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Hängt MediaTek Qualcomm nun auch technisch ab?

Hängt MediaTek Qualcomm nun auch technisch ab?

Der SoC-Krieg zwischen MediaTek und Qualcomm geht in die nächste Runde. Gerüchten zufolge könnte der Dimensity 2000 erstmals das Qualcomm-Pendant namens Snapdragon 898 technisch hinter sich lassen.


  • "Dimensity 2000" wird im 4-nm-Verfahren gefertigt
  • Ein ARM Cortex-X2 High-End-Kern mit maximaler Taktrate von drei Gigahertz
  • 20 Prozent mehr Leistung vermutet als beim Snapdragon 898

Auch im nächsten Jahr werden wieder die Top-SoCs von MediaTek und Qualcomm um den Platz in den angesagtesten Smartphones kämpfen. Quantitativ konnte MediaTek den Konkurrenten in diesem Jahr erstmals hinter sich lassen. Durchgesickerten Specs zufolge soll MediaTek mit seinem neuesten Chip Qualcomm in Sachen Performance übertreffen. Den kolportierten Namen "Dimensity 2000" werden wir also womöglich 2022 öfters hören.

Schlägt der Dimensity 2000 den Qualcomm Snapdragon 898?

Der Leaker Digital Chat Station hat Specs zu beiden SoC-Schwergewichten verkündet. Demnach sehen die Architekturen sowohl des Dimensity 2000 als auch des kommenden Qualcomm-Flaggschiffs Snapdragon 898 sehr ähnlich aus. Bei Qualcomm wie bei MediaTek vertraut man auf einen High-End-Core vom Typ ARM Cortex-X2, der mit bis zu drei Gigahertz taktet. Beide haben dann drei weitere High-End-Kerne am Start – und hier scheint MediaTek auf dem Papier vorne zu liegen.

Die drei Cortex-A710-basierten Kerne laufen mit bis zu 2,85 GHz, außerdem gibt es vier Low-End-Cores mit maximal 1,8 GHz. Qualcomm hingegen verpasst dem Snapdragon 898 anscheinend drei weitere High-End-Kerne mit maximal 2,5 GHz, und auch die Low-End-Cores bleiben mit bis zu 1,79 GHz haarscharf unter der maximalen Leistung des Dimensity 2000.

Dimensity 1200
Der aktuelle Dimensity 1200 ist stark, reicht aber nicht ganz an Qualcomms Top-SoC heran. / © MediaTek

MediaTek kombiniert diese acht Kerne mit der ARM Mali-G710-GPU. Hier soll der Dimensity 2000 angeblich bis zu 20 Prozent mehr Leistung herauskitzeln können als das kommende Qualcomm-Flaggschiff. Beide SoCs werden dem Anschein nach im 4-Nanometer-Verfahren gefertigt, setzen aber auf unterschiedliche Partner: MediaTek tut sich mit TSMC zusammen, Qualcomm holt sich für die Produktion hingegen Samsung an Bord. 

Das Duell geht in die nächste Runde

Vergesst bitte nicht, dass das alles noch spekulativ ist. Nichtsdestotrotz zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kontrahenten ab, bei dem MediaTek erstmals Qualcomm technisch hinter sich lassen könnte. Damit sind die Weichen gestellt für ein spannendes Smartphone-Jahr 2022, findet Ihr nicht? Wir halten Euch jedenfalls auf dem Laufenden, wenn es verbindliche Infos zum Snapdragon 898 oder dem Dimensity 2000 gibt und potenzielle Smartphones bekannt werden. 

Frage an Euch: Glaubt Ihr hier an eine Wachablösung und wie viel wert legt Ihr überhaupt aufs SoC bei Eurer Kaufentscheidung? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Top-Kommentare der Community

  • Maximilian HE vor 1 Monat

    Qualcomm bildet für mich im ARM Bereich momentan das vor einigen Jahren ins straucheln geratene Intel ab.
    Die Entwicklungen sind mäßig, Hitzeprobleme werden über mehrere Generationen verschleppt und man ruht sich auf alten Lorbeeren aus.
    AMD hat hier gezeigt wie schnell sich das Blatt wenden kann und wieviel Marktanteil das Verschlafen kosten kann.
    Ich bin sehr gespannt ob Mediatek das ebenso schafft.

    Google und Apple scheinen ja in Zukunft auf ihre eigenen Lösungen zu setzen (man siehe M1 im Laptop Bereich bei Apple, Google mit Tensor)
    Da ist es schön zu sehen, dass endlich neben Qualcomm ein konkurrenzfähiger Hersteller auftaucht mit den notwendigen Mitteln um mithalten zu können.

    Wettbewerb, Wettbewerb, Wettbewerb.

21 Kommentare

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  • Thorsten Czub vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Schon der Mediatek 1200+ war ein gutes Teil während der SD888 eine einzige Katastrophe war. Wieder Mal zu heißes Eisen , zuviel Stromverbrauch. Ich denke es ist sehr realistisch das Mediatek Qualcomm nun überholt. Ich habe diverse 888 Handys ausprobiert und sie litten alle darunter. Wettbewerb ist jedenfalls gut für uns alle.


  • David vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Die maximale Leistung finde ich ehrlich gesagt vollkommen irrelevant.


  • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Solange die Herste!ler unveränderte ARM-Designs verbauen, werden sie sich auch kaum noch voneinander differenzieren können. Etwas mehr Takt, der dafür schneller wieder gedrosselt wird, oder optimierte Treiber werden für die Anwender keinen entscheidend merkbaren Unterschied ausmachen. Der Preis aber schon, und das ist für Qualcomm nicht ungefährlich. Dabei hat Qualcomm, und ich nehme auch an MediaTek, eine ARM-Architekturlizenz, und die hat Qualcomm in der Vergangenheit bei verschiedenen SoCs auch schon genutzt.
    Was sich damit aus der ARM-Architektur noch holen lässt, hat Apple eindrucksvoll bei seinen ARM-Derivaten gezeigt.
    Zwar sind solche Architekturmodifikationen bei der mittlerweile sehr fortgeschrittenen ARM-Architektur überaus mühevoll und damit auch teuer und nicht ganz risikolos. Um sich von Wettbewerb wieder stärker abzusetzen, sollte Qualcomm hier wieder mehr Mut zeigen. Sollte MediaTek nämlich diesen Schritt zuerst gehen, könnte das Qualcomm wirklich in Bedrängnis bringen. Der Vergleich mit AMD vs. Intel liegt da nicht so fern.

    Tim


    • Hubelix vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Meines Wissens und so weit öffentlich bekannt, haben bisher nur Samsung, Qualcomm und Apple eine Arm- Architektur Lizenz und können quasi machen was sie wollen.

      Wohl nicht nicht mal Huawei hatte bisher die "große" ARM Lizenz für seine Kirin-Cpu.

      Es dürfte daher fraglich sein ob Mediatek, die ja bisher über günstige Preise in den Markt gekommen sind, sich den Aufwand und die Kosten antun. Nicht nur für die Lizenz an sich, sondern auch die Entwicklungskosten um die Möglichkeiten zu nutzen sind da erheblich.


  • Jörg W. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Geh mich fort mit MediaTek kommt mir nicht mehr ins Haus .


  • Hubelix vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Interessant dürfte der Treibersupport werden. Da Qualcomm da nicht geliefert hat, waren lange Updatezeiträume quasi nicht möglich für die Hersteller der Androiden.

    Bei günstigen Smartphones dürfte das noch kaum jemand interessieren aber falls ein Hersteller den MT Dimensity 2000 in einem Flagschiff einsetzen will, muss er zumindest mit den Updateversprechen von Samsung und Google mitziehen.


  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Interessant wird ausschließlich wie in meinen Augen VIEL zu oft ignorierte Effizienz. Da soll Qualcomm beim 898 ja angeblich zum wiederholten Mal so gar keinen Wert drauf legen.
    Und 20% mehr Leistung sind in meinen Augen alle andere als beeindruckend, wenn dann auch der Verbrauch um 20% oder gar mehr steigt - inklusive Hitzeentwicklung und darauf folgender Drosselung.
    Stimme da Maximilian mal komplett zu. Qualcomm wirkt aktuell ein wenig wie das Intel im ARM- bzw. mobilen Sektor. Man versucht krampfhaft mehr Leistung herauszuquetschen, erreicht das aber ausschließlich mit mehr Verbrauch, Hitzeproblemen usw. und wird langsam aber stetig von den anderen Ein- oder gar überholt.


    • Reginald Barclay vor 1 Monat Link zum Kommentar

      "...VIEL zu oft ignorierte Effizienz. Da soll Qualcomm beim 898 ja angeblich zum wiederholten Mal so gar keinen Wert drauf legen..."

      Hohe Frequenzen bedeuten große Energiemengen. Unweigerlich, weil das die Physik so bestimmt. Die verbrauchte Energie endet als Wärme. Auch unweigerlich. Verkleinert man die Strukturen spart man Energie bei gleicher Prozessorleistung. Ergo höhere Effizienz. Nun soll in 4nm statt 7nm produziert werden. Also ist dein Argument wohl nicht zutreffend.


      • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Naja aber bspw. Apple scheint es ja auch hinzukriegen. Schon der A14 lief mit maximal 2,99Ghz auf zwei Kernen, der QSD888 auf maximal 2,84GHz und das auch nur auf einem einzigen Kern. Der A15 läuft sogar mit bis zu 3,24Ghz und hat trotzdem bei weitem keine Hitze- oder Effizienzprobleme, wie sie der QSD888 nachweislich hat.
        Von daher kann da von "die Physik bestimmt das" nicht wirklich die Rede sein.

        4nm statt 7nm ist zudem auch kein Wundermittel. Nur weil man den 898 in 4nm herstellt, läuft er nicht auf magische Art und Weise effizienter oder kühler.


      • Reginald Barclay vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Magische Wundermittel? Die Physik gilt nicht?


  • Thomas H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ich hatte nie ein Problem mit Mediatek bezüglich der Qualität der Chips. Es war immer eher das Problem, dass der Software-Support und insbesondere die Möglichkeit Mods zu nutzen extrem eingeschränkt waren.

    Durch Dienste wie Online Banking Programme, Google Pay etc. ist das Interesse an Mods zumindest bei mir auf Null gesunken, dafür die Affinität zu langen Updatezeiten umso deutlicher gestiegen. Das hat man aber allen Anschein nach heute auch bei MediaTek Geräten besser im Griff.

    Auch mein Travel-Notebook , ein Chromebook Duet ( auch MediaTek ) leistet seit dem ersten Tag gute Dienste. Im Segment der Chromebooks hat MediaTek ja auch den großen Angriff angekündigt und ich bin gespannt.

    Die Zeiten als MediaTek der Ausstatter für Wühltischsmartphones war, scheinen also vorbei und für mich muss es nicht zwingend Qualcomm sein. Funktionieren muss es, das zählt. Vor diesem Hintergrund sind mir z.B. auch 1000 Punkte mehr oder weniger bei Benchmarks komplett Latte. Sollte ein SOC allerdings den Akku stärker belasten, wäre das ein Dealbreaker, aber auch hier hat sich bei MediaTek viel getan.


  • Ibrahim R. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Das Qualcomm Monopol bei Android muss endlich gebrochen werden


  • Maximilian HE vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Qualcomm bildet für mich im ARM Bereich momentan das vor einigen Jahren ins straucheln geratene Intel ab.
    Die Entwicklungen sind mäßig, Hitzeprobleme werden über mehrere Generationen verschleppt und man ruht sich auf alten Lorbeeren aus.
    AMD hat hier gezeigt wie schnell sich das Blatt wenden kann und wieviel Marktanteil das Verschlafen kosten kann.
    Ich bin sehr gespannt ob Mediatek das ebenso schafft.

    Google und Apple scheinen ja in Zukunft auf ihre eigenen Lösungen zu setzen (man siehe M1 im Laptop Bereich bei Apple, Google mit Tensor)
    Da ist es schön zu sehen, dass endlich neben Qualcomm ein konkurrenzfähiger Hersteller auftaucht mit den notwendigen Mitteln um mithalten zu können.

    Wettbewerb, Wettbewerb, Wettbewerb.


    • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Wobei man bei Google erstmal abwarten muss. Der Tensor is nichts weiter, als ein umbenannter Exynos-Chip. Google ist Stand jetzt also einfach nur von Qualcomm zu Samsung gewechselt.
      Kann man nur hoffen, dass Google da am Ball bleibt und WIRKLICH anfängt eigene Chips zu entwickeln. Wenn sie am Ende einfach nur einen Exynos nehmen, umbenennen und vielleicht hier und da eine Kleinigkeit anpassen, ist das jetzt auch nicht SO ein Gewinn 😅
      Aber hey, jeder Hersteller, der von Qualcomm weggeht und denen mal den Mittelfinger zeigt, ist mir recht. Die hatten lange genug ihr Monopol und haben sich darauf ausgeruht, Preise enorm angezogen etc.


      • Olaf Gutrun vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Tim es sieht aber aus das Samsung mit der nächsten Exynos mit Amd alles da gewesene übertrumpfen wird auch Apple hat da keine Antwort drauf.

        Habe einiges darüber gelesen und bis jetzt hat kein Hersteller vergleichbare in absehbarer Zeit.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Er ist schon ein ein wenig anders. Für KI-Aufgaben enthält er eine TPU (Tensor-Processing-Unit), auch die Kombination der Prozessoren für hohe und mittlere, sowie geringe Leistung hat Google anders arrangiert, als der Wettbewerb. Der SoC dürfte demnach eine Eigenentwicklung von Google sein, den Samsung halt fertigt.

        https://www.golem.de/news/pixel-6-pro-googles-tensor-soc-ist-eine-wilde-mischung-2110-160456.html

        Quelle: golem.de


      • Fabian N. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        die GPU im M1 Max ist schon heute besser als fast alle diskreten notebook chips von NVidia und AMD, von den SoC integrierten Intel und AMD chips famngen wir erst garnicht an. Insforen muss sich da Samsung+AMD sehr stecken, nicht umgedreht. Denke mal die kommen gerade mal so auf M1Max Niveau bis ihnen der M2 den boden wegballert. Und nein, ich bin alles nur kein Apple Fanboy


      • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Olaf
        Das müssen Samsung und AMD erstmal zeigen. Dass Apple darauf keine Antwort haben soll, das kannst du dir ehrlich gesagt jetzt schon sparen. Viel mehr muss Samsung mit Apple erstmal gleichziehen. Apple ist nach wie vor gute 2 Jahre voraus.
        "Alles dagewesene übertrumpfen" - inklusive Verbrauch wahrscheinlich. Apple hier und da vielleicht bei der GPU zu toppen, was Qualcomm auch schon mal geschafft hat, ist das eine, das gesamte System UND bei der Effizienz gleichzuziehen oder gar Apple zu überbieten, das kann man mMn jetzt schon so ziemlich ausschließen.


      • Maximilian HE vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Die Aussage stimmt ja absolut nicht mit der GPU des M1 Max.
        Natürlich ist die Leistung und Effizienz gewaltig, aber zu sagen dass dieser bei der reinen Leistung an jene der 2000er und 3000er RTX Nvidia GPUs (auch M Varianten) heranreicht ist einfach faktisch falsch.

        Apple hat hier riesige Arbeit geleistet und die Hersteller rund um x86 Architekturen müssen sich in den nächsten 3-5 Jahren warm anziehen, da die Argumente langsam weniger werden.
        Trotzdem ist natürlich selbst der reine Vergleich der verschiedenen Architekturen mit der damit einhergehenden fehlenden Möglichkeit des eGPU Anschlusses und der stand heute eingeschränkten Einsatzzwecke doch eher schwierig.

        Ich bin sehr gespannt, ob Google seinen Tensor konsequent weiterentwickelt (übrigens ist es eine Eigenentwicklung, meines Wissens fertigt diesen Samsung nur wie bei Apple... TMSC?), ob Apple in den nächsten Jahren Marktanteile Microsofts wegschnappt, oder AMD und Intel doch noch eine Lösung finden den schwindenden Vorsprung zu kompensieren.

        Man darf gespannt sein.
        Ich für meinen Teil liebe es, den Herstellern dabei zuzugucken wie sie sich gegenseitig zerfleischen wollen.
        Bessere Produkte für uns 😂🙏

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