Fortnite-Streit: Epic will sich Rückkehr in den App Store erstreiten

Fortnite-Streit: Epic will sich Rückkehr in den App Store erstreiten

Nachdem Apple vor einigen Tagen wie angekündigt einen Entwicklerzugang von Epic gesperrt hatte, legt der Spielehersteller nun die Gründe offen, warum das Spiel zurückkehren sollte.

Der nächste Gerichtstermin für Apple und Fortnite-Entwickler Epic ist bereits angesetzt – der Streit soll am 28. September weiter vor Gericht diskutiert werden. In einem neuen Dokument an Richterin Yvonne Gonzalez Rogers listet Epic nun die Gründe auf, warum das Spiel zeitnah wieder in dem App Store auftauchen soll. Ziel des Unternehmens ist eine einstweilige Verfügung, mit der man sich genau dies erstreiten will.

The Verge erinnert daran, dass die Richterin sich bereits bei einem ersten Treffen dagegen entschieden hatte, das Entfernen aus dem App Store vor einigen Wochen rückgängig zu machen. Als Grund nannte sie unter anderem, dass Epic keine Beweise vorgebracht habe, welche einen Schaden nachweisen. Gleichzeitig Richtern Rogers, dass Epic sich strategisch dazu entschlossen habe, das Abkommen mit Apple zu brechen – womit zumindest ein Teil der Schuld auf Epic entfällt.

In dem neuen Dokument erklärt Epic daher nun, dass die Reputation des Unternehmens unter Apples Maßnahmen gelitten habe. So sei beispielsweise die Zahl der täglich aktiven Nutzer in iOS um mehr als 60 Prozent seit der Entfernung aus dem App Store gefallen.

Gemessen wurde dabei bis zum 2. September. Am 27. August hatte Epic eine neue Season des Spiels gestartet, an der aber iOS-Nutzer nicht teilnehmen können. iOS-Spieler stecken damit in der alten Season 3 fest. Ein Update für iPhone und iPad, welches die neue Season beinhaltete, wurde von Apple abgelehnt, da es weiterhin die nicht genehmigte Verkaufsoption beinhaltete, welche den Stein vor einigen Wochen ins Rollen gebracht hatte.

Epic: iOS ist die größte Plattform für Fornite

Das Unternehmen nennt aber noch weitere Zahlen, mit denen man einen Schaden nachweisen will. So sollen 116 Millionen der insgesamt 350 Millionen Nutzer auf iOS spielen. 63 Prozent der Fortnite-Nutzer auf iPhone und iPad, spielen den Shooter ausschließlich auf ihren iOS-Geräten. Es sei damit der einzige Weg für sie, das Spiel zu spielen.

Epic bange nun darum, dass man diese Spieler – bezogen auf den Rückgang um 60 Prozent – niemals wieder sehen werde. In dem Dokument führt man weiter aus, dass Fortnite nicht nur ein Spiel sei, sondern auch eine Community, auf die sich die Spieler bislang verlassen konnten. „Durch das Entfernen von Fortnite aus dem App Store hat Apple Millionen von Nutzern von ihren Freunden und Verwandten in der Fortnite-Community getrennt“, so Epic.

Nachdem Apple eines der Entwicklerkonten von Epic entfernt hatte, kann das Spiel mittlerweile auch nicht mehr erneut heruntergeladen werden. iOS-Spieler, die Fortnite vor dem 28. August installiert hatten und seitdem nicht gelöscht haben, können es weiterhin nutzen.

Apple verwies als Reaktion lediglich auf eine frühere Stellungnahme. Darin sagte man unter anderem, dass Epics Vorgehen nicht fair gegenüber anderen Entwicklern sei. Das Gericht habe vorgeschlagen, dass Epic den App-Store-Richtlinien folgen solle, wie in den vergangenen Jahren. Epic habe sich aber dagegen entschieden. Man hoffe des Weiteren, dass man in Zukunft wieder zusammenarbeiten können, was aber leider aktuell nicht möglich sei.

Am 28. September soll die nächste Anhörung im Fall Epic gegen Apple stattfinden.

Via: The Verge Quelle: Epic

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Top-Kommentare der Community

  • Tenten vor 2 Wochen

    Klar ist es Epics gutes Recht, Apples Vorgehen prüfen zu lassen. Das steht doch außer Frage und zweifelt niemand an. Nur Epics Vorgehen in der Sache ist falsch. Epic kann jederzeit zurück in den Store, aber sie sind stur und wollen das nicht. Auch ihr gutes Recht. Aber jetzt Apple als den Verursacher des Schadens hinzustellen, den sie mit ihrer Sturheit selbst verursacht haben, ist wirklich lächerlich.

  • Tim vor 2 Wochen

    "So sei beispielsweise die Zahl der täglich aktiven Nutzer in iOS um mehr als 60 Prozent seit der Entfernung aus dem App Store gefallen."
    Und wessen Schuld ist das? Sicher nicht Apples.
    Ganz ehrlich - selbst Schuld 🤷🏻‍♂️
    Sich als großen Helden aufspielen und als Apple nicht sofort klein beigegeben hat (wie offensichtlich erhofft) wird mehr oder minder rumgeheult. Und jetzt will Epic auch noch eine Ausnahmeregel für sich selbst - von wegen sie machen das für die ganzen armen Entwickler unter iOS ^^

  • paganini vor 2 Wochen

    „ Epic: iOS ist die größte Plattform für Fornite“

    Hätten sie sich vorher überlegen sollen...

    „Durch das Entfernen von Fortnite aus dem App Store hat Apple Millionen von Nutzern von ihren Freunden und Verwandten in der Fortnite-Community getrennt“, so Epic.

    Ja sicher :D das Epic die Kinder aber nicht mehr abzocken kann kommt darin nicht vor. Epic ist ja so ein Wohltätiger Verein. Warum bieten sie nicht ALLE Inhalte kostenlos an? 30% von 0 wären auch 0 also müssten sie nichts zahlen

21 Kommentare

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  • Naja Apple ist im Recht, es lässt sich sicherlich streiten ob 30% von den ingame Käufen als Gebühr okay sind, aber das gibt Epic nicht das Recht das einfach zu umgehen. Epic verhält sich wie ein kleines Fettes Kind, dass immer mehr vom Kicken haben möchte und nie genug bekommt.


    •   26
      Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Lustiger Vergleich. Wer ist dann Apple? Der ältere Schüler, der dem Kind auf dem Schulweg mit Schlägen droht falls es ihm nicht 30% seines Kuchens abgibt?

      Gelöschter Account


  •   26
    Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Auch wenn es dem ein oder anderen hier nicht gefällt, so ist das Leben. Die Richterin hat Epic diese Möglichkeit offen gelassen, in dem sie klar kommuniziert und begründet hat, in welchen Situationen ein Sperren durch Apple nicht in Ordnung wäre. Epic versucht nun, die Richterin davon zu überzeugen dass eine solche Situation vorliegt.

    Das ist ihr gutes Recht und deshalb versuchen sie es natürlich.

    Gelöschter Account


    • Klar ist es Epics gutes Recht, Apples Vorgehen prüfen zu lassen. Das steht doch außer Frage und zweifelt niemand an. Nur Epics Vorgehen in der Sache ist falsch. Epic kann jederzeit zurück in den Store, aber sie sind stur und wollen das nicht. Auch ihr gutes Recht. Aber jetzt Apple als den Verursacher des Schadens hinzustellen, den sie mit ihrer Sturheit selbst verursacht haben, ist wirklich lächerlich.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        "Epic kann jederzeit zurück in den Store"

        Bist du dir da sicher? Hast du dir Epics Klageschrift und deren Argumente angeschaut?

        Apple hat bei der Terminierung des Developer Accounts folgendes geschrieben:

        "[W]e will deny your reapplication to the Apple Developer Program for at least a year”

        Gelöschter Account


      • Apple hat mehrfach betont, dass man Fortnite gerne wieder im Store begrüßen würde, natürlich nur zu den bisherigen Regeln. Dieses Angebot hat Epic nicht angenommen. Ich bin sicher, dass dieses Angebot auch jetzt noch gilt, denn Apple ist an diesem Zirkus sicher nicht gelegen.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Na dann hätten sie sich den Satz sparen können. Haben sie aber nicht.

        Was bleibt ist ein Widerspruch zwischen dem was Apple medienwirksam in der Öffentlichkeit kommuniziert und dem, was es auf rechtlich sicheren und verbindlichen Weg vermittelt wird. Als Unternehmen das sich gerade in einem Rechtsstreit mit Apple befindet würde ich wohl auch eher der rechtlich verbindlichen Aussage Beachtung schenken.

        Gelöschter AccountNobody


      • Da ist kein Widerspruch. Den rechtlichen Weg hat Epic eingeschlagen und Apple muss da nun mal mitgehen, ob sie wollen oder nicht. Natürlich gibt es neben dem rechtlichen Weg auch immer den, sich außergerichtlich zu einigen. Hier hat Apple ganz klar signalisiert, diesem Weg gegenüber aufgeschlossen zu sein. Es ist Epic, die diesen Weg ablehnen, kann ich auch verstehen, denn man müßte ja klein beigeben. Also muss es für Epic der Rechtsweg sein. Alles ihr gutes Recht und ihre freie Entscheidung. Allerdings macht Epic langsam eine Schlammschlacht daraus und das wirft leider kein gutes Licht auf Epic.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Diese "Schlammschlacht" ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, genug Öffentlichkeit in so einem Fall zu bekommen.

        Und es funktioniert. Ich bin nun bereits dreimal von Bekannten und Verwandten gefragt geworden, ob denn Apple tatsächlich so viel Gebühren verlangen würde wie sie in den Medien gehört haben. Das führt dann selbst bei Leuten die sich sonst nie mit der Materie beschäftigen würden zu Diskussionen am Tisch.

        Es mag kein gutes Licht auf Epic werfen, aber auch Apple schmerzt das ein wenig, da es am Saubermann-Image kratzt. Und damit hat die "kleinere" Partei im Rechtsstreit ihr erstes Ziel schon erreicht.

        Aber mir persönlich ist es egal, auf wen von beiden es ein schlechtes Licht wirft, denn es trifft auf beiden Seiten nicht den falschen.


      • Google verlangt im Play Store die gleichen Gebühren und auch dort ist Fortnite rausgeschmissen worden. Aus den gleichen Gründen.

        Epic konzentriert sich in ihrer öffentlichen Diskussion aber nur auf Apple. Das sieht mir dann doch nach einem anderen Grund als vorgegeben aus.


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Nur entstehen halt auch schnell völlig falsch gerichtete Diskussionen - gerade wenn sich die Leute damit nicht auskennen. Und gerade in dieser Hinsicht verdreht Epic PR-technisch vieles und tut so, als ob Apple gefühlt sämtliche Einnahmen für sich haben will und die Entwickler quasi nichts kriegen...


      • Vor allem steht jedem Entwickler frei, den Preis festzusetzen. Wer dabei die Kosten nicht einkalkuliert, ist ein schlechter Geschäftsmann. Ich glaube kaum, dass die Preise für die Apps dauerhaft gesenkt werden, wenn Apple die Provision senkt. Selbst wenn, ist nach einem Jahr das alte Niveau für den Endverbraucher wieder erreicht.

        Soweit ich es aus dem Matheunterricht in Erinnerung habe, bleiben 70% beim Entwickler.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        @Aries
        Gegen Google läuft auch ein Verfahren. Epic konzentriert sich auf Apple, da es bei Android auch einen eigenen Store anbieten kann und die Nutzer darüber Fortnite beziehen können. Es macht also für Epic schon einen deutlichen Unterschied zwischen iOS und Android aus.

        Ich glaube auch nicht, dass es um eine Preissenkung für den Endverbraucher geht. Aber die Frage ist, ob Apple/Google bei jeden Umsatz 30% mitnehmen müssen, oder ob nicht ein größerer Prozentsatz bei den Entwicklern ankommen sollte.

        @Tim
        Epic kommuniziert eigentlich ziemlich klar, dass es 30% an Apple geben muss. Bei den angesprochenen Personen im Bekannten- und Verwandtenkreis war das auch klar. Ich wüsste nicht, wie man darauf kommen könnte dass es mehr ist.

        Welche falschen Diskussionen entstehen denn durch welche Aussagen von Epic?

        Gelöschter Account


  • Was Epic hier abzieht wird leider immer armseliger. Hoffentlich gibt's da bald eine Entscheidung, damit dieses Trauerspiel ein Ende hat.


  • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    "So sei beispielsweise die Zahl der täglich aktiven Nutzer in iOS um mehr als 60 Prozent seit der Entfernung aus dem App Store gefallen."
    Und wessen Schuld ist das? Sicher nicht Apples.
    Ganz ehrlich - selbst Schuld 🤷🏻‍♂️
    Sich als großen Helden aufspielen und als Apple nicht sofort klein beigegeben hat (wie offensichtlich erhofft) wird mehr oder minder rumgeheult. Und jetzt will Epic auch noch eine Ausnahmeregel für sich selbst - von wegen sie machen das für die ganzen armen Entwickler unter iOS ^^


    •   26
      Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Für wen hätten sich denn noch eine Ausnahmeregel beantragen sollen? Wer wurde denn noch gesperrt? Hab ich leider nicht mitbekommen.

      Gelöschter Account


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Darum geht's nicht.
        Epic hat sich ganz am Anfang dieser Aktion so hingestellt, als ob sie das nicht für sich, sondern für die ganzen App-Entwickler machen, die unter Apples "Monopol" alle soo leiden. Jetzt aber will Epic nur eine Ausnahmeregel für sich selbst und zeigt damit, dass ihnen die anderen Entwickler komplett Schnuppe sind und es denen von Anfang an nur um sich ging.

        Sie spielen Pseudo-Robin Hood, der sich damit brüstet, für die Armen zu Kämpfen aber dann alles nur in die eigene Tasche steckt.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Wo fordert denn nun Epic nur für sich etwas bzw. denn etwas anderes als noch vor ein paar Wochen? In dem hier beschriebenen Dokument geht es doch um die Wiederzulassung von Fortnite während des Gerichtsverfahrens.

        Gelöschter Account


      • @Florian, naja da hat Tim schon Recht. Wenn man es genau betrachtet fordert Epic für sich ein Sonderrecht ein. Das die geltenden Richtlinien für alle App-Hersteller gelten, wird hierbei außenvor gelassen. Warum sollte man für Epic eine gesonderte Regelung schaffen? Die Richtlinien sind von Apple aufgestellt und gut. Wenn sie damit nicht leben können, dann ist das deren Problem. Aber was Epic abzieht, ist armselig.


      •   26
        Gelöschter Account vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Es tut mir leid, ich versehe es leider nicht. Welches Sonderrecht meinst du denn? Und wie genau fordert das Epic ein?

        Epic führt ein Gerichtsverfahren wegen der 30%. Natürlich muss es das für sich selbst führen, denn man kann keine Gerichtsverfahren für andere führen (der Kläger muss einen für ihn entstandenen Schaden vorweisen). Sollte Epic gewinnen, wird entweder Apple die Gebühren reduzieren, was dann für alle Entwickler automatisch zutrifft, oder Epic schafft einen Präzedenzfall den andere Entwickler nutzen können um kostengünstig das gleiche Recht einzuklagen. So oder so können im Falle eines Sieges für Epic andere Entwickler davon profitieren.

        Natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit für einen Epic Erfolg. Sollte Apple merken, dass das Verfahren in die Falsche Richtung läuft, macht man auf VW und einigt sich außergerichtlich mit Epic. Dann hätte wahrscheinlich nur Epic etwas von dem Deal und hier dürften man dann tatsächlich von "Pseudo-Robin Hood" sprechen. Aber soweit sind wir ja noch nicht.

        Das mit den gleichen "Richtlinien für alle App-Hersteller" ist übrigens nicht richtig. Es gibt einige Apps, z.B. Amazon Prime Video, Altice One und Canal+, für die Sonderregelungen gelten. Sie bieten eigenen Bezahlsysteme an und zahlen auch nicht die vollen 30% an Apple.

        Gelöschter Account

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