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WhatsApp zwingt Euch nun dazu, Daten mit Facebook zu teilen

WhatsApp zwingt Euch nun dazu, Daten mit Facebook zu teilen

WhatsApp hat am Mittwoch, 6. Januar, seine Nutzungsbedingungen aktualisiert und verlangt nun von den Nutzern, dass sie ihre persönlichen Daten mit Facebook teilen. Seid Ihr damit nicht einverstanden, ist der Messenger für Euch ab sofort Geschichte.

WhatsApp hat damit begonnen, Benachrichtigungen an seine Nutzer zu senden, in denen diese dazu aufgefordert werden, die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Die neuen Regeln verpflichten Euch dazu, weitreichende Daten mit dem Mutterkonzern Facebook zu teilen und müssen bis zum 8. Februar akzeptiert werden.

Die Anwendung, die sich seit 2014 im Besitz von Facebook befindet, war eigentlich immer ein ganz guter Schüler, wenn es um den Schutz der persönlichen Daten der Nutzer g ing. Die konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp und die öffentliche Selbstverpflichtung beugten der allseits bekannten Sammelwut Facebooks zumindest ein wenig vor. Zur Erinnerung: Die einstige Datenschutzrichtlinie von WhatsApp begann sogar mit "Your privacy is in our DNA."

Inzwischen ist dieser Satz aber von der Website des Messengers verschwunden. Die Dinge haben sich geändert. Das kritische Update gilt für jedes Land der Welt, einschließlich Deutschland. WhatsApp wird folglich in der Lage sein, Eure Telefonnummer und Kontakte, Euren Namen, das Profilbild, Euren Status und Diagnosedaten, die in den Anwendungsprotokollen gesammelt werden, an Facebook und mit dem Unternehmen verbundene Firmen weiterzugeben.

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Hier ist die Benachrichtigung, die WhatsApp an seine Nutzer sendet / © NextPit

Kosteneffizienz versus Datenschutz

"Zu den Informationen, die wir mit anderen Facebook-Unternehmen teilen, gehören Informationen zur Kontoregistrierung (z. B. die Telefonnummer), Transaktionsdaten, Informationen in Bezug auf (sic) Dienste, Informationen darüber, wie Sie mit anderen, interagieren, einschließlich Unternehmen, wenn Sie unsere Dienste nutzen, Informationen über Ihr mobiles Gerät, Ihre IP-Adresse", so WhatsApp in seinen FAQs.

Wie Telegram zuvor steht auch WhatsApp vor dem Dilemma zwischen Kosteneffizienz und Benutzererfahrung. Die Verschlüsselung von Gesprächen und die Wahrung der Privatsphäre der Benutzer hat ihren Preis. Und WhatsApp und Facebook wollen uns diesen Preis eben indirekt über den Verkauf von Daten zahlen lassen.

Mit diesem neuen Update kann Facebook ein umfassendes Angebot entwickeln, um seine Strategie voranzutreiben, WhatsApp in eine Schnittstelle für Unternehmen zu verwandeln, die sich um die Werbung für ein Produkt (auf Facebook oder Instagram) kümmert und Werbetreibenden die Nutzung von WhatsApp für die Kommunikation mit Kunden anbietet.

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Ein Facebook-Sprecher erklärte gegenüber Ars Technica, dass diese Änderung es Unternehmen (mit denen man per WhatsApp chatten kann) ermöglichen soll, WhatsApp-Gespräche über die Facebook-Infrastruktur zu speichern und zu verwalten. Die Sprecherin versicherte, dass sich an der Art und Weise, wie WhatsApp seine Daten mit Facebook teilt, nichts daran ändern wird, wie Gespräche zwischen privaten Nutzern funktionieren. Die neuen Datenschutzrichtlinien von WhatsApp scheinen diese Unterscheidung jedoch nicht zu machen und erlauben eine globale Datenweitergabe.

Sicherlich werden die datenschutzsensibelsten Benutzer ohnehin schon datenschutzfreundlicheren Alternativen nutzen oder spätestens jetzt danach schauen. Aber die Tatsache, dass WhatsApp dieses Update so aggressiv vorantreibt und keine Option zum Ausstieg aus den neuen Bestimmungen lässt, spricht bereits Bände über den Wert sprechen, den die sensiblen Daten für das Unternehmen haben.

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 9 Monaten

    > Die Anwendung, die sich seit 2014 im Besitz von Facebook befindet, war eigentlich immer ein ganz guter Schüler, wenn es um den Schutz der persönlichen Daten der Nutzer g ing.

    Das steht da nicht wirklich!

    Bereits in 9/2016 hat WhatsApp die Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung in der hier beschriebenen Weise aufgeweicht. Darüber wurde vier Wochen zuvor informiert. Das war für mich der Grund, diesem Messenger den Rücken zu kehren.

    > Ein Facebook-Sprecher erklärte gegenüber Ars Technica, dass diese Änderung es Unternehmen (mit denen man per WhatsApp chatten kann) ermöglichen soll, WhatsApp-Gespräche über die Facebook-Infrastruktur zu speichern und zu verwalten.

    Also quasi eine Mitschnitt-Funktion für Unternehmen, für die man normalerweise pro Gespräch eine Einwilligung der Gesprächspartner benötigt.

    > Die konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp und die öffentliche Selbstverpflichtung beugten der allseits bekannten Sammelwut Facebooks zumindest ein wenig vor.

    Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nie konsequent gewesen. Statusmeldungen, Profilbild und Infotext waren nie verschlüsselt. Der Abgleich der Telefonnummern zur Anzeige anderer WhatsApp-Nutzer erfolgt auch nicht gehasht, wie es andere Messenger machen.

    Die Übermittlung an Facebook erfolgt auch schon lange, was seit Jahren Teil der Kritik der Datenschutzbehörden ist und von Irland als zuständiges Land verschleppt wird, weshalb Irland ein Verfahren droht. Also nichts mit "Sammelwut von Facebook vorbeugen".

    > Die einstige Datenschutzrichtlinie von WhatsApp begann sogar mit "Your privacy is in our DNA."

    Das war schon immer eine Nebelkerze. Vor den Aufkauf durch Facebook war WhatsApp eine technische Katastrophe. Anfangs lange gar nicht verschlüsselt, dann so dämlich verschlüsselt, dass die Verschlüsselung 2 Stunden nach der Presseerklärung, WhatsApp sei nun verschlüsselt, geknackt war.

    Facebook hat die Verschlüsselung von Signal, de als Musterlösung gilt, eingebaut. Aber nicht für alles, sondern so geschickt, dass sie zwar damit werben können, aber dennoch genug Daten erhalten, mit denen sie Geld verdienen können.

    Und dann hat WhatsApp als sie schon zu Facebook gehörten sogar die SMS und Anruflisten ausgelesen und an die eigenen Server übertragen.

    Das hat nichts mit Privatsphäre in der DNA zu tun.

53 Kommentare

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  • Nightlife vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Das, was ich schreibe bei WhatsApp ist SmallTalk... das kann Facebook 100x lesen und speichern, das interessiert mich nicht, und das interessiert vermutlich 99,9% aller Nutzer nicht, deswegen ist es denen auch total egal... ihr Pessimisten seht überall nur das Negative... schlimm sowas.... habt mal Spaß am Leben... das ist nur WhatsApp, nur Facebook, ihr werdet dadurch nicht krank, verliert kein Geld und habt auch sonst keine negativen Erfahrungen zu machen.... seid mal ein bisschen mehr realistisch...


    • Torsten vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Die Frage ist doch warum.

      Wenn ich zwei Angebote habe:

      a) He, schreib bei uns. Ist umsonst. Profilbild, Status und die Daten deiner Kontakte sowie mit wem du wie oft schreibst werten wir aus, speichern es und nutzen diese Daten zusammen mit weiteren Unternehmen.

      und

      b) He, schreib bei uns. Ist umsonst. Deine Daten und die Daten deiner Nutzer werden nur verschlüsselt abgeglichen, damit ihr euch findet und nicht bei uns gespeichert. Geht uns nix an. Wir finanzieren den Service lieber über Spenden als dem Verkauf deiner Daten, klappt bisher super.


      Zu wem geh ich dann? Wer jetzt antwortet "zu dem wo alle sind" hat nicht verstanden das WIR bestimmen wo wir sind.


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Das was Du schreibst, kann Facebook gar nicht lesen! Das ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und ich gehe davon aus, dass die Schlüssel wirklich nur auf den Endgeräten liegen und WhatsApp oder Facebook keine Kopie davon haben.

      Das Problem ist, dass WhatsApp die Kontakte der Nutzer ausliest und diese Daten an Facebook übermittelt. Dazu holen sie sich in den AGB das OK der Nutzer ein. Aber die können das OK rechtlich gar nicht erteilen.

      Hier tritt eine weitere Problematik auf: Wo kein Kläger, da kein Richter! Wenn ich meine ganzen Familienangehörigen, Verwandten, Freunde und Bekannte verklagen wollte, müsste ich ein gut gefülltes Konto haben und selbst dann fehlt es mir an zwingenden Beweisen, dass die Daten von der jeweils verklagten Person kommen.

      Dieses Dilemma ist Facebook bekannt und das nutzen sie schamloas aus. Andererseits kollidiert das mit dem EU-Recht und deshalb schließt Facebook die Datenweitergabe für die EU aus. Dann ist es allerdings fraglich, warum sie überhaupt in der EU das Einverständnis einholen? Wer die Entwicklung beobachtet, wird sich erinnern, das ssie 2018 mit der DSGVO verkündet haben, die Daten jetzt auch innerhalb der EU an Facebook zu übermitteln, nach dem sie jetzt einen EU-Sitz hätten.

      So eine verwirrende Kommunikation macht Facebook auch an anderen Stellen wie in den AGB. Was sie wirklich aus dem Kontakten an Daten übernehmen, ob das wirklich nur Name und Telefonnummer sind, ist nicht wirklich eindeutig.


  • trixi vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Und wetten wir, 90% klicken einfach auf akzeptieren, ohne ein Wort gelesen zu haben.


    • Nightlife vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      und... was willst du machen, wenn du es gelesen hast? Es nicht mehr nutzen? Jeder wird es weiter nutzten.... also muss man es akzeptieren, egal ob du es gelesen hast oder nicht... klar "sollte" man prinzipiell immer alles lesen, aber im Ernst, hast du die 50 Seiten AGBs von Google oder Apple gelesen beim einrichten deines Smartphones?


    • M. A. vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      99%


  • Yvonne vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Fake-News!


  • Torsten vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe schon gut Werbung gemacht und einige der mir wichtigsten Bekannten von Threema überzeugt. Jetzt noch ein neuer Anlauf. Threema und Signal sind für mich tragbar. WhatsApp fliegt jetzt runter. Die wichtigsten sind schon mit gewechselt.

    Und vom Rest möchte ich mich nicht mehr in diese Situation zwingen lassen.

    WIR haben es in der Hand, wie erfolgreich Dienste sind. Und wenn man will, dass sich was bewegt, muss man sich bewegen.


    • Nightlife vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      viel Erfolg beim Überzeugen von Threema.... WhatsApp ist und bleibt der Platzhirsch, da kannst du noch so viel Überzeugen...


  • Conjo Man vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Wenn ein Großteil der Nutzer einmalig bereit wären 2,99€ für einen Whatsapp-ähnlichen Dienst wie z.B Threema zu bezahlen, gäbe es diese Diskussionen nicht über Datennutzung Dritter etc.
    Gratisnutzung zieht halt bei vielen am Meisten egal was mit deren Daten bzw. Daten - der auf dem Handy gespeicherten Kontakten - passiert. Da fehlt dann im WhatsApp Datenzirkus die eigene Selbstbestimmung. Ein Graus


    • Jack Black vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Diese Leute, die bei einem bestimmten STichwort gleich mit ihrer "Kirche" um die Ecke kommen, nerven so dermaßen.


      • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        Das könnte daran liegen, die Leute von der größten "Kirche" deren informationelle Selbstbestimmung unterwandern und Bedenken gar nicht erst hören wollen.


    • Nightlife vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      das, was ich da schreibe bei whatsapp ist SmallTalk... das kann Facebook 100x lesen und speichern, das interessiert mich nicht, und das interessiert KEINEN, deswegen ist es auch allen egal... ihr Pessimisten sehr überall nur das negative... schlimm sowas.... habt mal Spaß am Leben...


  • Mastercontrol vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Da gab es doch auch mal den Test mit den Wlan Hotspot nutzungsregeln wo der Betreiber als Letzten Satz geschrieben hat, wenn Sie das hier gelesen haben können sie sich 100€ am Tresen abholen und in 6 Monaten ist 1er gekommen.


  •   28
    Gelöschter Account vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Haben die das nicht schon immer seit Zusammenschluß miteinander getauscht, die Daten der Nutzer? Ich meine, es gibt ja genaue Gesetze, wo gerade in den letzten Jahren die DSGVO so strenge Regeln vorgelegt hat. Bei meinem Arzt muss ich alle paar Monate was unterschreiben das meine Daten nicht weitergegeben werden. Bei WhatsApp reicht also ein Klick das sie es dürfen 🤔. Hier sollten Gesetze wirklich ordentlich durchgeführt werden und nicht nur irgendwo auf dem Papier zu einer Nullnummer verkommen. Ich bin kein Jurist, aber man kann doch nicht einfach fragwürdige, oder sogar kriminelle AGBs in die Welt setzen und dann bei Zustimmung der Nutzer einfach das durchsetzen, weil ja zugestimmt 🤦‍♂️.


    • Aries vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Die Daten sollten laut AGB seit 2016 an Facebook übermittelt werden. Weil das aber von Datenschützern in vielen europäischen Ländern kritisiert wurde, Wurde die Übermittlung von EU-Bürgern zunächst ausgesetzt. Mit endgültiger Einführung der DSGVO wanderte die Zuständigkeit von jedem einzelenen Staat in das Mitgliedsland, in dem die jeweilige Firma ihren Sitz hat. Deshalb wurde schnell in Irland eine Europazentrale gegründet. Facebook ist dort schon lange. Offensichtlich ist Irland bei der Umsetzung sehr Facebook-Freundlich.

      DIe Zustimmung per Klick ist bei allen Programmen und Apps das übliche Verfahren. Wie soll das sonst gehen? Kriminell sind die AGB auch nicht. Datenschutzrecht bedeutet nicht, dass nichts erlaubt ist, sondern dass man sich die Erlaubnis einholen muss. und WhatsApp weist die Nutzer zudem darauf hin, dass sie ihrerseits eine rechtliche Pflicht haben.

      Allerdings greift die DSGVO nicht bei Privatnutzern. Es gilt aber weiterhin das Zivilrecht. Nur verklage mal Freunde oder Familienmitglieder. Selbst wer das macht, hat das Problem nachzuweisen, dass die Daten genau von dieser Person übermittelt wurden. Das weiß WhatsApp/Facebook auch und nutzt das aus.

      Gelöschter Account


  • C. F.
    • Admin
    vor 9 Monaten Link zum Kommentar

    Und alle klicken einfach auf "Ich stimme zu" und gut ist's. AGB's lesen? Hä?...Was sind AGB's?


    • Tupperware vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      AGBs gibt es nicht, wenn AGB... jast also recht dass es das nicht gibt


      • Tenten vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        Und dennoch steht AGBs im Duden. Kann man also durchaus verwenden und ist nicht falsch.


      • C. F.
        • Admin
        vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        Also wenn was nicht korrekt geschrieben ist, muss ich es nicht lesen?

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