Huawei wird 2021 nur 50 Millionen Smartphones produzieren

Huawei wird 2021 nur 50 Millionen Smartphones produzieren

Nach Angaben einiger asiatischer Medien wird Huawei bis 2021 möglicherweise nur 50 Millionen Smartphones produzieren. Eine logische Folge des sich verschärfenden amerikanischen Embargos. Aber spiegelt dies einen nachhaltigeren Wandel in der Produktstrategie des Herstellers wider?

Nach Angaben der südkoreanischen Fachmedien The Elec, deren Quellen oft zuverlässig sind, plant Huawei für das gesamte Jahr 2021 nur 50 Millionen Smartphones zu produzieren. Das sind weniger Einheiten als der chinesische Riese allein im zweiten Quartal 2020 (Q2 2020) verkauft hat (55,8 Millionen Einheiten).

Und das ist ein 79 prozentiger Rückgang gegenüber den 240 Millionen Smartphones, die Huawei 2019 verkauft hat, und ein 73 prozentiger Rückgang gegenüber den 190 Millionen verkauften Einheiten, die Analysten für 2020 prognostizieren.

Offensichtlich sind die Verschärfung der US-Beschränkungen und die daraus resultierende Bedrohung ihrer Halbleiterproduktion die Hauptgründe für diesen Rückgang der Produktion. Die chinesische Tageszeitung Digitimes berichtet über einen Rückgang von 30 Prozent der Komponentenbestellungen für die für diesen Herbst geplante Mate 40-Reihe an.

Aber dieser angebliche Produktionsrückgang ist so signifikant, dass er nicht das Ergebnis einer einfachen Reaktion auf die US-Sanktionen sein kann.

Ein zu relativierendes Katastrophenszenario

In einem seiner Berichte erklärte der renommierte Analyst Ming-Ching Kuo Ende August, dass Huawei den Smartphone-Markt im schlimmsten Fall verlassen könnte.

Aber dieses Katastrophenszenario lässt sich noch relativieren. Absolut gesehen kann jeder Hersteller im schlimmsten Fall in Konkurs gehen. Diese Vorhersage bedeutet nicht viel, und der Analytiker geht bei einer so vagen Vorhersage kein großes Risiko ein.

Sollte sich andererseits die Zahl von 50 Millionen produzierten Einheiten bis 2021 bestätigen, wird es schwierig sein, dies nicht als einen wirklichen Bruch oder zumindest einen Wendepunkt in Huawei's Strategie für seine Produkte zu sehen. Dies umso mehr, als dem Hersteller nach eigenem Bekunden die Kirin-Chips ausgehen werden, deren Produktion bis zum 15. September vollständig eingestellt wird.

Wenn der weltweit führende Smartphone-Hersteller beschließt, seine Produktion um mehr als 70 Porzent zu reduzieren, kann es nicht länger eine einfache Präventivmaßnahme sein, den schädlichen Folgen der US-Sanktionen vorzugreifen. Dies könnte deutlich die Bereitschaft zum Ausdruck bringen, seine Produktionsbemühungen zumindest vorübergehend auf andere Horizonte zu verlagern.

Es wird auch erwartet, dass Huawei auf seiner HDC-Entwicklerkonferenz, die diesen Mittwoch, den 10. September, beginnt, mehrere Ankündigungen zu neuen Produkten machen wird. Wenn der Hersteller den nächsten Mate 40 nicht erwähnt, werden wir uns einige Fragen stellen müssen.

Zumal Huawei auf der IFA 2020 noch einen großen Treffer erzielte. Man erinnerte Europa an das, was das Unternehmen der Wirtschaft und dem Technologiemarkt gebracht hat, und erneuerte mit Entschlossenheit sein Engagement und seine Investitionen.

Während dieser HDC-Konferenz sollte man auch mehr über HarmonyOS 2.0 bzw. HongmengOS für die europäische Version erfahren. Das mobile Heimbetriebssystem von Huawei soll die mit HMS (Huawei Mobile Services) und der AppGallery gestartete Software-Alternative ergänzen.

Quelle: The Elec

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7 Kommentare

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  • Was ihr nicht alles wisst, da wird eine Südkoreanische Quelle genannt gerade wo Südkorea nicht zu Chinas Lieblingen zählt, da Frage ich mich warum sollte China oder Huawei das in direkter Konkurrenz zu Südkorea steht gerade der dortigen Presse sagen Hallo wir machen jetzt das so oder so? Normalerweise kommt sowas nicht Mal bis an die Werksmauer von Huawei wenn die es nicht wollen uns wenn steht es i der chinesischen Presse zuerst oder haben zwei sagt gleich global was abgeht. Sehr fragwürdig, scheint jemand zahlt euch gutes Geld täglich gegen Huawei zu pushen den der?


  • Schade. Ich habe das P40 Pro+ und bin völlig zufrieden. Da ich vorher das P30 Pro hatte, konnte ich mit Phone Clone das Telefon in Windeseile einrichten und 90% der Apps funktionieren einwandfrei. Von den restlichen 10% meckert die Hälfte beim Start zwar, laufen aber dann, die andere Hälfte funktioniert nicht. Was nicht funktioniert sind meist ein paar Spiele. Da ich aber mit dem Handy nur wenig zocke, ist es mir egal. Nur Ebay fehlt tatsächlich. Habe ich nur in einer einzigen anderen Quelle gefunden, aber die ist überhaupt nicht vertrauenswürdig.
    Aber wenn Huawei nun keine Chips mehr bekommt verliert der Markt einen sehr innovativen Smartphonehersteller.

    Sarah


  • Im Titel steht, sie werden 2021 nur 50 Millionen Smartphones produzieren.

    Im Text steht "BIS" 2021. Das bedeutet, dass sie noch dieses Jahr 50 Millionen produzieren werden.


  • Ich dachte immer, der chinesische Markt sei sooo groß bei knapp 1,4 Mrd Einwohner.


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Das hat damit nur absolut gar nichts zu tun.
      Huawei kann einfach keine Prozessoren mehr herstellen lassen und entsprechend keine Geräte verkaufen, egal ob der Markt vorhanden ist oder nicht.


    • Ist er auch, aber das hilft auch nichts, wenn TMSC keine Chips mehr für Huawei produzieren darf, weil die amerikanische Regierung für längst verkaufte Maschinen nachträglich Lizenzen verlangt, die TMSC das dann verbietet. Chinesische Hersteller selber, einschließlich Huawei können zwar konkurrenzfähig Chips entwerfen, aber offenbar nicht selber fertigen.

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