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Kuriose Polizeikontrolle: Autonomes Fahrzeug begeht Fahrerflucht

Cruise car in San Francisco streets
© Cruise

Seit gestern sorgt ein auf Instagram gepostetes Video für Gelächter und Besorgnis im Netz. Darin sehen wir Polizei, die sich einem autonomen Fahrzeug von Cruise in San Francisco nähert und ratlos feststellt, dass keine Person hinter dem Steuer sitzt. Nachdem das Auto "angesprochen" wurde, verschlimmert es seine Lage noch deutlich.

  • Ein vor zehn Tagen veröffentlichtes Video zeigt die Schwierigkeiten der Polizei im Umgang mit autonomen Autos in San Francisco.
  • Der autonome Taxidienst von Cruise (GM) ist seit Februar in der Stadt in Betrieb, jetzt tauchen die ersten Berichte über Probleme auf.
  • Cruise erklärt das umstrittene Vorgehen der Autos und berichtet über Maßnahmen zur Unterstützung der Polizei und der Rettungskräfte in SF.
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Das Silicon Valley ist die Geburtsstätte der ungewöhnlichsten Projekte im Bereich der Robotik und Automatisierung. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass jeder darauf vorbereitet ist, mit solch großartiger Technologie umzugehen. Seit Februar dieses Jahres bietet der autonome Taxidienst von Cruise, einer Tochtergesellschaft des US-Automobilherstellers GM, Fahrten für die Öffentlichkeit in San Francisco an. Jetzt sehen wir die ersten Reaktionen auf den Dienst.

Wie in dem von Seth Weintraub, Redakteur von 9to5mac, am Wochenende geteilten Video zu sehen ist, war die Annäherung der Beamten an das autonome Auto von Cruise im Stadtteil Richmond sowohl komisch als auch beunruhigend. Einerseits wissen die Polizisten offensichtlich nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Andererseits erweckt das Verhalten des Autos den Anschein, dass es auf der Flucht vor der Polizei ist.

Allerdings, so ein Sprecher von Cruise gegenüber The Verge, hat das Auto nicht versucht, sich der Polizei zu entziehen. Im Gegenteil, es hat die Aktion verstanden und versucht, an einem sicheren Ort in der Nähe zu parken. Darüber hinaus erklärte das Unternehmen, dass sich die Polizei wegen des ausgefallenen Lichtes näherte, und dass das Problem inzwischen behoben wurde. Das Unternehmen äußerte sich auch über Twitter als Reaktion auf Weintraub:

Weitere Details: Unser AV wich dem Polizeifahrzeug aus und hielt dann wie vorgesehen an der nächstgelegenen sicheren Stelle für die Verkehrskontrolle an. Ein Beamter kontaktierte das Cruise-Personal, es wurde keine Vorladung ausgesprochen.

Wir sollten beim am 2. April auf Instagram geposteten Video auch die Reaktion der Menschen, die die Szene miterlebten, beachten. Deutlich zu hören sind Gelächter und Fragen zum Vorgehen: "Wie konnte das passieren?" oder "Das muss ich sehen!". Dies unterstreicht die Tatsache, dass wir nicht darauf vorbereitet sind, mit einer solchen Situation umzugehen.

Denn was würdet Ihr tun, wenn Ihr im Falle eines Unfalls mit diesem selbstfahrenden Auto von Cruise interagieren müsstet?

In diesem Zusammenhang hat Cruise erklärt, dass es mit dem San Francisco Police Department (SFPD) zusammenarbeitet. Polizei und Rettungskräfte werden demnach informiert und ihnen steht in solchen Situationen eine Support-Hotline zur Verfügung. Auf dem YouTube-Kanal des Unternehmens finden sich auch einige Videos, in denen Ersthelfer lernen, wie sie sich den Fahrzeugen nähern sollen:

Ob lustig oder nicht, Tatsache ist, dass das Problem nicht mehr in der Entwicklung der Technologie liegt, sondern in der sicheren Interaktion der Menschen mit solchen Lösungen. In Städten wie Berlin oder Paris ist dies vielleicht noch keine Realität, aber wir sind sicher nicht weit davon entfernt, in nicht allzu ferner Zukunft Cruiser-ähnliche Beispiele in weiteren Ländern zu sehen.

Via: Electrek

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2 Kommentare

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  • Tenten vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Als Fahrerflucht würde ich das jetzt nicht bezeichnen, allerdings finde ich die Kommunikation des Fahrzeugs sehr schlecht. Es hätte in der Situation deutlich signalisieren müssen, dass es verstanden hat, dass das eine Polizeikontrolle ist und dass es nicht einfach weiterfährt, sondern nur eine bessere Parkmöglichkeit sucht. Ich sehe das wie Camila, die Technik für autonomes Fahren mag inzwischen schon recht gut funktionieren, die Interaktion mit der Umwelt und anderen Verkehrsteilnehmern lässt aber noch zu wünschen übrig. Autonome Maschinen erschrecken manche Menschen, sind ihnen nicht geheuer (zum Beispiel Spot), gerade deshalb ist es so wichtig, dass diese Geräte signalisieren, dass man nichts zu befürchten hat.


    • Antiappler vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Das wäre eine hervorragende Story für den 1. April gewesen. 😂