Bund fordert 7 Jahre Updates und bessere Ersatzteil-Lieferungen

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Bund fordert 7 Jahre Updates und bessere Ersatzteil-Lieferungen

Die EU-Planungen zur Verpflichtung von Smartphone-Herstellern zur Veröffentlichung regelmäßiger Updates gehen der Bundesregierung noch nicht weit genug. Seitens des Bundeswirtschaftsministerium will man sich für weitaus längere Fristen einsetzen.

Wie das Magazin C'T von einer Sprecherin des Ministeriums erfuhr, will man von deutscher Seite aus eine Update-Pflicht über sieben Jahre hinweg verankern. Das würde bedeuten, dass Smartphones mindestens über diesen Zeitraum ab dem Kauf durch den Nutzer hinweg mit Sicherheits-relevanten Aktualisierungen versorgt werden müssen. Die EU plant hier bisher lediglich eine Frist von fünf Jahren.

Von den Regelungen werden aber nicht nur Software-Updates, sondern der gesamte Wartungs-Zyklus abgedeckt. So will die EU die Hersteller auch verpflichten, mindestens sechs Jahre lang Ersatzteile für verkaufte Elektronik-Produkte vorzuhalten. Auch hier will man seitens der Bundesregierung eher sieben Jahre ansetzen. Verbunden natürlich auch mit der Vorgabe, dass die Bauteile zu fairen Preisen bereitgestellt werden.

Schnellere Lieferung

Weiterhin sollen Ersatzteile auch schneller geliefert werden. Die EU will hier eine Vorgabe von fünf Tagen festschreiben. Angesichts der Realitäten in den Logistikketten, in denen alle möglichen Produkte binnen kürzester Zeit überall verfügbar sind, sei dies gerade bei einer so wichtigen Sache viel zu unterambitioniert.

Auch hier will man also eine kürzere Frist, für die man aber noch keinen genauen Wert angab. Denn letztlich dienen die genannten Regelungen ja dem Ziel, dass die Verbraucher nicht ständig neue Geräte kaufen und die Berge an Elektroschrott immer schneller wachsen. Wer heute aber mehr als fünf Tage auf die Reparatur eines Smartphones warten soll, wird sich wohl meist direkt für den Kauf eines neuen Produkts entscheiden - immerhin stellen die Geräte längst einen zentralen Faktor im Leben vieler Menschen dar.


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36 Kommentare

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  • Mario Spielmann vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Das wehre eine tolle Sache 👍


  • Mastermind vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Gute Sache, wenn das durchkommen sollte. Aber die Hersteller werden sich bestimmt zu wehren wissen :-)


    • Alexander R. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Das spiegelt sich auf jeden Fall drastisch im Preis wieder


  • Jack Black vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Man muss es auch nicht übertreiben. 5 Jahre wären schon ok, wenn das gesetzlich wäre.


  • Alexander R. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Ich habe erst diese Woche mein Notfall Smartphone von 2015 ausgepackt. Die Apps haben sich weiter Entwickelt , Umfangreicher und Speicherfressender geworden.
    Glaubt mir , ins Internet wollt ihr mit einem 6 Jahre alten Phone nicht . Hat eine 808 CPU und 4 GB Ram und trotzdem war alles eine nervende Quählerei .


    • Michael K. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Dieses Problem stellt sich immer weniger, da die Hardwarefortschritte die bei der Software überholen. Den selben Vorgang konnte man bei PCs schon vor Jahren beobachten. Ein heute aktueller Prozessor wird auch in fünf Jahren noch genug Rechenleistung haben, um Anwendungen wie Surfen oder Streaming problemlos zu bewältigen. Ich hab 10 Jahre alte PCs, die werden bei Bildbearbeitung, Simulationen oder dem Compilieren großer Programme von aktuellen Rechnern natürlich abgezogen. Bei Schreibarbeiten oder Surfen im Netz hingegen bemerkt man kaum einen Unterschied, die alten CPUs bremsen bei solchen Anwendungen praktisch nicht aus.


      • René H. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Das kommt aber auf das Programm an. Ich hatte mal eine Excel-Testdatei, die lief auf einem PC aus 2004 schneller als auf einem PC aus 2009 (selbe Excelversion). Neu heisst nicht immer besser.


    • Klaus E. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      und den Akku hattest Du regelmäßig geladen?


    • Mastermind vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Kann ich nicht bestätigen, habe noch ein Mate S aus 2015 im Einsatz, für Internet und Rest volkommen ausreichend schnell. Trotz der nur 3GB RAM


  • AppleDev vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Wär auf jeden Fall mehr als notwendig!


  • Reginald Barclay vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Wenn der Hersteller alle möglichen Ersatzteile vorhalten muß, entsteht der Elektroschrott nur an anderer Stelle. Nämlich dann, wenn die nicht angeforderten Ersatzteile nach abgelaufener Zeit obsolet werden.
    Ersatzteile sind ein Relikt aus Zeiten, da Geräte in Plastik- oder Holzgehäusen daherkamen, die mit Zentimeterlangen Senkkopfschrauben zusammengehalten wurden. Integrationsgrad sowie Spezialisierung der heutigen Bauteile lassen bestenfalls nur Modulaustausch zu. Das ganze Gerät zu tauschen , wird meist einfacher und billiger sein.


    • Michael K. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Elektronische Bauteile lassen sich auch manchmal nur schwer lagern, z.B. unter Schutzgas, und lagern müsste man viele dieser Bauteile, da sie häufig nicht lange gefertigt werden. Aber man kann natürlich fertige Platinen gut lagern, also wie Du richtig sagst, man müsste ganze Module oder auch Motherboards lagern.
      Dass dadurch mehr Elektroschrott entsteht, bezweifle ich allerdings. Durch langjährige Erfahrungen und statistische Rechenmodelle kann mit die MTBF eines Gerätes oder Modules sehr gut abschätzen, so dass nur wenige Module verschrottet würden, weil man sie nicht mehr braucht.
      Dürfte der Hersteller den Kunden statt einer Reparatur auch ein gleichwertiges Ersatzgerät geben, was er natürlich prinzipiell nicht möchte, könnte er die Lagerhaltung gegenüber dem prognostiziertem Bedarf geringfügig reduzieren, und wenige Geräte mit Reparaturanspruch dann eben durch neue ersetzen.
      Dass bei sinnvoller Konstruktion, bei der ein Motherboard in 10 Minuten getauscht ist, das teurer sein soll, als ein neues Gerät, erschliesst sich mir aber nicht. Wenn die Ersatzteile vorgeschrieben sind, kann er die kostenneutral fertigen, er muss keine Gewinne damit erzielen, weil sie Voraussetzung dafür sind, mit den Geräten selber Gewinn zu erzielen. Auch die fertigen Geräte müssen zusammengebaut und gelagert werden. Warum also sollte ein Teil teurer sein, als das Ganze, ausser eben, unsägliche und unnötige Demontagearbeit verursacht solche Zusatzkosten?
      Verschrauben kann man auch Glasgehäuse und die Schaubverbindung sollte zurückkehren, denn sie ist allemal sinnvoller als diese unsägliche Verkleberei, was Reparaturfreundlichkeit betrifft, und ja, wasserdicht lassen sich auch verschraubte Geräte bekomnen, das lässt sich an etlichen Beispielen belegen.
      Wenn Ersatzteile ein Relikt aus vergangenen Zeiten sind, dann wird dieses eben eine Wiedergeburt erleben.
      Eine Ex und Hop-Wegwerfgesellschaft, bei der ein 500 € Gerät entsorgt werden muss, weil eine Reparatur 350 € kostet, obwohl sie bei geschickterer Konstruktion und 10 € anfänglicher Mehrkosten nur 50 € kosten müsste, mag uptodate sein, hat aber auch angesichts des Klimawandels keine Zukunft mehr.
      Die Zukunft erfordert ein nachhaltigeres Wirtschaften, das hat die Politik völlig richtig erkannt, und deshalb auch diese Pläne. Das heisst ja nicht, dass man sein Smartphone in Zukunft fünf oder sieben Jahre nutzen muss, es reicht völlig, wenn man das kann, also kostengünstige Reparaturen durch solche Vorschriften möglich werden. Gebrauchte Geräte haben dann auch einen höheren Wiederverkaufswert weil ihr Erwerb ein geringeres Risiko darstellt.


    • René H. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Und wie wäre es wenn sich die Hersteller zusammentun und bei allen Geräten Standard-Bauelemente nutzen, anstatt immer ihr eigenes Süppchen zu kochen? Probleme sehe ich eher darin, die klitzekleinen Bauteile zu prüfen und auszutauschen, da bräuchte man Werkstätten mit sauberen Räumen und Mitarbeiter die SMD-Löten beherrschen.


      • Michael K. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Man kann die Bauteile mit speziellen Entlötvorrichtungen schon auslöten, und neue einlöten, das ist kein unlösbares Problem. Allerdings ist die Lagerung vieler hochintegrierter ICs nicht unproblematisch, die im Consumerbereich zudem oft nicht lange lieferbar sind.. Die Anschlüsse dürfen nicht korrodieren, das Gehäuse keine Feuchtigkeit aufnehmen, so dass oft eine Lagerung unter Schutzgas und Klimatisierung nötig ist, was Lagerung teuer macht. Auch eine Fehlersuche auf Bauteilebene kann zeitaufwändig und damit teuer werden. Deshalb vermute ich, wird eine Reparatur eher auf Modulebene stattfinden. Die Idee solche Module modell- und herstellerübergreifend einzusetzen ist hervorragend.


      • René H. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Conrad & Co. lagern sicher nicht unter Schutzgas, und die Bauteile gehen auch nicht kaputt.


      • Michael K. vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Ich rede hier von integrierten Schaltungen in hochpoligen SMD-Gehäusen, die über mehrerer Jahre gelagert werden sollen. Wir hatten schon öfter das Problem, dass solche Bauelemente vom Hersteller abgekündigt wurden, die damit bestückten Leiterplatten aber noch mehrere Jahre lieferbar sein mussten. Und dabei wurden jedes mal eben die genannten Probleme diskutiert, und auch die Möglichkeit, die Leiterplatte neu zu entwickeln - bei kleineren Stückzahlen meist die teuerste Möglichkeit. Es gibt sogar eine Norm darüber:

        https://www.vde-verlag.de/normen/0800572/din-en-iec-62435-4-vde-0884-135-4-2019-05.html

        Versandhändler und Distributoren werden ihre Lagerbestände so kalkulieren, dass ein Abverkauf innerhalb kurzer Fristen möglich ist, so dass die Bauteile wegen dieser nur
        kurzen Lagerzeiten ohne besondere Vorkehrungen dennoch uneingeschränkt verwendbar bleiben (oder eben die besonderen Vorkehrungen treffen). Das ist bei einer mehrjährigen Bevorratung aber keine Option.


  • König Frank I. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut.
    Laut AfA-Tabellen, die vom Finanzministerium herausgegeben werden, haben Smartphones eine geringere Nutzungszeit als 7 Jahre. Man müsste hier also die Nutzungszeit auch auf mindestens 7 Jahre anheben, ansonsten ergibt es wenig Sinn.


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Die Nutzungszeitraum scheint aber in Teilen auch mit der Supportdauer zusammenzuhängen. Wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen haben iPhones eine deutlich längere Nutzungsdauer, als Android-Phones


      • König Frank I. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        "Wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen haben iPhones eine deutlich längere Nutzungsdauer, als Android-Phones"
        Nicht laut AfA-Tabellen, die sind herstellerneutral. Siehe hier:
        AfA-Tabelle für den Wirtschaftszweig "Fernmeldedienste"
        Dort:
        2.1 Endeinrichtungen
        2.1.3 Mehrdiensteinrichtungen ND = 5 Jahre
        oder
        2.1.6 Mobilfunkendgeräte ND = 4 Jahre

        Und da geht es mir drum: wenn von Seiten des Bundes Support-Zeiten festgelegt werden, die über der Nutzungsdauer liegen, passt das überhaupt nicht zusammen. Das wäre ein gefundenes Fressen für eine Klage der Firmen.


      • René H. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Weshalb dieses? Du kannst ein Smartphone über 4 Jahre abschreiben, mit der Nutzungsdauer hat das m.E. nichts zu tun. Im PC-Bereich ist es doch nicht anders, manche Firmen nutzen heute noch Geräte die längst abgeschrieben sind. Softwarewartung darüber hinaus sind m.W. ganz normale Betriebsausgaben.

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