Geld spenden & Essen retten: Apps für Weltverbesserer

Geld spenden & Essen retten: Apps für Weltverbesserer

Handys bringen viele schlechte Angewohnheiten in unseren Alltag, doch nicht nur für Videos auf der Toilette und Selfies gibt es Apps! Für NextPit fasse ich Euch nachfolgend Apps für iOS und Android zusammen, mit denen Ihr Geld spenden oder Essen retten könnt.

Dabei haben die Anwendungen nicht einmal ausschließlich einen Nutzen für Andere. Ich weiß, eigentlich geht es beim Spenden um unsere Mitmenschen, doch wenn dabei auch etwas für uns herausspringt, umso besser! Da die Anwendungen bunt gemischt sind, habe ich Euch alle zu Beginn alle Apps in der folgenden Tabelle mit Download-Links, einer Kurzbeschreibung sowie einer Sprungmarke zum ausführlichen Absatz zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht über die Apps in diesem Artikel
Name der App Kurzbeschreibung Download Zur ausführlichen Beschreibung
Too Good To Go
Essen bei Restaurants in der Nähe vor dem Mülleimer retten

Für Apple iOS und Android
Zum Absatz
Parcello Mit Paket-Tracking Bäume pflanzen Für Apple iOS und Android Zum Absatz
Patreon Eure Lieblingskünstler per Abonnement unterstützen Für Apple iOS und Android Zum Absatz
I Do Eine Spendencommunity Für Apple iOS und Android Zum Absatz
Pfandgeben Pfand ausschreiben und von Bedürftigen abholen lassen Für Apple iOS und Android Zum Absatz

Wollt Ihr Euch nach diesem Überblick noch einmal genau über die jeweilige Anwendung informieren, habe ich jede App für Euch einmal installiert und teile Euch nachfolgend meine Erfahrungen mit. Sofern vorhanden, liste ich auch die Provision der Entwickler auf.

Too Good To Go

Meine Lieblings-App, wenn es um das Weltverbessern geht, ist Too Good To Go. Denn von diesem Konzept profitieren im Grunde genommen alle Beteiligten. Habt Ihr Abends Hunger oder könnt am nächsten Tag Backwaren und Kuchen gebrauchen, steuert Ihr die App für iOS und Android an. Hier findet Ihr Restaurants in der Nähe, die gegen Abend noch zu viele Lebensmittel übrig haben und könnt diese für einen deutlich günstigeren Preis als tagsüber einkaufen. Die Restaurants, Bäcker und Supermärkte in Too Good To Go schreiben dabei Abholzeiten aus und bei der Abholung müsst Ihr Euch über die App ausweisen.

Too Good To Go
Bei Too Good To Go holt Ihr Essen ab, das sonst im Müll landet. / © Too Good To Go / Screenshot: NextPit

Zwar ist das Konzept von Too Good To Go wirklich klasse, eine gute Auswahl habt Ihr aber leider nur in Städten oder Großstädten. Darüber hinaus hatte ich in der Vergangenheit das Problem, Abends um 22 Uhr plötzlich mit 20 trockenen Brötchen nach Hause zu laufen. Hier muss man ein wenig Kreativität beweisen und Paniermehl herstellen oder die Brötchen an die Nachbarn verteilen, sodass das Essen am Ende nicht doch im Müll landet.

Zur Anmeldung könnt Ihr Euren Facebook-Account, Euer Apple- und Google-Konto oder einfach Eure E-Mail-Adresse nutzen. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte, Klarna oder PayPal und auch Gutscheine könnt Ihr in der App einlösen. Habt Ihr Interesse, hier noch einmal die Download-Links:

Parcello

Die nächste App kommt aus unserer Community – und das nicht nur als Tipp. Leser Leon aus unserer Telegram-Gruppe ist Teil des Parcello-Teams und hat mir per Chat ein paar Fragen beantwortet. Ganz grundlegend könnt Ihr über Parcello Pakete verfolgen und bekommt angezeigt, wann das Paket voraussichtlich bei Euch oder beim Empfänger eintrifft. Der Clou dabei: Die CO2-Emissionen, die durch den Versand von Paketen entstehen, wollen die Entwickler über das Pflanzen von Bäumen wieder einholen. Laut Parcello-Homepage wurden im Dezember 2020 bereits 4.447 Bäume gepflanzt, von denen der Großteil in Deutschland wächst. 

Parcello
Parcello ist eine App zum Pakete-Tracken, die dabei den CO2-Ausstoß verringern will. / © Parcello / Screenshot: NextPit

Für die Nutzung der App benötigt Ihr auch hier einen Account, bei dem Ihr zwischen Facebook, Apple, Google und eurer E-Mail-Adresse wählen könnt. Alternativ könnt Ihr auch die Parcello-Homepage nutzen, die ganz ohne Registrierung funktioniert. Eine Zahlungsmethode müsst Ihr nicht eingeben, denn die Nutzung ist vollkommen kostenfrei. Seine Einnahmen generiert Parcello aus primär aus Werbeeinnahmen und über den Support, den Ihr per In-App-Kauf an die Plattform geben könnt.

Lediglich eine Scan-Funktion oder eine Möglichkeit, die Pakete direkt beim Eintreffen einer E-Mail zu importieren, fehlt der Anwendung im Vergleich zu anderen Paketverfolgungs-Apps aktuell. Leon verriet mir allerdings, dass sich Informationen aus E-Mails bereits über eine Weiterleitung importieren ließen. An einer Funktion zum Einscannen von Kassenbons oder Tracking-Nummern arbeiten die Entwickler aktuell. Hier geht’s zum Download:

Patreon

Eine eher untypische App, wenn man sich vornimmt, etwas Gutes zu tun, ist Patreon. Denn eigentlich ist die Plattform ein Portal für den direkten Austausch von Künstler zu Fan. Dabei könnt Ihr Eure Lieblingskünstler mit einem monatlichen Beitrag unterstützen und erhaltet im Gegenzug Zugriff auf exklusiven Content. Da Spotify, YouTube und Co. Künstlern und Nutzern immer weniger vom profitablen Kuchen abgeben, ist Patreon ein schöner Weg, um sich bei Musikern, Podcastern, Künstlern und sonstigen Patreon-Teilnehmern zu bedanken.

Patreon
Ob Eure Künstler auch auf Patreon zu finden sind, erfahrt Ihr über die Suche./ © Patreon / Screenshot: NextPIt

Wie sich die Künstler bedanken und wie viel Geld sie für die sogenannten Level verlangen, ist ihnen selbst überlassen. In der Regel handelt es sich dabei aber um Erwähnungen, exklusive Bilder und Videos oder zusätzliche Podcast-Folgen, Musiktitel und vieles mehr. 

Im Zuge der Corona-Pandemie, in der Künstler zum Teil kaum Geld verdienen konnten, ist Patreon sehr wichtig geworden. Denn laut Wikipedia bekommen Künstler von den gesammelten Einnahmen im Durchschnitt 90 Prozent auch wirklich ausgezahlt. Die Provision, die sich Patreon selbst behält, liegt bei 5 bis 12 Prozent, knapp 5 Prozent fallen für Transaktionsgebühren an. Als Zahlungsmethoden gibt’s hier aber leider nur PayPal und die Kreditkarte.

Wenn Ihr also wollt, dass Euer Lieblingsmusiker auch in Zukunft noch neue Lieder schreiben kann, findet Ihr die App hier zum Download:

I Do

Für Spenden ganz ohne Gegenleistung gibt es bei “I Do”, einem Spendennetzwerk, das eine umfangreiche App bietet. Während Patreon zumindest eine kleine Provision von den Zahlungen abnimmt, gibt I Do auf seiner Homepage an, “weder Provisionen für Spendengelder [zu] bekommen, noch Gebühren von Organisationen [zu] nehmen”. Gleichzeitig stellt die Spenden-Community auch sicher, dass Organisationen ihre Zwecke klar und deutlich ausschreiben.

I Do
"I Do" ist eine Spenden-Community, die keinerlei Provision nimmt. / © NextPit

Ladet Ihr die App herunter, könnt Ihr ganz ohne Profil durch die Spendenaufrufe schauen. In Deutschland gibt es im Dezember 2020 knapp 60 Spendenaufrufe, zusammen mit den internationalen Projekten kommen noch 16 weitere dazu. Jeweils enthält ein Aufruf eine ausführliche Beschreibung des Projekts, ein Spendenziel und die Angabe, wie viele Spender es bereits gibt und wie viel Geld sie bereits gesammelt haben. 

Zu den Zahlungsmethoden zählen dabei PayPal, Klarna, Lastschrift, Giropay und die Kreditkarte. Wollt Ihr nicht, dass Euer Name bei einer Spende auftaucht, könnt Ihr den Betrag auch anonym zum jeweiligen Spendenaufruf dazuzählen lassen. 

Habt Ihr Interesse daran, eines der Projekte zu unterstützen, findet Ihr die I Do-App hier:

Pfandgeben

Meine letzte App-Empfehlung ist “Pfandgeben” und auch hier werdet Ihr wohl eher in Großstädten Erfolg haben. Die Idee hinter der App ist, dass Ihr Flaschenpfand einfach an Pfandsammler vermitteln und abgeben könnt. Dabei profitiert Ihr davon, dass Ihr den Pfand nicht wegbringen müsst und die Kontaktperson davon, dass sie das Geld nach dem Einlösen natürlich behalten kann.

Pfandgeben
Pfandgeben ist eine Win-Win-App für Euch und für Menschen, die den Pfand bei Euch abholen. / © Pfandgeben / Screenshot: NextPit

Ich selbst habe Pfandgeben noch nicht genutzt, da ich im Studium und im Volontariat mein Pfandgeld selbst brauchte. Ein Pfandsammler, den Vice Deutschland im Jahr 2017 interviewte, sprach allerdings positiv von der App und erzählte, dass ein Unternehmen ihm gleich 15 Kästen schenkte. Für den Pfandgeber, also Euch, funktioniert die App folgendermaßen:

Entweder Ihr Kontaktiert einen Pfandsammler oder eine Pfandsammlerin direkt und sucht anhand Eures Standorts und der Menge nach einer freien Person oder Ihr stellt ein Inserat ein, auf das jemand reagieren kann. Bei der ersten Methode läuft die Kommunikation per Anruf und hier könnt Ihr die genaue Adresse und einen Zeitraum zur Abholung angeben. Beim Inserat könnt Ihr neben Eurer Adresse auch einen Abholort definieren, falls es Euch nicht gefällt, dass jemand Eure Adresse erfährt.

Das Konzept ist ziemlich gut durchdacht und sogar Hinweise zur Kontaktbeschränkung während der Corona-Pandemie gibt es. Habt Ihr Interesse am Pfandgeben, findet Ihr die App hier:

Habt Ihr weitere Tipps und Tricks, wie Ihr anderen Menschen mit dem Smartphone helfen könnt? Dann teilt sie mir in den Kommentaren mit und verratet im gleichen Zuge, wie Eure Erfahrungen mit der jeweiligen Plattform sind.

Alle App-Übersichten auf NextPit

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5 Kommentare

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  • Patreon ist wirklich Klasse. Dort haben viele Freelancer ihr Glück gefunden, gerade während der Lockdown Zeit. Ich unterstütze dort auch gute Leute im Bereich Technik 🤎🙋‍♂️


  • @Benjamin
    Ich finde den Artikel sehr gut, ich störe mich nur an einer Sache, dem Begriff Weltverbesserer. Der wurde zusammen mit dem Begriff Gutmensch in den letzten Jahren derart oft spöttisch und auch abfällig gegenüber Leuten verwendet, die sich über ihre Umwelt Gedanken machen und Verantwortungsbewußtsen zeigen, dass ich ihn im Zusammenhang mit der Intention des Artikels als fehlgegriffen empfinde. Weltverbesserer ist für viele zum Spottbegriff geworden und passt hier irgendwie nicht so recht.


  • Too Good to go kann ich empfehlen.
    Ein paar mal gemacht, man kann sich beim Bäcker immer eine Tüte aussuchen aus den Sachen die er nicht am nächsten Tag nochmal anbieten möchte.
    Man bekommt eine Menge fürs Geld.

    ShareTheMeal fehlt mir noch auf dieser Liste, da kann man ganz easy kleinbeträge spenden.


  • @Benjamin:
    * Die Struktur des Textes finde ich klasse. Besonders die Tabelle mit Kurzbeschreibung und Links ist toll!

    * Zum Thema/Text: Es wäre vielleicht noch sinnvoll gewesen zu schreiben wie sich die Firmen hinter den Apps finanzieren. Gerade bei karitative Apps bei denen man was spendet / gutes tut hat es (meiner Meinung nach) einen Beigeschmack wenn die Firma sich dabei 'bereichert'. "too good to go" zB bekommt eine Provision vom Händler für die Vermittlung wenn ich mich recht erinnere.
    Edit: Bei einigen Apps steht das ja auch in eurer Vorstellung.

    * Zu der tgtg-App noch: Ich habe die ein paar mal benutzt. Es sieht so aus als würden 'einige' Händler extra dafür Pakte/Essen herstellen. Denn wieso weiß ein Bäcker zB um 10 Uhr morgens, dass er um 19 Uhr 3 Brötchen und 2 Teilchen übrigen haben wird (und das 4 mal, da er das Paket 4 mal anbietet)?


    • Ich habe Too Good to Go jetzt zwei Jahre getestet und jetzt fliegt sie wieder runter. Der Grund, es gibt in meiner Nähe zu wenig Läden, die sich daran beteiligen und die Zahl hat sich in den zwei Jahren auch nicht verändert. Die App schlägt mir zwar weitere Läden in der Umgebung vor, die aber alle ausnahmslos nur mit Auto zu erreichen wären und das ist nicht Sinn der Sache, finde ich. Zweimal habe ich eine Tüte Gemüse beim Bioladen bekommen, die mich jedesmal enttäuscht hat. Der Inhalt war nicht vom Tag übrig, sondern Ausschuss, zum Teil verfault und zum Teil bereits angeschimmelt. Bei der zweiten Tüte leider das gleiche. Beim Bäcker habe ich auch mal eine Tüte erworben und da war das Brot vom Vortag. Du kannst da am Abend kaufen und dir dann die Tüte am nächsten Tag abholen. Deshalb weiß der natürlich auch, was und wieviel übrig bleibt. Wie das Bäcker machen, bei denen man am gleichen Tag holen kann, weiß ich nicht. Dann habe ich die App in München getestet, weil ich da arbeite und mich auch sonst oft dort aufhalte, muss aber sagen, dass ich ebenfalls sehr enttäuscht war. So viele Läden sind es auch in der Großstadt nicht, vor allem nicht im gleichen Viertel und wo man zur gleichen Zeit abholen könnte. Auf meinem täglichen Weg gab es gar keine Läden, die sich beteiligt haben und das will was heißen, weil ich doch recht zentral arbeite. Fazit für mich, das mag sich für Sparfüchse mit viel Freizeit vielleicht lohnen, ansonsten gäbe es weitaus bessere Möglichkeiten, Lebensmittel vor dem Müll zu retten.

      P. S. Ich weiß, dass man Läden auch ansprechen kann, doch bei der App mitzumachen. Das habe ich tatsächlich auch bei zwei Läden, in denen ich gerne kaufe, gemacht. Man hat mir aber erklärt, dass deren übrige Waren zur Tafel gehen, was ich persönlich auch wesentlich sinnvoller finde, als sie über eine App zu verhökern. Für Restaurants mag das Konzept aber gut funktionieren.

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