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Huawei-Chef: Für uns geht es jetzt nur noch ums Überleben

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Huawei MatePad Paper MWC 2022 NextPit
© NextPit / Huawei

Der Chef des chinesischen Technologiekonzerns Huawei hat in drastischen Worten vor einem Zusammenbruch gewarnt. Für das Unternehmen werde es in der nächsten Zeit nicht um gute Ergebnisse, sondern um das nackte Überleben gehen, erklärte Ren Zhengfei.

Ungewöhnlich war dabei nicht unbedingt die Warnung an sich, sondern die für chinesische Verhältnisse ungewohnt drastischen Worte. Der Manager schrieb diese in einer Mitteilung an die 200.000 Beschäftigten des Unternehmens, wobei bei dieser großen Zahl an Empfängern klar sein musste, dass das Memo auf keinen Fall intern bleiben würde. Schnell kursierte der Brief in den sozialen Medien und wurde dort weit über hundert Millionen Mal geteilt, berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Ben, der das Huawei Mate Xs 2 hält.
Smartphones wie das Mate Xs 2 sind technisch top, können sich aber nicht ganz durchsetzen. / © NextPit

Ren stimmte die Belegschaft darauf ein, dass es in den kommenden Jahren nicht darum gehen werde, dass Huawei ausgeglichene Bilanzen erreicht und die Expansion voranbringt. Vielmehr werde alles dem Erzielen kurzfristiger Gewinne untergeordnet, die man als Notwendigkeit ansieht, um das Unternehmen mit einem ausreichenden finanziellen Polster auszustatten. Mit einem solchen wäre man dann wohl in der Lage, kurzfristige Entwicklungen abzufangen.

Massiver Druck

Ren benannte eine Reihe von Faktoren, die dem Konzern in der letzten Zeit ordentlich zu schaffen machten. Besonders heftig und speziell wirken sich natürlich die Sanktionen der USA gegen Huawei und andere chinesische Tech-Unternehmen aus. Diese sorgten dafür, dass man anderen Herausforderungen wie der Coronapandemie und nun dem Krieg Russlands gegen die Ukraine bereits in deutlich geschwächtem Zustand entgegentreten musste.

Das Memo lässt sich auch dahingehend interpretieren, dass die Belegschaft Huaweis auf verschiedene Maßnahmen eingestimmt werden soll, die in der nächsten Zeit durch das Management eingeleitet werden könnten. Hierzu gehören unter anderem umfangreichere Entlassungen und auch der Verkauf von Teilen des Konzerns.

Dieser Inhalt kommt von unserem Partner WinFuture und ist am 2022-08-26 unter dem Titel erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von WinFuture vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen!

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21 Kommentare

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  • Gianluca Di Maggio vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Man fechtet ja auch nix an oder setzt sich mit anderen Ländern wie Deutschland zusammen um eine Lösung zu finden, wenn ich ehrlich bin hab ich keine Ahnung ob die Sperre rechtens war oder nicht. Komisch finde ich halt die Zurückhaltung Huaweis..


    • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Die Embargomaßnahmen basieren auf Gesetzesmaßnahmen der US-Regierung, die wiederum auf politischem Willen beruhen. Vor wem will man da bitte was anfechten? Anfechtungen vor US-Gerichten wird es wohl gegeben haben, die Gerichte sind aber auch an geltendes Recht gebunden, wenn das nicht in Widerspruch zur Verfassung steht oder aus ähnlich gewichtigen Gründen.
      Die politische, wirtschaftliche und nicht zuletzt militärische Macht der USA ist zu groß, um sich wegen eines Herstellers wie Huawei damit Ärger einzuhandeln.
      Eine theoretische Möglichkeit, die Supermacht ganz klein aussehen zu lassen wäre zwar, solche Embargomaßnahmen global durch alle zu ignorieren, denn niemanden außerhalb der USA mehr etwas zu verkaufen kann sich auch, oder gerade dieses Land mit seinem riesigen Handelsbilanzdefizit nicht leisten, aber dazu fehlt nicht nur die nötige Einigkeit, die Folgen wären zudem auch für alle anderen Beteiligten nicht absehbar.
      Dazu ist Huawei dann, wie schon geschrieben, nicht wichtig und groß genug. Nicht mal die chinesische Regierung hat deshalb denkbare Gegenmaßnahmen gezogen, wie z.B. einen Bann der Marke Apple in China.


  • M.E.0815 vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Bei 200.000 Mitarbeitern ist wohl in China eine echte kleine Massenpanik entstanden.

    Meine Meinung zu Huawei ist zweigeteilt.

    Huawei hat bis zum Schluss sehr gute Technologie auf den Markt gebracht. Aber:

    „Karma is a B****“.
    Ich werde das Thema nicht ausweiten. Hierzu wurden schon zutreffende Worte gepostet.

    Trotzdem tun mir die Mitarbeiter und Ihre Familien leid. Die wollten ja auch nur ihr Brot verdienen.


  • IIxRaZoRxII vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Sehr gut. Weg mit dem Laden


  • Mastermind vor 1 Monat Link zum Kommentar

    So kann man die Konkurrenz auch kalt stellen. Mit fadenscheinigen Behauptungen. Wie gut das wir unsere US Freunde haben.


    • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Der gleiche Geheimdienst hat "fadenscheinig" kurz vor Beginn des Krieges in der Ukraine gewarnt, dass dieser nun bevor stehe. Wie wir wissen, war das leider nicht "fadenscheinig".

      Woher Du nun so ein Urteil fällen kannst, ist Dein Geheimnis. Du musst ja enormes Insiderwissen haben, um das zu behaupten. Die Tatsache, dass es öffentlich keine Beweise für die Gründe der Sanktionen gegen Huawei gibt, bedeutet noch lange nicht, dass dem auch so ist. Beweise Du doch mal, dass es nur fadenscheinige Behauptungen sind.

      Es ist nun mal üblich, dass Geheimdienste nicht verraten, was genau sie wissen, woher sie es wissen, ... Das übersteigt natürlich die Vorstellungskraft so mancher Mitmenschen enorm.

      Kalt gestellt ist Huawei jedenfalls nicht. Huawei verzeichnete letztes Jahr einen Rekordgewinn und konnte diesen um 76% steigern. Davon hier im Artikel kein Wort. Im Gegenteil:

      Huawei habe mit den "Herausforderungen ...[wie]... dem Krieg Russlands gegen die Ukraine" zu kämpfen. Sorry, das ist Bullshit. In der ersten Märzhälfte sind die Absätze von Huawei-Smartphones in Russland um 300 Prozent nach oben gegangen - kurz nach Kriegsbeginn. Zufall? Wohl kaum. Ein vollständiges Verbot von Google-Diensten in Russland könnte diesen Höhenflug noch weiter pushen.

      Davon mal abgesehen: hat nicht so gut wie jeder mit diesen Herausforderungen (Corona, Krieg, ... / nicht nur in China) zu kämpfen? Von daher ist doch diese suggerierte "Einmaligkeit" des Kampfes von (ausschließlich) Huawei an billigster Dummheit kaum zu toppen.

      Doch es geht im Fall von Huawei nicht bloß um Smartphones, sondern auch um Hardware für den Betrieb der Mobilfunknetze. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 hat Russland dort die von europäischen Firmen wie Nokia und Ericsson gelieferte Hardware durch solche von Huawei und ZTE ersetzt.

      (Verschwörungswahn AN:)
      Hat Russland etwa Sorge, dass der Westen seine Mobilfunknetze kalt stellen könnte? Dafür gibt es KEINE Beweise! Eine Frechheit, wie man westliche Firmen kalt stellt!
      (Verschwörungswahn AUS)

      Auch liefert Huawei Hardware für den Aufbau von Russlands eigenem Finanzsystem Mir. Dummerweise ist der Ausbau von 5G in China nahezu abgeschlossen, wo Huawei enorm profitiert hat. Das hinterlässt dann doch eine Lücke.

      Das tut mir aber leid.


      • Daniel vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Du bist anscheinend auch politisch-informiert nicht gerade der hellste Stern am Himmel! Welche Annexion der Krim? Dir ist schon klar dass es ein Bürgerreferendum gab?!

        Wie ging das Referendum auf der Krim aus?

        Der Leiter der Wahlkommission, Michail Malyschew, gab am 6. März 2014 ein Ergebnis bekannt, wonach 95,5 Prozent der abgegebenen Stimmen sich für eine Wiedervereinigung der Krim mit Russland mit den Rechten eines Subjekts der Russischen Föderation aussprachen.

        Die Sanktionen gegen Huawei wurden beschlossen nachdem bekannt wurde das Huawei den zweiten Platz Apple überholt hat und es auch nicht lange dauern würde bis Huawei Samsung auf dem weltweitem Markt überholt.
        Und jeder der sich nur ein bisschen mit Politik beschäftigt, und nicht gerade nur die Systemmedien an hat, der weiß welche Mittel die USA schon seit Jahrzehnten nutzen um andere Länder und Nationen in die Knie zu zwingen wenn sie selbstständig und souverän handeln!


      • Thomas_S vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Daniel
        Ja ja, so ein lupenreines Referendum findet bald auch im Osten der Ukraine statt.
        Grauenhaft dass die Wagenknecht-Schwurbler jetzt auch in Techblogs Einzug halten.🤔


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Welche Annexion der Krim?"
        Ach, völlig unbekannt? Dann frag mal die Suchmaschine Deines Vertrauens!

        Mit der Annexion der Krim 2014 hat Russland völkerrechtliche Verträge wie dem Budapester Memorandum von 1994 über die Achtung der bestehenden Grenzen der Ukraine sowie weiterer Grundsätze der KSZE-Schlussakte von 1975, der Charta von Paris 1990 und der NATO-Russland-Grundakte 1997 und dem 2008 verlängerten Russisch-Ukrainische Freundschaftsvertrag (gewaltsam) gebrochen.

        Ein Schelm wer denkt, es gehe Russland dabei nur um den Flottenstützpunkt (ungehinderter Zugang zum Schwarzen Meer, Mittelmeer - und zufälligerweise zur ukrainischen Küste) sowie Öl und Gasvorkommen. Nein, sowas machen nur die USA.

        "... Ergebnis bekannt, wonach 95,5 Prozent..."
        Nein, es waren 96,77 %.

        Zu diesem "Referendum" solltest Du vielleicht auch mal eine Suchmaschine befragen. Da gibt es offensichtlich erhebliche Wissenslücken!


        "Die Sanktionen gegen Huawei wurden beschlossen nachdem bekannt wurde das Huawei den zweiten Platz Apple überholt hat..."
        Ja, das macht natürlich total Sinn. Im SmartPhone-Markt der USA hat Huawei noch nie eine Rolle gespielt. Warum also sollte man Huawei aus einem Markt drängen, wo es nie vorhanden war? Warum sollte man andere Android-Hersteller stärken - was Apple nun gar nichts bringt? Worin besteht der Vorteil für die USA?

        Vielleicht ist es der Vorteil, dass ein 5G-Netz nicht in chinesischer Hand ist und im Konfliktfall einfach mal eben so manipuliert werden kann? Ja, schon klar. Diese Begründung gefällt Dir nicht - kann also nicht sein; obwohl sie viel sinnvoller ist, als die, Apple vor Huawei zu schützen.

        Lustig - Du bringst mich mit Deiner Weltanschauung schon zum Lachen.

        Was den Ausbau der (5G-) Netze angeht, so konnte Huawei seine Marktführerschaft - seltsamerweise - NACH den Sanktionen sogar noch weiter ausbauen:
        scr.wfcdn.de/23327/Marktanteile-Mobilfunk-Ausruestung-1615548982-0-0.jpg

        So, wie Russland die europäische Abhängigkeit von Gas, Öl und Kohle politisch nutzt, so wird auch China die Abhängigkeit der Europäer (oder auch anderer Erdteile) zu nutzen wissen. Aus dem selben Grund hat sich Russland von der Abhängigkeit europäischer Firmen wie Nokia und Ericsson gelöst.

        Überprüfe doch bitte mal Deinen Informationsstand in alle erdenkliche Richtungen und ergänze Deine gravierenden Wissenslücken. Vielleicht kommst Du zu einem anderen Ergebnis. Ich sage aber voraus: soweit wird es nicht kommen.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Da die Mehrheit der Krimbevölkerung aus Russen besteht, ist schon wahrscheinlich, dass auch bei einer Abstimmung unter internationaler Aufsicht eine Mehrheit für einen Anschluss an Russland gestimmt hätte. Spielt aber keine große Rolle, da es eben völkerrechtlich keinen Anspruch auf Loslösung durch eine lokale Bevölkerungsmehrheit gibt. Das war den Katalanen ebenso verwehrt.
        Allerdings sind historisch durchaus zweifelhafte Einflussnahmen der USA auf die Entwicklung anderer Länder belegt. So machte Kissinger keinen Hehl daraus, dass die USA alles getan haben, um den Putsch des Militärs gegen den demokratisch gewählten, sozialistischen Präsidenten von Chile, Allende zu ermöglichen (siehe Wikipedia "Allende"). Über die darauf folgende Blutherrschaft des Diktators Pinochet gibt es ebenso Unmengen von Artikeln.
        Nach der Teilung Vietnams 1954 waren demokratische Wahlen für Gesamtvietnam vorgesehen. Weil die vermutlich den Sieg der Kommunisten hervorgebracht hätten, wollten die USA diese Wahl nicht, obwohl das Ergebnis auch kein anderes gewesen wäre, als das der letztlichen Niederlage gegen die Kommunisten, nur ohne Millionen Tote und Verwundete (in Gesamtvietnam), Kosten in Milliardenhöhe und den Schmach der Niederlage.
        Nicht zuletzt beruhte der zweite amerikanische Irak-Krieg (der dritte Irakkrieg insgesamt) auf manipulierten Fotos, die die angebliche Herstellung irakischer Massenvernichtungsmittel belegen sollten, die es aber tatsächlich so nie gab.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "... Einflussnahmen der USA ..."
        Da ist er wieder - der "...aber die USA..."-Reflex.

        Von Daniel gab es wenigstens noch einen Bezug zum Thema (Huawei). Egal, Hauptsache immer drauf auf die Amis.

        Offensichtlich wird hier in Kindergarten-Mentalität "argumentiert": der böse Ami hat mal den und die verhauen, also darf es der gute Russe auch mal tun. Mit dem Blut alter, längst verwester Leichen wird das noch warme ukrainische Blut an Russlands Händen rein gewaschen?

        "...der zweite amerikanische Irak-Krieg (der dritte Irakkrieg insgesamt)..."
        Hiermit wird der Eindruck erweckt, die USA haben 3 x gegen den Irak Krieg geführt.

        Aufgeweckte Zeitgenossen wissen, dass der erste Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg) zwischen Irak und Iran geführt wurde.

        Im zweiten Golfkrieg (erster Irak-Krieg) wurde Kuwait von den irakischen Invasoren befreit. Die Koalition (u.a. viele arabische Staaten) wurde von den USA angeführt und war durch die UN-Resolution 678 legitimiert.

        Im dritten Golfkrieg (zweiter Irak-Krieg) wurde die "Koalition der Willigen" (immerhin 43 Nationen) ebenfalls von den USA angeführt. Die UN-Resolution 1441 spielt hierbei eine entscheidende Rolle.


        "...die angebliche Herstellung irakischer Massenvernichtungsmittel belegen sollten, die es aber tatsächlich so nie gab."
        Die (u.a.) bis zu 5000 Giftgas-Opfer aus Halabdscha würden Dich gerne für diesen Satz steinigen! Sorry, da kann ich nur sagen: eine frech, dreiste Lüge!

        Wie die UNMOVIC in ihrem Bericht von 2006 feststellte, hatte das Chemiewaffenprogramm des Irak bis zum Jahre 1991 insgesamt 3859 Tonnen chemischer Kampfstoffe produziert, von denen 3315 Tonnen aufmunitioniert wurden. Damit konnten 130.000 Sprengkörper hergestellt werden; bis 1988 wurden über 101.000 Sprengkörper (Fliegerbomben, Artilleriemunition und Raketensprengköpfe) verschossen. Saddam Hussein setzte chemische Kampfstoffe im Ersten Golfkrieg (1980–1988) nicht nur gegen den Iran ein, sondern auch gegen die im Nordirak (!!!) lebenden Kurden, vor allem im Jahr 1988 während der sogenannten Anfal-Operation.

        Ok, Giftgas ist in Deinen Augen wohl keine Massenvernichtungswaffe.


        "Da die Mehrheit der Krimbevölkerung aus Russen besteht..."
        Kein Wunder, wenn Krimtataren deportiert und durch Russen "ersetzt" (Verschwörungsschwurbler würden "Bevölkerungsaustausch" dazu sagen) wurden. So, wie die "Abstimmung" ("Referendum über den Status der Krim") durchgeführt wurde, ist es kaum verwunderlich, dass es eine Mehrheit dafür gab (bzw. geben würde):
        de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_den_Status_der_Krim#Wahlmodus

        Für eine Abstimmung in Putins Sinne braucht es auch keine Mehrheit an Russen auf der Krim. Die Alternative (Achtung: doppeldeutig gemeint!) war/wäre ja noch schlimmer.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Daniel hat auch auf eben diese Einflußnahme Bezug genommen, und nur darauf habe ich mich bezogen. Ich habe auch mit keinem Wort den Krieg Russlands gegen die Ukraine oder die Kriege anderer Länder gerechtfertigt, darum ging es auch überhaupt nicht.
        Dass der erste Irak-Krieg keine westliche Beteiligung hatte habe ich als bekannt vorausgesetzt, den zweiten habe ich gar nicht erwähnt, und ich halte ihn sogar für gerechtfertigt. Den dritten aber nicht, und bin damit auf einer Linie mit vielen Völkerrechtlern. Dass ein Land in früheren Konflikten Giftgas oder andere Chemiewaffen eingesetzt hat, rechtfertigt genausowenig einen willkürlichen Angriff in Friedenszeiten wie die Möglichkeit, dass es noch in geringem Umfang chemische Waffen besitzt. Die USA selber haben noch in Vietnam AgentOrange eingesetzt, was häufig als Form chemischer Kriegsführung ausgelegt wird. Die dürften auch selber jede Menge chemische Waffen haben, wie viele andere Länder auch. Ist das ein Grund einen Krieg gegen diese Länder anzuzetteln?
        Der dritte Irakkrieg wurde auch von der damaligen Bundesregierung als unbegründet angesehen, und führte zu diplomatischen Verwicklungen mit den Amerikanern.
        Die Darstellungen der USA bzw. seiner Dienste über die Fähigkeiten des Irak, chemische Waffen in mobilen Laboren herzustellen waren jedenfalls so überzogen, dass sich sogar die "Welt" zu dem Wort "Lüge" verleiten hat lassen.

        http://dw.com/de/irak-krieg-am-anfang-stand-die-lüge/a-43279424

        Der dritte Irakkrieg ist im Kern nichts anderes als der Ukrainekrieg, ein nicht gerechtfertigter Angriffskrieg gegen ein souveränes Land. Das darf man ja wohl noch sagen, auch ohne dass gleich unterstellt wird, man wolle etwas rechtfertigen oder aufwägen. Die Nennung historischer Wahrheit hat auch nichts mit Antiamerikanismus zu tun. Von gleichschlechten Handlungen wird aber nicht dadurch eine gut, weil der eine Verursacher davon Verbündeter ist.
        Die Krim war jahrhundertelang Bestandteil Russlands, bis Chrustshow (gebürtiger Ukrainer) sie dann als Kremlchef an die Ukraine verschenkt hat. Dass eine russische Bevölkerungsmehrheit nur durch Deportationen entstanden sein soll, halte ich für so wenig plausibel wie bewiesen. Die Halbinsel ist ein beliebtes Urlaubsgebiet, die russische Mehrheit dort kann einfach durch Einwanderung entstanden sein.

        http://dw.com/de/bericht-zum-irakkrieg-vernichtungsschlag-für-tony-blair/a-19382428

        Quelle: dw.com


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Daniel hat auch auf eben diese Einflußnahme Bezug genommen, und nur darauf habe ich mich bezogen."
        Immerhin hatte der Kommentar von Daniel noch Bezug zum Thema (Huawei). Oder soll dieses Thema in eine generelle weltanschauliche Ausuferung ausarten?

        Ok, dann betrachten wir doch mal die deutschen Schandtaten. Oder die chinesischen, die russischen, die vietnamesischen, die japanischen, ....

        Oder stimmen wir uns für eine Befreiung Süd-Tirols ein, wo die überwiegende Mehrheit deutsch spricht, sich nicht als Italiener fühlen und auch durch Terroranschläge (ohne Personenschaden) den Wunsch nach Abspaltung von Italien untermauern? Hier käme sogar die treibende Kraft von innen und nicht von außen (wie Krim/Russland). Oder fallen wir in Kasachstan, Polen, Ungarn und Russland ein, um deutsche Bevölkerungsgruppen zu schützen. Ach, wir fangen erstmal in Dänemark an, befreien die deutsche Bevölkerungsgruppe und halten ein Referendum ab.

        "Dass ein Land in früheren Konflikten Giftgas oder andere Chemiewaffen eingesetzt hat, rechtfertigt genausowenig einen willkürlichen Angriff..."
        Das allein sicher nicht. Mit einer UN-Resolution aber schon. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Hat Russland etwa ein UN-Mandat für den Angriff auf die Ukraine/Krim/Donbas?

        "Die USA selber haben..."
        Da ist er schon wieder - der "...aber die USA..."-Reflex.
        Ist anscheinend ein Hobby von (nicht nur) Dir.

        Ok. Machen wir doch JEDES Thema zu einer "...aber die USA..."-Reflex-Orgie!


        "Die Darstellungen der USA ..., dass sich sogar die "Welt" zu dem Wort "Lüge"..."
        Ach, richtig. Weil die USA gelogen hat, darfst Du´s schon lange.
        Da ist er schon wieder - der "...aber die USA..."-Reflex.

        Dieser Reflex biegt alles auf die halbwegs gerade Bahn. So einfach kann es sein. Da muss man gar nicht mehr viel nachdenken.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Die USA und GB haben sich auf das Mandat 1441 berufen, das aber nach mehrheitlicher Ansicht nicht als explizites Mandat gedeutet werden kann, einen Angriffskrieg gegen das Land zu führen, das haben nur diese beiden Staaten selber so gedeutet, selbst ein Großteil der "Willigen" hatte Zweifel daran.
        Das Fehlen eines expliziten Mandats für einen Krieg wird daher als Bruch des Verbots eines Angriffskrieges in der UN-Charta und damit völkerrechtswidrig angesehen. Die Russen hatten natürlich kein UN-Mandat für den Ukrainekrieg, aber Amerikaner und Briten für den dritten Irak-Krieg eben auch nicht. Das haben nicht mal die Untersuchungsausschüsse in den beiden Ländern bestritten, warum also noch schön reden, woran es nichts schön zu reden gibt.

        Wie ich selber einen Kommentar kommentiere ist meine Sache, ich muss mich nicht dafür rechtfertigen warum ich mich auf Teilaspekte beschränke und brauche dafür keine Diskussion über die gesamte Weltpolitik zu führen. Einseitigkeit dafür vorzuwerfen ist genauso unverschämt, wie zu behaupten, ich würde lügen. Ich behaupte nicht, Dinge immer korrekt darzustellen. Solche Falschdarstellungen unterliegen dann aber dem Irrtum, was keinen Vorsatz beinhaltet, und nur dann eine Lüge wäre. Wenn aber einer der bestfinanzierten und ausgestatteten Geheimdienste Bilder faked, um Dinge wahrheitswidrig darzustellen, dann ist ein Vorsatz ja wohl kaum zu bestreiten.
        Aber um die Frage zu beantworten: Ja, wenn eine Großmacht wie die USA (in Einzelfällen, ich behaupte nicht, dass das die Regel ist) lügen darf, warum sollte ich es selber nicht tun dürfen? Ich mach es aus guten Gründen in aller Regel trotzdem nicht.

        http://de.m.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "...das haben nur diese beiden Staaten selber so gedeutet, selbst ein Großteil der "Willigen" hatte Zweifel daran."
        Ok. Ein kleinerer Teil der "Willigen" hatte demnach keine Zweifel.
        Das aber beißt sich mit der Aussage "nur diese beiden". Also bitte: was denn nun? Nur die beiden oder doch mehr als die?

        Immerhin gab es eine Resolution, die sehr umstritten, aber eben schlicht vorhanden war! Für den Angriffskrieg der Russen gegen die Ukraine gibt es weit und breit, ja nicht mal bei Putin-Verstehern, eine UN-Resolution zu sehen.


        "warum also noch schön reden, woran es nichts schön zu reden gibt."
        Ja, das frage ich mich auch!
        Warum wird ein "Referendum" schön geredet, wo es nichts schön zu reden gibt?
        (da gehst Du immerhin drauf ein)
        Warum wird eine "... Annexion der Krim?" in der Form schön geredet, dass es diese überhaupt gar nicht gäbe?
        (Kein Wort von Dir dazu - die gab es wohl nicht, oder? Ist schon ein wenig einseitig, gelle? Vollkommen unwichtig - das "Referendum" hätte es auch so gegeben, was?)

        "Einseitigkeit dafür vorzuwerfen ist genauso unverschämt"
        Ja, wie unverschämt von mir.

        "wenn eine Großmacht wie die USA ... lügen darf, warum sollte ich es selber nicht tun dürfen?"
        Och, von mir aus kannst Du lügen, bis sich die Balken biegen. Aber dann musst Du damit rechnen, dass ich das auch so benenne.

        "Solche Falschdarstellungen unterliegen dann aber dem Irrtum..."
        Ein 3.859.000 kg schwerer Irrtum ("aus Mangel an Urteilskraft, Konzentration o. Ä. fälschlich für richtig gehaltener Gedanke"). Kann passieren, wenn man davon keine Kenntnis hat.

        Dennoch hört sich dieser Irrtum an, als hättest Du davon fundiertes Wissen. So kann man sich täuschen.

        "...dann ist ein Vorsatz ja wohl kaum zu bestreiten."
        Ähm - habe ich das? Oder gibt es da wieder einen Irrtum bei Dir?


        "Die Russen hatten natürlich kein UN-Mandat für den Ukrainekrieg, aber Amerikaner und Briten für den dritten Irak-Krieg eben auch nicht."
        Da ist er schon wieder - der "...aber die USA..."-Reflex.
        Das war jetzt aber nicht schön geredet, oder doch?

        Immerhin sprichst Du nun nicht mehr von einem "amerikanischen" Irak-Krieg.

        So, wie Du auf deren Vergangenheit rumhackst, solltest Du mal die Gegenwart beurteilen. ;) Die ist uns allen näher als Schnee von gestern.

        Bei dem, was wir Deutschen so alles in der Vergangenheit angerichtet haben, wundert es mich schon, dass dies von Dir völlig unerwähnt bleibt. 60 Millionen Tote sind nicht schlimmer als das, was die USA so anrichten. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

        Solschenizyn spricht davon, dass es zwischen 1917 und 1959 insgesamt 66,7 Millionen Opfer des Sowjet-Regimes gab. Unter Mao starben 70 Millionen Chinesen.

        Ja, ja, die bösen Amis!
        Einmal böse, immer böse - aber nur bei den Amis ist das so!


      • Mastermind vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Das sagt viel über dein Weltbild aus, zuviel Axel Springer TV. Aber wie Daniel weiter oben es zutreffend gesagt hat, du scheinst nicht gerde der Stern am politischen Himmel zu sein.
        Vergeudete Lebenszeit von mir, dein Kommentar zu kommentieren.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Inhaltlich kommt da nix. Woher auch? Wo nix ist, da kann auch nichts kommen.

        Axel Springer TV kenne ich nicht. Wo kann man das gucken?

        Übrigens: ein Stern ist zu wenig am Himmel.
        Der Spruch zieht erst dann, wenn es um einen von vielen Sternen geht, der nicht der hellste am Himmel ist.

        Selbst das checkst Du nicht.


        "Vergeudete Lebenszeit von mir, dein Kommentar zu kommentieren."
        Es muss heißen: deinEN Kommentar
        😉
        Grammatik gehört auch nicht zu Deinen Stärken?


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        ""...das haben nur diese beiden Staaten selber so gedeutet, selbst ein Großteil der "Willigen" hatte Zweifel daran."
        Ok. Ein kleinerer Teil der "Willigen" hatte demnach keine Zweifel.
        Das aber beißt sich mit der Aussage "nur diese beiden". Also bitte: was denn nun? Nur die beiden oder doch mehr als die?"
        Schon mal dran gedacht, dass ein kleinerer Teil der Willigen sich mit der Frage der Deutung des Mandats gar nicht beschäftigt haben könnte? Dann hätten diese Staaten keine Zweifel, hätten sie aber womöglich gehabt, wenn sie sich damit beschäftigt hätten. Aber natürlich haben sie das Mandat, mit dem die sich nicht beschäftigt haben, auch nicht in ihrem Sinn als rechtfertigend gedeutet. Ihre Rechtfertigung war womöglich nur, mit dem Verbündeten marschieren zu wollen, egal ob durch die UN abgesegnet oder nicht. Ob das wahrscheinlich ist, oder nicht spielt keine Rolle, es hätte so möglich gewesen sein können. Dass ein Teil der Willigen Zweifel hatte, heisst nicht zwingend, dass der andere Teil keine hatte, bzw. von der Rechtsmäßigkeit überzeugt war, und nur, weil nicht alle Zweifel geäussert hatten, bedeutet das nicht, dass nicht sogar alle welche hatten, und deshalb gibt es hier keinen Widerspruch, wo Du gerne einen sehen würdest.
        Einzige Kritik hätte sein können, dass ich nicht wissen kann, ob nicht einige der Willigen doch die selbe Deutung des Mandats hatten, oder selbst Nichtwillige, die andere Gründe hatten, nicht marschieren zu wollen. Allerdings wären diese Länder nie alleine marschiert, weshalb das ohne Bedeutung ist, und nur die Deutung des Mandats durch USA und GB, oder eben das Ignorieren des Vorliegens eines echten, zweifelsfreien Mandats der UN, den Verlauf des Geschehens bestimmt haben.
        Die geäusserte Kritik wirkt wie Erbsenzählerei, kleinkariert und lächerlich. Hauptsache man kontert, ob das inhaltlich irgend eine Bedeutung hat oder nicht.


        ""wenn eine Großmacht wie die USA ... lügen darf, warum sollte ich es selber nicht tun dürfen?"
        Och, von mir aus kannst Du lügen, bis sich die Balken biegen. Aber dann musst Du damit rechnen, dass ich das auch so benenne."

        Da dieses Zitat aus dem Zusammenhang gerissen ist, und den wesentlichen Teil meiner Antwort verschweigt, nämlich:

        "Ich mach es aus guten Gründen in aller Regel trotzdem nicht."


        wird eine ganz andere Meinung und Einstellung zur Frage der Legitimität von Lügen suggeriert, als sie in der vollständigen Antwort zum Ausdruck kommt.
        Das ist in der Tat typisch für Boulevard-Zeitungen.

        Und ich wiederhole es erneut: die Kriege und Schandtaten anderer Staaten waren nicht Teil des von mir kommentierten Kommentars. Ich muss nicht alles gegen Handlungen anderer abwägen ohne deshalb einseitig zu sein, das ist Blödsinn. Die von mir genannten Ereignisse sind so historisch belegt, und stehen in keinerlei Zusammenhang mit denen von Dir genannten Handlungen anderer Staaten. Es gibt Bücher und Filme über diese Kriege und Ereignisse, die auch nicht auf den Holocaust, die Kulturrevolution oder Ereignisse in der Sowjetunion deshalb eingehen, weil es um diese Themen nicht geht, und das davon isolierte Ereignisse sind. Deshalb sind sie trotzdem nicht einseitig.
        Davon abgesehen sind die USA ein Rechtsstaat der sich an rechtstaatlichen Prinzipien und Werten auch messen lassen muss, und Kritik dementsprechend aushalten muss, wenn das in Frage steht. Kritik, allemal wenn sie faktisch ist, kann auch konstruktiv sein und ist allemal weniger antiamerikanisch, als kritikwürdiges Verhalten durch das Gegenwägen dieses Verhaltens oder gar die Rechtfertigung selbigens durch das von Diktaturen, Autokratien oder gar "Terrorstaaten". Das Verhalten dieser Staaten in dieser Form ist viel eher erwartbar, und Kritik prallt an solchen Regimen in der Regel ohnehin wirkungslos ab, Rechtsstaatlichkeit ist aber eben auch kein Wert, den sie vertreten. Insofern ist es eben nicht das Selbe, ob sich eine Autokratie nicht rechtsstaatlich verhält, das aber eben auch nie für sich beansprucht hat, oder ein Rechtsstaat, der Rechtsstaatlichkeit zu seinen Werten zählt, und zu dem, was ihn ganz wesentlich ausmacht.

        Da ich nichts weiter erwarte, als suggerierte Widersprüche, wo keine sind, Sätze, die durch Herausreissen aus dem Zusammenhang Aussagen falsch wiedergeben und Polemik statt Argumente, ist für mich die Diskussion an dieser Stelle beendet.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "...Frage der Deutung des Mandats gar nicht beschäftigt haben könnte... hätten ... hätten ... hätten..."
        Recht viele Konjunktive.
        Dass sich ein Staat im Vorfeld mit den Folgen eines Krieges (Resolution 1441 wird als Angriffsmandat gesehen) nicht beschäftigt, ist schon eine sehr gewagte Annahme.

        "Aber natürlich haben sie das Mandat, mit dem die sich nicht beschäftigt haben, auch nicht in ihrem Sinn als rechtfertigend gedeutet."
        Ups - hier fehlt das Konjunktiv. Aus eine gewagten Annahme einer eventuellen Möglichkeit zauberst Du eine Tatsache. Respekt!

        "Ob das wahrscheinlich ist, oder nicht spielt keine Rolle, es hätte so möglich gewesen sein können."
        Achso - es mag noch so unwahrscheinlich sein, es reicht, dass es so hätte sein können. Ja, macht total Sinn.
        Das ist Wasser auf den Mühlen von Schwurblern.

        "Die von mir genannten Ereignisse sind so historisch belegt, und stehen in keinerlei Zusammenhang mit denen von Dir genannten Handlungen anderer Staaten."
        Einen nicht bestehenden Zusammenhang gibt es ebenso mit den von Dir genannten Ereignissen und dem eigentlichen Thema hier. Was hat Vietnam oder Chile mit dem Überleben von Huawei zu tun?

        Nichts! Absolut gar nichts!
        Es geht schlicht darum, den USA mal wieder einen drauf zu geben.

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