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Casa Casi 26: Facebook zerschlagen!

Casa Casi 26: Facebook zerschlagen!

Es war eine ganz wilde Woche für Facebook und Mark Zuckerberg. Kein Wunder also, dass Fabi und Casi viel zu besprechen hatten zum Thema und sich in einer Sache komplett einig sind: Facebook muss zerschlagen werden! 

Mark, wir müssen reden! Mit Mark ist natürlich Mark Zuckerberg gemeint und ja: Natürlich redet er nicht mit Fabi und mir, also haben wir über ihn geredet. Logischerweise mussten wir das im NextPit-Podcast "Casa Casi" noch einmal aufgreifen, was da unter der Woche mit Facebook los war. Da war die massive Downtime am Montagabend, die neben Facebook auch Instagram und WhatsApp betraf.

Nicht alle waren verärgert, gelangweilt oder gar geschockt: Auf Signal konnte ich fröhlich weiterchatten, Telegram freute sich allein an diesem einen Tag über 70 Millionen neue Nutzer:innen und auch Twitter war ziemlich happy

Facebook ist einfach zu mächtig!

Auch, wenn es verrückt klingt, aber eine Downtime, in der das Unternehmen Facebook allein vermutete 60 Millionen US-Dollar Umsatzeinbußen erlitt, war nicht Mark Zuckerbergs größtes Problem der Woche! Das heißt nämlich Frances Haugen, ist ehemalige Facebook-Managerin, saß vor dem US-Senat, antwortete bereitwillig Fragen zum Social-Network des Grauens und sorgte dafür, dass Facebook Milliarden Dollar an Wert verlor. 

Falls Ihr noch nicht ganz im Thema seid: Sie ist die Whistleblowerin, die vor Wochen dem Wall Street Journal Tausende interne Memos, Mails usw. zukommen ließ, die sie sich an Land zog, bevor sie Facebook verließ. Unter dem Namen Facebook Files veröffentlichte das WSJ viele Informationen über Facebook, die Mark Zuckerberg allesamt nicht so gefallen dürften. 

mark zuckerberg nbcnews
Facebook down, eine Whistleblowerin vorm US-Senat und Milliarden Dollar Verlust – sicher nicht Zuckerbergs beste Woche!  / © NBC News

Dass es für Kids nicht so richtig super ist, wenn sie von untergewichtigen Models auf Instagram erzählt bekommen, dass sie nur was wert sind, wenn sie auch so aussehen, ist nichts Neues. Auch nicht, dass man auf Facebook mehr Interaktion bei kontroversen Beiträgen erwarten darf. Was polarisiert, wird heftiger diskutiert und darauf stürzen sich dann alle – ist klar. 

Der Punkt ist jetzt aber, dass wir aufgrund der "Facebook Files" wissen, dass Facebook selbst nicht so unwissend und überrascht ist, wie es gerne tut. Mark "Wir werden uns bessern" Zuckerberg findet aus dem Kostüm des Unschuldslamms ja schon langsam nicht mehr raus. Nun ist verbrieft, dass Facebook selbst Studien betreibt und daraus verlässliche Informationen erhalten hat, dass Kinder/Jugendliche durch Instagram mehr leiden als ohne. Essstörungen, Depressionen – alles Folgen dieses Instagram-Konsums und des Starrens auf die schönen fancy, shiny Lives der anderen Nutzer:innen. 

Ähnliches bei Facebook selbst: Die Studien belegen, dass Hass und Wut dafür sorgen, dass Menschen länger auf der Seite verharren. Die Leaks der Frances Haugen wiederum belegen, dass Facebook das billigend in Kauf nimmt! Wenn Menschen in Myanmar sterben, aus Russland lancierte Fake-News in Deutschland millionenfach geteilt werden dürfen und Prominente (Stichwort: Cross Check) bei Fake-News und Postings, die die Gemeinschaftsregeln verletzen, Extrawürste von Facebook gebraten bekommen, ist da auch die allerletzte rote Linie übertreten.

Wollt Ihr in den Abgrund dieses 3-Milliarden-Menschen-Molochs Facebook blicken, werft am besten einen Blick auf das hier verlinkte Video, in welchem sich Frances Haugen ausführlich äußert:

Wir sind uns hoffentlich einig: Facebook ist zu mächtig! Wir sehen, dass fast die halbe Menschheit mindestens einen der Facebook-Dienste nutzt und wir von außen null Einblick haben, wie der ganze Laden funktioniert. Wir wissen nicht, was er uns im Feed anzeigt und wieso bzw. was er uns bewusst nicht zeigt. Wir wissen nicht, wie dort Entscheidungen getroffen werden oder schlimmer noch: Die Facebook Files verraten uns, dass Facebook Entscheidungen trifft, von denen der Konzern weiß, dass sie Kids schaden und die Gesellschaft spalten. 

Damit kann doch der logische Schluss nur der sein: Zerschlagt Facebook in appetitliche kleine Häppchen, die komplett unabhängig voneinander funktionieren. Regierungen müssen wieder mächtiger sein als das Social Network und irgendjemand muss auch kontrollieren können, was da genau hinter verschlossenen Türen ausgeheckt wird. 

Es ist angerichtet: Casa Casi, Folge 26

Wie Ihr Euch denken könnt, war das keine der fröhlichen "Casa Casi"-Folgen. Fabi und ich waren uns darin einig, dass Facebook zu mächtig ist und dem Unternehmen diese Macht genommen werden muss. Darüber hinaus waren wir uns aber alles andere als einig, wie wir auf Social Media generell blicken. Fabi berichtete, dass es ihm deutlich besser gehe, seit er Facebook nicht mehr aktiv nutzt. Das kann ich absolut nachvollziehen, denn ich weiß ja selbst, was das Herumärgern in Kommentarspalten mit einem machen kann. 

Im Gegensatz zu ihm denke ich aber, dass der Rückzug nicht das geeignete Mittel ist in einer globalisierten Welt und auch nicht pauschales Social-Media-Bashing. Klar: Wir können uns alle verpissen, um unseren persönlichen Seelenfrieden zu finden (darf ich eigentlich verpissen schreiben in so einem Beitrag oder ist das drüber?). Aber die Idioten gehen ja deswegen nicht weg – im Gegenteil: Das, was sie sagen, bekommt dadurch noch mehr Gewicht, wenn gemäßigte, vernünftige Stimmen sich verabschieden. 

Deswegen glaube ich, dass die Lösung nur sein kann, dass wir alle mit zu einem fairen und konstruktiven Umgang in den sozialen Medien beitragen. Ob das auf Facebook funktionieren kann, oder ob wir dafür eine ganz neue, bessere Plattform benötigen: Ich weiß es nicht. Aber feststehen dürfte, dass wir den Social-Media-Geist nicht mehr zurück in die Flasche bekommen. Es wird nie wieder aufhören, dass wir alle miteinander im Netz kommunizieren können. Facebook hat jetzt jede Menge Hausaufgaben, um seinerseits den Karren aus dem Dreck gezogen zu bekommen. Wir können aber halt unseren Teil auch beisteuern!

Sagt uns gerne in den Comments, wie Ihr die Lage einschätzt. Seid Ihr schon weg von Facebook oder habt es gar noch nie genutzt? Wie muss Eurer Meinung nach ein Social Network aussehen? Was sind Eure Tipps, wie wir im Netz zu einem besseren Umgang miteinander kommen? Schreibt es uns bitte in die Kommentare!

Auch, wenn es heute weniger lustig war, hoffen wir natürlich, dass Ihr dennoch die Folge mögt, sie teilt und bewertet und Euren Leuten von uns erzählt! Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge!

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Top-Kommentare der Community

  • C. F.
    • Admin
    vor 1 Woche

    Nun ja, ein Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken. Was Zuckerberg intern nicht regulieren läßt, wird nicht reguliert. Das "schlagen" ist ja wohl auch nur symbolisch gemeint - die rechtliche Keule dürfte er meinen. Für mich ist der Facebook-Konzern auch mittlerweile ein unkontrolliert wucherndes Krebsgeschwür, das uns in unserem Alltag und Privatleben all zu sehr beeinflußt und auch lenkt.

28 Kommentare

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  • Aries vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Zuckerberg hat durch den Ausfall keinen einzigen Cent verloren. Sein Aktiendepot hat vorübergehend an Wert verloren, aber das ist ja nicht das gleiche wie Geld, das von einem Giro- oder Sparkonto weg ist. Im Gegenteil, würde Zuckerberg Aktien im Wert von 7 Mrd. USD verkaufen wollen, würde er nur einen Bruchteil dessen dafür bekommen, weil sich die Händler fragen würden, was da los ist und ihren Kunden nicht zum Kauf raten.

    Natürlich ist Facebook nicht alleine schuld an seiner Position. Auch die Leute, die dort einen Account haben und die mit deren Aktien spekulieren haben einen entscheidenden Anteil. Ich werfe aber Mark Zuckerberg ganz konkret vor, keinen Anstand zu haben. Er hat sich in seiner Lebensgeschichte schon mehrfach als ziemlich menschenverachtend bewiesen. Er stellt seinen persönlichen Profit über die Interessen von allen anderen. Das wurde zuletzt durch die Aussagen von Frances Haugen einmal mehr bestätigt.

    Das Problem von geschriebenen Texten ist, dass der Autor im Kopf eine andere Betonung hat, hat der Leser. Damit kann ein Beitrag einen um 180 Grad verdrehten Sinn beim Leser haben, als ihm der Autor geben wollte. Es lässt sich sogar bewußt ein anderer Sinn geben. Das passiert in allen Medien und auf allen Plattformen. Auch hier, wie ich gerade selbst erfahren durfte.

    Facebook ist aber so groß, dass eine Selbstkontrolle durch die Community fast unmöglich wird und soetwas dann ganz schnell eskaliert und/oder Bilder der Gesellschaft entstehen, die falsch sind und nicht die Mehrheit abbilden. Frances Haugen hat gesagt, dass sich Facebook dessen durchaus bewußt ist, aber dass sie daraus keine Konsequenzen gezogen haben. Damit sind wir beim menschenverachtenden, den Profit vollkommen in den Vordergrund stellenden Verhalten, dass ich Zuckerberg vorwerfe.

    Das war auch für mich 2016 der Grund, warum ich mich damals alle Accounts bei diesem Konzern gelöscht habe. Die Ausprägung war zwar noch etwas anders, ich hatte das Gefühl, dass Facebook immer mehr von mir wissen möchte und mich dafür mit dem berühmten Speck, mit dem man Mäuse fängt ködern will.

    Inzwischen hat Facebook dieses Geschäftsmodell noch weiter verfeinert und ich möchte davor warnen, sich mit jeder angeblichen Verbesserung ködern zu lassen. Ärgerlich macht mich dabei die Tatsache, dass die Leute, die sich von Facebook fernhalten wollen, das immer weniger können, weil sie über die Account-Inhaber bekannt werden und psychologisch mit irgendwelchen Algorithmen eingeteilt werden.

    Um den Einhalt zu gebieten, bleibt wahrscheinlich nur eine Zerschlagung des Konzerns, aber das alleine wird nicht reichen. Wir benötigen auch gesellschaftliche Regeln, also Gesetze, die auch durchgesetzt werden, damit die zerschlagenen Firmenteile nicht anschließend wieder vertraglich kooperieren. Das passiert ja bereits jetzt, denn unzählige Werbe-unternehmen jeglicher Größe sind Partner von Facebook und gehören zu dem großen Ganzen dazu.


    • Martin vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Natuerlich gibt es durch die Downtime spuerbare Verluste fuer Facebook/Zuckerberg.
      Das der eigentliche Wertverlust die Aktien betrifft, steht aber auch in diesem Artikel.


    • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Uff wenn man einen Text verfasst sollte man vorher genau überprüfen ,ob er nicht in irgendeiner Form falsch verstanden werden könnte. Prominente oder Firmen bekommen für solch Aussagen Shitstorm und hier kommt nicht mal ne Reaktion ausser das nachträgliche Ändern.


  • Michael K. vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Ich hatte nie einen Facebook-Account, und möchte auch keinen mehr anlegen, weil ich diese Form sozialer Interaktion nicht für notwendig halte. Mir reichen die klassischen Formen völlig. Ich weiss aber, wie Facebook funktioniert. Mehr Regulation ist wünschenswert und vielleicht notwendig, eine Zerschlagung halte ich aber für übertrieben und auch nicht zielführend. Ich denke Facebook transportiert und verstärkt gesellschaftliche Probleme, kann aber nicht für deren Existenz verantwortlich gemacht werden. Ohne Facebook gäbe es diese genauso und sie würden andere Wege finden, wie sie das schon immer getan haben.
    Dass der Konzern Untersuchungen zu seinen gesellschaftlichen Auswirkungen anstellt, ist schon zu begrüßen, die daraus notwendigen Konsequenzen zu ziehen, aber nicht unbedingt einfach oder sogar unmöglich. Natürlich hat der Konzern auch eigene Geschäftsinteressen, und gesellschaftliche Verantwortung nur in soweit Gesetze ihn dazu zwingen. Das ist nirgends in der Wirtschaft anders.
    Aber es gibt auch Interessenskonflikte, die der Konzern schlicht nicht lösen kann. Das Recht auf freie Meinungsäußerung kennt zwar Grenzen, die sind aber in der Regel nicht so eng gefasst, dass solche Meinungen nicht potenziell gesellschaftlich schädlich sein können.
    Wie anders als durch Zensur soll denn Facebook unterbinden, dass extreme Schlankheit als weibliches Schönheitsideal transportiert wird? Diese Botschaft schadet vielen (insbesondere weiblichen) Jugendlichen fraglos, ist aber meines Erachtens nach durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
    Und sie wird nicht nur durch Facebook verbreitet. Auch in anderen modernen Medien gibt es "Influencer" die das machen, und selbst in klassischen Medien wie dem Fernsehen oder Büchern ist die "Vorbildfrau" fast immer idealtypisch schön, schlank, klug, und allzu oft klassisch weiblich, also Mutter und Hausfrau, der "Vorbildmann" aber ebenfalls schön, machohaft, muskulös tollkühn, und natürlich Pilot, Ingenieur, Soldat oder sonst ein Held, fast nie aber Erzieher oder Altenpfleger. Wenn solche Inhalte produziert und verbreitet werden, dann tragen die, die das machen die Verantwortung dafür, nicht aber die, die ein Medium dafür bieten. Das eigentliche Problem sind aber auch nicht die Macher, sondern die, die solche oberflächlichen Werte nur allzu gerne konsumieren, oder die zulassen, dass sie als Werte angenommen werden.
    Schule und Erziehung allgemein müssen solchen falschen Werten entgegen wirken, so wie sie echte verstärken und fördern sollen, wobei man freilich zugestehen muss, dass der Prozess der Persönlichkeitsbildung ein gehöriges Maß an Eigendynamik besitzt, und die Einflussmöglichkeiten darauf letztlich begrenzt sind.
    Wirft man einen Blick in die Geschichte, wird man auch feststellen, dass gesellschaftsschädliche Massenmanipulation kein Phänomen der Moderne ist, wenn auch moderne interaktive Massenmedien wie Facebook ein nie gekanntes Ausmaß an Reichweite und Geschwindigkeit erreicht haben.
    Seit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg fand Propaganda in Flugschriften sein Medium. Auch in der frühen Neuzeit (und nicht wie oft gerne behauptet wird, im Mittelalter) fand intrigantes und dummes Geschwätz von Kanzeln und in Nachbarschaften und stets lokal beschränkt doch so viele Zuhörer, die daran glaubten, dass in ganz Europa tausende unschuldige Frauen einen grauenvollen Tod fanden, weil sie als Hexen bei vollem Bewusstsein verbrannt worden sind.
    Solche Probleme der Manipulation und der Manipulierbarkeit sind alt wie die Menschheit. Man kann sie vielleicht abmildern, aber nicht lösen indem man moderne Medien verbietet. Den Überbringer der schlechten Nachrichten zu töten ändert überhaupt nichts am Inhalt der Nachricht und noch weniger daran, wie diese zustande gekommen ist.
    Soziale Medien wie Facebook zu zerschlagen heisst nichts weiter, als an den Symptomen einer Krankheit herum zu doktern, statt ihre wirklichen Ursachen zu bekämpfen.
    Auch ohne Facebook würden junge Mädchen ihre falschen Ideale finden, und Hasssprache ihre Zuhörer.
    Solche Medien bieten aber auch die Chance für Gegenbewegungen. So gibt es die längst zum Ideal des "Hungerhakens" ("Nur Hunde spielen gerne mit Knochen").
    Solche Chancen zu nutzen halte ich für viel sinnvoller, als den Versuch, mit simplen Methoden komplexe Probleme lösen zu wollen.


    • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Der erste und wirklich einzige sinnvoll Kommentar. Manche werfen ein Zuckerberg sonst was vor ,hauen hier aber Dinger raus & ätzen gegen diesen Menschen. 🙈


  • HEB vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Ja sollte man zerschlagen, genauso wie Tic Toc oder ähnliches.


  • Mastermind vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Apple, Google, Amazon und Microsoft sollte man dabei nicht vergessen


  • Aries vor 1 Woche Link zum Kommentar

    [Satiere an]
    Nein, nicht Facebook zerschlagen, sondern Zuckerberg schlagen! Und wenn er fragt wofür, sofort nachlegen! Dem gehört Anstand eingeprügelt.
    [Satiere aus]


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Ich bin bei Dir, suche aber noch nach der gewaltfreien Version.


      • Aries vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Bei manchen Personen sucht man vergeblich. Ich fürchte, Zuckerberg gehört dazu.


    • trixi vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Oder aber empfindliche Strafen verhängen. Aber nicht solche, die er mit nem Achselzucken aus der Portokasse bezahlt.

      Andere Leute bekommen Strafen von mehreren Monatssätzen ihres Einkommens aufgebrummt, für weit geringere Sachen.

      Wie wäre es mal mit 3 Monatsgewinnen von Facebook für "Brot für die Welt" oder ähnliches ohne Absatzmöglichkeit als Spende.

      Das würde selbst er merken, und anstatt dass irgendein Staat profitiert, würde noch etwas Gutes dabei heraus kommen.


    • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Das ist ja mal völliger Quatsch. Man liest sonst soviel anderes von dir und auf einmal forderst du so etwas. Sorry ein absolutes Eigentor in Sachen Anstand...
      Und wofür soll man ihn denn schlagen ?


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Nun ja, ein Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken. Was Zuckerberg intern nicht regulieren läßt, wird nicht reguliert. Das "schlagen" ist ja wohl auch nur symbolisch gemeint - die rechtliche Keule dürfte er meinen. Für mich ist der Facebook-Konzern auch mittlerweile ein unkontrolliert wucherndes Krebsgeschwür, das uns in unserem Alltag und Privatleben all zu sehr beeinflußt und auch lenkt.


      • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Das wahre Krebsgeschwür ist die Gesellschaft , Facebook ist da nur einer der Plattformen wo die Menschheit über alles und jeden herzieht. Heutzutage gehören shoots gegen andere doch zum täglichen Umgang und sowas wird auch noch gefeiert. Oben steht es gut erklärt ,aber seh schon man kann ein Unternehmen natürlich auch für alles verantwortlich machen ...
        Übrigens steht da auch nichts vom symbolischen schlagen ,wenn man es noch mit "einprügeln" unterstreicht.


      • Tenten vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Sehe ich komplett anders, natürlich haben Unternehmen wie Facebook große Schuld an der Situation, denn sie bieten die Plattform, auf der Leute sich überhaupt erst einmal finden und organisieren können. Ihre Bubble aufbauen können und damit auch Bestätigung erhalten, weil ihre Ansichten auch andere teilen. Einfach zu sagen, Facebook könne nichts dafür, weil sie ja nur das Transportmittel des Hasses sind, ist ausgesprochen naiv und fast schon zynisch.
        Natürlich trägt Facebook auch nicht allein die Schuld, komplexe Situationen haben nie nur einen Verursacher.


      • Michael K. vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Facebook und ähnliche Plattformen spiegeln die technischen Möglichkeiten der Zeit und einen Bedarf seiner Nutzer für solche Möglichkeiten des Austausches und auch der gegenseitigen Bestätigung wieder. Und es ist ja nicht so, dass es bei Facebook nur extremistische Hassredner und verwirrte Verschwörungstheoretiker gibt. Im Gegenteil, die weitaus meisten Nutzer dürften sich über belanglose Dinge wie ihre Hobbies, Kochrezepte oder Singvögel austauschen, und sich auch in ihren Ansichten bestätigen lassen.
        Ich halte es für genauso weltfremd, gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten durch Verbot oder Zerschlagung solcher Plattformen unterbinden zu wollen, wie es der großen Mehrheit der Nutzer solcher Plattformen gegenüber ungerecht wäre, ihnen ihre Form der Nutzung dadurch unmöglich zu machen. Noch nie hat man neue technische Möglichkeiten nur deshalb nicht genutzt, weil es die Möglichkeit ihres Missbrauchs gibt, denn die gibt es praktisch immer und überall.
        Also sollte man sich der Bekämpfung solcher unerwünschten Erscheinungen widmen, und das ist ja auch schon passiert, z.B. mit dem Netzdurchsetzungsgesetz, aber nicht das Kind mit dem Bade ausgießen, und gleich die ganze Plattform verbieten oder zerschlagen.
        Und es ist illusionär, zu glauben, dass wenn man es wirklich schafft, den Hass von der Plattform zu verbannen, er deshalb auch aus der Welt ist. Er wird im Netz neue Möglichkeiten finden sich zu verbreiten, z. B. in geschlossenen Gruppenchats von Messengern. Er wird das aber auch ausserhalb des Netzes schaffen, denn es gab ihn schon immer und lange vor den aktuellen Möglichkeiten.
        Ob Facebook mehr machen muss, oder auch der Gesetzgeber, darüber kann man natürlich diskutieren, aber die eigentlichen Probleme wird man mit simplen Methoden wie Verbieten und Zerschlagen in keinster Weise lösen.


      • Tenten vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Mein Beitrag bezog sich darauf, dass Facebook keine Schuld daran hätte, wenn Hassrede, Mobbing, Hetze usw. immer mehr um sich greifen. Zerschlagen und Verbieten ist auch aus meiner Sicht keine Lösung, zumindest nicht die erste. Ich sehe aber hier auch ganz entschieden Facebook und Co. in der Verantwortung, sich daran zu beteiligen, solches Verhalten einzudämmen.
        Natürlich gab es Hass auch schon vor den Zeiten des Internets und Facebook. Allerdings war es in dieser Zeit weitaus schwerer, Gleichgesinnte zu finden, sich zu organisieren und seine Ideologie in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Der Maßstab war damals ein völlig anderer. Ein gegenseitiges Anstacheln, wie man es zum Beispiel bei Mobbing immer mehr findet, war damals wesentlich schlechter möglich. Mit dem Internet kam ein neuer Multiplikator für Meinungen ins Spiel und dieser trägt selbstverständlich dafür auch die Verantwortung.


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        "Ich halte es für genauso weltfremd, gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten durch Verbot oder Zerschlagung solcher Plattformen unterbinden zu wollen,..."

        Wenn solche Plattformen jedoch dazu missbraucht werden können, um durch falsche Berichterstattung sogar Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen, sind für mich die Grenzen schon weit überschritten. Erst recht, wenn Facebook quasi zugeben muss, dagegen nicht wirksam anzukommen.


      • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Wissen eigentlich manche , wieviel bei FB von FB gelöscht wird ? Ich seh es ja bereits seit geraumer Zeit in diversen Gruppen. Teilweise wenn man schon das Wort Trulla für Frau benutzt oder nicht ganz konkret etwas richtig formuliert ,ist es schneller gelöscht als man gucken kann. Keine Ahnung wie manche darauf kommen FB tut einen Dreck umso etwas zu verhindern.
        Könnte unzählige Beispiele nennen ,aber Fakten interessieren ja keinen und Facebook ist für manche gleich der Schuldige und gehört verboten.


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Die füttern ihre KI mit den entsprechenden Algorithmen, die dann den anstößigen Content löscht.

        "Keine Ahnung wie manche darauf kommen FB tut einen Dreck umso etwas zu verhindern. "

        Wer ist "manche"?

        "Könnte unzählige Beispiele nennen ,aber Fakten interessieren ja keinen und Facebook ist für manche gleich der Schuldige und gehört verboten."

        Fakt ist doch eher, dass dieser Megakonzern, bestehend aus Facebook, Instagram, WhatsApp etc. fast unkontrollierbar ist. Wie sollen ein paar hunderte Mitarbeiter täglich überblicken können, was täglich um die 3 Milliarden Nutzer von sich geben? Wie konnte passieren, das über Facebook die Präsidentschaftswahl um Trump so manipuliert wurde? Und warum hat Facebook nichts dagegen unternommen? Von daher gehört Facebook eher wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zerlegt und reguliert.


      • Michael K. vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Woher willst Du wissen dass es nur ein paar hundert sind? Facebook hatte Ende 2020 immer hin mehr als 56000 Mitarbeiter.
        Technische Pannen gibt es nun mal, und besonders viele dort, wo Software im Spiel ist. Da ist nicht mal Apple vor gefeit, warum also ausgerechnet Facebook?
        Nur warum die Zerlegung von Facebook in viele kleine Bestandteile irgend etwas daran verbessern soll, ist mir völlig rätselhaft. Dann hast Du Firmen mit weniger finanziellen und technischen Möglichkeiten Algorithmen zu entwickeln, oder auch neue Mitarbeiter einzustellen um solchen Problemen zu begegnen. Die Einzelfirmen wursteln dann an ihren eigenen Lösungen herum. Der einzige Vorteil wäre, dass die einzelnen Netzwerke dann kleiner und damit für Angreifer uninteressanter wären, aber für die Nutzer eben auch. Ob eine Manipulation der Präsidentschaftswahlen mit einer anderen Anbieterstruktur nicht genauso einfach oder sogar noch effektiver hätte durchgeführt werden können ist also gar nicht gesagt.


      • C. F.
        • Admin
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Dann lass es mehrere hundert Mitarbeiter sein. 56.000 - vom CEO bis zur Putzfrau. Man muss sich nur vorstellen welche Datenflut als Textinhalt sekündlich bei Facebook und co generiert werden. Wer soll das kontrollieren können? Und technische Pannen ändern nichts am Moloch "Facebook". Je mehr einzelne Unternehmen miteinander verknüpft und verwoben sind, desto schwerer ist es den Über- und Durchblick zu behalten. Für externe um ein Vielfaches schwerer als für Interne.

        Die Nutzer würde kaum interessieren, ob WhatsApp oder Instagram zu Facebook gehören. Hauptsache, man kann es wie gewohnt nutzen. Aber je kleiner, desto besser kontrollierbar.


      • Michael K. vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Ob sich ein Firmenkonglomerat erheblicher Größe gut kontrollieren lässt ist letztlich nur eine Frage der Organisation. Dass solche Firmen bestens funktionieren können zeigen auch Firmen wie Samsung oder Hitachi. Die Teilfirmen operieren dabei weitgehend selbständig, wie eigene Firmen, profitieren aber davon, dass es Syergieeffekte gibt. So kann man z.B. den Finanzbereich zentralisieren, der dann aber kleiner sein kann als der für alle Teilfirmen jeweils einzeln. Bei Facebook würde es sich anbieten, bestimmte Forschungs- und Vorentwicklungsarbeiten im Bereich der KI für die großen Teilfirmen zentralisiert auszuführen, und die speziellen Anpassungen, z. B. das Training der entwickelten Modelle, in den Teilfirmen selber. Dann könnte zu selben Kosten eine dreimal so große Mannschaft ein Thema voranbringen, statt dass drei Mannschaften am selben Thema parallel arbeiten. Und mit Kontrollalgorithmen sieht es nicht anders aus.
        Aber auch wenn man sich Facebook alleine in mehrere Teilfirmen zerlegt vorstellt, ständen die in Wettbewerb zueinander (um Werbekunden) und würden zusammen nicht soviel verdienen, wie es Facebook heute macht (und die verdienen wirklich gut, auch weil Werbekunden für die riesige Reichweite gut bezahlen).
        Viel Geld ist aber nötig um aufwendige Forschung betreiben zu können, und auch um viel Personal z.B. für Kontrollarbeiten einstellen zu können.
        Es ist zwar richtig, dass man mit selben Personalaufwand eine kleine Firma besser kontrollieren kann, als eine große, das stimmt aber nicht mehr, wenn man in einer großen Firma den Personalaufwand entsprechend der Größe nach hoch skaliert. Wegen der schon besprochen Synergieeffekte kann man sogar bei einer dreimal größeren Firma mit weniger als dreimal soviel Aufwand auskommen, als bei drei Firmen mit einem Drittel der Größe.
        Prinzipiell müssten sich große Firmen daher sogar besser, also der Größe entsprechend mit weniger Aufwand lenken und kontrollieren lassen, als kleinere. Im Westen kam man in den 80er und 90er Jahren zwar davon ab, weil man die Konzentration auf Kernbereiche für erfolgreicher hielt, die großen Firmenkonglomerate in Ostasien, aber auch eine seit Jahren zu beobachtende Konzentration im Halbleiterbereich weltweit auf immer weniger aber immer größere Firmen (Firma A kauft Firma B, um dann von Firma C selber gekauft zu werden) zeigen, dass das nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss war. Das sehe ich für Facebook prinzipiell nicht anders.
        Pannen wie sie bei Facebook vorkommen, kommen auch bei anderen großen und kleinen Firmen vor. Insbesondere bei kleinen redet nur kaum jemand öffentlich darüber. Nur beweisen, wie gut oder schlecht die Organisation und Kontrolle von FB funktioniert, solche Pannen rein gar nicht. Niemand kann vorhersagen, ob mehrere kleinere Firmen stattdessen nicht noch weit gravierendere Pannen hätten, in Summe oder auch jede für sich.


      • Pure★Aqua ツ vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Puh anstrengend. Hier gibts mittlerweile soviel Hass gegen ein Unternehmen ,da ist es schon egal wie man da versucht konstruktiv drüber zu schreiben. Die Meinung von Einigen ist doch schon vorher kontra FB und verstärkt sich durch jeden Fehler immer mehr. Dagegen anzukommen unmöglich. 🙈


      • Tenten vor 6 Tagen Link zum Kommentar

        Was für ein Blödsinn. Es gibt viele gute Gründe gegen Facebook, die hier auch sachlich vorgebracht wurden. Das hat mit Hass nicht das geringste zu tun. Also hör auf, anderen Hass zu unterstellen, nur weil du deren Argumente nicht teilst oder verstehst.


      • Carsten Drees
        • Staff
        vor 6 Tagen Link zum Kommentar

        Sorry, sehe es da auch eher wie Tenten. Es geht nicht um blinden Hass gegenüber Facebook, sondern eher darum, dass sich über die Jahre einfach schrecklich viel Negatives summiert hat, so dass man sich eine gewisse Einstellung gegenüber Facebook angeeignet hat mit der Zeit. Geht mir ja ebenso. Ich bin ein ganz großer Verfechter von Social Media und betone auch heute immer noch gerne, dass mir Facebook auch viel Tolles beschert hat.
        Aber über die Jahre gab es Veränderungen, die in der Tat dazu beitragen, die Gesellschaft zu spalten. Dadurch allein, dass Facebook die provokanten und wütend machenden Inhalte bevorzugt, werden Millionen Menschen mehr und mehr getriggert.
        Teilweise will Facebook das also gar nicht ändern, teilweise ist es nahezu niedlich, mit wie wenigen Mitteln sich beispielsweise gegen unangemessene Inhalte gestellt wird. Immer wieder passiert es (auch mir selbst), dass man für eine ironische Bemerkung gegenüber einem Freund gesperrt wird, während klare Volksverhetzung oder Hassrede nicht als solche erkannt wird. Die KI ist eben noch lange nicht pfiffig genug, um das schmerzfrei auseinanderzuhalten und solange braucht es mehr Personal, das sich drum kümmert. Kostet viel Geld? Ja, sicher – aber bei drei Milliarden Menschen auf den Plattformen und Milliardenumsätzen darf man dafür auch gerne tiefer in die Tasche greifen. Oder, man greift regulierend ein und übernimmt den Part von dritter Seite, wenn Facebook es nicht selbst hinbekommt.


      • Michael K. vor 6 Tagen Link zum Kommentar

        Wenn gepostete Inhalte rechtswidrig sind, gehören sie gesperrt, das ist ja keine Frage, und das Netzdurchsetzungsgesetz stellt hierzulande eine rechtliche Grundlage dafür her. Dass solche Inhalte nicht immer (rechtzeitig) erkannt werden, ist zwar bedauerlich, aber vermutlich unvermeidlich, wenn man solche Plattformen nicht ganz verbieten will. Kein technischer Klassifikator kann solche Inhalte mit 100% Sicherheit erkennen. Ein KI-Klassifikator mit einer Klassifikationssicherheit von 99% ist sehr gut, einer mit 99,9% hervorragend. Wenn aber von 1 Milliarden Nutzer nur 0,1% rechtswidrige Inhalte postet, sind das immer noch eine Millionen, von denen ein hervorragender Klassifikator 1000 nicht erkennt. Deshalb kann man solche Beiträge ja auch melden, und dann kümmern sich menschliche Mitarbeiter darum. Aber auch die können sie nicht mit 100% Sicherheit erkennen, denn es gibt eine Grauzone, in der nicht klar ist, ob ein Beitrag noch durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist oder nicht, und das kann dann nur ein Gericht verbindlich festlegen.
        Konzerne wie Facebook haben aber auch ein "Hausrecht", das Ihnen den Spielraum gibt, zweifelhafte Beiträge auch dann zu löschen, wenn sie eigentlich noch eindeutig durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind. Sie müssen es aber nicht.
        Wenn Beiträge nicht gelöscht werden, die durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind, aber provokativ oder spalten sind, dann muss das ein freiheitlicher Rechtsstaat auch aushalten, das ist eben der Preis der Freiheit. Denn die, die solche Beiträge posten, so unerfreulich sie sein mögen, haben die Freiheit dazu, solange die sich im rechtlich zulässigem Rahmen bewegen, und die Rechte anderer nicht verletzen.
        Wenn das nicht der Fall wäre, wenn jede unerfreuliche oder spaltende Meinungsäusserung zensiert würde, was wäre Meinungsfreiheit dann noch wert, was würde sie von einer bloßen Worthülse unterscheiden?
        Dass es in der Vergangenheit viele unerfreuliche Vorfälle in Facebook gab, mag ja sein, bei einer so großen Nutzerzahl sind solche Vorfälle eben nicht unwahrscheinlich. Nur die Kernforderung des Blogs, Facebook zu zerschlagen, würde nicht nur daran nichts ändern, sondern wäre sogar kontraproduktiv.
        Ob ich nun mehr als eine Milliarde Nutzer auf ein Facebook verteile, oder auf 10 Facebookleins, ändert nichts daran, dass ein bestimmter Teil davon rechtswidrige Inhalte postet, es ändert nichts an der Zahl derer, die sie lesen können, und es ändert nichts an der Erkennungssicherheit maschineller oder menschlicher Klassifikatoren. Alles ist nur anders verteilt, aber nichts wird dadurch besser.
        Ich behaupte sogar, es würde schlechter, denn die 10 Facebookleins hätten durch den Wettbewerb, in dem sie zueinander ständen weder die finanziellen, noch die technischen Möglichkeiten, KI-Klassifikatoren zu verbessern, oder zusätzliche menschliche Klassifizierer einzustellen, wie das bei einem finanziell potenten Großkonzern wie Facebook der Fall ist.
        Vor einigen Jahren gab es einen sehr unerfreulichen Vorfall in der deutschen Automobilindustrie (Dieselskandal), der bis heute juristisch aufgearbeitet wird. Auf die Idee, betroffene Großkonzerne zu zerschlagen, kam aber niemand, weil es wirtschaftlicher Schwachsinn gewesen wäre, und letztlich nur der ausländischen Konkurrenz geholfen hätte, hierzulande aber hundertausende Arbeitsplätze gekostet hätte.
        Man muss Facebook nicht mögen. Ich nutze es nicht, und behaupte daher, aus einer neutralen Sichtweise heraus unvoreingenommen argumentieren zu können.
        Aber Facebook, das ist unbestritten, leistet wie auch Microsoft, Google, Apple oder Microsoft hervorragende Arbeit in der technologischen Forschung, ob das nun KI, AR/VR, neue Sensoren oder auch noch ganz andere Forschungsgebiete sind. Die nutzt in erster Linie diesen Unternehmen, dann der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft, zuletzt aber auch der ganzen Menscheit.
        Es gab es viele unerfreuliche Vorfälle, und wird sie vermutlich weiter geben, das ist kein Wunder, denn die große Community bildet letztlich einen nicht unerheblichen Anteil der menschlichen Gesellschaft ab, und die weisst selber noch viel unerfreulichere Vorfälle viel häufiger auf.
        Ich konnte aus neutraler Position heraus kein überzeugendes Argument dafür finden, dass eine Zerschlagung Facebooks irgend etwas daran ändern würde, wenn man nicht solche Medien und auch andere ganz verbieten will, womit man aber der Meinungsfreiheit, der freien Meinungsbildung, aber auch der Pressefreiheit einen Bärendienst erweisen würde, und damit auch Grundpfeilern eines freiheitlichen Rechtsstaates.


      • Carsten Drees
        • Staff
        vor 4 Tagen Link zum Kommentar

        Ich sehe es wie Du, dass man nicht nur die Nachteile sehen darf, sondern – wie eben bei Google, Microsoft usw – auch den Impact anerkennen muss. Ändert aber nichts daran, dass Facebook seinen Scheiß nicht mehr erledigt bekommt. Von mir aus muss Facebook auch nicht 99 Prozent der regelwidrigen Postings erkennen, ich wäre schon happy mit 80 Prozent.
        Aber es bleibt so viel Unsagbares tagelang oder sogar länger online und wenn es eine rechtliche Handhabe gibt, das Unternehmen dieser aber nicht nachkommen kann, muss nun mal was passieren. Dann kann Facebook seine Tools signifikant verbessern, aber da das nicht über Nacht möglich sein wird, muss man die Manpower deutlich erhöhen.
        Persönlich könnte ich übrigens gut damit leben, dass mal ein reguläres Posting von mir verschwindet im Eifer des Gefechts, wenn dafür alle verwerflichen Dinger auch weg sind. Aber aktuell sieht man eben, dass es genau nicht der Fall ist: Harmlose Postings, die von der KI falsch verstanden werden, fliegen raus, Hetze und andere verwerfliche Aussagen bleiben live.
        Es ist übrigens auch nicht so, dass ein gemeldeter Kommentar bedeutet, dass sich ein Mensch drum kümmert. Auch da wird erst automatisch drüber geschaut, bevor sich Menschen damit befassen, von Stichproben abgesehen.

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