Apple Silicon: Apple präsentiert erste Macs mit M1-Chips

Apple Silicon: Apple präsentiert erste Macs mit M1-Chips

Im Juni kündigte Apple an, dass man sich von Intel verabschieden würde. Nun präsentierte man die ersten Macs mit M1-Chip im Mac mini, MacBook Pro und MacBook Air. Letzteres darf sogar gänzlich auf einen rauschenden Lüfter verzichten.

Im Rahmen der WWDC im vergangenen Juni versprach Apple das, was von vielen Beobachtern seit Jahren erwartet wurde. Statt Intel arbeiten in künftigen Macs hauseigene Prozessoren. Dieses „Apple Silicon“ lehnt sich stark an die aus iPhone und iPad bekannten Chips an und macht im Mac als M1 den Anfang. Konkret präsentierte Apple ein neues MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini.

Im MacBook Air darf man sich ab sofort auf lautloses Arbeiten freuen: Auf einen Lüfter hat Apple im Einsteiger-Notebook nämlich verzichtet.

Apple M1: Mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch

Die neuen M1-Prozessoren sind wieder einmal ein System-on-a-Chip (SoC). Es werden also diverse Komponenten – wie etwa CPU und GPU – miteinander vereint, die dann den M1 ausmachen. Wie beim aktuellen A14-Chip, der etwa im iPhone 12 zum Einsatz kommt, setzt Apple auf eine 5-Nanometer-Fertigung.

Das Unternehmen spricht selbst davon, dass der M1 eine bis zu 3,5-mal schnellere CPU-Leistung und eine bis zu 6-mal schnellere GPU-Performance biete. Maschinelles Lernen soll durch den AR-Core ebenfalls bis zu 15-mal schneller sein. Trotz des Zuwachs an Leistung soll die Batterielaufzeit bis zu 2-mal länger sein, als es bei den Macs der vorherigen Generation der Fall war.

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Die CPU des M1 soll bis zu zweimal schneller sein / © Apple

Die CPU des M1 besteht aus acht Kernen, vier mit hoher Leistung und vier mit hoher Effizienz. Wie beim iPhone oder iPad kann man so die jeweiligen Prozesse auf die passenden Kerne umleiten, je nachdem, um welche Aufgaben es sich handelt. Apple schreibt, dass selbst die stromsparenden Kerne eine Performance wie der Dual-Core-Chip im aktuellen MacBook Air bieten, gleichzeitig aber deutlich weniger Energie benötigen.

Bei der GPU setzt Apple auf bis zu acht Kerne. Die Grafikeinheit greift auf den gemeinsamen Arbeitsspeicher zu, den man sich mit der CPU teilt. Dadurch will man etwa bei Spielen einen Performance-Gewinn verzeichnen. Der M1 unterstützt außerdem in allen neuen Macs den Anschluss eines 6K-Displays, vornehmlich natürlich des Apple Pro Display, das über Thunderbolt angeschlossen werden kann.

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Die wichtigsten Details von Apples M1 / © Apple

Wie beim iPhone 12 ist auch Apples Neural Engine mit an Bord, die mit 16 Kernen das maschinelle Lernen beschleunigen soll. Dies kann etwa bei der Videoanalyse, Spracherkennung oder Bildverarbeitung helfen.

MacBook Air und MacBook Pro mit Apple M1

Zu den ersten Geräten mit Apples M1 gehören neue Modelle des MacBook Air und MacBook Pro. Die Unterschiede am M1 in beiden Mac-Notebooks sind hier äußerst gering. So besitzt das Einstiegsmodell des MacBook Air eine GPU mit sieben Kernen, während in allen anderen Geräten M1-Chips mit acht GPU-Kernen zum Einsatz kommen. Äußerlich treten beide Modelle im altbekannten Design auf, welches man schon von den Intel-Varianten kannte. Es handelt sich also bislang um eine interne Revolution.

Im MacBook Air verzichtet Apple auf eine aktive Kühlung. Ein rauschender Lüfter fehlt also und sorgt damit für eine lautlose Arbeitsumgebung. Im MacBook Pro kommt wie gewohnt ein Lüfter zum Einsatz.

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Das MacBook Air mit M1 machte den Anfang in Apples Präsentation / © Apple

Das MacBook Air verfügt über ein 13,3-Zoll-Display mit einer nativen Auflösung von 2560x1600 Pixeln bei einer Helligkeit von 400 Nits. Mit dazu gehören True Tone und eine erweiterte Abdeckung des DCI-P3-Farbraum. Optional können 16 GB Arbeitsspeicher und eine SSD mit bis zu 2 Terabyte Speicherplatz geordert werden. Wie beim vorherigen MacBook Air ist weiterhin Touch ID in die Tastatur integriert. Eine Touch Bar gibt es im MacBook Air weiterhin nicht. Leider verbaut Apple weiterhin nur eine 720p-Webcam, deren Bildqualität soll laut Apple jedoch dank des M1-Chips gesteigert worden sein.

Für die Verbindung mit der Außenwelt stehen Bluetooth und – erstmals beim Mac – Wi-Fi 6 zur Verfügung. Wie bei den anderen M1-Macs kommt USB 4.0 zum Einsatz. Die beiden Ports unterstützen Thunderbolt 3 mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 40 Gigabyte pro Sekunde und USB 3.1 Gen 2 mit bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde. Ein traditioneller 3,5-mm-Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden.

Die Laufzeit des MacBook Air gibt Apple mit bis zu 18 Stunden bei der Videowiedergabe an. Beim Surfen im Web sollen es bis zu 15 Stunden sein.

Das MacBook Air kann in den Farben Silber, Space Grau und Gold konfiguriert werden. Standardmäßig besitzt das Notebook 8 GB RAM und eine SSD mit 256 GB. Die Preise beginnen bei 1.100,50 Euro.

Das neue MacBook Pro im 13,3-Zoll-Format mit dem M1-Chip löst die altbekannte Zwei-Port-Variante der Intel-Version ab. Das Display bietet dieselben Eigenschaften wie im MacBook Air, jedoch bei 500 Nits. Die Aufrüstbarkeit mit bis zu 16 GB RAM und einer 2-TB-SSD gleicht ebenfalls dem MacBook Air.

Apple MacBook Pro slide
Neben dem MacBook Air gibt es jetzt auch eine M1-Version des MacBook Pro mit 13,3-Zoll-Display / © Apple

Außerdem kommt hier die Touch Bar zum Einsatz. Im etwas größeren Gehäuse stecken des Weiteren Stereo-Lautsprecher mit großem Dynamik­bereich und drei Mikrofone mit „Studioqualität“.

Die Akkulaufzeit wächst dank eines etwas größeren Akkus auf bis zu 17 Stunden beim Surfen und bis zu 20 Stunden bei der Wiedergabe von Filmen.

Die Preise für das MacBook Pro in Silber oder Space Grau mit M1-Chip beginnen bei 1.412,45 Euro. Im Gegensatz zum MacBook Air, das nur noch ausschließlich mit dem M1 verfügbar ist, bietet Apple auch weiterhin eine 13,3-Zoll-Version des MacBook Pro mit Intel-Chip an.

Mac mini: Silberne Flunder mit M1-Chip

Neben den beiden portablen Macs mit M1-Chip hat Apple auch einen Mac mini mit dem neuen SoC im Angebot. Dieser lässt sich ebenfalls mit maximal 16 GB RAM und einer 2-TB-SSD ausstatten.

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Der Mac mini ist der erste Desktop-Mac mit M1-Chip / © Apple

Im Gegensatz zum Intel-Modell müssen Käufer aber auf einige bislang bekannte Features verzichten. So gibt es nur zwei USB-C- und zwei USB-A-Ports. Die weiterhin verfügbare Intel-Version bietet vier USB-C-Anschlüsse. Das optional erhältliche 10-GBit-Ethernet ist im M1-Modell ebenfalls nicht vorhanden.

Die Preise beginnen für den ausschließlich in Silber erhältlichen Mac mini mit M1-Chip, 8 GB RAM und 256 GB SSD beginnen bei 778,85 Euro. Auch hier bietet Apple weiterhin eine Intel-Variante an, die aufrüstbarer ist, als die M1-Modelle.

Apple M1: Einsteigermodelle mit neuem Chip

Ein Blick auf die neue Produktpalette offenbart, dass Apple mit den neuen M1-Macs zunächst im Einsteigerbereich den Anfang macht. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass man weiterhin beim 13,3-Zoll-MacBook-Pro und dem Mac mini die altbekannten Intel-Varianten im Angebot hat. Damit bietet man Lösungen an, die man mit dem M1 bislang nicht abdecken kann oder will.

Der neue M1-Chip sorgt unter anderem beim Mac mini und dem gemeinsamen Arbeitsspeicher dafür, dass ein nachträgliches Aufrüsten nicht länger möglich ist. Gleiches dürfte wohl auch für die SSDs gelten. Außerdem fehlen in Apples Dokumentation bislang alle Hinweise auf die Unterstützung von eGPUs bei den neuen M1-Macs.

Die Auslieferung des neuen MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini beginnt ab der kommenden Woche. macOS Big Sur wird bereits ab Donnerstag, den 12. November 2020 verfügbar sein.

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Quelle: Apple 1, Apple 2

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18 Kommentare

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  • Was ich noch immer nicht versteh warum die Teile eine 720p Kamera haben? Die war schon damals bei meinem MacBook Pro 2018 mies und ist noch immer drin? 🤣


  • Ein T.
    • Blogger
    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Ich muss gestehen, dass mich so ein MacBook Pro mit Arm Chip schon anmacht. Wenn die Dinger nur nicht so teuer wären..und wenn ich ehrlich zu mir bin, brauch ich es auch gar nicht. Das ipad Pro kann Alles, was ich brauche.


    • Das MacBook Air startet bei 1100€. Klar, ist teuer, aber vergleichbar mit einem speichertechnisch gleich ausgestatteten iPad Pro + Tastatur.
      Und: es sieht aus, als ob dieses 1100€ MacBook Air in Sachen Leistung (und selbstredend Effizienz) das Basis MacBook Pro 16" in die Tasche steckt


  • >>"...Thunderbolt 3 mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 40 Gigabyte pro Sekunde und USB 3.1 Gen 2 mit bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde. ..."<<

    Es sind Gbit/s!


  • Hier mal paar Vergleiche
    „ Im Falle des Mac mini heißt es, dieser biete 3x mehr Performance und 6x bessere Grafikleistung. Die neu hinzugefügte Fußnote erläutert: Der Test bezieht sich auf einen "preproduction Mac mini" mit M1 und einen Mac mini mit Intel Core i3 bei 3,6 GHz und vier Kernen, 16 GB RAM und einer 2 TB großen SSD.“

    „ Blickt man auf das MacBook Air, so ist von 3,5x besserer Rechenleistung und 5x mehr Grafik-Performance die Rede. Ein Blick in die Fußnote: Die zitierten "bis zu" Angaben vergleichen ein M1-basiertes MacBook mit der Intel-Version, welche auf einen Core i7 setzt. Bei einer Taktrate von 1,2 GHz und vier Prozessorkernen wies dieses ebenfalls 16 GB RAM und 2 TB SSD-Speicher auf.“

    .mactechnews.de/news/article/M1-Macs-3x-4x-5x-6x-schneller-wie-Apple-auf-diese-Werte-kommt-176419.html


  • Schauen wir mal, was sich ergibt. Ist ja noch immer alles recht unpräzise, gerade die Performancevergleiche.


    • Was die Aussagekraft dieser PR-Charts anbelangt, stimme ich dir zu. Trotzdem traue ich Apple zu, gerade im unteren Leistungsbereich mit den ARM-Chips Leistung und Effizienz merklich zu steigern. Spannend dürfte es bei den noch ausstehenden Macs der oberen Leistungsklassen werden.


      • Ja, gerade bei sowas wie Workstations müssen sie früher oder später überzeugen. Im low power Bereich ist das keine große Challenge (gerade wenn man mal schaut, wie mies die Intel-Prozessoren in den Vorgängern waren).


      • C. F.
        • Blogger
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Ich habe mir zwar erst das MacBook Pro 16" gegönnt, aber wenn das 16er mit ARM-Chips rauskommt, könnte ich über einen Wechsel nachdenken...


      • @Gianluca
        Nun ja, was Apple jetzt mit dem M1 abgeliefert hat, würde ich bunt gerade als "war keine große Challenge" abstempeln ^^ das Ding steckt zumindest nach ersten groben Tests selbst deutlich höher preisigere Rechner, wie das 15" Dell XPS und MBP 16" in die Tasche.


      • Wie gesagt, "keine große Challenge" im Vergleich zu den Intel-Prozessoren in den Vorgängern. Gerade wenn man mal guckt was im Macbook Air drin war, verwundert die bessere Leistung einen nicht all zu sehr ^^


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Wobei dieses mehr an Leistung für den Normalo nicht spürbar sein dürfte.


    • Ja erinnert mich an die Alpecin Werbung 🙈 ein Schaubild ohne Aussagekraft

      Bin aber auf erste Tests gespannt


  • Ich hätte den Wechsel von X86 auf ARM tatsächlich nicht so schnell erwartet!

    Erst bekommt Intel von AMD mit Ryzen 5000 einen absoluter Endgegner und nun sagt Apple als großer Abnehmer "Tschüss" zu Intels Prozessoren 😳😬

    Bin gespannt auf die ersten Tests der Apple Geräte und wie gut die Umstellung der Programme/Apps ablaufen wird 💻👍


    • Das zeigt nur zu deutlich wie wichtig Wettbewerb ist. Intel ist seit Jahren im Standby unterwegs. Die neuen Ryzen Prozessoren sind mega und auch die GPUs werden Nvidia angreifen. Für den Konsumenten absolut top. Im Falle von Apple zieht sich die Schlinge noch mehr ins Ökosystem..


      • Ja, Intel hat zu lange auf Quadcores geschlafen und dann kam AMD mit der ersten Ryzen Keule! 😂

        Apple hat daher eine BWL Rechnung erstellt und macht nun eigene 5nm SOCs sogar für Notebooks/Macs damit RAM, SSD Speicher nur noch vom Hersteller abhängig sind 💻😯


      • @Mr. Android
        Das mit dem RAM und Speicher ist aber nicht neu. Der war bei bisherigen MacBooks auch schon fest aufs Mainboard gelötet. Es hat sich lediglich die Position davon geändert... ^^ das hat mit dem M1 wenig zu tun. Und wie Apple das bei den großen iMacs macht müssen wir erstmal abwarten.


      • @Tim
        Bei den iMacs sollte ein kräftigerer SOC kommen natürlich auch mit Big/Little ARM Architektur.

        Ich denke an mindestens 8+ Big-Cores sowie eine GPU mit deutlich mehr Kernen für Produktivität (vielleicht ein M1Max SOC) 🖥😁

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