NextPit

Auswertung der Umfrage: Ihr habt nach wie vor Vertrauen in China-Smartphones

Update: NextPit-Vertrauensbarometer September
Auswertung der Umfrage: Ihr habt nach wie vor Vertrauen in China-Smartphones

Welchen Smartphone-Marken vertraut Ihr am meisten? Seid Ihr gegenüber chinesischen Herstellern misstrauisch? Freitag haben wir die erste Umfrage unseres NextPit-Vertrauensbarometers veröffentlicht. Hier kommt jetzt die Auswertung mit der Erkenntnis, dass Euer Grundvertrauen in Xiaomi nur unwesentlich angetastet wurde. 

Der Fall Xiaomi vs. Litauen hat Eure Beziehung zur Marke nicht allzu sehr verändert

Bevor wir die allgemeinen Fragen, die für unser Barometer verwendet werden, kümmern wir uns um den Fall Litauen gegen China, wo Xiaomi zwischen die diplomatischen Fronten geraten ist. 

Trotz der Enthüllungen über vermeintliche Zensur und persönliche Datenlecks – die der Hersteller dementiert hat – plant Ihr nicht, Euer Xiaomi-Smartphone in Zukunft loszuwerden. Im Durchschnitt gaben weniger als 10 % der Befragten an, dass sie beabsichtigen, ihr aktuelles Xiaomi loszuwerden und nie wieder eines zu kaufen. In Frankreich hingegen gaben 14 % von Euch an, dass sie ihr aktuelles Xiaomi-Handy behalten, aber in Zukunft kein weiteres kaufen wollen würden.

xiaomi confiance sondage semaine 38 2021 reponses 1
Ihr habt nicht vor, Euch von Eurem chinesischen Smartphone zu trennen / © NextPit

Die große Mehrheit (absolut überall, außer in Brasilien) stimmte zu, dass sie ihr aktuelles Xiaomi-Smartphone behalten wird und in Zukunft auch wieder auf Xiaomi vertrauen würde. Ein großer Teil der Befragten (43 % in Brasilien, 29 % in den USA und Indien und 24 bzw. 27 % in Deutschland und Frankreich) gab einfach an, kein Xiaomi-Smartphone zu besitzen. Auf jeden Fall ist es sicher, dass die litauische Panikmache der letzten Woche nicht zu einer epidermalen Reaktion geführt hat. Aber es ist in solchen Fällen für Verbraucher:innen schwierig, Wahrheit und Unwahrheit voneinander zu unterscheiden, wie unser französischer Leser Ali Gator anmerkte:

In den letzten Jahren wurde viel über den Verdacht der Spionage, des Technologiediebstahls, der Zusammenarbeit mit der Regierung usw. von Huawei, Xiaomi und praktisch allen chinesischen Marken gesprochen, meist ohne fundierte Beweise. Im Gegenzug schreien die chinesischen Hersteller Lügen und reagieren mit Dementis, ohne einen wirklichen Beweis für ihre Gutgläubigkeit zu liefern.

Bei all dem weiß der Verbraucher nicht immer, woran er ist. Sind diese Anschuldigungen wahr und sollten sie sehr ernst genommen werden? Oder ist es ein Weg, die chinesischen Marken angesichts ihres unverschämten Aufstiegs zu destabilisieren? Oder geht es nur um China im Allgemeinen, um die diplomatischen Spannungen weiter zu verschärfen? Oder vielleicht alles davon? Das ist schwer zu sagen.

Xiaomi bleibt eine vertrauenswürdige Marke, aber weit, weit hinter Samsung

Kommen wir jetzt zu unserem Vertrauensbarometer. Es ist klar, dass von den vier Regionen, in denen NextPit veröffentlicht wird, Xiaomi nur in Frankreich und Deutschland unter den Top 5 ist. Das ist logisch, da die Marke in Brasilien und den USA weit weniger etabliert ist. Ich bin jedoch sehr überrascht, dass die indische Leserschaft unserer COM-Website Xiaomi nicht nach oben getrieben hat (obwohl die diplomatischen Beziehungen zwischen Indien und China ebenfalls sehr angespannt sind).

Aber alle unsere Domains haben ausnahmslos gemeinsam, dass sie Samsung als die Marke einstufen, der die Leser:innen mit Abstand am meisten vertrauen. Auf unserer Website COM erhält der südkoreanische Hersteller 64 % der Stimmen, gegenüber 60 % bei unseren brasilianischen Lesern und 56 % in Frankreich. In Deutschland sind die Abstimmungen sehr viel knapper und Samsung liegt mit 37% sicher in Führung, aber dicht gefolgt von ... Xiaomi mit 35 %.

xiaomi confiance sondage semaine 38 2021 reponses 2
Samsung bleibt die vertrauenswürdigste Marke / © NextPit

Ich bin also fassungslos. Der Kommentarbereich von NextPit.de ist meiner Meinung nach derjenige, der chinesischen Produkten und Dienstleistungen am feindlichsten gegenübersteht. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass Xiaomi diese Punktzahl erreicht. Zumal der chinesische Hersteller sogar noch vor Apple (26 %) liegt. Hier gehörten die deutsche NextPit-Community zu der Apple-affinsten, ganz im Gegensatz zu den französischen Leser:innen zum Beispiel.

Bemerkenswert ist, dass Apple immer noch unter den Top 5 der vertrauenswürdigen Marken ist und dass Motorola/Lenovo in Nord- und Südamerika weiterhin eine große Rolle spielt, während sie in Europa etwas in Vergessenheit geraten sind. storm kommentiert auf der englischen Version unserer Umfrage wie folgt:

Dies sind einige der Gründe, warum ich die hauptsächlich chinesischen Marken meide. Ich benutze Motorola, das in China von Lenovo hergestellt wird. Ich denke, dass sie, wenn sie eher ausländisch ausgerichtet sind, weniger wahrscheinlich die staatlich kontrollierte Software für die chinesische Bevölkerung haben. Was sie für die ausländische Zielgruppe bereithalten, ist eine andere Frage. Und ein Grund, warum ich Root und ROM mag.

Ihr misstraut den chinesischen Herstellern nicht besonders

In Frankreich und Deutschland gibt die relative Mehrheit der Leserschaft an, dass sie chinesischen Herstellern nicht misstrauisch gegenübersteht (45 bzw. 50 %). Auf unserer COM-Seite erhalten wir ein perfektes 50/50. Nur unsere brasilianische Community ist gegenüber chinesischen Smartphone-Herstellern misstrauisch, 53 % sind nicht misstrauisch und 22 % ist es schlicht egal. Auch hier ist die Mehrheit doch recht relativ. Ein brasilianischer Leser, Paulo Ricardo, wies darauf hin:

Es gibt kein Entkommen aus dem derzeitigen Informationskrieg. Wenn es noch schlimmer kommt, sind Custom Roms eine Alternative, auch wenn das Material möglicherweise "kontaminiert" ist. Derzeit sind diese Probleme jedoch vor allem bei Geräten für den chinesischen Markt zu beobachten.
Letztendlich werden wir immer ausspioniert werden, ob von China oder den USA.

xiaomi confiance sondage semaine 38 2021 reponses 3
Das Misstrauen hält sich nach wie vor in Grenzen / © NextPit

Wir können also sagen, dass das Misstrauen gegenüber Xiaomi und Konsorten sehr relativ ist und keineswegs eine Mehrheit in Europa darstellt. Auch hier überraschen mich vor allem wieder unsere deutschen Leser:innen. Aber einer von ihnen, Costwalker13, wies auf einen Fehler in unserer Umfrage und ein sehr interessantes Detail hin:

1. in euren Umfragen fehlt die Antwort „Ich vertraue gar keinem Smartphone Hersteller“

2. Finde eigentlich nur ich es sehr auffällig, das man erst Huawei kaputt machen wollte und jetzt wo Xaomi im Prinzip den Platz von Huawei eingenommen hat, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben ohne das handfeste Beweise geliefert werden?

3. Glaubt ernsthaft irgendwer das man anderen Konzerne wirklich mehr vertrauen sollte und da auch speziell denen aus den USA?

Warum sollte Google, dessen gesamtes Geschäftsmodell (unternehmensweit) auf dem Sammeln persönlicher Daten und dem Verkauf von Werbeflächen auf der Grundlage dieser Daten beruht, mehr Vertrauen genießen? Schließlich kann Soft Power aus allen Bereichen der Diplomatie kommen.

Ursprünglicher Artikel:

Habt Ihr vor, Euer chinesisches Smartphone loszuwerden, wie es der stellvertretende litauische Verteidigungsminister Margiris Abukevicius empfohlen hat?

Falls Ihr die Geschichte nicht verfolgt habt: Xiaomi und Huawei wurden am Mittwoch, den 22. September, durch einen Bericht der litauischen Behörden an den Pranger gestellt. Der Bericht wirft einigen Herstellern vor, dass ihre 5G-Smartphones ein Risiko für die Cybersicherheit, den Datenschutz und die Meinungsfreiheit ihrer Nutzer:innen in Europa darstellen.

Xiaomi und Huawei reagierten sehr schnell und dementierten diese Anschuldigungen Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass sie sich zum Schutz der Daten ihrer Nutzer:innen verpflichtet haben und die Datenschutzgrundverordnung buchstabengetreu einhalten.

Hat der litauische Bericht Eure Beziehung zu Xiaomi verändert?

Wollt Ihr Euer Xiaomi-Smartphone loswerden? Oder in Zukunft keins mehr kaufen?
Ergebnisse anzeigen

Auf jeden Fall erwischt es jeden Smartphone-Hersteller mal und er wird irgendwann in einen Skandal verwickelt. Bei NextPit möchten wir eine Art Stimmungsbarometer für die verschiedenen Marken einführen. Vielleicht erinnert Ihr Euch, dass wir Euch bereits vor einigen Monaten in einer Umfrage gefragt haben, welcher Smartphone-Marke Ihr am meisten vertraut bzw. ob Ihr chinesischen Marken Euer Vertrauen schenkt.

Unsere Idee ist es nun, Euch regelmäßig diese beiden unten stehenden Fragen zu stellen, vielleicht jeden Monat oder jedes Quartal (das überlegen wir uns noch). So können wir dann erkennen, wie sich die Antworten über die Zeit entwickeln und wohin Euer Pendel ausschlägt. (Lasst uns in den Kommentaren wissen, ob Euch ein monatliches oder vierteljährliches Format lieber wäre).

Welchen Smartphone-Marken vertraut Ihr?

Welcher dieser Marken vertraut Ihr am meisten?
Ergebnisse anzeigen

Misstraut Ihr chinesischen Smartphones?

Seid Ihr misstrauisch beim Kauf chinesischer Smartphones?
Ergebnisse anzeigen

Ich erinnere Euch daran, dass Ihr Xiaomi mögen könnt, ohne ein Schläfer im Dienste Pekings zu sein, und dass Ihr den Datenschutz und die Cybersicherheit chinesischer Produkte in Frage stellen könnt, ohne gleich sinophob zu sein. Sowohl Tech-Fanatismus als auch politische Vorurteile sind gleichermaßen schädlich für eine konstruktive Debatte. Berücksichtigt das also bitte, wenn Ihr im Kommentarbereich in die Diskussion einsteigt. Ich bin aber guter Dinge, dass wir uns dort fair und anständig miteinander unterhalten können. 

Vielen Dank im Voraus an alle, die an der Umfrage teilnehmen werden. Ich lade Euch herzlich dazu ein, Eure Entscheidungen in den Kommentaren zu erläutern. Montag gibt es dann wie immer die Auswertung, in der wir die Ergebnisse mit Euch besprechen.

Hat Dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!
Jetzt mitdiskutieren

Top-Kommentare der Community

  • Coastwalker13 vor 3 Wochen

    1. in euren Umfragen fehlt die Antwort „Ich vertraue gar keinem Smartphone Hersteller“

    2. Finde eigentlich nur ich es sehr auffällig, das man erst Huawei kaputt machen wollte und jetzt wo Xaomi im Prinzip den Platz von Huawei eingenommen hat, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben ohne das handfeste Beweise geliefert werden?

    3. Glaubt ernsthaft irgendwer das man anderen Konzerne wirklich mehr vertrauen sollte und da auch speziell denen aus den USA?

  • Michael B. vor 3 Wochen

    "Xiaomi vs Litauen: Werdet Ihr Euer chinesisches Smartphone abschaffen?"

    Schon die Überschrift erinnert mich an solche journalistischen Premium-Gazetten wie "Watson" oder "Der Westen".

    "Sexy Aldi-Kassiererin sorgt mit Videos für Wirbel". "Halten Sie die Luft an, bevor Sie diesen Bericht lesen und sehen was aus dem ehemaligen Mallorca-Bierkönig-Superstar geworden ist".

    Sorry, aber lesenswerte Berichte ohne Abrutsch in den Pseudo-Journalismus kommen mittlerweile seit Längerem fast nur noch von Ben, Carsten oder Stefan Möllenhoff.

    Ich bin seit 2010 dabei und habe die gesamte AndoridPit/NextPit-Story bis hierhin begleitet und stelle immer mehr fest, dass sich qualitativ doch so einiges leider in eine (meiner ganz persönlichen Meinung nach) falsche Richtung entwickelt hat.

  • Olaf vor 3 Wochen

    Eine grundsätzlich schöne Diskussion, die im Forum auch jetzt schon den üblichen "Aber die Amerikaner..!"-Staub aufwirbelt.

    Ich weiß, es wird dann gerne auch mal der ganz große Bogen nach Guantanamo gespannt und mit Tibet gekontert, aber der grundsätzliche Unterschied bleibt doch der, dass es in den USA tatsächlich ein Parlament gibt und der Präsident gewählt wird (auch wenn man da schon mal durch die eine oder andere Dürreperiode, womöglich derer zwei, hindurch muss) . In China haben wir den abgenickten Präsidenten auf Lebenszeit, Social Scores und Gesichtserkennung extra für Minderheiten, um das jetzt nicht zu lang werden zu lassen - denn die Liste an sich ist schier endlos.

    Der Unterschied beginnt schon damit, dass man hier über die Thematik öffentlich diskutieren kann - in China ist das für jeden Einzelnen weitaus schwieriger und zudem gefährlicher.

    Man kann jetzt trefflich darüber diskutieren, inwieweit man für das Erwachen Chinas als (vorerst?) wirtschaftliche Weltmacht als ursprünglich billiger Produktionsstandort für "den Westen" selbst verantwortlich zeichnet, aber Litauen als EU-Mitglied traue ich in Sachen Berichterstattung deutlich mehr über den Weg als den lauwarmen Dementis chinesischer Tech-Firmen, die nun einmal an der ganz kurzen Leine des allmächtigen Apparats hängen.

    Auch das BSI beschäftigt sich - durch den litauischen Bericht aufgescheucht - mittlerweile intensiver mit den genannten Firmen und Geräten.

    Mein letztes chinesisches Gerät war das Huawei P30 Pro (und für einen 5G-Test für zwei Wochen ein P40), meine Frau nutzt noch ihr Poco F2 Pro. Für mich war spätestens nach dem Bericht der emsigen Huawei-Forschung in Bezug auf Überwachungs- Hard- und Software extra für die Minderheit der Uiguren Schluss mit China und deren Smartphones, da war der Google-Bann nurmehr die Kirsche auf der Sahnehaube. Wenn das Poco den Geist aufgibt, wird auch meine Frau umsatteln.

    Ja, ich höre jetzt wieder "aber Google... Aber Apple...", ist schon klar. Bei denen kann man sich aber verdammt sicher sein, dass fleißige Datensammlerei einzig und allein dem typisch amerikanischen Ziel der Gewinnmaximierung untergeordnet ist. Ich darf aber einen Ex-Präsidenten Trump nach wie vor auch öffentlich Scheiße finden. In China hingegen wäre ich mir bei derlei Äußerungen in Wechat oder auf Weibo in Bezug auf Xi Jinping nicht mal annähernd so sicher. Und genau das ist dann auch der Knackpunkt bei Wortfiltern und Co., die möglicherweise eingesetzt werden. Ob die hierzulande nun deaktiviert sind oder nicht, es bleibt ein no go - und beeinflusst definitiv mein Konsumverhalten. Und dies gewiss nicht im Sinne chinesischer Tech-Unternehmen.

  • Aries vor 3 Wochen

    Was "die nächste Sau durchs Dorf getrieben" betrifft: Xiaomi ist ja nun kein ungeschriebenes Blatt. Bereits zweimal wurde ihnen eine nicht dokumentierte Datenübertragung nach China nachgewiesen. Einmal so tief verankert, dass selbst Rooten nicht dagegen geholfen hat.

    Im Gegensatz zur Trump-Regierung damals bei Huawei, hat Litauen einen konkreten Bericht veröffentlicht. Du darfst sicher sein, dass dieser derzeit von vielen Stellen verifiziert wird.

    Es geht im Bericht um chinesische Smartphones und nicht um US-amerikanische. Aber ich gebe Dir Recht, auch denen kann man nicht wirklich trauen. Wie wir seit fast 10 Jahren wissen, ist gegenüber den USA eine gehörige Portion Mißtrauen angebracht. Das sollte aber nicht dazu führen, China zu trauen. Ich gehe eher davon aus, dass China das gleiche macht, aber aufgrund der autokratischen Regierung noch stärker vertuschen kann als die USA.

    Abgesehen davon enthalten Xiaomi-Geräte auch die Google-Dienste. Die Konsequenz kann daher nur sein, auf europäische Dienste und Apps auszuweichen und konsequent auf Verschlüsselung zu setzen. Chinesische Dienste einzubinden und chinesiche Apps zu verwenden, halte ich für die schlechteste Entscheidung.

  • Hubelix vor 3 Wochen

    Ist ja kein großes Geheimnis das Xiaomi Handys beim Thema Datenschutz der größte Schrott sind, dicht gefolgt von One+ und seinen Datenschutzskandalen.

    Apps von Cheetah Mobile sind in sämtlichen westlichen Appstores gesperrt, da hat Xiaomi das Zeug doch einfach direkt lizenziert und fest in sein "Sicherheitsframework" integriert!

    Selber Schuld wer sowas kauft.

37 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Mastermind vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Die größten Spione sind vor unserer Haustür, namentlich USA.


    • Damian Sander vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Hast du eigentlich noch mehr zu sagen als dauernd nur politische Botschaften abzulassen, oder überhaupt irgendwas von Inhalt?


  • Laazaruslong vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Ich vertraue keinem Softwarehersteller, keinem!
    Die Hardware meines Poco ist gut und billig.

    Was mich so sehr an solchen Diskussionen stört, ist die Tatsache, dass
    alle hier heute schon mehrere Cookiebanner abgelehnt oder schlimmer noch
    akzeptiert haben und über datensammeln von Firmen jammern.

    Ich erwarte eigentlich von meinen Politikern, dass sie endlich meine
    persönlichen Daten schützen. Eigentlich sogar im Grundgesetz.

    Dann müssten wir über solche dinge überhaupt nicht diskutieren... 🙄

    Was wir für die Zukunft brauchen, ist ein eigenes Betriebssystem unter
    staatlicher Kontrolle.
    Ja aber? Nein unter den oben genannten Voraussetzungen!

    Ergo,
    Ich vertraue xiaomi nicht, werde aber weiter Hardware von denen kaufen.
    Samsung besitze ich ebenfalls und denen traue ich weniger. Denn hier habe
    ich mehrere Abofallen gefunden. Und das bei einem 700€ Tablet.

    Mich stört in der Umfrage die fehlenden Möglichkeit,
    "Ich traue keinem Hersteller"

    Ich fordere weiterhin die trennung von Hard und Software.
    Erst dann werden die Softwarehersteller anfangen, im Sinn
    der Verbraucher zu entwickeln.


    🖖🏻


  • Thomas H. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Die Frage die bleibt : Wo gibt es garantierte Sicherheit ? Zuerst kommen ja mal alle Phones aus China ( oder nahezu alle ).

    Die staatlichen Hacker sind keine Laien, ich fürchte wenn man Zugriff will, bekommt man den auf fast alles. Ich will nicht wissen wo China, Russland und die USA in Form der NSA uns alle anzapfen. Privatsphäre ist doch nur eine Illusion.

    Die Frage die bleibt lautet : Wieviel Sorgen muss ich mir als Nicht-Spitzenpolitiker, Nicht-Manager eines Dax Konzerns oder nicht-politischer Oppositioneller im Ausland machen, das irgendwer meine Daten abfängt ?

    Für mich, Max Muster und Lieschen Müller ist wohl eher wichtig, das Cyberkriminelle nicht an meine Biometrischen Daten, Bankdaten oder Passwörter kommen.

    Hier unterstelle ich weder China, Russland noch den USA ein Interesse an mein Girokonto zu wollen, wenn die sich für die paar Kröten zu interessieren anfangen, sind die Probleme dieser Welt eh schon uferlos ! 😂

    Wenn Du 100 Leute auf der Straße fragst : Ist Euch 100% Sicherheit im Smartphone wichtig, dann sagen sicher 95% "Auf jeden Fall". Wenn man die Frage dann verfeinert mit dem Verzicht auf Facebook, Instagram, Snapchat, Whats App, Google Dienste, App´s aus Drittanbieterquellen etc. Ist es vielleicht noch für 10% wichtig genug.

    Daher zu der Frage : Würde ich mein Xiaomi Smartphone in die Tonne kloppen ein eindeutiges Nein ! Ich würde das Xiaomi in die Tonne hauen, wenn verschiedene Dienste offenlegen das meine Sicherheit durch gravierende Lücken in der Software gefährdet wäre was Kriminellen den Zugang zu meinen Daten möglich macht. Hier sehe ich die große Gefahr.


    • Aries vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      > Wo gibt es garantierte Sicherheit ?
      Nirgends! Das Leben ist lebensgefährlich! Man muss den Risiken aber nicht entgegengehen.

      > Zuerst kommen ja mal alle Phones aus China ( oder nahezu alle ).
      China ist nicht unbedingt gleich China. Hongkong war bisher eine vertrauenswürdigere Region als der Rest von China. Das ändert sich aber gerade. Taiwan ist nicht VR China. Und nicht zuletzt kommen Smartphones nicht aus China, nur weil sie dort zusammengebaut werden. Die Entwicklung von Apple ist in den USA und die von Sony in Japan. Sony lässt sogar in Thailand produzieren.

      > Privatsphäre ist doch nur eine Illusion.
      Mit dem Argument kannst Du ja Deine Türen aushängen.

      > Für mich, Max Muster und Lieschen Müller ist wohl eher wichtig, das Cyberkriminelle nicht an meine Biometrischen Daten, Bankdaten oder Passwörter kommen.
      Die Cyberkriminellen nutzen die gleichen Lücken wie die staatlichen Organisationen. Nicht umsonst gab es erst vor wenigen Wochen (nicht zuletzt um Pegasus bei Apple) eine Diskussion darum, dass Geheimdienste gefundene Lücken auch melden sollen.

      > Hier unterstelle ich weder China, Russland noch den USA ein Interesse an mein Girokonto zu wollen, wenn die sich für die paar Kröten zu interessieren anfangen, sind die Probleme dieser Welt eh schon uferlos !
      An Deinem Geld sind sie eher weniger interessiert. Aber Versicherungen könnten ein Interesse haben. Stichwort: Cambridge Analytica! Damit sollte deutlich werden, dass Daten nicht immer dort bleiben, wo sie erhoben wurden.

      > Ich würde das Xiaomi in die Tonne hauen, wenn verschiedene Dienste offenlegen das meine Sicherheit durch gravierende Lücken in der Software gefährdet wäre was Kriminellen den Zugang zu meinen Daten möglich macht.
      Dann erkundige Dich zu Xiaomi! Die letzte geheime Datenübertragung nach China wurde vor einem guten Jahr aufgedeckt.


      • Michael K. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Cyberkriminelle mögen zwar dieselben Sicherheitslücken ausnutzen wie Geheimdienste und auch kommerzielle nicht kriminelle Datenverwerter, Geheimdienste haben darüber hinaus aber ganz andere Möglichkeiten und auch Interessen. Nur Geheimdienste haben die Möglichkeit Glasfaserkabel unterseeisch anzuzapfen, auf Kategorie Top 30 Hochleistungsrechner zuzugreifen und durch entsprechende Gesetzgebung spezifische Backdoors in Geräte, Software und Infrastruktur einbauen zu lassen. Da kann das Smartphone so sicher sein wie es will, wenn die Daten auf dem Transportweg oder Servern von Dritten abgegriffen werden, nutzt das nichts. Geheimdienste haben aber auch ganz andere Interessen. Sie wollen vor allem die Sicherheitsinteressen und wirtschaftlichen Interessen ihrer Länder und Regierungen gewährleisten. Normale Bürger ohne Verbindung zu Extremisten oder auch Dessidenten und anderweitig in Ungnade Gefallene dürften kaum von größerem Interesse für sie sein, und auch Kleinkriminalität wie das Plündern von Konten, das ihre Aktivitäten nur aufdecken könnte, ist eher nicht zu befürchten. Allerdings machen sie auch Fehler, und man könnte durch eine Verwechselung in ihr Visier geraten. Und Snowden selber ist ein Beispiel dafür, dass geheime Informationen dort nicht unbedingt sicher sind. Mitarbeiter könnten auch Informationen im Darknet verkaufen, ohne dass das zwangsläufig auffällt.
        Um es Geheimdiensten aber nicht unnötig einfach zu machen, und erst Recht nicht Kriminellen und kommerziellen Datensammlern, ist eine möglichst hohe Gerätesicherheit schon sinnvoll.


      • Aries vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Geheimdienste können sogar Mitarbeiter in Konzerne einschleusen. Zum Beispiel bei Apple, Google, Microsoft oder einen Edward Snowden bei Dell. Also können die Chinesen auch Mitarbeiter bei Xiaomi, Huawei usw. einschleusen. Ich bin nicht so blauäugig, zu glauben, dass die Chienesen es nicht machen, nur weil von dort noch kein Pendant zu Edward Snowden bekannt ist. Wobei: Es gibt ja Namen, aber die haben Berufsverbot, Hausarrest oder sind in Umerziehungslagern.

        Weil Geheimdienste den Transportweg abgehört haben, ist heutzutage fast jeder Transportweg verschlüsselt. Deshalb ist es jetzt wichtig, die Endpunkt, also die Endgeräte zu infiltrieren.

        Es sind im übrigen auch normale Strafverfolgungsbehörden, die auf die Geräte zugreifen wollen und es machen. Die jährlichen Berichte der Dienstebetreiber zeigen ein sehr starkes Wachstum bei entsprechenden Anträgen. In den USA gibt es den NSL mit Schweigeverpflichtung. Mir erschließt sic nicht, warum ein autokratisch geführter Staat soetwas nicht einsetzt. Ich unterstelle, dass soetwas in China sogar öfter passiert.

        Die Erpressungstrojaner der vergangenen Jahre haben doch eigentlich bewiesen, dass sehr wohl der Normalbürger etwas zu befürchten hat. Im übrigen ist es seit mindestens zehn Jahren bekannt, dass sich Nordkorea hinter vielen Kontoplünderungen in der Vergangenheit steckte. In Zeiten wo selbst Privatpersonen VPNs und Tor zur Verschleierung nutzen, wird auch die Verfolgung von professionell arbeitenden kriminellen Vereinigungen schwerer.

        Bei dem Embargo gegen Huawei war ich skeptisch, wenngleich ich durchaus die Möglichkeit der Spionage für realistisch halte. Es fehlten aber die Nachweise. Bei Xiaomi beweist aber die jüngste Vergangenheit Xiaomi, dass die nicht wirklich vertrauenswürdig sind. Xiaomi hat die Spionage-Funktion in beiden Fällen sogar zugegeben. Aber die Chinesen stellen das immer verdreht dar. So wie damals, als gesagt wurde, die Fälschung von europäischen Autos müsste für die Unternehmen der Originale eine Ehre sein.


      • Michael K. vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Jeder Geheimdienst wird entsprechend seiner finanziellen und technischen Möglichkeiten alles tun, um seinen Auftrag zu erfüllen, da habe ich keine Ausnahmen gemacht.
        Die Transportwege werden immer noch abgehört. Längst nicht alles ist verschlüsselt und schwache Verschlüsselungen lassen sich auch brechen. Bei starken Verschlüsselungen ist das zwar noch nicht möglich, selbst mit Großrechnern nicht, wenn die Daten aber vielversprechend sind, zeichnet man sie trotzdem auf. Die meisten heutigen asymetrischen Verschlüsselungsverfahren sind nicht "quantensicher", aufkommende Quantenrechner werden sie dann brechen können. Dass Nordkorea auch private Konten geplündert hat, ist mir zwar neu, wundert mich aber auch nicht und ich sehe es als Ausnahmeerscheinung. Das Land ist derart isoliert und hat eine derart schlechte Reputation, dass durch die Aufdeckung solcher Praktiken auch nichts mehr verloren geht. Andere Geheimdienste sind aber auf solche Beträge nicht angewiesen, und werden sich dafür nicht einem erhöhten Verfolgungsdruck bzw. einer erhöhten Aufmerksamkeit aussetzen, was ihre Arbeit nur behindern würde.
        Was an den aktuellen Vorwürfen dran ist, prüft ja das BSI, wobei schon die Berichterstattung darüber unseriös und reisserisch wirkt. Da wird von Spionage geredet, man meint aber Zensur, was etwas ganz anderes ist.


      • Aries vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Natürlich ist nicht jede Kommunikation verschlüsselt, was in meiner Aussage durch das Wort "fast" beschrieben wird. Aber warum wird wohl öffentlich diskutiert, man müsse als Strafverfolger Trojaner auf die Endgeräte einschleusen dürfen? China macht das einfach. Da wird nichts öffentlich diskutiert! Und glaube nicht, denen würden wenig Geld zur Verfügung stehen.

        Natürlich wird verschlüsselter Datenverkehr mitgeschnitten und gespeichert, in der Hoffnung, den Datenmüll irgendwann lesbar machen zu können. Die Endgeräte von Xiaomi werden aber nicht vertrauenswürdiger, wenn das nicht gemacht würde.

        Nordkorea ist nicht isoliert. Seine Bevölkerung ist isoliert, außer den Machthabern. Bedenke, Kim Jong-un ist in der Schweiz zur Schule gegangen! Russland und China unterstützen zudem Nordkorea. Nordkorea ist für diese Länder das Land, durch das sie ihre Beteiligung abstreiten können.

        Hier ein neuer Bericht:
        https://www.tagesschau.de/ausland/usa-anklage-nordkorea-hacker-101.html
        Tatsächlich wird darüber aber seit mindestens 10 Jahren berichtet.

        Spionage, Überwachung und Zensur gehen schnell Hand in Hand. Ich frage mich, warum hat Xiaomi mindestens zweimal Daten an China übertragen? War das nur ein Fehler, weil sie damit eigentlich nur ihre eigene Bevölkerung überwachen wollten?
        Oder haben sie weltweit Personen erkennen wollen, die ihnen potentiell gefährlich werden können?
        Wollten sie im Ausland lebende Chinesen finden, die ihner in der Heimat lebende Verwandtschaft unterstützen?

        Aber wir Lemminge kaufen deren Geräte, weil wir uns nicht vorstellen können, was dahinter könnte und es "mich" sowieso nicht betrifft. Aber auf die US-Anbieter schimpfen! Als ob China besser wäre.

        Ich vertraue den US-Anbietern nicht und nutze daher seit Jahren nur noch sehr punktuell deren Dienste. Von mir gibt es hier mehrere Berichte, wie man Google ersetzen und deaktivieren kann. Ich werde deshalb kein Produkt von Unternehmen aus Ländern kaufen, denen ich noch weniger traue. Der Bericht aus Litauen unterstreicht meine Vorgehensweise, besonders weil es keine unbeschriebenes Blatt betrifft.

        Was andere machen, müssen sie selbst entscheiden. Aber die Selbstbelügung, die USA seinen auch nicht besser, ist das gleiche wie "Ich habe nichts zu verbergen." Mir muss auch niemand glauben, aber jeder hier hat Zugang zu den gleichen informationen wie ich und kann meine Aussagen überprüfen.

        Seit ich hier angemeldet bin, schreibe ich, dass wir nicht nur für uns verantwortlich sind. Wir tragen auch Daten anderer mit uns herum und auch diese können abgegriffen werden. Jeder Anruf, jede E-Mail, jede Nachricht per Instand Messenger gibt auch Daten anderer preis.


      • Sicax99 vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        -Weil Geheimdienste den Transportweg abgehört haben...

        Eine Verschlüsselung bringt bspw. gegenüber einer Geheimdienstbehörde wie der NSA überhaupt nichts! Als das mit E. Snowden bekannt wurde, kam in IT Kreisen auch heraus welche unglaubliche Power die NSA hat. Sie sind bspw. dazu in der Lage verschlüsselt SSL Verbindungen mit AES bspw. in Echtzeit zu knacken, by the way die Info stammt aus 2013! Ich war selbst auf einem Seminar bei dem es unter anderem um dieses Thema ging.


    • Sicax99 vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Sicherheit, bzw. 100% Sicherheit ist auch eine Illusion. Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, verliert am Ende beides! Ein System ist nur so gut wie der Macher dahinter. Es liegt schon am Menschen an sich, dass kein System perfekt sein kann, wenn es der Mensch nicht ist...aber wer will schon perfekt sein.


  • Peco vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    naja da alle Hersteller Daten sammeln und ich es mir aussuchen kann nehm ich das phone was eine gute preis leistung hat


  • Roli vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Also kann nur lachen über diesen Bericht.
    Nächste Woche dann werft alle iPhone in den Kübel.
    Sorry so ein Quatsch.


  • Urs Ellers vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Das Problem ist doch nicht die Hardware. Es ist die fehlende Alternative eines Google und Apple-freien Betriebssystem. Außer UBTouch sehe ich keines, das Freiheit im Ansatz liefert.


  • Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Eine grundsätzlich schöne Diskussion, die im Forum auch jetzt schon den üblichen "Aber die Amerikaner..!"-Staub aufwirbelt.

    Ich weiß, es wird dann gerne auch mal der ganz große Bogen nach Guantanamo gespannt und mit Tibet gekontert, aber der grundsätzliche Unterschied bleibt doch der, dass es in den USA tatsächlich ein Parlament gibt und der Präsident gewählt wird (auch wenn man da schon mal durch die eine oder andere Dürreperiode, womöglich derer zwei, hindurch muss) . In China haben wir den abgenickten Präsidenten auf Lebenszeit, Social Scores und Gesichtserkennung extra für Minderheiten, um das jetzt nicht zu lang werden zu lassen - denn die Liste an sich ist schier endlos.

    Der Unterschied beginnt schon damit, dass man hier über die Thematik öffentlich diskutieren kann - in China ist das für jeden Einzelnen weitaus schwieriger und zudem gefährlicher.

    Man kann jetzt trefflich darüber diskutieren, inwieweit man für das Erwachen Chinas als (vorerst?) wirtschaftliche Weltmacht als ursprünglich billiger Produktionsstandort für "den Westen" selbst verantwortlich zeichnet, aber Litauen als EU-Mitglied traue ich in Sachen Berichterstattung deutlich mehr über den Weg als den lauwarmen Dementis chinesischer Tech-Firmen, die nun einmal an der ganz kurzen Leine des allmächtigen Apparats hängen.

    Auch das BSI beschäftigt sich - durch den litauischen Bericht aufgescheucht - mittlerweile intensiver mit den genannten Firmen und Geräten.

    Mein letztes chinesisches Gerät war das Huawei P30 Pro (und für einen 5G-Test für zwei Wochen ein P40), meine Frau nutzt noch ihr Poco F2 Pro. Für mich war spätestens nach dem Bericht der emsigen Huawei-Forschung in Bezug auf Überwachungs- Hard- und Software extra für die Minderheit der Uiguren Schluss mit China und deren Smartphones, da war der Google-Bann nurmehr die Kirsche auf der Sahnehaube. Wenn das Poco den Geist aufgibt, wird auch meine Frau umsatteln.

    Ja, ich höre jetzt wieder "aber Google... Aber Apple...", ist schon klar. Bei denen kann man sich aber verdammt sicher sein, dass fleißige Datensammlerei einzig und allein dem typisch amerikanischen Ziel der Gewinnmaximierung untergeordnet ist. Ich darf aber einen Ex-Präsidenten Trump nach wie vor auch öffentlich Scheiße finden. In China hingegen wäre ich mir bei derlei Äußerungen in Wechat oder auf Weibo in Bezug auf Xi Jinping nicht mal annähernd so sicher. Und genau das ist dann auch der Knackpunkt bei Wortfiltern und Co., die möglicherweise eingesetzt werden. Ob die hierzulande nun deaktiviert sind oder nicht, es bleibt ein no go - und beeinflusst definitiv mein Konsumverhalten. Und dies gewiss nicht im Sinne chinesischer Tech-Unternehmen.


    • Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Vielen Dank für diesen guten Kommentar.


    • Michael K. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Greift leider zu kurz. Hauptkritikpunkt sind ja tatsächliche oder vermeintliche Verbindungen der genannten Firmen zur chin. Regierung, woraus abgeleitet wird, dass es um andere Dinge als um Geld geht.
      Apple und Google mögen nur Daten aus finanziellen Gründen sammeln, das aber vermutlich auch nur, weil die amerikanische Regierung gar nicht auf die Daten dieser Firmen angewiesen ist. Die von Snowden dokumentierten Spionagenetzwerke dienen nicht in erster Linie finanziellen Zwecken, sondern der Bekämpfung von Terroristen. Aber man nimmt natürlich gerne finanzielle Vorteile mit, nämlich durch Industriespionage:

      https://www.welt.de/wirtschaft/article162217929/So-spionieren-Geheimdienste-deutsche-Firmen-aus.html

      Es geht ja "nur" um zweistellige Milliardenbeträge, also kann man über diesen Punkt großzügig hinwegsehen.^^

      Die Terrorismusbekämpfung ist zwar prinzipiell nicht kritikwürdig, wenn sie aber anlasslos praktisch jeden in die Überwachung einbezieht, und dabei sich um hier geltende Gesetze nicht schert, ist eigentlich der Punkt überschritten, bis zu dem man solche Praktiken tolerieren kann. Eigentlich, weil faktisch dieses Abhörverhalten seit Jahren geduldet wird. Dazu kommt, dass aus Sicht der chin. Regierung auch deren Abhör- und Spionagemaßnahmen dazu dienen, Regierungsfeinde, also aus deren Sicht ebenfalls Terroristen, ausfindig zu machen, und ggf. zu inhaftieren.
      Ob Du durch die Spionage von NSA und CIA nicht auf schwarze Listen geräts, wenn Du Trump oder einen anderen Präsidenten kritisierst, und diese schwarzen Listen eine Einstellung bei einer amerikanischen Firma, von denen es hierzulande sehr viele gibt, dann vielleicht verhindern, wirst Du allerdings natürlich nie erfahren.
      Das massenhafte anlasslose Ausspionieren fremder Staatsangehöriger durch ausländische Mächte ausserhalb von deren Territorium halte ich für völlig inakzeptabel, egal um welche Macht es sich dabei handelt.
      Daher sehe ich nicht ein, dass ich Produkte aus einem Land zugunsten von Produkten aus einem anderen Land meiden soll, nur weil bei dem zweiten Land nicht der Hersteller, sondern gleich die Regierung selber das macht, was beim ersten Land der Grund dafür sein soll, die Produkte nicht zu kaufen.
      In dem Sinn kommt Xiaomi für mich weiter in Frage, wie natürlich auch Google und prinzipiell auch Apple.


  • Coastwalker13 vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    1. in euren Umfragen fehlt die Antwort „Ich vertraue gar keinem Smartphone Hersteller“

    2. Finde eigentlich nur ich es sehr auffällig, das man erst Huawei kaputt machen wollte und jetzt wo Xaomi im Prinzip den Platz von Huawei eingenommen hat, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben ohne das handfeste Beweise geliefert werden?

    3. Glaubt ernsthaft irgendwer das man anderen Konzerne wirklich mehr vertrauen sollte und da auch speziell denen aus den USA?


    • Aries vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Was "die nächste Sau durchs Dorf getrieben" betrifft: Xiaomi ist ja nun kein ungeschriebenes Blatt. Bereits zweimal wurde ihnen eine nicht dokumentierte Datenübertragung nach China nachgewiesen. Einmal so tief verankert, dass selbst Rooten nicht dagegen geholfen hat.

      Im Gegensatz zur Trump-Regierung damals bei Huawei, hat Litauen einen konkreten Bericht veröffentlicht. Du darfst sicher sein, dass dieser derzeit von vielen Stellen verifiziert wird.

      Es geht im Bericht um chinesische Smartphones und nicht um US-amerikanische. Aber ich gebe Dir Recht, auch denen kann man nicht wirklich trauen. Wie wir seit fast 10 Jahren wissen, ist gegenüber den USA eine gehörige Portion Mißtrauen angebracht. Das sollte aber nicht dazu führen, China zu trauen. Ich gehe eher davon aus, dass China das gleiche macht, aber aufgrund der autokratischen Regierung noch stärker vertuschen kann als die USA.

      Abgesehen davon enthalten Xiaomi-Geräte auch die Google-Dienste. Die Konsequenz kann daher nur sein, auf europäische Dienste und Apps auszuweichen und konsequent auf Verschlüsselung zu setzen. Chinesische Dienste einzubinden und chinesiche Apps zu verwenden, halte ich für die schlechteste Entscheidung.

Zeige alle Kommentare
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!