Amazon Pharmacy: Onlinehändler startet Apotheken-Dienst

Amazon Pharmacy: Onlinehändler startet Apotheken-Dienst

In den USA kündigte Amazon einen weiteren Schritt an, um sich vom klassischen Onlinehändler-Dasein zu entfernen. Amazon wird zur Liefer-Apotheke.

Nach der Übernahme der US-Supermarktkette Whole Foods im Jahr 2017 wagt Amazon jetzt auch den Schritt in die Gesundheitsindustrie. Das in den USA als „Amazon Pharmacy“ gestartete Angebot erlaubt den Kunden den Kauf von vielen Arzneimitteln, darunter etwa viele generische oder auch rezeptpflichtige Medikamente wie zum Beispiel Insulin; sogenannte „Schedule II“-Medikamente werden aber nicht angeboten.

Amazon bietet für zahlende Prime-Mitglieder wie gewohnt eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehört eine kostenlose Lieferung innerhalb von zwei Tagen und Rabatte. Laut Amazon sollen Mitglieder bis zu 80 Prozent bei generischen Medikamenten sparen können. Geht es um Arzneimittel von Markenherstellern sollen es bis zu 40 Prozent sein.

Die Bestellung gelingt über Amazons eigene App. Zuvor müssen Nutzer aber ein eigenes Profil anlegen, um den Dienst nutzen zu können.

Amazon Pharmacy
In den USA können Arzneimittel von Amazon geliefert werden / © Amazon

Amazon Pharmacy: Apotheken-Dienst startet in den USA

Das neue Amazon Pharmacy soll zunächst in 45 US-Staaten starten. Bislang ausgeschlossen sind die Staaten Hawaii, Illinois, Kentucky, Louisiana und Minnesota. Dort will Amazon in Zukunft aber ebenfalls tätig werden.

Der Onlinehändler hatte im Jahr 2018 das Startup PillPack für rund 1 Milliarde US-Dollar übernommen. Diese Übernahme soll die Grundlage für Amazon Pharmacy bilden. PillPack hatte bereits Kontakte mit Krankenkassen, Krankenhäusern, Ärzten, etc. Hinzukommen existierende Warenhäuser des Startups.

In Kombination mit Amazons Infrastruktur war es für viele Beobachter nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen aus Seattle selbst in der Gesundheitsbranche aktiv wird und einen eigenen Lieferdienst für Medikamente startet.

Die Gesundheitsindustrie der USA soll im Jahr 2020 einen Wert von 312 Milliarden US-Dollar haben, mit einem jährlichen Wachstum von 3 Prozent. Insbesondere zu Corona-Zeiten, wo viele Menschen zuhause bleiben, ist der Start eines derartigen Lieferangebots für Medikamente ein guter Zeitpunkt.

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14 Kommentare

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  • Noch ein Beispiel für einen Monopolisten wie aus dem Politikbuch...


  • Na da wird den D Apotheken schon Angst und Panne😂.

    Noch ne Konkurrenz vielleicht mehr am Markt.


    • Hauptsache billig....aber wenn man dann Beratung möchte, geht man mit der online gekauften Arznei in die lokale Apotheke und erwartet dort kostenlose, kompetente Beratung. 🤑 Na, womöglich stellt ja Bezos ausser BilligVerpackpersonal auch Apotheker und Ärzte ein *Ironie off*
      Die Zeiten, in denen lokale Apotheken als "Goldgrube" dienten, sind lange vorbei.


      • Na dann muss die lokale Apotheke sich wieder neue Geschäftsfelder erschließen und vielleicht wieder Mumienpulver oder Benzin verkaufen ;)

        Ich denke mal, dass so ein Dienst bei Amazon hauptsächlich von Leuten genutzt wird, die regelmäßig Medikamente nehmen und die können ohnehin auf eine Beratung verzichten.


  • Niemand ist vor diesem Moloch sicher. Und da gibt es Leute, die Google eine Krake nennen!


    • Und schon kommt die "German Angst" wieder.... Wer es nicht nutzen mag muss es doch nicht. Weder Amazon noch Apple noch Goggle noch.....


      • Aber trotzdem verdrängt es den deutschen Einzelhandel, weil die Leute heutzutage sogar fürs in die Stadt gehen zu faul sind.

        Und weißt du, wie viel Steuern Amazon in Deutschland bezahlt?

        Willst du, dass Amazon neuerdings auch ein genaues Krankheits/Gesundheitsbild von dir in seinen Datensätzen hat?

        Willst du ausgestorbene Innenstädte?

        Viele machen sich da einfach viel zu wenige Gedanken!


      • Natuerlich wird der Einzelhandel verdraengt. Warum ? Weil er groesstenteils einfach scheisse ist. Sei es bei Beratung, sollte man mal wen antreffen, Reklamation oder bei den Preisen.


      • "Willst du ausgestorbene Innenstädte?"

        Das Aussterben der Innenstädte hat bereits in den achtziger Jahren begonnen, das war lange vor Amazon. Onlinehandel trägt dazu bei, ist aber bei weitem nicht der einzige Grund.


      • Die Innenstädte und deren Einzelhandel sterben nicht sondern ändern sich. Mehr Gastronomie, spezialisierte Händler die auch guten Service bieten usw.. Der bisherige Handel macht sich selbst mit schlechtem Angebot und Service obsolet. Dies hat mit Faulheit der Leute nichts zu tun. Und ja, wir kaufen sehr viel bei Amazon, sie sind nicht die billigsten bieten aber den besten Service den ich mir als Kunde wünschen kann. Auch Otto wird immer besser.
        Steuern zahlt Amazon genau so viel wie es unsere Politik verlangt. Es gab zig Bestrebungen dies zu ändern scheitert aber immer wieder im Bundestag und an konservativen Kräften (vor allem D!) in der EU. Auch Du wirst nur die Steuern zahlen die Du musst und jedes Schlupfloch nutzen welches Du findest.
        Ja, wir sind gläsern. OB Kartenzahlung, Onlineshopping, Nutzen von Smartphone und PC - wie möchtest Du dies aufhalten?
        Du siehst, man(n) macht sich schon Gedanken, nur eben andere als sich in Deinem Kopf bewegen und dies ist wohl eher nicht verwerflich.


      • Absolut richtig, ich würde nur ein einem Punkt widersprechen. Ich finde schon, dass die Innenstädte aussterben und zwar, was die Vielfalt betrifft. Überall nur noch die gleichen großen Ketten und in den Läden selbst auch überall die gleichen Produkte. Dafür fehlen andere Produkte inzwischen in Innenstädten völlig und man bekommt sie nur noch online oder stadtauswärts auf der grünen Wiese. Die Innenstädte veröden, werden immer weniger attraktiv, sowohl für Auswärtige als auch für die Bewohner der Innenstädte. Daran trägt aber wie gesagt der Onlinehandel nur zu einem kleinen Teil bei.


    • Niemand ist gezwungen, dort zu kaufen. Wenn es sehr Viele trotzdem machen, wird das wohl gute Gründe haben.


      • Ich habe neulich mal wieder was bei einem anderen Händler bestellt, weil ich mir dachte, komm, unterstütz auch mal wieder andere, nicht immer nur Amazon. Bei Amazon hätte ich das Produkt am übernächsten Tag bekommen sollen. Bei dem anderen Händler hat es dann acht Tage gedauert.

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