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Milliardenbetrag seit 2019: Weglassen von Ladegeräten sehr lukrativ für Apple

NextPit Apple iPhone 13 Pro Max Camera Module
© NextPit

Ist Apples Weglassen von Ladegeräten, das mit dem iPhone 12 begann, Greenwashing oder nicht? Diese Diskussion hat nun ein starkes Argument dazugewonnen. Denn Analysten haben ausgerechnet, wie viel Geld der Konzern an den gesparten Ladegeräten, den dadurch kleineren Kartons und den Verkäufen optionaler Charger verdient.

  • Analysten von CSS Insight vermuten, dass Apple 6,5 Milliarden US-Dollar durch das Weglassen von Zubehör verdiente
  • Der betrachtete Zeitraum startet ab dem iPhone 12, also Ende 2019
  • Analyse zieht auch höhere Kosten für iPhones sowie kabelgebundene Kopfhörer mit ein

Dass Apple sein iPhone 12 ohne Netzteil auslieferte, sorgte damals für herbe Kritik im Netz. Inzwischen ist es aber normal, dass Premium-Handys in winzigen Kartons ohne USB-C-Charger verschickt werden. Dies solle, so das Narrativ bei allen Herstellern, besser für die Umwelt sein, da die meisten Menschen ohnehin schon ein Ladegerät zu Hause hätten. Die Analyse von CSS Insight bestätigt laut Daily Mail aber einen Verdacht, der seit 2019 mitschwingt.

Denn insgesamt habe Apple 6,5 Milliarden US-Dollar am Weglassen von Zubehörteilen und den daraus resultierenden Ersparnissen verdient. Wie Daily Mail schreibt, ergebe sich diese Summe aus den eingesparten Kosten für Ladegeräte und Kopfhörern, den zusätzlichen Verkäufen an Menschen, denen ein Ladegeräte nach dem Smartphone-Kauf fehlt und den gesunkenen Kosten für kleinere Verpackungen samt effizienterer Logistik.

Laut Apple über 2 Millionen Tonnen Co2-Emissionen eingespart

Insgesamt hätte Apples Entscheidung, das gewohnte iPhone-Zubehör wegzulassen, über 2 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen eingespart, zitiert Daily Mail einen Apple-Sprecher. Dies entspreche dem Äquivalent von 500.000 Autos, die jährlich von der Straße genommen würden. Wie viel Tonnen Elektroschrott Apple dabei allerdings genau einspart, ist bis heute unklar.

NextPit Apple iPhone 13 Pro Max Camera
Auch das iPhone 13 Pro Max kommt ohne Netzteil! / © NextPit

Spannend ist allerdings, dass Apple diesen vor dem Weglassen der Ladegeräte im Grunde genommen selbst verursacht hat. Denn vor dem iPhone 12 lagen stets 5-Watt-Ladegeräte bei, mit denen Nutzer nicht die maximale Ladeleistung für Ihr Smartphone nutzen konnten. Der Zukauf eines weiteren Ladegerätes war also schon vor Ende 2019 nötig.

Was meint Ihr? Überzeugen Euch die Umweltmaßnahmen Apples oder hättet Ihr lieber leistungsstarke Ladegeräte im Netzteil? Und glaubt Ihr, das dieses Thema irgendwann mal einen Abschluss findet?

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Benjamin Lucks

Benjamin Lucks

Ben arbeitet seit 2018 im Tech-Journalismus, war mitten in der Corona-Krise Freiberufler und ist seit November '20 in Vollzeit bei NextPit. Seitdem versucht er in Reviews und Texten stets die Mitte zwischen fachlicher Kompetenz, Humor und frischen Perspektiven zu finden.

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13 Kommentare

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  • pierrecinema vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    falsche Rechnung. viele dieser Leute kaufen kein überteuertes original Ladegerät


  • DanielN7 vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Wer glaubt dass man dies für die Umwelt macht glaubt auch an den Weihnachtsmann - sorry aber so läuft leider das System. Gewinn um jeden Preis.
    Samsung zieht brav nach und spart auch schon bei der A-Serie ein.


    • Tenten vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Ich denke, das glaubt niemand. So wie sicher auch niemand glaubt, dass man die Klinke weglässt, weil der Kunde das so möchte. Und Gewinn zu machen und profitorientiert zu handeln ist ja exakt der Grund, warum man überhaupt ein Unternehmen gründet. Das kann man den Herstellern also nicht vorwerfen. Kritisieren darf man aber die Begründung, dass man das allein aus Umweltschutzgründen mache. Denn das nimmt man den Unternehmen nicht ab und damit schadet es dem Umweltschutzgedanken mehr als es vermutlich nützt.


      • DanielN7 vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Kritisieren kann man auch das ständige Wachstum der Gewinne um jeden Preis. Aber da viele Kunden keine Prinzipien haben, kommt man damit durch. Den Kunden in mir haben sie damit jedenfalls verloren, ich hole mir ein Phone wo AUX und Ladegerät dabei ist, oder wenigstens nur AUX.


  • Marvin K. vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Witzig, ich habe zuerst MillionenbetrUg gelesen.


  • rolli.k vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Wie ich von Anfang an vermutet habe: Das Weglassen von Zubehör ist primär Greenwashing.


  • Tim vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe ehrlich gesagt meine Zweifel an dieser Rechnung.
    Apple macht Pro Quartal in der Regel so 20 mrd. Gewinn. Und das mit ziemlich hohen Gewinnspannen. Und da sollen popelige Ladegeräte und Kopfhörer, die Apple vielleicht $2-5 pro Gerät kosten, in nur etwas über einem Jahr 6mrd gespart haben? Klingt mMn etwas übertrieben viel. Apple zahlt doch keine $30+ für diese Teile. Da Apple den 20W Charger für $20 verkauft, nehme ich irgendwie an, dass hier einfach mit den Verkaufspreisen gerechnet wurde und das funktioniert einfach nicht.
    Vor allem unrealistisch wirkt es, wenn Apple im gleichen Zeitraum angeblich nur ~200 Millionen - also 1/30 - durch den Verkauf von Ladegeräten etc. gemacht haben soll.


  • Timo L. vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Das die Herstellen das Zubehör nicht nur zum Schutz der Umwelt weggelassen haben war doch klar. Es sind Wirtschaftsunternehmen und jede Entscheidung dient erstmal den eigenen Finanzen bzw. dem Unternehmen, wenn es dann noch einen positiven Nebeneffekt mit sich bringt umso besser.

    Letztenendes tut es der Umwelt trotzdem gut, denn:

    Geringere Transportkapazitäten bei gleicher Menge Geräte = weniger Co2
    Weniger produzierte Netzteile und Kopfhörer = weniger Co2


    • Tim vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Finde auch nur richtig beide Seiten zu betrachten. Es ist ziemlich idiotisch zu sagen, dass es ja Greenwashing ist, weil es den Herstellern nur ums Geld geht. Ja ach nee. Natürlich geht es nur darum. Nur ändert das nichts an der Tatsache, dass es trotzdem auch der Umwelt ein Stück weit hilft. Es kann beides geben - nicht nur entweder oder.

      Gelöschter AccountTenten


      • Tenten vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Es muss sogar beides gehen. Umweltschutz bekommen wir allein durch Vorschriften und Verbote niemals geregelt, es kann nur durch Anreize gehen, das zeigen auch die Erfahrungen aus der Spieltheorie. Allerdings dürfen diese Anreize nicht einseitig sein, die Vorteile müssen fair verteilt sein. Ich denke, der Vorwurf des Greenwashings bezieht sich auch eher darauf, dass die Hersteller alle Anreize in die eigene Tasche stecken, statt die Käufer daran partizipieren zu lassen. Umweltschutz muss aber gemeinsam vorangebracht werden, sonst bleibt es das, was es bisher auch ist, nämlich auf den anderen zu zeigen und zu sagen, soll der doch erstmal anfangen.


      • pierrecinema vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        was soll daran der unwekr zugute kommen. die zusätzliche veroakcung und Versand eines einzelnen Ladegerät


    • Michael K. vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Ja, das stimmt, nur tragen die Lasten dieses Umweltschutzes alleine die Gerätekäufer, während die Hersteller der Geräte (das macht ja nicht nur Apple so) alleine sogar noch finanzielle Vorteile daraus ziehen, und sich auch noch damit schmücken, etwas für den Umweltschutz zu tun, obwohl das im vorliegenden Fall nur die Käufer machen. Eine Gutschrift über den Wert des weggelassenen Laders hätte den selben Umwelteffekt, und auch dann würden die Hersteller noch bei Verpackung und Logistik Ersparnisse haben, die Käufer hätten aber zumindest keine Nachteile.
      Eine glaubhafte Möglichkeit, die Minderlieferung als echtes Umweltanliegen darzustellen, wäre auch noch, die zusätzlichen Einnahmen aus den weggelassenen Ladern zumindest zum größten Teil direkt an renommierte Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace zu spenden. Dann hätte man einen doppelten Umwelteffekt und selbst der wäre noch alleine zu Lasten der Käufer. Die Unternehmen hätten im ungünstigsten Fall keinen Vorteil mehr davon.
      Natürlich können Unternehmen ihre Gewinne auf unterschiedlichen Wegen maximieren, das ist legitim und nennt sich Marktwirtschaft.
      Aber das zu kritisieren, insbesondere die dafür gewählten Methoden, ist genauso legitim und nennt sich Meinungsfreiheit.


  • Tenten vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es als Kind war, unterm Weihnachtsbaum zu sitzen und den Zug aus Klemmbausteinen nicht fahren lassen zu können, weil die Eltern die verflixten Batterien vergessen haben. Früh darauf konditioniert, dass Hersteller einem nicht immer ein Rundum-Sorglos-Paket liefern, hab ich kein Problem damit, wenn diese ganzen Beigaben jetzt weggelassen werden. Ich mochte es nie, weil sowas qualitativ nie wirklich hochwertig war und ich mir lieber separat das gekauft habe, was meinem Anspruch entspricht und ich dann nicht kistenweise Plunder herumliegen habe.
    Die Hersteller müssen sich aber Vorwürfe gefallen lassen, weil ein bisschen Entgegenkommen schon nett gewesen wäre. Jahrelang hat man Käufer geködert mit Beilagen wie Kopfhörer, Hüllen oder Schutzfolien, da darf man sich über den Unmut nicht wundern, wenn das nun als Standard von den Käufern erwartet wird. Stichwort Konditionierung ;)
    Man hätte ja zumindest für eine Übergangszeit von drei bis fünf Jahren dieses Zubehör bei Kauf eines Gerätes etwas günstiger anbieten können. Da geht es oft ja nicht mal um einen tatsächlichen Wert, sondern um die symbolische Geste. So fühlt sich halt mancher Käufer über den Tisch gezogen und der Hals wird noch dicker, wenn sich der Hersteller dabei auch noch als besonderer Held der Umwelt feiern lässt. Auf anderer Kosten kann man natürlich leicht gut sein oder um es mit dem Volksmund zu sagen: mit voller Hose kann man gut stinken. Ich finde allerdings auch die aufbrausende Haltung vieler Käufer etwas überzogen, es geht um ein Netzteil und mehr nicht. Kein Grund, gleich die Fassung zu verlieren, wie das bei diesem Thema oftmals in den Kommentaren passiert.

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