Snapdragon 480: 5G-Handys für unter 200 Euro – was bringt das?

Snapdragon 480: 5G-Handys für unter 200 Euro – was bringt das?

Qualcomm hat heute seinen Snapdragon 480 5G vorgestellt! Das neue SoC für Einsteiger-Smartphones soll 5G bei Modellen unter 200 US-Dollar verfügbar machen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Technologie in günstigen Geräten überhaupt sinnvoll ist.

Auf der IFA 2020 kündigte Qualcomm an, dass der erste Prozessor der 4er-Serie (Qualcomms Budget-Serie) Anfang 2021 ein 5G-Modem enthalten wird. Dieser Ankündigung vorausgegangen war die Vorstellung des Snapdragon 690, Qualcomms günstigstem 5G-Chip, der aktuell beispielsweise das OnePlus N10 5G antreibt, das für rund 200 Euro erhältlich ist.

Der nun vorgestellte Snapdragon 480 5G wird daher voraussichtlich den Einzug von 5G auf erschwinglicheren Smartphones fortsetzen. Dabei handelt es sich um einen SoC mit 8-Nanometer-Fertigung, eine Octa-Core-Kryo-640-CPU (die mit dem Snapdragon 675 im Jahr 2018 eingeführt wurde) und eine Adreno-619-GPU (die in Gaming-Chips wie dem Snapdragon 750G zu finden ist).

Bisher hat noch kein Hersteller ein Smartphone angekündigt, das mit dem Snapdragon 480 5G ausgestattet ist. Logisch wäre allerdings, dass dieser Chip schnell in Xiaomi-, Realme- oder Motorola-Handys zu finden sein wird, um die 5G-Invasion im Einstiegssegment weiter anzutreiben.

Ein 5G-Smartphone für weniger als 200 Euro, was soll das bringen?

Außerdem ist der Snapdragon 480 Wi-Fi 6 kompatibel und Qualcomms neues SoC unterstützt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz in Full HD+. Natürlich kann das System über sein X51-Modem mit bis zu 2,5 Gbit/s in 5G herunterladen.

Ein weiteres Novum für einen Qualcomm-Chip der Einstiegsklasse: Smartphones, die mit einem Snapdragon 480 ausgestattet sind, können mit einem zertifizierten Quick Charge 4+ Ladegerät schnell wieder aufgeladen werden. Sie können über USB-PD (USB Power Delivery) mit bis zu 27 Watt laden.

N10 Frame 1
Geräte wie das OnePlus Nord N10 5G zeigen schon jetzt, dass günstige 5G-Smartphones aktuell wenig Sinn ergeben. / © OnePlus

Eigentlich ist es sehr positiv zu sehen, dass alle Vorteile von 5G-Chips auf das Smartphone nach und nach nicht mehr nur Flaggschiffmodellen vorbehalten sind. Aber dann gibt es immer noch das Argument, dass 5G im Jahr 2021 auch noch zu einem wichtigen Verkaufsargument für Smartphones unter 200 oder sogar 150 Euro wird.

Schauen wir uns dabei das OnePlus N10 5G an, zeigt sich das Problem dieser günstigen Handys. Denn das OnePlus-Smartphone wird nur ein Jahr lang mit großen Upgrades ausgestattet. Und obwohl es erst Ende 2020 veröffentlicht wurde, kam es mit Android 10 auf den Markt. Folglich wird es also nach seinem einzigen großen Update auf Android 11 stecken bleiben.

Warum also ein Smartphone kaufen, das innerhalb eines Jahres softwaremäßig veraltet sein wird, wenn 5G frühestens 2023 für die meisten Menschen zugänglich sein wird? ... In Europa jedenfalls. Und auf ein langfristiges Verkaufsargument für Smartphones zu setzen, die ohnehin ein Auslaufmodell oder zumindest ein häufig erneuertes Modell sind? Naja ...


Dieser Artikel wurde mit DeepL übersetzt und anschließend von Benjamin Lucks redaktionell angepasst. Die originale Version "Snapdragon 480: Des smartphones 5G à moins de 200 euros, à quoi bon?" von Antoine Engels ist am 5. Januar 2021 auf NextPit.fr um 9.31 Uhr erschienen.

Quelle: Qualcomm

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8 Kommentare

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  • "5G ist zur Zeit einfach nur ein wirksames Werbeargument."

    Aber anfangen muss man trotzdem irgendwann. 😉


    • Trotzdem ist es aktuell mehr Werbung als es Nutzen hat. Gerade wenn auf der Verpackung das "5G" größer abgebildet ist als der komplette Rest, sogar der Herstellername.


  • In vielen Ballungsgebieten ist 5G bereits verfügbar, wenn auch nur in Verbindung mit einer LTE-Ankerzelle, was nicht jedes Gerät beherrscht.
    Davon unabhängig muss man ja irgendwann auch mal anfangen, die neue Technik auch in günstigeren Geräten verfügbar zu machen. Der Hauptvorteil wird dabei gerade bei günstigen Geräten nicht in der höheren Verbindungsgeschwindigkeit liegen, sondern in einer noch immer hohen Geschwindigkeit in Funkzellen, in die viele Teilnehmer eingebucht sind, und einen überhaupt noch verfügbaren Netz, wenn es sehr viele sind, wie bei Fußballstadien oder Messegeländen.
    Da das 5G-Netz eine erheblich höhere Übertragungskapazität als vorhandene Netze haben wird, und die Betreiber kein Interesse daran haben können, dass diese weitgehend brach liegt, gehe ich davon aus, dass zukünftige 5G-Tarife zwar nicht günstiger als heutige LTE-Tarife sein werden, aber dafür mit erheblich üppigerem Datenvolumen ausgestattet sein werden. Davon können auch günstige Smartphones profitieren.
    Wie lange Android-Geräte mit Updates versorgt werden, hängt nicht von SoC ab. Schon erhältlich sind heute Einsteigergeräte für unter 200 € mit Android-One-Varianten, die dreijährige Sicherheitsupdates versprechen. Wie auf diesen Seiten zu lesen war, sollen schon bald generell vierjährige Sicherheitsupdates im Rahmes des Projektes Treble Realität werden.
    Was spricht also dagegen, auch in Einsteigergeräten, und solchen der unteren Mittelklasse bereits 5G verfügbar zu machen?
    Eigentlich nichts. Durch höhere Integrationsdichten sinkt der Preis des Siliziums ohnehin, die einfacheren SoCs dieser Geräte haben dann ohnehin genug Platz, das 5G-Modem mit zu integrieren. Ein paar zusätzliche Antennen, und das war's von der Hardwareseite.
    Da die Verfügbarkeit von günstigen 5G-Geräten den Preisdruck auf solche ohne 5G-Fähigkeit erhöhen wird, kann der Konsument von der Entscheidung Qualcomms nur profitieren. Und wenn das nicht sinnvoll ist, was dann?


    • <<< aber dafür mit erheblich üppigerem Datenvolumen ausgestattet sein werden. >>
      Glaubst Du wirklich? Ich nicht. Der Weihnachtsmann ist tot, es lebe das Christkind. 😉


      • Ja, das glaube ich wirklich, im Sinn einer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung in diesem Bereich.
        Ein Netz aufzubauen, das nur zu 10% ausgelastet wird, ergibt nicht wirklich Sinn, was aber vielleicht noch wichtiger ist, es dürfte so kaum möglich sein, es zu refinanzieren.
        Um Kunden dazu zu bringen, am Besten mehr Geld für 5G-Verträge auszugeben, als bisher für 4G, wird man ihnen eine ädequate Gegenleistung bieten müssen. Die kann nicht nur in der höheren Geschwindigkeit bestehen, die ohne ein höheres Downloadvolumen auch keinen wirklichen Sinn ergibt.
        Am einer guten Position in einer wenig ausgelasteten 5G-Zelle mag man eine Downloadgeschwindigkeit von 1 GBit/s erreichen, und kann somit ein längeres Video mit 5 GByte in 40 Sekunden (Rohdaten) bis 50 Sekunden (mit Overhead) herunterladen. Streamt man das Video, reicht eine permanente Verbindungsgeschwindigkeit von vielleicht 10 MBit/s, was auch problemlos im LTE-Netz möglich ist.
        Wenn dieses 5 GByte-Video aber das gesamte monatliche Vertragsvolumen verbraucht, wird es kaum jemand über das mobile Netz downloaden, noch streamen, weil er auch damit nichts gewinnt. Vielmehr wird man das Video über WLAN und Festnetz-Internet quasi zum Nulltarif downloaden. Damit macht aber der Mobilfunkanbieter null Geschäft und refinanziert absolut gar nichts.
        Neben neuen Geschäftsmodellen wie neuen Dienstleistungen im Verkehrsbereich und IoT-Anwendungen werden es die Mobbilfunkbetreiber also schaffen müssen, die Masse der Mobilfunknutzer zu mehr Ausgaben im neuen Netz zu bewegen. Viel mehr als eine höhere Verbindungsgeschwindigkeit und ein höheres Datenvolumen pro Euro können sie ihr aber nicht bieten, und deshalb werden sie genau das tun.
        Zwar habe ich keine funktionierende Kristallkugel, aber dennoch bin ich überzeugt und würde einen Kasten Bier darauf wetten, dass man spätestens Anfang 2024 Verträge mit 50 GByte Datenvolumen für unter 10 € im Monat bekommt, ein Preis für den heute vielleicht besagte 5 GByte drin sind.
        Warten wir es ab.


  • 5G ist zur Zeit einfach nur ein wirksames Werbeargument. Es gibt tatsächlich Leute die glauben ein 5G Smartphone läuft automatisch schneller im Internet, da 5G ja schnelles Internet bedeutet. Hab ich selber schon mehrfach gehört. Das reiht sich in die Liste der falschen Irrglaubens gleich neben dem "je mehr Kameras, desto bessere Fotos" ein.

    Sven


    • Genauso ist das. Man darf auch nicht vergessen dass die CPU dann auch oft der Flaschenhals ist.
      Was habe ich davon mit 500Mbits zu surfen wenn die CPU gar nicht so schnell die Daten laden kann und die Seiten dann dennoch nicht schneller auf dem Bildschirm erscheinen.
      Zudem kommt noch selbst wenn man 5g hat, für Downloads auch eher ungeeignet. Zumindest bei den aktuellen Datentarifen. Bei Fullspeed ist man sein Kontingent in wenigen Minuten los und wird gedrosselt.
      Ich sags nochmal. Stand bisher, für den normalen Nutzer völlig uninteressant.


    • Wie jetzt? Du zerstörst mein Weltbild . . . . ..

      Klar hast Du Recht, 5G ist werbewirksam, der praktische Nutzen für den Verbraucher eher Null.
      Wie oft lädt denn ein Nutzer eine kritische = zeitkritische(!) Date runter, die er möglichst shcnell braucht? Die 3,6 Sekunden Zeitgewinn, wenn die das Vorhaben retten, dann ist es eh auf Kante genäht.

      WIe der Megauxelwahn bei Kompaktkameras vor 5 Jahren, nun der Megapixelwahn bei Kameras in SMartphones, dann der Hype im Prozessoren . . . . die gewöhnliche Anwendung wird gerne vergessen, weil nur noch Zahlen zählen - anstatt das, was mir als Nutzer echt etwas bringt.

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