NextPit's Gewinner und Verlierer der Woche: Microsoft mit fragwürdigem Feature

NextPit's Gewinner und Verlierer der Woche: Microsoft mit fragwürdigem Feature

Zeit, unsere Gewinner und Verlierer der letzten sieben Tage in der Tech-Bubble, in der wir leben und atmen, zu küren. Die Woche stand ganz im Zeichen des Black Fridays, aber wir weichen für unsere wöchentliche Serie von diesem Thema ab. In dieser Woche gab es gute Nachrichten für Spotify und schlechte Nachrichten für Heimarbeiter, die mit Microsoft-Software arbeiten.

Wie immer beginne ich mit ein paar ehrenvollen Erwähnungen. Amazon stand diese Woche im Rampenlicht, und zwar nicht nur wegen der jährlichen Black-Friday-Aktionen des kapitalistischen Konsumismus. In dieser Woche wurde bekannt, dass Arbeiter in 15 Ländern der Welt Proteste veranstalteten, um den Online-Händler aufzufordern, die Rechte der Arbeitnehmer zur Teilnahme an gewerkschaftlichen Aktivitäten zu respektieren, die Umgehung von Steuergesetzen zu beenden und sich zu höheren Umweltstandards zu verpflichten. Im Netz wurde der Hashtag #MakeAmazonPay verwendet.

Bei Google und Facebook lief es diese Woche nicht so rosig, als die britische Regierung eine neue technische Regulierungsbehörde ankündigte, um die Macht der US-Giganten einzuschränken. Es wurde eine neue spezielle Abteilung für digitale Märkte oder die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) gegründet, die speziell auf die größten Technologieunternehmen der Welt ausgerichtet ist.

Der Wirtschaftsminister, Alok Sharma, sagte: "Digitale Plattformen wie Google und Facebook leisten einen bedeutenden Beitrag zu unserer Wirtschaft und spielen eine massive Rolle in unserem täglichen Leben – aber die Dominanz einiger weniger großer Technologieunternehmen führt zu weniger Innovation, höheren Werbepreisen und weniger Auswahl und Kontrolle für die Verbraucher.

Gewinner der Woche: Zahl der Spotify-Abonnenten schießen in die Höhe

Spotify steigerte seinen zahlenden Abonnentenstamm im dritten Quartal 2020 um 27 Prozent auf satte 144 Millionen. Auch die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes stieg im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 320 Millionen. Nach den von Comprar Acciones analysierten und veröffentlichten Forschungsdaten betrug die Zahl der Spotify-Nutzer im ersten Quartal 2015 nur 18 Millionen. Bis zum zweiten Quartal 2016 verdoppelte sie sich auf 36 Millionen und im vierten Quartal 2017 erneut auf 71 Millionen, bevor sie die aktuelle Zahl erreichte. Kurz gesagt, die Menschen lieben Spotify, es sei denn, sie sind Künstler, natürlich!

Im dritten Quartal 2020 stiegen die Abonnementseinnahmen von Spotify im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 1,98 Milliarden Euro, was einen Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Werbeeinnahmen hingegen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 41 Prozent auf 185 Millionen Euro.

Trotz des Wachstums machte Spotify jedoch einen Verlust von 101 Millionen Euro, gegenüber einem Gewinn von 241 Millionen Euro im dritten Quartal 2019. Der Verlust resultierte aus der Tatsache, dass Spotify seinen Nutzerkreis durch das Angebot verbilligter Tarife erweitert. Der Umsatz pro Nutzer fiel im Quartalsvergleich um 10 Prozent auf 4,19 Euro.

Der Anstieg der zahlenden Abonnenten wird wahrscheinlich dazu führen, dass Spotify seinen Marktanteil weiter ausbaut. Berichten zu Beginn des Jahres zufolge stand Spotify mit einem Anteil von 35 Prozent an der Spitze des Marktes. An zweiter Stelle lag Apple Music mit 19 Prozent, während Amazon Music mit 15 Prozent an dritter Stelle lag. Zusammen kontrollierten die drei Unternehmen 67 Prozent des Marktes. Wir werden mit Spannung auf eine Aktualisierung dieser Zahlen im Januar 2021 warten.

Verlierer der Woche: Microsofts neue 'Produktivitätskennzahl'

In dieser Woche kündigte Microsoft ein neues Tool für seine Computersoftware an, das es Arbeitgebern ermöglichen wird, einzelne Mitarbeiter viel genauer zu beobachten. Natürlich wurde dies als etwas weniger Neunzehnvierundachtzig und mehr als "positive Belohnung für Produktivität" verkleidet und verpackt. Microsoft beschrieb sein neues Produktivitätspunktesystem als "einen neuen Service, der Ihnen helfen kann, Ihre digitale Transformation zu beschleunigen, indem er Einblicke in die Arbeitsweise Ihres Unternehmens gewährt".

Im Wesentlichen verfolgt und analysiert das Tool unter anderem Aktivitäten wie z.B. wie oft einzelne Mitarbeiter E-Mails senden oder die Chat-Funktion nutzen, ob sie während der Besprechungen ihre Kamera eingeschaltet haben oder nicht und wie viel sie nach Feierabend arbeiten. Das Tool ist im Unternehmensplan von Office 365 als Add-on verfügbar.

Die Befürworter des Datenschutzes haben verständlicherweise die Nachrichten aufmerksam verfolgt. Da sich immer mehr Unternehmen dafür öffnen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, aus der Ferne zu arbeiten, kommt die Idee, diese Art von Daten zu sammeln und sie zu verwenden, um einzelne Mitarbeiter in einer Art Rangliste mit ihren Kollegen zu bewerten, nicht gut an bei denen, die das Gefühl haben, dass unsere Privatsphäre bereits aus allen Blickwinkeln entfernt wird.

Microsoft erklärt im obigen Video, dass seine Produktivitätsbewertung Einblicke, Peer-Benchmarks und Maßnahmen enthält, die sie ergreifen können, um den Menschen in ihrer Organisation zu helfen, produktiver zu sein: "Ziemlich spannende Sachen", behaupten sie. Ich glaube nicht! Das Schlimmste an dieser ganzen Saga ist, dass die Funktion standardmäßig aktiviert ist, was bedeutet, dass Unternehmen aktiv aussteigen müssten, damit die Mitarbeiter in Ruhe arbeiten können, ohne einer intensiven Nachverfolgung ausgesetzt zu sein.

Es wurden auch Fragen zur Rechtmäßigkeit des neuen Instruments der Produktivitätskennzahl gestellt. Die Forscherin, Schriftstellerin und Aktivistin Wolfie Christl schreibt auf Twitter, dass es in Österreich und Deutschland mit ziemlicher Sicherheit illegal ist. So oder so, ich finde, das stinkt!

Wer waren Eure Gewinner und Verlierer der gerade vergangenen Woche? Teilt Eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit.

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1 Kommentar

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  • @nextpit: Lasst ihr englische Texte eigentlich per google/deepl übersetzen?
    Der Beitrag hier liest sich auf jeden Fall so (lange Sätze, teilweise Wort-für-Wort übersetzt).
    Ein Beispiel (von mehreren): "Das Schlimmste an dieser ganzen Saga ist, dass die Funktion standardmäßig aktiviert ist"
    1. "Saga"? Eine Saga ist etwas episches/langes. Wolltet ihr das englische Wort "saga" nicht eher mit "Geschichte" übersetzen?
    2. Das liest sich so als würde das Feature auf allen Rechnern zwangsinstalliert. Aber man muss das doch explizit selbständig installieren, oder ("Das Tool ist im Unternehmensplan von Office 365 als Add-on verfügbar.")? Dann ist es logisch das standrdmäßig auf "an" zu schalten. Wenn ich (als Unternehmen) das nicht haben will, dann installiere ich das nicht.

    "Die Forscherin, Schriftstellerin und Aktivistin Wolfie Christl"
    Macht mal die falschen "in"s weg. Das ist ein Mann (sieht man am Profilbild und in seiner Selbstbeschreibung).