Umfrage: Ist die Rückkehr kompakter Smartphones eine gute Sache?

Umfrage: Ist die Rückkehr kompakter Smartphones eine gute Sache?

Wie niedlich sind diese Mini-Smartphones. Mit seinem stolzen Preis von knapp 800 Euro hat das iPhone 12 Mini die kompakten Smartphones wieder ins Rampenlicht gerückt, während der Trend aber immer noch zu großen 200-Gramm-Klötzen geht. Aber ist diese Rückkehr zur Kompaktklasse eine gute Sache? Ein Kommentar.

"Was ist mit dem Pixel 4a oder dem Pixel 5? Warum schreibst du nicht darüber, Antoine, du abscheulicher Apple-Fanboy", höre ich Euch schon wütend in die Tastatur hämmern. Natürlich hat Apple mit dem iPhone 12 Mini keine kompakten Smartphones erfunden. Aber lasst uns nur mal google im Zusammenhang mit dem iPhone 12 Mini durchsuchen, um diesen Beitrag eingängiger und besser referenziert zu gestalten. Da geht nämlich gerade die Post ab.

Ob es sich um das iPhone 12 und 12 Mini oder die neuesten Pixel 4a und 5 handelt, ich sehe, dass der neue alte Formfaktor von einem Großteil der Fachpresse bejubelt wird. Nachdem ich es auf Twitter mit Follower und einigen Kollegen diskutiert habe, möchte ich mich eingehender mit diesem Thema und seinen möglichen Auswirkungen auf den Smartphone-Markt beschäftigen.

Ein kompaktes Smartphone hat offensichtlich Vorteile, weniger Durcheinander, diskreter, überall einsetzbar. 

Das Rennen um die Kompaktklasse – eine große Herausforderung

"Niemand wird ein großes Smartphone kaufen". Einige von Euch werden sich an dieses Zitat von Steve Jobs erinnern. Der Gründer von Apple verteidigte das iPhone 4 in der Mitte von "Antennagate". Er erklärte, dass die Netzwerk-Empfangsprobleme seines Flaggschiffs nicht durch ein größeres Format gelöst werden könnten, das mehr Platz für die Antenne böte.

Große Smartphones "sind unmöglich zu handhaben", so Jobs, "das kauft Euch niemand ab". Die Geschichte hat den Schutzpatron von Apple zur Lüge gemacht. Im Jahr 2020 haben ein Flaggschiff und sogar Modelle der Mittelklasse eine Bildschirmdiagonale von fast 7 Zoll und ein Gewicht, das sich oft 200 Gramm oder mehr nähert. Ich persönlich neige dazu, große Bildschirme zu bevorzugen.

Ich bin kein Vlogger oder TikToker, der sich auf der Straße filmt, ich habe keine Freunde, denen ich in der U-Bahn texten kann, und die Taschen meiner Jeans sind elastisch genug, um all die High-Tech-Blöcke reinzuzwängen, die in die NextPit-Redaktion kommen.

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Der Samsung Galaxy Z Fold 2, der iPhone-12-Mini-Daumenshredder / © NextPit

Und ich bin auch ein g4m3r, also "brauche" ich logischerweise einen größeren Bildschirm, um meine Spiele auf meinem Smartphone, das ich beim Spielen ohnehin mit beiden Händen halte, voll genießen zu können. Aber meine Objektivität als Technikjournalist zwingt mich zu erkennen, dass der Formfaktor ein großes Thema ist (badoum tss).

Noch gravierender ist, dass immer mehr technische Anwendungen von Smartphones durchgeführt werden. Sogar Büroautomation wird auf dem Telefon fast denkbar. Da wir unsere Smartphones unwiederbringlich immer mehr nutzen werden, muss der langfristige Nutzerkomfort für die Hersteller wieder zu einem wichtigen Kriterium werden.

Benutzt Ihr lieber große oder kleine Smartphones?
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Und dieser Trend zur Kompaktheit entspricht einer realen Marktnachfrage. Ich fand auf NextPit, damals noch AndroidPit, eine alte Umfrage meines Vorgängers Pierre Vitré aus dem Jahr 2019, wonach die ideale Größe eines Smartphone-Bildschirms für die französischen NextPit-Leser meist zwischen 5,5 und 6 Zoll lag.

Aber wie bei der Preissenkung stellt sich auch bei der Verkleinerung von Smartphones die Frage nach technischen Zugeständnissen.

Verkleinern der Größe ok – Aber die Leistung muss stimmen

Ich möchte kein kleineres Smartphone, wenn ich meine Bildschirmgröße opfern muss. Ich möchte kein kleineres Smartphone, wenn ich es mit einem kleineren Akku, einem reduzierten Fotomodul usw. zu tun habe.

Und in diesem Sinne hat das iPhone 12 Mini einen kleinen Kraftakt vollbracht. Trotz seines 5,4-Zoll-Bildschirms ist das Smartphone kompakter als das iPhone SE 2016 mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm. So erhalten iPhone-Fans einen größeren Bildschirm in einem kleineren Format.

Das iPhone 12 Mini verfügt zudem über genau das gleiche Fotomodul wie das Basismodell des iPhone 12 und den gleichen A14-Bionic-Prozessor. Kurz gesagt, es ist laut Apple genau dasselbe Datenblatt wie das iPhone 12 6,1-Zoll, das sich in diesem iPhone 12 Mini 5,4-Zoll befindet.

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Laut Apple hat das iPhone 12 Mini genau die gleichen Spezifikationen wie das Basismodell iPhone 12, jedoch in einem kompakteren Format. / © Apple; Screenshot: NextPit

Wenn sich die Mode für Kompakthandys in diese Richtung bewegt, dann finde ich den Kompromiss mehr als akzeptabel. Ich werde mich nicht über ein kompakteres und ergonomischeres Format beschweren, wenn gleichzeitig das Verhältnis/Bildschirmgröße besser optimiert ist und ich nicht an Leistung verliere.

Andererseits fällt es mir schwer, mir vorzustellen, dass das iPhone 12 Mini zum Beispiel die gleiche Batterie wie das iPhone 12 hat. Apple kommuniziert nie über die Spezifikationen seiner Akkus, so dass wir auf Tests warten müssen, um sicher zu sein. Aber mit der physischen Größe eines Bauteils kann man kaum betrügen.

Die Miniaturisierung hat ihre Grenzen, und die kompakte Größe ist, wenn sie die gleiche Leistung wie große Maschinen garantieren will, immer noch von den aktuellen Fertigungsverfahren abhängig.

Und warum nicht UI plus Mini?

Das Argument für kompakte Smartphones, das ich am häufigsten feststelle, ist die Einhandbedienung, mehr noch als der Clutter-Faktor bei großen Smartphones. In der Lage zu sein, zwischen Apps zu navigieren und Nachrichten zu schreiben, ohne den Daumen bis zur Sehnenscheidenentzündung strecken zu müssen.

Wie können wir also mehr und mehr ergonomische Geräte herstellen, ohne technisch rückschrittlich zu sein? Meiner Meinung nach besteht die Lösung nicht darin, kompaktere Smartphones zu produzieren, sondern Benutzerschnittstellen: mehr Mini-UI.

Und dies ist ein Trend, den die Hersteller bereits gut verstanden haben. Samsung bietet seit einigen Monaten eine Einhandbedienung für OneUI 2.5 an, die sehr erfolgreich ist. Ihr könnt den gesamten Bildschirm in den Fenstermodus versetzen, sodass er nur zwei Drittel der Oberfläche des Touchpanels einnimmt. Es gibt auch Seitenleisten und Schnellzugriffsmenüs für Apps. Apple bietet den Einhandmodus ebenfalls seit einiger Zeit an.

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Einhandbedienung in Samsung OneUI 2.5 / © AndroidPit

ColorOS 11 ermöglicht es ebenfalls, die Größe einer Anwendung beliebig zu reduzieren und sie in ein schwebendes Popup-Fenster zu verwandeln, das auf dem Bildschirm bewegt werden kann. OxygenOS 11 läutete die größte grafische Neugestaltung des OnePlus-Overlays in der jüngeren Geschichte ein, das unter ergonomischen Gesichtspunkten völlig neu gestaltet wurde, indem die meisten Informationen und Touch-Steuerelemente an den unteren Bildschirmrand, näher an den Daumen, verlegt wurden.

OxygenOS 11 One Handed Use
Das optimale Verhältnis für die Einhandbedienung von OxygenOS 11 nach OnePlus / © OnePlus

Zunehmend erkennen die Hersteller, dass es eine Hierarchie in den auf dem Bildschirm angezeigten Elementen geben muss. Eine Stellenordnung, die den Gebrauch einer Hand natürlicher machen muss, ohne dass der Benutzer sich dabei unwohl fühlt.

Meiner Meinung nach ist es immer noch ein viel besserer Kompromiss. Wir machen keine Abstriche bei der Hardware, während das Smartphone aus Sicht der Software ergonomischer gestaltet wurde. Natürlich gibt es immer noch den Clutter-Faktor und das Gewichtsproblem.

Eines ist sicher, Apple wird wieder einmal eine Modeerscheinung lancieren oder neu lancieren, die von den Android-Herstellern sicherlich noch erweitert wird. Genauso wie Samsung Apple verspottet hat, weil es zuvor auf den Klinkenstecker verzichtet hat, und genauso wie die Android-Hersteller in einigen Jahren kein Ladegerät mehr in der Verpackung ihrer Smartphones anbieten werden. Sprechen wir erst gar nicht von der Notch-Erscheinung.

Eines ist sicher, ein immer kleiner werdender Formfaktor wird sich unweigerlich auf die Leistung von Smartphones auswirken. Akku, Fotomodul, 5G-Modem, Kühlsystem. Die Komponenten sind von der Größe des Geräts abhängig. Eine Software, die kompakter als formal ist, scheint mir viel besser zu sein.

Wenn es also um die Kompaktheit von Smartphones geht, kommt es nicht auf die Größe an!

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Woche

    Die Antwort auf die Titelfrage ist simpel: JA!
    Es gibt mittlerweile fast schon zu viele riesige Smartphones, aber kaum bis keine kompakten - im Formfaktor des iPhone 12 Mini gibt's abseits von diesem sogar absolut gar nichts.

    Diese komischen Software-"Lösungen" sind da ehrlich gesagt auch keine wirkliche Hilfe. Wenn ich ein kleines Smartphone will, will ich ein kleines Smartphone und keinen 6.7" Brocken mit Software, die dann den Screen etwas kleiner darstellt.

    Und alle, die lieber große Smartphones bevorzugen, haben ja die beste Auswahl überhaupt. Fans kleiner Smartphones hingegen nicht... Vor allem nicht, wenn man auch etwas Leistung, gute Kameras usw. will.

  • Phonator51 vor 1 Woche

    @René H. Also wenn dir echt das Note10+ zu klein ist, kann ich dir echt nur das Galaxy Tab S7 wärmstens empfehlen. 🤣😂🤣

66 Kommentare

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  • Wie man an der Vielschichtigkeit der Kommentare erkennt, gibt es unglaublich viele Aspekte, die den Smartphone-Nutzern wichtig sind. Ein Hersteller bräuchte dementsprechend eine vierstellige Zahl an Modellen, um es jedem recht zu machen.
    Ich selbst hätte einerseits auch einen riesigen Bildschirm, aber auch ein kompaktes Gerät. Deshalb ist für mich ein guter Kompromiss aus beidem das Beste. Zurzeit dad Samsung Galaxy S10e.
    Was mich aber wirklich nervt, ist, dass dann, wenn dann doch mal ein Hersteller ein kompaktes Gerät baut, dies fast immer mit Einbußen bei der Ausstattung einhergeht. Ich will ein top ausgestattetes Smartphone unter 6 Zoll!


  • mir würden auch 5,5 - 6 Zoll reichen.... dann hat man auch keinen 200-200g Klotz mehr in der Hand..... 160g, 6 Zoll... das wäre so meine Vorstellung


  • Witzig ist ja das vor einigen Jahren nur Tablets Diagonalen von 5-6 Zoll aufwärts hatten. Jetzt sind 5 Zoll praktisch schon zu klein und jetzt gehts in Richtung 7 Zoll. Bin gespannt wo da das Ende der Fahnenstange liegt.


  • Kleiner als 5,5" darf es bei mir nicht mehr sein. Empfinde mein iPhone 11 Pro von der Größe als perfekt, es ist handlich, hat aber trotzdem einen ausreichend großen Bildschirm. Da mein Handy in der meisten Zeit meinen Laptop ersetzt hat, und ich es viel benutze, wäre kleiner für mich zu anstrengend. Aber es ist immer gut, wenn es Alternativen gibt


  • Ich bevorzuge große Displays. Damit einher geht oft auch ein großer Akku (gut, zwangsläufig).


  • Mein Note 9 hat genau die richtige Größe, will mir ja auch was erkennen auf den Bildschirm.


  • Klar ist das ne gute Sache für alle, die es kompakt mögen.
    Hat alles Vor- und Nachteile...ich möchte nicht mehr zu kleinen Displays zurück, hab mich an die Größe gewöhnt.


  • Wo ist das Mini denn Mini? Selbst das iPhone SE war kleiner.


    • Ja, und das HTC Magic war noch kleiner!

      Im Vergleich, was heute angeboten wird, ist das iPhone 12 Mini klein. Bei Android sucht man soetwas unter den aktuellen Modellen vergeblich. Besonders, wenn man trotzdem Leistung haben möchte.


  • Mich würde freuen wenn die Smartphones wieder breiter würden denn das ergibt bei gleicher Diagonale mehr Fläche.
    Es käme auch dem Format einer Buchseiten näher was von Vorteil ist wenn man, wie ich, viel liest.


  • Man glaubt es kaum aber es gibt noch Menschen wie mich welche nicht mit dem Ding zocken sondern telefonieren und gelegentlich mal was im Internet nachschauen wollen, dafür brauche ich keinen "Fernseher" im Taschenformat, mir ist mein S8 schon zu groß, mir ist es auch völlig egal ob das Ding eine Klinkenbuchse hat. Es geht mir mittlerweile sogar auf den Keks, daß man fast nur noch so "Taschenfernseher" bekommt.


  • Ich hatten ein 6“ Gerät. Das war mir eigentlich zu groß. Ich hätte es auch gerne durch ein kleineres und technisch hochwertiges Handy ersetzt, welches nicht schon mittags schlapp macht.
    So bin ich beim iPhone SE gelandet.
    Handys mit 6,5“ sind eigentlich schon kleine Tablets, die die Nutzer nicht mehr in die Hosentasche stecken können.


  • mein mate 20 pro könnte ruhig ein Zoll kleiner sein. Ich hatte vor kurzem mein altes HTC one m8 in der Hand, das war früher riesig und nun ist es im Vergleich einBaby


  • Deswegen bin ich vom IPhone 11 aufs Pro gewechselt . Warte dann aufs 12 mini und schau dann wie es in der Hand liegt . Mit dieses riesigenPhones über 6Zoll kann ich nix anfangen .Kann auch nicht verstehen das es nicht wieder eine Wende oder kleinere Geräte von den Herstellern angeboten werden .

    Aries


    • C. F.
      • Blogger
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Privat habe ich noch der 8er, weil es schön in der Hand liegt. Beruflich habe ich das 11er, was in der Hand schon ein ganz schöner Brocken ist. Privat wär's mir zu groß.

      Aries


      • Unter anderem habe ich deshalb das XS genommen. Kaum größer als das 8er, aber mit mehr Display-Fläche. Das 11er war mir zu groß und das 11 pro zu teuer.

        Da unter Android kaum noch Modelle unter 6 Zoll angeboten werden, hat mich das zu Apple geführt. Beruflich hatte ich ja schon länger ein iPhone und wusste, dass ich mit denen sogar leichter offene Dienste nutzen kann als mit Android.

        C. F.


    • Ich war auch immer ein Fan kleinerer Smartphones. Nachdem Sony seine Compact Serie eingestellt hatte gab es plötzlich nichts mehr Richtiges auf dem Markt... hab dann alles durchprobiert und bin dann beim Mate 10 pro gelandet. Super Handy. War wirklich top zufrieden. Dann gabs von der Arbeit ein iPhone 8... plötzlich ist das Mate 10 pro jeden Tag größer und größer geworden. Naja dann mal geschaut was es kleineres mit guter
      Technik gibt. Bin dann auch beim iPhone 11 Pro gelandet. Guter Kompromiss von Größe, Performance und Akkulaufzeit. Muss sagen das Mini juckt schon sehr in den Fingern. Hab aber bedenken was den Akku angeht.

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