, die sich WhatsApp aktuell selbst eingebrockt hat. Denn aus den USA sickerte zuallererst die Information durch, dass der seit 2014 offiziell zu Facebook gehörende Messenger Nutzerdaten fortan an Facebook und damit verbundene Unternehmen weitergeben soll. Seitdem bemüht sich WhatsApp darum, verärgerten Nutzern mitzuteilen, dass dies zumindest in Europa nicht der Fall ist.

Während es inzwischen sogar ein neues Datenschutz-FAQ auf der WhatsApp-Homepage gibt, schauen sich viele Nutzer lieber nach Alternativen zu WhatsApp um. Immer wieder fällt dabei der Name Signal und somit ein Messenger, der sogar von Elon Musk auf Twitter beworben wurde. Der Andrang ist groß genug, dass Signal inzwischen sogar der eigene Dienst zur Bestätigung der Handynummer flöten ging.

Entwickler liefern wichtige Funktionen nach

Dabei nutzt Signal die neue Aufmerksamkeit, um als WhatsApp-Alternative Bestand zu haben. Wie das Unternehmen auf Twitter verrät, gibt es unter iOS und Android im Laufe des Januars unter anderem folgende neue Features:

Nur wenige Tage zuvor hob Signal sein Limit für Teilnehmer in Video-Calls an und ermöglicht seither, dass acht Menschen den Dienst als Videokonferenz-Dienst verwenden. Wieder gab es dabei einen Seitenhieb auf Twitter, denn mit dem Zusatz "now you can call it even" spielte Signals Social-Media-Team natürlich auf das Teilnehmerlimit bei WhatsApp an. Dieses liegt, wie Ihr es Euch sicher schon denken könnt, auch bei acht Teilnehmern.

Wie gut ist Signal als WhatsApp-Alternative?

Während es durchaus lobenswert ist, wie Signal die einmalige Gelegenheit nutzt und sich als Alternative zu WhatsApp zu positionieren, sollten wir nicht blindlinks in die nächste Datenkrake laufen. Im Vergleich zu anderen Messengern macht Signal schon einmal einen guten Eindruck, wenn es um die Berechtigungen geht, welche die App auf Eurem Smartphone einräumen möchte.

Anhand der neuen Schutzfunktionen für die Nutzerdaten in Apples AppStore lässt sich das ganze recht gut überprüfen. Wie Ihr im folgenden Screenshot sehen könnt, nutzt die App lediglich Eure Handynummer und lässt somit keinerlei Rückschlüsse auf Euch als Person zu. Zum Vergleich habe ich die Angaben zu WhatsApp mit aufgenommen.

Signal vs WhatsApp
Links seht Ihr eine Übersicht der Nutzerdaten bei WhatsApp und rechts bei Signal. Die Liste war leider zu lang, daher seht Ihr links die Zusammenfassung der Daten. / © Apple / Screenshot: NextPit

Der Signal-Support gibt zudem an, dass übermittelte Daten lediglich auf den Geräten gespeichert werden und während der Verbindung über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert sind. Eine gute Nachricht, für die WhatsApp einst viel Lob erntete.

Wechselprobleme eher sozialer Natur

Signal ist also durchaus eine Alternative zu WhatsApp und wenn die Entwickler weiter an neuen Features, könnte das auch in Zukunft so bleiben. Allerdings ist Signal nicht der einzige Messenger, der im Vergleich zu WhatsApp mehr Datenschutz, vielfältigere Funktionen und sonstige Vorteile bietet. Denn bei dem Vorhaben, eine Alternative zu WhatsApp zu nutzen, scheitert es in den geringsten Fällen am Angebot.

Viel eher ist es inzwischen sehr schwer geworden, sich von einem vollständig eingerichteten Messenger, den Nutzern und den endlosen Chatverläufen aus der Vergangenheit zu lösen. WhatsApp ist aktuell die beste Möglichkeit, um mit fast der gesamten Kontaktliste in Verbindung zu bleiben. Versuche scheitern also eher daran, dass Gruppenteilnehmer nicht wechseln wollen oder dass man Gefahr läuft, sich aus dem eigenen Freundeskreis zu katapultieren.

Wie steht Ihr zu einem Wechsel von WhatsApp hin zu Signal, Telegram und Co.? Ist dieses Vorhaben bei Euch geglückt oder musstet Ihr wieder zurück zu Facebook?

Quelle: Signal Support

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Top-Kommentare der Community

  • Tenten vor 3 Monaten

    Naja, ein Wechsel von WhatsApp zu Telegram ist ja auch Quatsch. Vom Regen in die Traufe.

  • lolo vor 3 Monaten

    Ich bin seit einigen Jahren Signal-User und vermisse nichts. Kontakte lassen sich, wenn man hart bleibt auch dazu überreden, zu Signal zu kommen. Von Telegram halte ich aber auch nicht viel.

    Allerdings werden viele trotzdem bei WhatsApp bleiben, gerade die etwas älteren (so 55+) und die Jugend, einfach weil die es offenbar nicht interessiert, wie ich leider oft mitbekommen habe.

  • Thorsten G. vor 3 Monaten

    Ich find's auch sehr lustig, dass als Alternative zu WhatsApp jetzt dauernd Telegram genannt wird. Statt zu wissen, dass man Zucki seine Daten liefert, möchte man sie lieber an unbekannt weitergeben.

  • C. F.
    • Blogger
    vor 3 Monaten

    Tja, Hauptsache alle Apps für lau. Bloß nix bezahlen müssen...

32 Kommentare

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  • Ich denke die meisten Leute, die jetzt zu Signal wechseln wollen, werden dies wahrscheinlich spätestens nach dem 8.02 wieder rückgängig machen, denn ich denke mal das die Mehrheit lieber weiterhin bei WhatsApp bleibt „weil da ja alle sind“. Datenschutz ist da ja eher zweitrangig, eher die Bequemlichkeit ist der Grund. Finde es sehr schade um die App Signal, aber ich habe selbst in meinem Haushalt meine Schwester, die sagt „Mir doch egal was die Sammeln, interessiert Facebook doch nicht“. Und so wird leider die Mehrheit denken. Sagen wir mal 100-300 Mio Leute wechseln von WhatsApp zu Signal und Telegram, die restlichen 1,7 Milliarden Leute werden wohl bei der Datenkrake bleiben, leider. Finde persönlich einige Features von Signal deutlich besser eingebaut und die App auch deutlich hübscher. Und man merkt bei WhatsApp auch, dass Facebook als Marktführer und wegen praktisch keiner Konkurrenz keine großen Ambitionen mit WIRKLICHEN neuen Funktionen hat. Alleine wie lange es dauert bis die mal wirklichen Multi-Gerät Support haben, oder man EINFACh von Android auf iOS wechseln kann 😅

    Sarah


  • Bei mir hat es gut geklappt, Threema hab ich schon seit Jahren parallel, da sind jetzt einige neu hinzu gekommen (lustigerweise eher die Älteren). Signal biete ich jetzt zusätzlich an, da sind die Meisten hin gewechselt. Meinen engen Kreis habe ich davon überzeugen können, mit dem Rest habe ich eh nicht oder extrem selten geschrieben, passt. WhatsApp biete ich jetzt nicht mehr an.


    • Deine Daten gibst du ja trotzdem fast täglich an verschiedenen anderen Stellen weiter ohne es zu merken.


      • Also den Brand erst gar nicht bekämpfen, weils ja auch da drüben und da hinten brennt? Einfach alles niederbrennen lassen, weil es ja eh keinen Sinn macht, etwas zu unternehmen? Komische Einstellung.


      • Nein aber wenn schon den kompletten Brand bekämpfen und nicht nur mit Joghurtbecher voll Wasser einen Waldbrand versuchen zu löschen. Das ist dann eine komische Einstellung.


      • lolo vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Dann fängt man aber nie an, weil man alles auf einmal nicht umstellen kann. Es spricht doch nichts gegen eine Schritt für Schritt-Methode, oder?


      • Gut, aber wer von den WhatsApp Gegnern bezahlt nie wieder mit Kreditkarte, bestellt nie wieder was im Internet, legt seine Telefonnummer ab und lässt die Finger vom Internet?? Ich versuche nur eine gewisse Logik dahinter zu verstehen. Man kann schon etwas anfangen aber dann sollte man es auch zuende denken.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Vielleicht hast Du nicht verstanden, dass es primär um DEINE Daten und DEINE Privatsphäre geht, die Du in die Tonne trittst. Von daher solltest Du selbst zuerst mal Interesse haben, Deine Daten zu schützen. Bei WhatsApp ziehst Du leider gänzlich unbeteiligte Personen ungefragt mit in den Datensog. Und da Du Dich hier recht frei im Forum bewegst, gehe ich mal davon aus, dass Du auch eine Suchmaschine Deiner Wahl mit entsprechenden Fragen füttern kannst, wie Du Dich schützen kannst. Das "Doing" hinterher ist dann recht einfach.


  • HEB vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich bin von WA weg als FB es gekauft hat, aus nur einem Grunde ich traue FB einfach nicht über den Weg. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auf Telegram gewechselt (zur allgemeinen Info ich bin ü50). Selber habe ich noch Threema aber das ist leider immer noch sehr schwer dort Kontakte hinzubekommen (ist ja nicht kostenlos). Beide Messenger habe ich zum selben Zeitpunkt gewählt.
    Persönlich würde ich mir mehr Berichte darüber wünschen auch z.B. über den Google Messenger, der erst nur für SMS/MMS zuständig war, jetzt aber durch RCS genauso funktioniert wie jeder andere Messenger und bei dem man auch nur ne Telefonnummer braucht, der keine Kontakte auf irgendwelche Server hochlädt, und wenn jetzt Google noch die End to End Verschlüsselung bringt (in der Beta schon verfügbar) und alle Mobilfunkanbieter (auch Submarken) es freigeben wäre es auch eine Wunderbare und sichere alternative.


  • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich bin seit 2016 weg von WhatsApp. Damals haben sie die AGB geändert und eine Einwilligung eingeführt, die jetzt angeblich für Europa nicht gilt, aber doch noch in den AGB steht.

    Threema nutze ich seit 2013 und habe dort einige aktive Nutzer. Signal nutze ich seit 2014/2015 und dort kommen seit diesem Jahr (schon vor WhatsApps AGB-Änderungen) immer mehr Nutzer. Aber auch Jabber/XMPP nutze ich (unter Android mit Conversations), aber dort sind nur die Nerds. Dabei bietet das Multi-Device-Unterstützung und es ist schietegal, wer welche App bei welchem Provider verwendet. Eben so, wie es sein sollte.


  • Im Gegensatz zu Threema (leider) scheint Signal den ein oder anderen Es-gibt-nix-besseres-wie-WhatsApp-Verfechter hinter dem Ofen hervorzulocken. Kostenlos zieht halt bei so manchen leider noch am besten...

    Seitdem ich die Tage mal kräftig Werbung für Threema (wieder mal) und Signal gemacht habe, kommen jetzt immer mehr Bekannte und Familienmitglieder zumindest zu Signal rüber.

    Ich persönlich bin in jedem Fall jetzt zeitnah raus aus WA; auch wenn's mir um die ein oder andere Gruppe leid tut.


  • Jetzt wo endlich alle relevanten Kontakte von Whatsapp zu Telegram migriert sind, so dass es sich endlich lohnt die App regelmäßig(er) zu nutzen, soll ich zur nächsten App hoppen, die bisher auch wieder kaum jemand nutzt und ich maximal Selbstgespräche führen kann?


    • Naja, Telegram war noch nie eine gute Alternative zu WhatsApp. Und die Bereitschaft zum Umzug war ja offenbar auch bei allen Beteiligten da. Also selbst schuld, wenn ihr euch für die schlechte Alternative entschieden habt.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Hätten sich vorher alle informiert, hätte man auch geschlossen zu Signal, wire oder Threema wechseln können.


  • lolo vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich bin seit einigen Jahren Signal-User und vermisse nichts. Kontakte lassen sich, wenn man hart bleibt auch dazu überreden, zu Signal zu kommen. Von Telegram halte ich aber auch nicht viel.

    Allerdings werden viele trotzdem bei WhatsApp bleiben, gerade die etwas älteren (so 55+) und die Jugend, einfach weil die es offenbar nicht interessiert, wie ich leider oft mitbekommen habe.


  • Ich habe vor ca. 2 Monaten den Switch von Android auf iPhone gemacht (hätte ich lieber sein lassen aber egal..) Jedenfalls musste ich da auch wieder bei Null anfangen weil sich die meisten Chats nur schwer auf ein anderes OS transportieren lassen.

    Von dem her bin ich einem Wechsel nicht abgeneigt. Ich habe Vor in WA ein paar Status Meldungen zu machen und auf Signal hinzuweisen. Signal ist für mich die bessere Alternative zu Telegram. Erstens mag ich das Telegram UI nicht und zweitens...

    Threema wird auch oft gennant. Vor zwei Jahren hatte ich damit aber leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht auch das UI it eher mau.


  • Für mich würde als Alternative nur Telegram in Frage kommen. Einige meiner Kontakte sind auch schon gewechselt.

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