Project Treble: Vier Jahre Android-Updates, doch es gibt einen Haken

Project Treble: Vier Jahre Android-Updates, doch es gibt einen Haken

Qualcomm hat heute bekannt gegeben, dass es mit Google am Treble-Projekt zusammenarbeitet. Mit dieser Kooperation soll die Dauer von Android-Updates auf vier statt drei Jahre für Smartphones mit Snapdragon-SoCs verlängert werden. Allerdings gibt es dabei einen Haken.

Die Partitionierung von Android und die Frage nach der Anzahl von Updates und ist für jeden Android-Hersteller ein großes Thema. Im Gegensatz zum iPhone, das von einem durchschnittlichen Software-Support von 5 Jahren profitiert, liegt der Durchschnitt bei Android-Handys bei zwei Jahren Support für größere Updates und 3 Jahre für Sicherheitspatches.

Selbst die Pixel-Modelle, Googles eigene Smartphones, die mit Android One laufen, profitieren nur 3 Jahre lang von größeren Betriebssystem-Updates. Bei anderen Herstellern kann die Zeit zwischen der Einführung einer neuen Android-Version wie Android 11 und der Implementierung in ihre jeweiligen eigenen Android-Versionen hingegen mehrere Monate dauern.

OnePlus und Nokia gehören in dieser Hinsicht traditionell zu den besten Schülern, während Xiaomi oder Asus meist eher hinterherhinken.

Ein schnellerer und effizienterer Android-Upgrade-Prozess

Das 2017 als Teil von Android 8.0 Oreo gestartete Treble-Projekt teilt Android in verschiedene Teile auf (die berühmte Partitionierung des Betriebssystems). Das soll es für Hersteller einfacher machen, nur die Systemteile zu aktualisieren, die sie brauchen und neue Updates somit schneller herauszubringen.

Von der neuen Partnerschaft zwischen Google und Qualcomm werden Verbesserungen des Treble-Projekts erwartet, die es den Herstellern erleichtern, zusätzlich zum Android-Framework eigene Betriebssystemimplementierungen zu erstellen.

Dies wird durch eine Änderung der Art und Weise erreicht, wie der Android-Upgrade-Prozess bisher gehandhabt wurde. Android ist auf vielen Gerätetypen mit unterschiedlichen Fähigkeiten vorhanden, und die Hersteller differenzieren ihre Geräte gerne während sie dabei ihren eigenen Stil mit Oberflächen wie OneUI bei Samsung oder OxygenOS bei OnePlus umsetzen.

Dieses Framework, sowie alle Updates, müssen für verschiedene Chipsätze, die wiederum unterschiedliche Anforderungen haben, angepasst werden. Die Hersteller müssen die unterschiedlichen Frameworks bei der Implementierung auf verschiedenen Chips berücksichtigen, was ihnen mehr Arbeit bereitet. In gewisser Weise hat das Treble-Projekt die Dinge also noch ein wenig komplizierter gemacht.

google qualcomm project treble android partition
So soll die neue Android-Partitionierung im Treble-Projekt funktionieren / © Google

In Zukunft sollen Verbesserungen von Google und Qualcomm die Entwicklung und Bereitstellung eines Android-Updates vereinfachen, indem sie das gleiche Betriebssystem-Framework auf verschiedenen Chips verwenden. Qualcomms Snapdragon-Chipsatz wird dieses erweiterte Project Treble nutzen, das in Android 11 enthalten sein wird, um das gleiche OS-Framework und damit die Implementierung auf allen Chips zu ermöglichen, was den Prozess vereinfachen und vor allem beschleunigen soll.

Die Idee ist also, die Updates der einzelnen Overlays auf allen verschiedenen Smartphone-Reihen eines Herstellers zu homogenisieren.

4 Jahre größere Updates, wirklich?

Aufgrund der Art und Weise, wie Updates von nun an verwaltet werden, sind Google und Qualcomm zuversichtlich, dass sie in der Lage sein werden, "vier kommende Versionen des Android-Betriebssystem zu unterstützen und vier Jahre lang Sicherheitsupdates zu gewährleisten". Dies soll auf Geräten möglich sein, die mit den neuen Snapdragon-Chips von Qualcomm ausgestattet sind.

Aber freut Euch noch nicht zu sehr, denn wir sollten ganz genau über diese Aussagen nachdenken. Denn schließlich reden wir hier von vier Versionen von Android, nicht etwa von vier großen Updates.

Der kommende Snapdragon 888 wird der erste Chipsatz sein, der von den neuesten Project Treble-Verbesserungen profitiert. Aber, wie oben erklärt, wird dieses neue System in Android 11 integriert werden, das somit als erste Version des Betriebssystems gilt.

Qualcomm stellte klar, dass es "die Startversion und dann 3 OS-Updates unterstützen wird, für insgesamt 4 Hauptversionen des Android OS. Konkret werden Smartphones mit dem Snapdragon 888 unter Android 11 wichtige Updates auf Android 12, 13 und 14 erhalten, aber nicht 15. In der Realität bleiben also insgesamt 3 Jahre an großen Updates übrig.

Ein Versprechen, das gleich weniger spektakulär ist. Das ist im Grunde das, was derzeit schon bei den Pixel-Smartphones gemacht wird. Es gibt 3 Jahre lang Hauptupdates, aber mit einem zusätzlichen Jahr an Sicherheitspatches. Zumal dieses Projekt auch weiterhin von der Bereitschaft der einzelnen Hersteller abhängt, da nicht alle die Mittel oder Ressourcen haben, ihre Geräte überhaupt so lange zu warten. Google und Qualcomm legen nur die Grundlagen, und es liegt an den einzelnen Herstellern, diese anzuwenden oder nicht.

Es ist auch eine geschäftliche Frage, da es nicht im Interesse eines Herstellers ist, langlebigere Smartphones anzubieten, wenn er alle drei Monate ein neues Modell herausbringt. Stellt Euch vor, Realme würde sich verpflichten, den Software-Support für die mehr als 20 Smartphones, die es 2020 auf den Markt gebracht hat, für 4 Jahre zu finanzieren. Dabei müsste der Hersteller sein gesamtes Geschäftsmodell überdenken.

Es ist nicht sicher, dass alle Marktteilnehmer das Spiel mitspielen. Googles Pixels und Samsungs (außereuropäischen) Flaggschiffe sollten allerdings zu den ersten gehören, die eine nachhaltigere Zukunft für Android einläuten.

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Quelle: Google

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10 Kommentare

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  • Aktuell gibt es aber nur 3 Jahre Updates bei Google. Ab dem 4. Jahr ist Ende, jetzt gerade mit dem Pixel 2 erlebt. Nach dem Update auf Android 11 war Schluss. Wird auch auf der Updateseite in den Einstellungen so angezeigt.


  • Nimmt doch Windows PCs al Beispiel. Man kann auf einen mindestens 6-7 Jahr alten PC Windows 10 installieren. Android ist einer von grössten Umwelt Sünder. Glaube Android ist beim absteigenden Ast.


  • Naja, die neueste Android Version interessiert mich weniger als die Patches. Solange Sicherheitslücken geschlossen werden, ist mir mittlerweile egal ob da Android 10 oder 11 drauf läuft.

    Mit jeder Version heißt es der Akku wird besser genutzt...ist das so ?

    Jede Version will die Nutzererfahrung verbessern.... meist heiße Luft.

    Jede Version verspricht bessere Performance... auch hier mit der Lupe zu finden.

    Das einzige was ich bei Oneplus und Xiaomi schon erlebt habe ist das mein Smartphone nach dem Update plötzlich zicken machte ( und im Xiaomi Fall meine ich ein android One Gerät, nicht MIUI ). Also Sicherheit ist mir wichtig, die neuste Android Version eher weniger.


  • Außer OnePlus und Nokia hält niemand sein Versprechen ein. 👌

    Der Apfel schafft es immer besser und ist einen Schritt voraus...schade um unsere tolle Android Community!


  • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    > OnePlus und Nokia gehören in dieser Hinsicht traditionell zu den besten Schülern

    Zu,mindest Nokia hat allerdings auch einen Notendurchschnitt von 4-!

    Die Top-Geräte werden am besten versorgt, bei den Mittelklasse-Geräten fällt in unregelmässigen Abständen ein Sicherheitspatch aus und die billigen Geräte bekommen alle drei Monate ein Update. Je älter, desto seltener. Manche Fehler werden nie behoben, wie die Benachrichtigungs-LED beim 6.2/7.2, die bei System-Apps funktioniert.

    Man kann sagen, es sei doch verständlich, dass billigere Geräte seltener versorgt werden, das lasse ich aber nicht gelten, wenn sie als AndroidOne und den entsprechenden Updateversprechen verkauft werden.

    Insgesamt habe ich Android diesbezüglich abgeschrieben.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      "Insgesamt habe ich Android diesbezüglich abgeschrieben."

      Ich auch. Und leider ist keine Besserung in Sicht...


    • Irgendwie interessiert aber doch die wenigsten die Aktualität von Android. Die Smartphones sollen möglichst nicht viel kosten und funktionieren. Die Personen die mit den Geräten arbeiten oder Onlinebanking betreiben sind, denke ich, die einzigen die auf Sicherheit achten.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Ich achte auch auf Sicherheit, betreibe aber kein online-Banking oder "arbeite" mit dem Smartphone. Aber wenn ein Gerät nach ein oder zwei Jahren kein update auf die neuste Android-Version bekommt, obwohl es technisch dazu in der Lage wäre, hört bei mir der Android-Spass auf. Von daher Apple. Mein betagtes iPhone 8 bekommt immer noch die neusten Versionen von iOS.


  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Es ist ein winziger Schritt, in die richtige Richtung, aber trotzdem einfach billig... 4 Android-Updates wären bei den Android-Flaggschiff-Preisen heutzutage (günstigere Geräte bekommen ohnehin eher nicht in den "Genuss" von so langem Support) das absolute Minimum und dann ist das nicht einmal richtig...

    Hoffentlich verpflichten Google und Qualcomm die Hersteller wenigstens zu dieser Support-Dauer. Vielleicht hört dann ja auch dieses "wir hauen im Wochentakt neue Geräte raus" auf.

    PS: Ich habe irgendwie meine Zweifel, dass der Durchschnitt in Sachen Updates bei Android bei 2 Jahren und 3 Jahren Patches liegt? Vor allem weil der Großteil eher Mittelklasse-Geräte ausmacht und die bekommen oftmals höchstens ein einziges Android-Update. 2 Jahre Android- und 3 Jahre Sicherheits-Patches ist bei aktuellem Stand eher das Maximum, nicht der Durchschnitt ^^

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