Ausfall bei Signal: Probleme behoben, doch erste Zweifel bleiben

Ausfall bei Signal: Probleme behoben, doch erste Zweifel bleiben

Es sieht so aus, als hätten wir es ein bisschen eilig gehabt, die Signal-App als unseren Gewinner der Woche auszuwählen! Denn für mehr als 24 Stunden blieb die App für die meisten seiner Nutzer am Wochenende unbrauchbar, da sie einen massiven Ausfall erlitt. Ist Signal seiner Aufgabe als WhatsApp-Alternative etwa nicht gewachsen?

Nach Angaben von Signal wurde der Ausfall durch einen großen Zustrom an Nutzern verursacht. Der beliebte Twitter-Account von Signal – der den größten Teil der letzten Woche damit verbrachte, WhatsApp zu trollen – war während des Ausfalls in der Defensive. Dabei wurden regelmäßig Updates gepostet, die zeigten, dass Signals kleines Team von Ingenieuren Überstunden machte, um das Problem zu beheben.

Ein weiterer Nebeneffekt des Ausfalls war, dass viele Nutzer von Problemen mit ihren Chats berichteten. Während einige Nutzer eine "Bad Encrypted"-Meldung erhielten, gab es andere, die ihre älteren Nachrichten nicht sehen konnten.

Signal verschickte zusätzliche Tweets, um den Leuten dabei zu helfen, die Probleme möglichst schnell zu beheben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts waren die Signal-Server wieder online und funktionierten einwandfrei.

Ein Fall von zu viel Ruhm in zu wenig Zeit?

Signal war, zusammen mit Telegram, der größte Nutznießer der großen Abwanderung vieler Nutzer hin zu einer WhatsApp-Alternative in der letzten Woche. Das "Problem" begann damit, dass das zu Facebook gehörende WhatsApp seine Datenschutzrichtlinien änderte. Gemäß den Bedingungen der aktualisierten Richtlinie soll es einen gewissen Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook geben. WhatsApp entfernte außerdem die berühmte Zeile "Privacy is in our DNA" aus seinen Geschäftsbedingungen - und löste damit Befürchtungen bezüglich einer kompletten "Übernahme" durch Facebook aus.

WhatsApp wurde daraufhin von Menschen auf der ganzen Welt kritisiert und erntete sogar einen Kommentar von Elon Musk, der den Leuten vorschlug, Signal als Alternative zu nutzen. Dies war ein Hauptgrund dafür, dass Signal eine Popularität erreichte, die es vorher nicht hatte – vor allem in asiatischen Ländern, wo WhatsApp zwar weiterhin die Oberhand hat, Telegram aber als de-facto WhatsApp-Alternative gesehen wird. Während Telegram auch eine große Anzahl neuer Nutzer erhielt, war es aber Signal, die in den vergangenen Wochen mehr Schlagzeilen machten – vielleicht wegen der glücklichen Erwähnung Elon Musks.

Neue Entwicklungen im WhatsApp-Facebook-Fiasko

Am wichtigsten ist dabei die Tatsache, dass WhatsApp sich entschieden hat, die neuen Datenschutzrichtlinien vorerst nicht zu implementieren und deren Umsetzung um einige Monate zu verschieben. Das Unternehmen hat außerdem klargestellt, dass die Konten derjenigen, die den neuen Datenschutzrichtlinie nicht zugestimmt haben, nicht gelöscht werden.

In Indien, wo WhatsApp mehr als 450 Millionen Nutzer hat, wurden sogar ganzseitige Anzeigen geschaltet, die den Leuten versicherten, dass ihre Daten nicht mit Facebook geteilt werden.

Wie auch immer, was denkt Ihr über diese ganze Diskussion um Datenschutz und um die Weitergabe von Daten? Wenn Ihr WhatsApp-Nutzer seid: Ist Telegram oder Signal die Alternative Eurer Wahl? Wart Ihr vom Ausfall von Signal betroffen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!


Dieser Artikel erschien zuerst auf NextPit.com und wurde von Rahul Srinivas veröffentlicht. Anschließend wurde der Artikel maschinell übersetzt und von Benjamin Lucks redaktionell überarbeitet.

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Top-Kommentare der Community

  • DeepBlue vor 1 Monat

    Warum sollten (berechtigte) Zweifel bleiben? Selbst die größten Angebote namenhafter Marken ala Microsoft, Valve (Steam) & Co. brechen regelmäßig bei hohen Ansturm zusammen - selbst wenn dieser (etwa bei Sales) zu erwarten war. Signal hat das Problem nun behoben / Kapazitäten erhöht und nun wird es wohl (hoffentlich) wie gewohnt laufen.
    Aber ich hatte mir schon gedacht, dass die ersten Leute dann wieder sagen: "Siehste, die können es nicht".

  • Torsten vor 1 Monat

    Als ob whatsapp noch nie einen Ausfall hatte... Ist halt schon stark, welche Menge da jetzt auf einen Schlag wechselt. Da darf es dann auch mal kurz stottern, sehe ich nicht so schlimm.

    Die Datenschutzrichtlinie jetzt zu verschieben war vielleicht ein guter Schachzug. Erst mal beruhigen und hoffen, dass die zweite Welle flacher wird.

    Ist doch doof, sich jetzt zurück zu lehnen und zu denken, dass sie ihren Plan der Vernetzung jetzt aufgeben. Das wird scheibchenweise weiter vorangetrieben.

  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat

    "Es sieht so aus, als hätten wir es ein bisschen eilig gehabt, die Signal-App als unseren Gewinner der Woche auszuwählen! Denn für mehr als 24 Stunden blieb die App für die meisten seiner Nutzer am Wochenende unbrauchbar, da sie einen massiven Ausfall erlitt. Ist Signal seiner Aufgabe als WhatsApp-Alternative etwa nicht gewachsen?"

    Wenn man jetzt vor veröffentlichen des Artikels seine Hausaufgaben etwas gewissenhafter gemacht hätte, wüßten man zum Beispiel, dass das Entwicklerteam von Signal wohl recht klein ist und dem Ansturm überhaupt nicht gewachsen war. Interessant und genauso toll (für Nutzer) ist eben auch: das dieses so wenig Daten übertragen wie nur möglich, auch Schwierigkeiten bei der Suche nach der Fehlerquelle macht. Die Signal-/Client-Software ist so konzipiert, dass keine Informationen von Client zu Server übertragen werden.
    Daher haben Entwickler keine Informationen darüber, welche Client-Versionen die Ursache des Problems sind. Somit auch keine Option, solche Clients zu blockieren. Aus Sicht des Datenschutzes ausgezeichnet.. Aus Sicht der Entwickler/Administratoren eine große Herausforderung.
    Daher kam die Anfrage an die Nutzer, Ihre LOG Daten zu senden.

18 Kommentare

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  • Die Zeit wird zeigen, ob Signal es kann oder nicht. Wegen eines Ausfalls ein Fass aufzumachen, halte ich für übertrieben. Oder soll so Telegram aufgewertet werden?


  • Es ist ja nicht so, dass WhatsApp noch keine Ausfälle ähnlicher Art hatte (kann jeder bei der Suchmaschine seiner Wahl nachprüfen). Nur hatten die dabei keine Verfünffachung der Nutzerzahlen.

    Der Satz "Datenschutz ist unserer DNA" jetzt gestrichen wurde, stimmt zumindest für die deutsche Fassung nicht. Der ist bereits seit 2016/2017 nicht mehr vorhanden, als der Datenaustausch mit Facebook eingeführt wurde. Und hier ist der Artikel ebenfalls falsch, denn dieser Punkt wurde angepasst, den Datenaustausch gibt es bereits seit 9/2016 und er wurde WhatsApp für die EU untersagt. Eingeholt wird das Einverständnis dennoch.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "Es sieht so aus, als hätten wir es ein bisschen eilig gehabt, die Signal-App als unseren Gewinner der Woche auszuwählen! Denn für mehr als 24 Stunden blieb die App für die meisten seiner Nutzer am Wochenende unbrauchbar, da sie einen massiven Ausfall erlitt. Ist Signal seiner Aufgabe als WhatsApp-Alternative etwa nicht gewachsen?"

    Wenn man jetzt vor veröffentlichen des Artikels seine Hausaufgaben etwas gewissenhafter gemacht hätte, wüßten man zum Beispiel, dass das Entwicklerteam von Signal wohl recht klein ist und dem Ansturm überhaupt nicht gewachsen war. Interessant und genauso toll (für Nutzer) ist eben auch: das dieses so wenig Daten übertragen wie nur möglich, auch Schwierigkeiten bei der Suche nach der Fehlerquelle macht. Die Signal-/Client-Software ist so konzipiert, dass keine Informationen von Client zu Server übertragen werden.
    Daher haben Entwickler keine Informationen darüber, welche Client-Versionen die Ursache des Problems sind. Somit auch keine Option, solche Clients zu blockieren. Aus Sicht des Datenschutzes ausgezeichnet.. Aus Sicht der Entwickler/Administratoren eine große Herausforderung.
    Daher kam die Anfrage an die Nutzer, Ihre LOG Daten zu senden.


  • Seitdem ich gelesen habe das die Finanzierung der Signal Foundation durch Brian Acton läuft, bin ich auch nicht mehr so angetan von Signal. WhatsApp-Co-Gründer war es das die anderen davon überzeugte WA an Facebook zu verkaufen. Daher: Wer sagt, dass wen der Preis stimmt, Acton nicht wieder verkauft?

    Zudem ist mir eine Alternative lieber die man zwischen den OS verwenden kann (Also Threema). Aber WhatsApp macht das schon auch geschickt. Jetzt wollen sie erst mal ein bisschen Gras über das ganze wachsen lassen um dann später zuzuschlagen. Gerade wegen dem Ärger mit Apple braucht Facebook nun diese Datenquelle.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Du scheinst nicht zu wissen, was eine Foundation ist: eine Stiftung. Und Acton kann da gar nichts so leicht verkaufen. Aber lies selbst:

      https://praxistipps.focus.de/was-ist-eine-stiftung-einfach-und-verstaendlich-erklaert_100395


      • Und du scheinst die Kommentare nicht richtig zu lesen. Er hat gesagt das er die anderen vom Verkauf überzeugt hat und nicht das er WhatsApp selber verkauft hat. Und er befürchtet das er das wieder machen könnte.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Er hat geschrieben:

        "Daher: Wer sagt, dass wen der Preis stimmt, Acton nicht wieder verkauft?"

        Und darauf habe ich mich bezogen. Da aber eine Stiftung keinen Eigentümer hat, ist es auch nicht möglich, sie zu verkaufen. Also kann Acton da nichts "wieder" verkaufen. Da er aber Milliardär ist, kann er die Stiftung mit weiteren Millionen unterstützen, damit Signal weiterentwickelt und -betrieben werden kann.

        Zitat aus Wikipedia:

        Das Projekt finanziert sich durch eine unbekannte Zahl von teilweise privaten Spenden über die Freedom of the Press Foundation.[45] Bekannt sind weiterhin größere Zuschüsse von der Knight Foundation[46] und der Shuttleworth Foundation.[47] Seit 2013 erhielt Moxie Marlinspike (einer der Signal-Entwickler) Geld aus dem Open Technology Fund von Radio Free Asia, finanziert von der USAGM,[48][49] über den in der Vergangenheit ähnliche Projekte gefördert wurden, z. B. die Anonymisierungs-Software Tor und der Messenger Cryptocat. Bei der Bewilligung der Zahlungen vermittelte Ian Schuler, Mitglied des Truman National Security Projects und damaliger Manager der Internet Freiheit Programme des Außenministeriums,[49][50][51] damals unter Hillary Clinton.[52] WhatsApp-Mitgründer Brian Acton gründete 2018 die Signal Foundation und investierte 50 Millionen Dollar. Das war die erste Großinvestition in das Projekt.[53] Das Geld sollte unter anderem zur Qualitätsverbesserung von Sprachnachrichten eingesetzt werden.[28]


    • Den Verkauf von WhatsApp an Facebook hat Brian Acton selbst als größten Fehler dargestellt und hat genau deswegen die 50 Millionen Dollar an Signal gespendet, damit kein Verkaufsdruck entsteht.

      Außerdem ist es müßig, darüber nachzudenken, was in Zukunft passieren könnte und das ist kein Grund, bei denen zu bleiben, bei denen einem auch nicht wohl ist. Besser aus der heutigen Situation entscheinen. Ändert sich die Situation, wird neu entschieden.

      Wie kommst Du darauf, dass Du Signal nicht zwischen den OS verwenden kannst? Das geht bei WhatsApp genauso wie bei Threema, Signal, Telegram und den meisten anderen Instant Messengern.

      Wer die Macht der USA kritisiert, der sollte die europäische Variante nutzen. Threema kommt aus der Schweiz und auch wenn die Schweiz nicht in der EU ist, so ist sie in der EFTA, was im Grunde "EU ohne Mitspracherecht" bedeutet.


  • Facebook lehnt sich alle paar Jahre mal sehr weit aus dem Fenster und schaut wie weit sie gehen können.
    Da sie in ihrer Gänze weitestgehend Alternativlos bzw. am Userfreundlichsten sind bleibt das meist ungestraft.
    Ich bin über die Entwicklung gespannt.

    Bei all den Datenschutzforderungen frage ich mich, wieso die Menschen überhaupt noch kostenlose Apps herunterladen, als ob die Unternehmen von Luft und Liebe leben würden. Damals freuten sich noch alle als WhatsApp auf einmal keine 99cent mehr verlangte und jetzt wird sich plötzlich gewundert.

    Ich nutze privat gerne Threema und Telegram, in Asien auch WeChat oder Line. Insgesamt gefällt mir aber WhatsApp doch am Besten.
    WhatsApp setzt ja meines Wissens bei der End to End Verschlüsselung selber auf das Signal Protokoll, weshalb WhatsApp erstmal ein sicheres Programm ist. Wie die Zukunft aussieht durch die möglich folgende Anpassung mag ich noch nicht vermuten.

    Ich trau dem Signalbraten, der lediglich auf Spenden ausgelegt ist aber noch nicht so ganz. Bin mal gespannt wieviele endgültig wechseln.


    • Dafür traust du aber WhatsApp? Wo bleibt da die Logik?


      • Naja, hättest Du aufmerksam gelesen wüsstest Du dass ich den Wechselwillen meine.
        "bin mal gespannt wie viele wirklich wechseln".
        Und ja, ich vertraue WhatsApp. Sie machen sich ja gerade unbeliebt weil sie mit offenen Karten spielen. Das bedeutet nicht dass ich die Praktiken Facebooks gutheiße.


  • Also ich nutze Signal und habe vom Ausfall überhaupt nichts mitbekommen, konnte Nachrichten schreiben und empfangen wie gewohnt...


  • Als ob whatsapp noch nie einen Ausfall hatte... Ist halt schon stark, welche Menge da jetzt auf einen Schlag wechselt. Da darf es dann auch mal kurz stottern, sehe ich nicht so schlimm.

    Die Datenschutzrichtlinie jetzt zu verschieben war vielleicht ein guter Schachzug. Erst mal beruhigen und hoffen, dass die zweite Welle flacher wird.

    Ist doch doof, sich jetzt zurück zu lehnen und zu denken, dass sie ihren Plan der Vernetzung jetzt aufgeben. Das wird scheibchenweise weiter vorangetrieben.


    • @Torsten
      "Ist halt schon stark, welche Menge da jetzt auf einen Schlag wechselt. "
      Ich bin dann mal gespannt wie groß die menge ist die nach ein paar Monaten wieder zu WhatsApp zurück wechselt weil die meisten Kontakte dort geblieben sind. Denn das passiert auch sehr oft. Kenne ich aus meinem Bekanntenkreis. Erst große Sprüche ich wechsle jetzt zu xyz der ist viel besser. Nach 2 Monaten kam die Nachricht das sie wieder bei WhatsApp sind weil sie mit ihrem tollen neuen Messenger niemanden erreichen können weil die meisten nicht mitwechseln.


      • @Nobody da meine engsten Kontakte mitgewechselt sind, passt das. Und die Verbindung ist so stark, dass die das für mich weiter zumindest mit anbieten. Die wenigsten werden WhatsApp löschen. Da stehe ich etwas einsam da. Aber mit der Zeit... wenn Signal und Threema weiter wächst... alles ist möglich.


  • Warum sollten (berechtigte) Zweifel bleiben? Selbst die größten Angebote namenhafter Marken ala Microsoft, Valve (Steam) & Co. brechen regelmäßig bei hohen Ansturm zusammen - selbst wenn dieser (etwa bei Sales) zu erwarten war. Signal hat das Problem nun behoben / Kapazitäten erhöht und nun wird es wohl (hoffentlich) wie gewohnt laufen.
    Aber ich hatte mir schon gedacht, dass die ersten Leute dann wieder sagen: "Siehste, die können es nicht".

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