iPhone: Irreführende Werbung sorgt für Millionenstrafe

iPhone: Irreführende Werbung sorgt für Millionenstrafe

In Italien haben die Wettbewerbshüter den iPhone-Hersteller zu einer Millionenstrafe verdonnert. Der Grund: irreführende Werbung zur Wasserdichtigkeit.

Die Wettbewerbsbehörde „Autorità garante della concorrenza e del mercato“ (kurz AGCM) in Italien gab am 30. November bekannt, dass zwei Apple-Töchter, Apple Distribution International und Apple Italia Srl, eine Strafe von insgesamt 10 Millionen Euro zahlen müssen. Konkret geht es um zwei unfaire Geschäftspraktiken, die beide mit der Wasserdichtigkeit aktueller iPhone-Modelle zu tun haben.

Hierbei geht es unter anderem um die Werbung, die Apple in der Vergangenheit für iPhone 8 bis iPhone 11 Pro Max geschaltet hat. Hier wurde etwa beworben, dass die Smartphones – je nach Modell – gegen Wasser in 1 bis 4 Metern tiefe und für bis zu 30 Minuten geschützt sind.

iPhone: Wettbewerbshüter werfen Apple unfaire Geschäftspraktiken vor

Apple habe bei diesen Spots jedoch ein wichtiges Detail ausgelassen. So wurde nicht gesagt, dass es sich hierbei nur um Tests unter spezifischen Bedingungen gehandelt hat. Also zum Beispiel unter kontrollierten Laborbedingungen bei „ruhigem und reinem Wasser“.

iPhone Werbung Wasserdicht Bild AGCM
An Bildern wie aus dieser Werbung störte sich die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM / © AGCM

Durch den Hinweis, dass Wasserschäden nicht von der Garantie abgedeckt werden, könnten Kunden außerdem getäuscht werden, da nicht klar zwischen Herstellergarantie und Gewährleistung unterschieden wurde.

Die Wettbewerbshüter kritisierten des Weiteren, dass Apple einerseits zwar „aggressive kommerzielle Praktiken“ nutzt, um den Schutz gegen Wasser zu bewerben, gleichzeitig aber den Kunden im Falle eines Wasserschadens am iPhone die Garantieleistungen verweigert.

Apple musste bereits im Jahr 2018 eine Strafe von 10 Millionen Euro in Italien zahlen. Damals ging es um Drosselung der Performance aufgrund alternder Akkus, die mit einem iOS-Update eingeführt wurde. Wie im damaligen Fall muss der iPhone-Hersteller in Italien nicht nur die Strafe zahlen, sondern auch einen entsprechenden Hinweis dazu auf der Webseite einbinden.

Via: 9to5Mac Quelle: AGCM 1, AGCM 2 (PDF)

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Top-Kommentare der Community

  • paganini vor 4 Monaten

    Richtig so! Sollten mehr Länder machen, was bringt mir eine „IP Zertifizierung“ wenn es dann nicht garantiert ist das es dicht hält.

15 Kommentare

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  • Mein Samsung S10e habe ich ab und zu unter fliessendem Wasser gereinigt weil ich wusste da passiert nix. Bei meinem iPhone 12 würde ich das aber nicht machen weil ich Apple nicht traue 😁
    Überhaupt bin ich von meinem iPhone Switch nicht restlos überzeugt. Gestern habe ich z.B heraus gefunden dass man während der Videoaufnahme gar nicht zwischen front und Hauptkamera wechseln kann. Eine ziemlich teure Angelegenheit wenn man vor allem wegen AirDrop geswitcht ist und das Gefühl hatte mit dem iPhone würde eh alles besser 😅

    Gelöschter Account


  • Steve vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Absolut korrekte Kommentare. Schon Sony hat suggeriert das man damit tauchen könnte, aber max 1 Meter und niemals im Meerwasser und und und an Ausnahmen. Die haben mit so einer Werbung begonnen.


    • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Ich kann mich sogar noch an ein Video erinnern, als Sony ich glaube bei der IFA2014 live zeigen wollte, wie wasserdicht ihre Geräte sind, indem sie Leute das Xperia Z2 in einen Brunnen fallen lassen und das Resultat war, dass es nicht mehr funktioniert hat... ^^"

      Der einzige, der es zumindest damals richtig angegangen ist, war Samsung. Sie haben beim S5 direkt auf der Bühne gesagt "Don't forget: water resistent does not mean 'water proof'." Machen sie aber mittlerweile auch nicht mehr und werben damit wie alle anderen..


      • In Deutschland kennt kaum einer den Unterschied zwischen "water resistent" und "water proof".


      • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @René H.
        Naja zum einen war das ein englisch sprachiges Event. Und zum anderen ist das ja nicht Samsungs, Apples oder wessen Schuld auch immer, nur weil man in Deutschland den Unterschied nicht kennt. Oder in anderen Ländern.


    •   29
      Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Ich verstehe nicht, wieso die IP-Klassifizierung überhaupt ein solches Thema ist. Es ist toll wenn ein Smartphone nicht beim ersten Regentropfen defekt wird, aber wozu soll ein Smartphone wasserdicht sein? Mir ist der Empfang wichtig, die Zuverlässigkeit des OS, aber auf die IP-Klassifizierung habe ich noch nie geachtet. Aber vielleicht gibt es ja Sporttaucher, die mit ihrem Smartphone die Zebrafische fotografieren wollen. ;-)


      • Oder man hat ein Kind das in der Badewanne Musik hört und dem dabei das Handy aus der Hand rutscht und in die Wanne fällt. Da ist man dann froh wenn es wasserdicht ist.

        Gelöschter Account


      •   29
        Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Da sehe ich die Verantwortlichkeit zu 100% bei den Eltern. ;-)


  • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Nicht dass ich das schlecht finde (vielleicht führt das ja irgendwann dazu, dass es doch von der Garantie abgedeckt wird), aber wieso speziell nur Apple? Mir ist kein einziger Smartphone-Hersteller bekannt, der es anders macht. Ausnahmslos alle werben mit dem Schutz vor Wasser und kein einziger deckt Wasserschäden ab.
    In wie fern sind das also "unfaire Werbepraktiken", wenn es wie gesagt ausnahmslos jeder macht?


    • Es sind unfaire Werbepraktiken gegen den zahlenden und leicht gläubigen Kunden. Es wird nicht einfach nur deshalb zu einer fairen Werbepraktik, weil es (alle) Andere(n) auch tun.

      Selbstverständlich sind es unfaire Werbepraktiken - was denn sonst?!?

      Wenn Du bei rot über die Ampel fährst, ist Deine Pappe weg. Das ändert sich auch nicht, wenn ich, ganz viele oder alle bei rot über die Ampel fahren.

      Welche Schaltungen funktionieren da nicht, um sowas überhaupt in Frage zu stellen?


      • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @dieCrisa
        Dem würde ich so nicht zustimmen... das hat halt einfach nichts mit "unfair" zu tun. Unfair ist es sogesehen nur, dass nur Apple für etwas bestraft bzw. belangt wird, was alle machen. Das ist so - um bei deinem Beispiel zu bleiben - als ob du deine "Pappe" abgeben musst, weil du über rot fährst, obwohl es eben alle anderen nachweislich auch machen.
        Als "unfaire Werbepraktiken" würde ich so etwas wie den VW-Skandal bezeichnen, aber nicht sowas hier. Klar ist es sch... für den Kunden, aber mit "unfairen Werbepraktiken" hat das mMn trotzdem nicht zu tun.

        Und so einen dummen Kommentar wie deine letzte Äußerung kannst du dir übrigens sparen.


      • Das hat nichts mit unfair zu tun? Na, dann nennen wir es Betrug, Vortäuschung falscher Tatsachen, Schummeln, Lügen ... Wie soll das Kind denn heißen? Wurde Apple etwa bestraft, obwohl sie gar nichts falsch gemacht haben? Reine Willkür? Wer glaubt Dir denn solchen Quark?

        Vermutlich sind alle iPhones der letzten Jahre "wasserdicht" - sprich 100% aller Modelle. Bei anderen Herstellern gibt es ja eine viel breitere Palette - viele der Modelle werden erst gar nicht als "wasserdicht" angepriesen. Das ist schon mal ein gravierender Unterschied. ;)

        Aber Du hast natürlich Recht, wenn andere Hersteller für gleiches Vergehen nicht bestraft werden, dass man dies als unfair bezeichnen könnte. Nur - darum geht es schlicht nicht! Es geht um die Kundschaft - nicht um die Wettbewerber. Und gegenüber der Kundschaft ist das also völlig fair?!?

        Ok. Du hast ja sowieso einen völlig anderen Blickwinkel auf die Realität. Der Nasenfaktor spielt eine doch sehr übergeordnete Rolle.... ein sehr denkwürdiges Weltbild...

        Ich jedenfalls finde das unfair - egal, ob von Apple, Samsung, Huawei, Xiaomi oder wer auch sonst.


    • @Tim. Ja das wollte ich auch gerade schreiben... besonders Samsung ist es damals ähnlich angegangen, viele Leute haben den Support bemängelt bei Wasserschäden weil Samsung so gut wie immer Eigenverschulden unterstellt und für Wasserschäden keine Gewährleistung übernimmt. Also fast jeder Hersteller schummelt dahingehend. Jetzt ist Apple am Pranger weil die Italiener den Mund aufgemacht haben. 🤣

      Aber wenn man egal bei welchem Hersteller mal die Bedienungsanleitungen und Garantiebedingungen liest (was ja mal ganz im ernst fast eh keiner macht) dann liest man im kleingedruckten dass Chlor- und Salzwasser nicht mit dem Gerät in berührung kommen dürfen. Die Temperatur und Tiefe spielt auch noch ne Rolle.

      Im großen und ganzen macht fast jeder den selben Scheiß.

      Aber denke dass Apple davon sicher keinen Schaden nehmen wird.
      Ist ja eher ein kleines Bußgeld.^^


  • Richtig so! Sollten mehr Länder machen, was bringt mir eine „IP Zertifizierung“ wenn es dann nicht garantiert ist das es dicht hält.

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